Informationsethik IW-Universität Hildesheim 19.11.2013

Report
Vorlesungsreihe Digitale Lebenswelten
Chancen und Risiken für Bürger
Universität Hildesheim Fachbereich 3 –
Sprach- und Informationswissenschaften
Informationsgerechtigkeit über virtuelle
Lebenswelten? Eine Herausforderung an
die Informationsethik
Rainer Kuhlen
Fachbereich Informatik und Informationswissenschaft
Universität Konstanz
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1
Gerechtigkeit – eine soziale und politische Kategorie
gerechte Löhne für gute Arbeit - flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn
Altersarmut dauerhaft verhindern
Gleichstellung von Frauen und Männern in allen Bereichen
gleichberechtigte Teilhabe der Zuwanderer in unserer Gesellschaft
gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Behinderungen
Bildungssystem stärken und mehr Chancengleichheit erreichen.
alle Staaten der EU eine nachhaltige Wachstumsstrategie und nachhaltige Finanzpolitik
Über die Ergebnisse der Koalitionsverhandlungen wird ein verbindliches
Mitgliedervotum eingeholt, an dem alle Mitglieder beteiligt werden.
http://www.spd.de/presse/Pressemitteilungen/110748/20131020_beschluss_konvent.html
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2
Gerechtigkeit – eine soziale und politische Kategorie
http://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article13946139/Soziale-Gerechtigkeit-ist-ein-CDU-Thema.html
http://www.welt.de/politik/deutschland/article114698739/Wir-Gruenen-wissen-wie-soziale-Gerechtigkeit-geht.html
http://www.merkur-online.de/aktuelles/politik/csu-soziale-gerechtigkeit-wichtiges-thema-2697369.html
http://www.die-linke.de/wahlen/wahlprogramm2013/wahlprogramm-2013/iii-friedlich-undgerecht-in-der-welt-nein-zum-krieg/sozialegerechtigkeit-weltweit/
Der sozialdemokratischen Gerechtigkeit durch Umverteilung setzt Westerwelle sein
Modell der Leistungs- und Chancengerechtigkeit entgegen.
FDP.Die Liberalen
http://www.derwesten.de/politik/fdp-will-mit-gerechtigkeit-bei-waehlern-punkten-id7834965.html
https://www.piraten-osnabrueck.de/ich-bin-pirat-weil-ich-mir-mehr-gerechtigkeit-der-politik-wuensche
3
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3
Gerechtigkeit – eine soziale und moralische Kategorie
Gerechtigkeit
Informationsgerechtigkeit
Verteilungsgerechtigkeit
Verteilungsgerechtigkeit –
Information for All
Suffizienzgerechtigkeit
Informationelle Grundversorgung
Kompensatorische Gerechtigkeit
Kompensation für strukturelle
Unterinformation
Soziale Gerechtigkeit – Bedingung
für Vergesellschaftung
Informationsfreiheit – informierte
Teilhabe am öffentlichen Gechehen
Politische Gerechtigkeit
Information als öffentliches Gut
Moralische Gerechtigkeit
Zugriff auf Information ein
Menschenrecht
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Ist das informationsgerecht?
warum?
warum nicht?
Drittes Gesetz zur Änderung hochschulrechtlicher Vorschriften (Drittes Hochschulrechtsänderungsgesetz
– 3. HRÄG) - Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg 15-10-2013
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5
Gerechtigkeit
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John Rawl
„Nach Rawls hat eine Gesellschaft zwei Grundfunktionen:
Die Förderung der Interessenharmonie und die Bewältigung
von Konflikten. Um diese Aufgaben zu lösen, bedarf es der
Gerechtigkeit”
Wikipedia: Gerechtigkeitstheorien
Rawl: „Der Gerechtigkeitsbegriff ist also für mich definiert durch
seine Grundsätze für die Zuweisung von Rechten und Pflichten
und die richtige Verteilung gesellschaftlicher Güter.“
(Eine Theorie der Gerechtigkeit 1975, 26)
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John Rawl
in einem simulierten Urzustand - Modell der Vertragstheorien
Schleier der Unwissenheit – veil of ignorance –
als Bedingung für Fairness
Eine Situation der vollkommenen Unwissenheit über die eigene und die Rolle
aller anderen, die er/sie in der Gesellschaft spielen (werden).
Alle beteiligten Personen wissen,,
dass sie Interessen haben,
dass sie gewisse Positionen in der Gesellschaft wahrnehmen,
dass ihnen Ressourcen zur Befriedigung von Grundbedürfnisse zur
Verfügung stehen,
wissen aber nicht welche.
Niemand wird sich zugunsten von Partikularinteressen entscheiden, da er/sie
nicht, ob er/sie Begünstigter oder Benachteiligter der Regelungen zugunsten von
Partikulargruppen ist.
A Theory of Justice, by John Rawls, The Belknap Press of Harvard University Press, 1971
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John Rawl
Gerechtigkeitsgrundsätze
1. Jede Person hat das gleiche Recht auf ein völlig adäquates
System gleicher Grundfreiheiten, das mit einem gleichartigen
System von Freiheiten für alle vereinbart ist.
2. Soziale und ökonomische Ungleichheiten müssen zwei Bedingungen genügen:
a) erstens müssen sie mit Ämtern und Positionen verbunden sein, die allen unter
Bedingungen fairer Chancengleicheit offen stehen;
b) und zweitens müssen sie den größten Vorteil für die am wenigstens
begünstigten Mitglieder der Gesellschaft bringen (Differenzprinzip).
Vorrang der Freiheit: Grundfreiheiten dürfen nur eingeschränkt
werden, wenn diese Einschränkung die Freiheit im Gesamtsystem
stärkt und alle dieser Einschränkung zustimmen können.
A Theory of Justice, by John Rawls, The Belknap Press of Harvard University Press, 1971
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John Rawl
Grundfreiheiten
 politische Freiheit (das Recht zu wählen und öffentliche Ämter
zu bekleiden) und die Rede- und Versammlungsfreiheit;
 die Gewissens- und Gedankenfreiheit;
 die persönliche Freiheit, zu der der Schutz von psychologischer
Unterdrückung und körperlicher Mißhandlung und
Verstümmelung gehört (Unverletzlichkeit der Person);
 das Recht auf persönliches Eigentum und der Schutz vor
willkürlicher Festnahme und Haft, wie es durch den Begriff der
Gesetzesherrschaft festgelegt.
Diese Freiheiten sollen nach dem ersten Grundsatz für jeden gleich
sein.
A Theory of Justice, by John Rawls, The Belknap Press of Harvard University Press, 1971 - Rawls 1979, 12.
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Alle Gerechtigkeitstheorien beruhen auf Vorstellungen
von
Gleichheit.
Sie sind
sich nur uneinig darin, was gleich zu verteilen ist
John Rawls: Gleiche Verteilung der Ressourcen =
Primärgüter = Grundfreiheiten = Grundrechte
Amartya Sen: Möglichkeiten der Nutzung der
Primärgüter für die jeweils eigenen Zwecke
Recht auf
Ressourcen
Konvertierung
resources
approach
capability
approach
Recht auf kompetente
Nutzung der
Ressourcen
Amartya Kumar Sen: Die Idee der Gerechtigkeit 2009
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Recht auf
Ressourcen
Recht auf
Wissen
Konvertierung
Konvertierung
Recht auf kompetente
Nutzung der
Ressourcen
Recht auf Information
durch Zugriff auf
Wissen
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Karsten Weber
Reformulierung der Rawl´schen Gerichtigkeitsprizipien als
Prinzipien informationeller Gerechtigkeit
1. Jedermann soll gleiches Recht auf Zugang zum
umfangreichsten System von Informationen und Wissen
haben, das mit dem gleichen System für alle anderen
vereinbar ist.
2. Informationelle Ungleichheiten sind so zu gestalten, dass a)
vernünftigerweise zu erwarten ist, dass sie zu jedermanns Vorteil dienen,
und b) sie mit Positionen und Ämtern verbunden sind, die jedem offen
stehen,
Karsten Weber: Informationelle Gerechtigkeit. In: Hermut. F. Spinner; Michael
Nagenborg, Karsten Weber: Bausteine zu einer neuen Informationsethik. Philo
Verlag: Berlin, Wien 2001, S. 168
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Pragmatischer Primat von Information
Recht auf Wissen
Konvertierung
Wissen
Recht auf Information durch
Zugriff auf Wissen
Transformation
Information
Information ist Wissen
in Aktion
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Recht auf kompetente Nutzung
der Ressourcen
Recht auf Ressourcen
Konvertierung
Recht auf Wissen
Konvertierung
Recht auf Information durch
Zugriff auf Wissen
Reinterpretiert für eine
informationsethisch begründete
Institutionenökonomik
Recht auf
Common Pool
Resources
Konvertierung
Recht auf Commons
(Gemeingüter)
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Was ist
Informationsethik?
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Ort des Wohnens
Gewohnheit
Sitte
Brauch
Das Ethos der Schweine ist der Stall
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Das Ethos der Schweine ist der Stall
Ort des Wohnens
Das Ethos der Informationsgesellschaft ist
das Internet
Gewohnheit
Sitte
Brauch
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Das Ethos der Informationsgesellschaft ist das Internet
in elektronischen Räumen
Moral
moralisches
Verhalten
 neue
Verhaltensformen
 neue Normen, neue Werte
 neue Moral
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Informationsethik in sich verändernden Umwelten
Informationsethik analysiert, welche über Raum und Zeit
variierende Annahmen, Regeln und Werte das Verhalten
der Menschen beim Umgang mit Wissen und Information
steuern.
Informationsethik stellt Argumente dafür bereit, wie
informationelle Grundfreiheiten zu aktiven Rechten
gemacht werden können wie ein gerechter, inklusiver und nachhaltiger Umgang mit
Wissen und Information gesichert werden kann.
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Zur Sicherung informationeller Grundfreiheiten
Informationsgerechtigkeit
Informationelle Selbstbestimmung
Wir erweitern den durch das Bundesverfassungsgericht eingeführten
Begriffs der informationellen Selbstbestimmung als das Recht der
Verfügung über die eigenen Daten (Datenschutz).
In der erweiterten Bestimmung bedeutet informationelle
Selbstbestimmung, dass alle Menschen einen Anspruch darauf haben,
ihre privaten, professionellen und öffentlichen Angelegenheiten und
Handlungen informationell selbstbestimmt initiieren, planen und
durchführen zu können.
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Ethische Begründung für feien Zugriff auf Wissen, um Information zu erarbeiten
Informationelle Selbstbestimmung (oder auch Informationsautonomie)
ist der mündige, selbstbestimmte Umgang mit Wissen und Information.
Autonomie
Wissensautonomie
Informationsautonomie
Das geht zusammen mit Art. 19 Allgemeine Menschenrechte oder
auch Art. 5 des deutschen Grundgesetztes:
„Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie
Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein,
Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art
und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut
zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.“
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Ist Wissen eines der Rawls´schen Ressourcen – eines
der Grundfreiheiten?
Ist Zugriff auf Wissen zur Erarbeitung von Information
einer der Sen´schen “Möglichkeiten” zur realen
Nutzung der Ressource Wissen?
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in der Terminologie der Informationsökologie als Teil der
Institutionenökonomie
Wissen ist Teil der Common Pool Resources
Information, realisierter Zugriff auf Wissen und
Grundlage von akuellem Handeln, ist Teil der
Commons (GemeingüterI
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Was sind Gemeingüter
(Commons)?
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Was sind Gemeingüter (Commons)?
Commons
➢
➢
➢
➢
➢
….
Wasser
Natürliche Ressourcen
Öffentliche Räume
Luft / der Himmel
Wissen
Aus: Peter Barnes: Capitalism 3.0
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Was sind Gemeingüter (Commons)?
natürlich
sozial
➢ Wasser
Gemeingüter sind zum einen das Erbe, das uns
➢ die Fische
die Natur ohne unser Zutun geschenkt hat.
➢ natürliche Ressourcen
➢ Luft
….
Gemeingüter lassen überhaupt erst soziales Leben entstehen.
Sie organisieren das Zusammenleben der Menschen: der
öffentliche Raum, Plätze, Parks, Gesundheitsversorgung,
Mitbestimmung und ein stabiles Finanzsystem ….
kulturell
Gemeingüter sind aber auch Ausprägungen des kulturellen Erbes,
das die Menschheit von Beginn an bis zur Gegenwart entwickelt
Wissen
und an uns in der Gegenwart weitergegeben hat.
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Was sind Gemeingüter (Commons)?
Commons
➢Wasser
➢Natürliche Ressourcen
➢Öffentliche Räume
➢Die Luft
➢Das Klima
➢Wissen
….
Zugang zum Commons Wasser ist
ein fundamentales menschliches
Recht- Teil der Grundfreiheiten
knowledge is the water of
the mind
Zugang zum Commons Wissen
sollte ebenfalls als ein
fundamentales menschliches Recht
explizit kodiert sein
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Ein Verständnis von Wissen als Commons
Elinor Oström:
Gemeingüter (Commons) gibt es nicht als solche. Sie
werden aus dem allgemeinen Pool der natürlichen,
sozialen und immateriellen Ressourcen gebildet, wenn
sich Organisationsformen, auch Wertmuster für den
Umgang mit diesem Pool entwickeln und verfestigt, eben
institutionalisiert haben.
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Commons als Institutionalisierungsformen von “common-pool-resources”
Common
Pool
Resources
Prinzipien/Werte
Institutiona-
Commons
lisierung
Verfahren
Saubere Luft und
Wasser
Rohstoffe
der öffentliche Raum
Gesundheit
Finanzen
Wissen
Kommunikation
Konsensfindungsverfahren
Verpflichtungen
Verträge
Regel, Gesetze, bindende Vorschriften
Kontrollmechanismen, Sanktionen
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Institutionenökonomik - theoretische Grundlage für Wissensökonomie und -ökologie
Kommerzialisierung
Privatisierung
„enclosure of the mind“
Profitabilität
verknappte Ressource
Gerechtigkeit, Fairness
Inklusion
Nachhaltigkeit,
Offenheit, Teilen
Prinzipien/Werte
Wissensressourcen
Institutionalisierung
Verfahren
Kommunikation
Konsens
Private
Verpflichtungen
Güter
Verträge
Regeln, Rechte, Gesetze, bindende
Vorschriften
Kontrollmechanismen, Sanktionen
Zugriff (access) zu
Informationsobjekten
(Produkten und
Dienstleistungen)
Gemeingüter
Commons
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Kommerzielles Informationsmarktmodel für die
Institutionalisierung von Wissen
2.000
wissenschaftliche
Zeitschriftenverlage
mehr als 3
Millionen Artikel
verarbeitet
etwa 1,5 Millionen
durch peer review
validierte Beiträge
Exklusive Rechte für
Verwertung/Nutzung
Objekte
Handel mit
Informationsobjekten
mit der Konsequenz,
dass
Transformation von Verwerterrechten der Autoren in Nutzungsrechte
28,100 active scholarly
kommerzieller Verwerter
peer-reviewed journals
in mid 2012
über 40 Mio eArtikel
für Recherchen und
Downloads
Wissen ein knappes
Gut wird
Urheberrecht
DRM
Vertragliche
Vereinbarungen
Lizenzen
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Auf der Grundlage der geltenden Informationspolitik und der
sie unterstützten Informationswirtschaft ist ein freizügiger
und offener Umgang mit Wissen und Information in der
Informationsgesellschaft für jedermann nicht kurzfristig zu
erreichen.
Aber die normativen
Einstellungen haben sich
gewandelt
Gesetz
Werte
Zugang
a2k
Markt
Technik
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Open Access als Form der
Institutionalisierung von
Wissen
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Open Access als Institutionalisierung von Wissen
Open Access ist eine Form der Institutionalisierung von
Wissen, durch die es zu einem Commons und zu einem
„common property“ mit freien Nutzungsregeln werden
kann.
nachhaltig
gerecht
Paradigmenwechsel
Nicht Nutzer, sondern Autoren oder ihre Institutionen
zahlen
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Formen der Verfügbarkeit durch OA-Publikationen
Publikationsmärkte - ansteigend durch das Open-Access-Paradigma bestimmt
OA-Zeitschriften
Primärpublikation
„golden“
Directory of OA Journals
7183 (7449) journals
650572 (745962) articles
(19.10.2011) (31.1.2012)
1,6% (18.6%) des komm.
Marktes
zunehmend von
Interesse für
kommerzielle
Anbieter
SpringerOpen
IEEE
Sekundärpublikation
In OA-Repositories
„green“
OpenDOAR Database
Worldwide ca. 80%
Institutional OAR
http://www.opendoar.org/
http://www.doaj.org/doaj?func=home&ui
Language=en
“Ulrich’s Directory lists 4365 peer reviewed
OA journals, or about 13% of the total
number of peer reviewed journals included”
“Scopus covers 18,500 peer-reviewed
journals, of which 1800 or 9.7% are open
access.”- STM report 2012
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zunehmend von Interesse für kommerzielle Anbieter
kommerzielle
Verwertung
durch Verlage
Wissensobjekte
Objekte
Open Access
Publizieren
goldener
Ansatz
Originale (erste)
Publikation in einem
Open-Access-Medium
(z.B. Zeitschrift)
freiwillige Erlaubnis
für die
Zweitpublikation
grüner
Ansatz
Zweitpublikation
Selbstarchivierung
in Open Access
Repositorien
goldener
Ansatz
finanziert durch die
Öffentlichkeit
Publikation in
proprietären
Medien
erzwungen durch
das Urheberrecht
bzw.
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Exklusive
Nutzungsrechte
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Ist das informationsgerecht?
warum?
warum nicht?
Drittes Gesetz zur Änderung hochschulrechtlicher Vorschriften (Drittes Hochschulrechtsänderungsgesetz
– 3. HRÄG) - Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg 15-10-2013
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Modell zur Institutionalisierung von Wissen im Paradigma
von „commons-basierten“ Informationsmärkten
Wissensobjekte
Eigentum der Menschheit
default: Open Access mit
freier Nutzbarkeit
zugerechnet
dem Schöpfer von Wissen mit
seinen
Persönlichkeitsrechten
verwendet als
Mittel zur persönlichen
und gesellschaftlichen
Entwicklung
Wissensobjekte
als Ausnahme möglich:
kommerzielle Verwertung
unter der Bedingung
Einfache, nicht exklusive Verwertungs/Nutzungsrechte
Open Access für jedermann ist garantiert
Kompensationsleistungen an die
Öffentlichkeit erforderlich
Gebühren, Steuern,
finanzielle Beteiligung
an der (primären)
Wissensproduktion
informationelle
Mehrwertleistungen
gegenüber dem Ausgangsprodukt
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Was tun?
Offene Fragen
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Wie dem Charakter von Wissen und Information als Commons
Rechnung tragen ?
Zur Bewahrung, Nutzung und Entwicklung des Commons
Wissen sind im Sinne der Institutionenökonomik gänzlich
neue Modelle, neue Institutionalisierungsformen vonnöten.
Öffentlichkeit sollte nicht länger auf mehrfache Weise
für Wissen und Information zahlen
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Paradigmenwechsel
benötigt
Ein neues Verständnis von
(intellektuellem) Eigentum
Wissen als Commons ist keinesfalls ein res nullius, dessen
sich jedermann nach Belieben für welchen Zweck auch
immer benutzen kann.
Wissen und die daraus abgeleiteteten Informationsobjekte
können insbesondere nicht als exklusives privates Eigentum
reklamiert werden.
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Wohin geht die Reise? - Fazit
1. Auf „commons-based information markets“ soll zumindest
das in öffentlicher Umgebungen überwiegend mit
Steuergeldern unterstützt produzierte und publizierte Wissen
allen Menschen frei und möglichst ohne Verzögerung
zugänglich gemacht werden.
Das muss nicht im Widerspruch zu kommerziellen
Verwertungsmodellen der Informationswirtschaft stehen.
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Wohin geht die Reise? - Fazit
(2) Für commons-based information markets ist die
Entwicklung und Anwendung von Modellen
erforderlich,
auf deren Grundlage auch die ökonomische Nutzung
des Commons Wissen möglich ist.
aber
Exklusive Verwertungsrechte am Commons Wissen sind
nicht mehr sinnvoll und nicht akzeptabel
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Wohin geht die Reise? - Fazit
3. Geschäfts- und Organisationsmodelle der
Informationswirtschaft werden im Bereich der
Wissenschaft nur unter Anerkennung des OpenAccess-Paradigma möglich sein.
Je freier der Zugriff zu Wissen und Information
gemacht wird, umso höher ist die
Wahrscheinlichkeit, dass auch weiterhin in der
Wirtschaft damit verdient werden kann.
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