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Kapitel 1
Einführung
Instrumente der
Außenhandelspolitik
1
Die Instrumente der
Außenhandelspolitik
 Einführung
 Analyserahmen
 Wirkung eines spezifischen Zolls
 Kosten und Nutzen eines spezifischen Zolls
 Weitere Instrumente der Außenhandelspolitik
 Wirkungen der Außenhandelspolitik
 Zusammenfassung
2
Einführung
 Wirkung und Unterschiede handelspolitischer


Instrumente
Argumente für und gegen Freihandel
Internationale Handelspolitik
8-3
Instrumente der Handelspolitik
Klassifizierung handelspolitischer Instrumente
Handelspolitische Instrumente
Handelskontraktion
Preis
Quantität
Zoll
Exportsteuer
Importquote
freiwillige
Export
Beschränkung
Handelsexpansion
Preis
Importsubvention
Exportsubvention
Quantität
Freiwilige
Importexpansion
4
Analyserahmen

Analyse in Partialmodell
•
•
•
•
Zwei Länder (Inland und Ausland).
Ein Gut, kostenfreier Transport.
Vollständiger Wettbewerb.
Preis vor Handel in Inland höher als in Ausland.
– Importe nach Inland, Exporte aus Ausland.
– Exporte treiben Auslandspreis nach oben und senken
Inlandspreis solange, bis Preisunterschied eliminiert.
5
Modellbeschreibung

Bestimmung Weltpreis Pw und Handelsvolumens Qw mit:
• Importnachfragekurve von Inland
MD = D(P) – S(P)
• Exportangebotskurve von Ausland
XS = S*(P*) – D*(P*)
• wobei D(.) und S(.) Inlands und D*(.) und S*(.) Auslands
Nachfrage- und Angebotsfunktionen bezeichnen
6
Importnachfrage
Ableitung von Inlands Importnachfragekurve
S
Preis, P
Preis, P
A
PA
2
P2
1
P1
MD
D
S1 S2
D2 D1 Menge, Q
D2 – S2
D1 – S1
Menge, Q
7
Exportangebot
Ableitung von Auslands Exportangebotskurve
Preis, P
S*
Preis, P
XS
P2
P1
P*A
D*
D*2 D*1
S*1 S*2 Menge, Q
S*1 – D*1 S*2 – D*2 Menge, Q
8
Weltmarktgleichgewicht
Preis, P
XS
1
PW
Weltmarktgleichgewicht im
Schnittpunkt von Importnachfrage –
und Exportangebotskurve
MD
QW
Menge, Q
9
Definitionen

Terms of Trade: Relativer Preis des Exportgutes,
ausgedrückt in Einheiten des Importgutes.

Kleines Land: Land wird als ‚klein‘ bezeichnet, wenn es
seine Terms of Trade nicht beeinflussen kann
(unabhängig von seinem Außenhandelsvolumen).
• Annahmen im Folgenden:
– Zwei große Länder handeln miteinander.
– Ein kleines Land handelt mit der übrigen Welt.
10
Auswirkungen eines Zolls
 Spezifischer Importzoll
• Inland erhebt (spezifischen) Zoll i.H.v. t Geldeinheiten
pro importierter Einheit.
• Folge: Ausländische Anbieter exportieren erst dann,
wenn Preisunterschied (zwischen Märkten / Ländern)
min. t Geldeinheiten beträgt.
• Zoll wirkt wie (zusätzliche) Transportkosten.
11
Auswirkungen eines Zolls:
2 große Länder
Home
market
Inlandsmarkt
World
market
Weltmarkt
Preis, P
Foreign market
Auslandsmarkt
Preis, P
Preis, P
S
XS
S*
Export
QW
1
PW
Import
QW
MD
D*
D
Menge, Q
QW
Menge, Q
Menge, Q
12
Auswirkungen eines Zolls:
2 große Länder
Home
market
Inlandsmarkt
World
market
Weltmarkt
Preis, P
Foreign market
Auslandsmarkt
Preis, P
S
Preis, P
S*
XS
2
PT
t
P*T
3
MD
D*
D
Menge, Q
QT QW
Menge, Q
Menge, Q
13
Auswirkungen eines Zolls:
2 große Länder
Inland:
Preis:

Produktion: 
Konsum: 
Einfuhr:

Ausland:
Preis:

Produktion: 
Konsum: 
Ausfuhr:

Gleichgewicht: Inlands Importe = Auslands Exporte
Zoll reduziert folglich Welthandelsvolumen!
14
Auswirkungen eines Zolls:
Kleines Land
Preis, P
S
PW + t
PW
D
S1 S2
D2 D1
Menge, Q
Importe nach Zoll
Importe vor Zoll
15
Auswirkungen eines Zolls
 Ohne Zoll:

• Preise gleichen sich an, Weltmarktpreis Pw
Mit Zoll:
• Preisdifferenz i.H.v. t
• Preis Ausland fällt auf P*, Preis Inland steigt auf P
• Im Gleichgewicht: P*=P - t
• Preisanstieg Inland ΔP ≤ t (Auslands Preise fallen)
• Inland klein: Preisanstieg ΔP = t, kein Einfluss auf
terms of trade.
16
Kosten und Nutzen eines Zolls

Zoll führt zu Preisverzerrungen:

Folgen:
• Preis im Exportland fällt (wenn Importland groß),
• Preis im Importland steigt
• Konsumenten im Importland benachteiligt, im Exportland
•



•
begünstigt.
Produzenten im Importland begünstigt und im Exportland
benachteiligt.
Importland verzeichnet zusätzliche Einkünfte.
Zur Bestimmung von Kosten und Nutzen betrachten wir
Konsumenten- und Produzentenrente.
Addition von Konsumenten- und Produzentenrente.
Annahme: 1 € Konsumentenrente genauso viel wert wie 1 €
Produzentenrente
Folie 8-17
Kosten und Nutzen eines Zolls
Importland
Preis, P
S
= Verlust der Konsumenten (a + b + c + d)
= Gewinn der Produzenten (a)
PT
PW
= Staatlicher Einnahmenzuwachs (c + e)
a
b
c
d
e
P*T
D
S1 S2
D2 D1
QT
Menge, Q
18
Kosten und Nutzen eines Zolls
Nettoeffekte im Importland
Preis, P
S
= Effizienzverlust (b + d)
= Terms-of-Trade-Gewinn (e)
PT
PW
P*T
d
b
e
D
Menge, Q
Importe
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Kosten und Nutzen eines Zolls
Kosten und Nutzen eines Zolls für Ausland
Preis, P
S*
D*
a = Gewinn an
Konsumentenrente
a + b = Verlust an
Produzentenrente
PT
PW
P*
a
b
T
S1
D1
QT
Menge, Q
20
Kosten und Nutzen eines Zolls
Nettoeffekte Weltwirtschaft
Preis, P
S*
S
D*
e = Terms-of-Trade-Gewinn
Importland
b+d = Effizienzverlust
Importland
PT
PW
P*T
d
b
f
e+f+g = Effizienzverlust im
Ausland
e
g
Gesamtverlust der
Weltwirtschaft = b+d+f+g
D
Menge, Q
21
Kosten und Nutzen eines Zolls
 Inland:
• Wohlfahrt steigt (fällt) wenn terms-of-tradeGewinn größer (kleiner) ist als Effizienzverlust.
• Kleines Land: Zoll senkt Wohlfahrt (Fläche e=0).
 Ausland:
• Wohlfahrt fällt, terms-of-trade-Verlust und
Effizienzverlust
 Weltwirtschaft:
• Zoll erzeugt Wohlfahrtsverlust
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Exportsubventionen
 Exportsubvention
• Zahlung i.H.v. s pro exportierter Einheit
• Folge: Gut wird solange exportiert, bis Binnenpreis
Auslandspreis um Höhe der Subvention übersteigt.
• Inlandspreis steigt, Auslandspreis fällt (sofern
Exportland groß ist)
• Subvention nach Stückzahl oder Wert bestimmt.
Folie 8-23
Exportsubventionen
Auswirkungen einer Exportsubvention für Exportland
Preis, P
S
PS
Subven- PW
tionen
P*
a
c
b
e
d
f
g
S
D
= Gewinne der Produzenten
(a + b + c)
= Verluste der Konsumenten
(a + b)
= Kosten der staatlichen
Subventionen
(b + c + d + e + f + g)
Nettoverlust des Exportlandes
= b+d+e+f+g
Menge, Q
Exporte
24
Exportsubventionen
Auswirkungen einer Exportsubvention für Importland
Preis, P
S*
Gewinn an Konsumentenrente
=h+i+j
PS
PW
P*
h
i
j
S
Verlust an Produzentenrente =
=h+i
Netto: Wohlfahrtsgewinn = j
D*
Menge, Q
Importe
25
Exportsubventionen
Auswirkungen einer Exportsubvention auf die Wohlfahrt
Preis, P
S*
S
PS
PW
P*S
b
i
d
k
Gesamtverlust der
Weltwirtschaft = b + d + i + k
D*
D
Menge, Q
Handelsvolumen
26
Exportsubventionen
• Exportsubvention hebt Preise im Exportland und
senkt Preise im Importland.
• Verschlechtert Terms of Trade des Exportlandes.
• Erzeugt immer Wohlfahrtsverlust im Exportland.
• Konsumenten im Importland gewinnen mehr als
Produzenten verlieren.
• Verluste Exportland höher als Gewinne Importland.
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Importquoten / Einfuhrkontingente
• Mengenbeschränkung für bestimmtes Importgut
• Menge = 0 heißt Embargo
– Bsp.: Hähnchenschenkel aus USA in EU verboten/
Beschränkungen für Textilien aus Asien oder Rohdiamanten
aus Afrika
• Umsetzung mittels Lizenzvergabe
– Bsp.: In DE zuständig: Zoll, BaFa, BEL
• Erhöhen Binnenpreis des Importgutes
• Inhaber von Lizenzen erzielen Quotenrenten
• Bewertung von Quoten muss berücksichtigen, wer
Quotenrenten erzielt
• Wenn Lizenzen an Staaten gehen, ist
Wohlfahrtsverlust höher als bei Zoll
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Kosten und Nutzen von
Importquoten
Preis
Angebot
= Konsumentenverlust
(a + b + c + d)
= Produzentengewinn (a)
Binnenpreis
Weltmarktpreis
a
b
c
d
= Quotenrenten (c)
Nachfrage
Importquote
Menge
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Freiwillige Exportbeschränkungen
• vom Exportland festgelegtes Handelskontingent.
• Oft auf Verlangen des Importlandes beschlossen, um
Handelskonflikten vorzubeugen.
• Auch im Rahmen von Embargos.
• Entspricht Importquote mit Lizenz an ausl. Staat
• Exportland erhält Quotenrente, Wohlfahrtsverlust für
Importland immer höher als bei Zoll (Zolleinnahmen
fließen als Quotenrenten ins Ausland)
Folie 8-30
Exportbeschränkungen
Kosten und Nutzen einer Exportbeschränkung für Exportland (Ausland)
Preis, P
Preis im Ausland sinkt
S*
D*
Gewinn Konsumentenrente
=a+b
Verlust Produzentenrente
=a+b+c+d+e
PT
PW
P*
T
f
a
b
c
D1 D
d
Quotenrente = d + f
e
Nettogewinn = f - c – e
(Wohlfahrtsgewinn, wenn
Preiseffekte im Ausland
niedrig und im Inland hoch)
S2 S1
Menge, Q
Exportbeschränkung
31
Weitere Instrumente
der Außenhandelspolitik

Local-Content-Klauseln
• Schreibt vor, dass bestimmter Anteil des Endprodukts aus
inländischer Herstellung stammen muss.
• Erzeugen weder direkte Staatseinnahmen noch Quotenrenten.
• Preisunterschied zwischen Importen und einheimischen Gütern
fließt in Endpreis und wird an Konsumenten weitergereicht.


Exportkreditförderung
• Wirkung ähnlich Exportsubvention
Nationale Beschaffung
• Staat kann einheimische Produkte auch dann bevorzugt
erwerben, wenn diese teurer sind als Importe

Bürokratische Schikane
• Gesundheits-, Sicherheits- und sonstige Einfuhrvorschriften
können sich als erhebliche Handelshemmnisse erweisen
Folie 8-32
Zusammenfassung
Die Auswirkungen verschiedener handelspolitischer Maßnahmen im Inland
Zoll
Exportsubvention
Importquote
Freiwillige Exportbeschränkung
(im Ausland)
Produzentenrente
wächst
wächst
wächst
wächst
Konsumentenrente
sinkt
sinkt
sinkt
sinkt
Staatliche
Einnahmen
wachsen
sinken
unverändert
unverändert
Wohlfahrt des
Inlands
uneinsinkt
heitlich
(sinkt für
kleine Länder)
uneinheitlich
(sinkt für kleine
Länder)
sinkt
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