Grundsatzfragen zum Unterrichtsentwurf

Report
Der ausführliche Unterrichtsentwurf für das
Fach Geschichte an der Pädagogischen
Hochschule Karlsruhe
Nach dem Grundsatzpapier zur
schriftlichen Unterrichtsplanung
für Lehreranwärterinnen und
Lehrbeauftragte
am Staatlichem Seminar für Didaktik
und Lehrerbildung (GWHS) Pforzheim
Gliederung
Unterrichtseinheit
In jeder Unterrichtseinheit werden entsprechend dem Bildungsplan
sachbezogene, personale, soziale und methodische Kompetenzen
angestrebt. Bei der Darstellung der Unterrichtseinheit werden diese
Kompetenzen formuliert.
Beispiele für Leitfragen:
• Welche Themenfelder werden ausgewählt und bearbeitet?
• Wie ist die Einheit strukturiert? Wo steht die Klasse inhaltlich
und fachmethodisch.
• Welche fachlichen, personalen, sozialen und methodischen
Kompetenzen stehen im Mittelpunkt und sind von zentraler
Bedeutung für die Unterrichtseinheit? Hierbei sind die
Kompetenzbereiche des Faches zu berücksichtigen und
überlagern die allg. Kompetenzen.
Lernvoraussetzungen der Schülerinnen
Bei der Planung der einzelnen Unterrichtssequenzen sind zunächst die
Lernvoraus-setzungen der Schülerinnen möglichst detailliert zu
beschreiben. Sie stellen die Basisinformationen dar, von denen aus sich die
weiteren didaktischen Entscheidungen zu legitimieren haben.
Beispiele für Leitfragen:
• Welche Besonderheiten charakterisieren die schulische Situation?
Z.B. traditionell, reformorientiert, Lernkultur, Schulprofil, Schulkultur,
Schulmilieu, …
• Welche Besonderheiten charakterisieren die Situation der Klasse? Z.B.
eingeführte Lernformen, Sitzordnungen, Unterrichtsorganisation, Klassenzimmer/Lernumgebung, gewohnte Unterrichtsstile, unterrichtliche
Vorerfahrungen …
• Liegt meinem Unterricht ein pädagogisches Konzept hinsichtlich der
Klassenführung zu Grunde?
• Gibt es Schülerinnen mit spezifischen, das Lernen beeinflussenden
Besonderheiten? Z.B. hochbegabte, inkludierte, engagierte,
sozialkompetente, verhaltensauffällige, lernschwache… Schülerinnen
(Namen anonymisieren)
• Welche fachlichen, didaktisch-methodischen und welche pädagogischen
Maßnahmen wurden oder werden daraus abgeleitet?
Sachdarstellung
In der Sachdarstellung geht es darum, nach einer gründlichen
Kenntnisnahme der sachwissenschaftlichen Zusammenhänge diejenigen
Sachaspekte darzustellen, die für den Verlauf der Unterrichtssequenz von
Bedeutung sind:
Beispiele für Leitfragen:
• Welches sind die wesentlichen (wissenschaftlichen) Grundlagen und
Zusammenhänge?
• In welchem größeren Zusammenhang ist die Sache / der Inhalt zu sehen?
• Welche Aspekte sind zur Klärung von Sache / Inhalt unverzichtbar?
• In welcher Weise sind die Aspekte vernetzt? Wird eine Struktur sichtbar?
• Sind verschiedene Sinn- und Bedeutungsschichten erkennbar?
• Welche sachbezogenen Vorerfahrungen / Vorkenntnisse der gesamten Klasse /
einzelner Schülerinnen erkennt / erwartet / vermutet die Lehrperson?
• Die notwendigen Begriffe, Kategorien und Scripts aufführen, die zur Ausbildung der
hist. Sachkompetenz notwendig sind oder zu ihr hinführen
Didaktische Überlegungen
In diesem Abschnitt sollen das jeweils eigene fachdidaktische Wirken und die
daraus resultierende methodische Umsetzung im Mittelpunkt stehen.
Mit der Darlegung des eigenen unterrichtlichen Konzepts besteht die
Möglichkeit, sein eigenes Handeln auch vor dem Hintergrund der eigenen
schulischen Wirklichkeit zu beschreiben.
Wir sind der Ansicht, dass die didaktischen Überlegungen von ganz zentraler
Vor dem Hintergrund der didaktischen Überlegungen
entwickeln sich methodische Entscheidungen, die das
konkrete unterrichtliche Handeln beschreiben. Diese
methodischen Überlegungen werden im Kapitel
"Lernstruktur" dargelegt und begründet. 6
Abschließend sei an dieser Stelle angemerkt, dass
Lehreranwärterinnen frei ent-scheiden können, ob sie
ihre Überlegungen in didaktischer und methodischer
Hin-sicht getrennt oder verzahnt darlegen möchten.
Leitfragen:
• Zeigt der Lerninhalt exemplarische oder modellhafte
Bezüge?
• Unterrichtsverfahren: historischer Längsschnitt, historischer
Querschnitt, Fallanalyse, Strukturanalyse etc.
• Unterrichtsform: Problemorientierter Geschichtsunterricht;
Handlungs- und produktionsorientierter
Geschichtsunterricht; Projektunterricht; Kooperativer
Unterricht, Frontalunterricht etc.
• Fachdidaktische Stoffreduktion: Begründete Unterscheidung
zwischen lernmöglichen und lernwürdigen
Unterrichtsinhalten
• Fachdidaktischer Ansatz: Beitrag zum reflektierten
Geschichtsbewusstsein, Prinzipien des
Geschichtsunterrichts, Fachmethodischen Ziele und
Absichten des Geschichtsunterrichts etc.
• Welche Relevanz ergibt sich im Hinblick auf die einzelnen
Schülerinnen oder die gesamte Lerngruppe?
• Welche Lerninhalte müssen dem zu behandelnden Inhalt
vorausgegangen sein?
• Was können zentrale Frage- und Problemstellungen für die
Schülerinnen sein?

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