Transparenz und Animationsfilm APD 2014

Report
Transparenz für den
Animationsfilm
Stuttgart, den 25. Mai 2014
Heiko Hilker
[email protected]
www.dimbb.de
„Im Rahmen seines Programmauftrages und unter
Berücksichtigung der Grundsätze von Wirtschaftlichkeit
und Sparsamkeit ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk
zur qualitativen und quantitativen Sicherung seiner
Programmbeschaffung berechtigt, sich an
Filmförderungen zu beteiligen, ohne dass unmittelbar
eine Gegenleistung erfolgen muss.“
(§6 Absatz 4 Rundfunkstaatsvertrag)
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Gesetzlicher Auftrag für Filmförderung
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Filmförderpraxis vom 1. Januar 2007 bis 31. Dezember
2009
In diesen drei Jahren zahlten die öffentlich-rechtlichen
Sender ca. 128,02 Mio. Euro in die Filmförderungen
ein.
Die bewilligten Mittel verteilen sich wie folgt :
• Kinofilm:
370,00 Mio. Euro
• Fernsehfilm:
52,04 Mio. Euro
• Animation (TV+Kino):
17,36 Mio. Euro
(Filmförderstudie der AG DOK - Oktober 2010)
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In der Zeit vom 1. Januar 2007 bis zum 31. Dezember
2009 gaben die Förderungen der Länder zusammen
504,6 Mio. Euro in der Produktionsförderung aus.
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Filmförderpraxis vom 1. Januar 2007 bis 31. Dezember
2009
Von den 504,06 Mio. Euro gingen 30,21 Mio. Euro an
öffentlich-rechtliche Beteiligungsunternehmen.
Hinweis:
Hier ist zu berücksichtigen, dass ARD und ZDF in die FFA
einzahlen, es jedoch bei BKM, DFF und FFA keine
Fernsehförderung gibt.
(Filmförderstudie der AG DOK - Oktober 2010)
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Insgesamt wurden 53,08 Mio. Euro eingesetzt, um
Filme für öffentlich-rechtliche Sender zu fördern.
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„Zur Darstellung der Vielfalt im deutschsprachigen
und europäischen Raum und zur Förderung von
europäischen Film- und Fernsehproduktionen
sollen die Fernsehveranstalter den Hauptteil ihrer
insgesamt für Spielfilme, Fernsehspiele, Serien,
Dokumentarsendungen und vergleichbare Produktionen
vorgesehenen Sendezeit europäischen Werken
entsprechend dem europäischen Recht vorbehalten.“
(§ 6 Absatz 2 Rundfunkstaatsvertrag)
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Gesetzlicher Auftrag für TV-Sender
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Sendezeitanteil von Realfilm und Animation bei KI.KA,
Super RTL und Nickelodeon
Quelle: IFEM-Studie 2008
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Quelle: Angaben durch Produzentenallianz 2011
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Verhältnis der in- und ausländischen
Animationssendeminuten beim KI.KA in 2009
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Vergleich der Herkunft des Animationsprogramms
Gesamt
GB
35.319
Frankreich
15.126
Deutschland 10.160
Italien
2.401
Spanien
2.322
Dänemark
1.693
Europäisch
12.144
9.660
3.978
905
1.450
940
National (100%)
3.426
4.972
720
690
1.446
249
Quelle: Europ. Audiovis. Informationsstelle, Jahrbuch 2010, Bd.
2, S. 200 ff.
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(Herkunft des Programms aller Sender in Stunden, mit
Wiederholungen, 2009)
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Quelle: CNC-Studie 2010, Screen Digest 2009
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TV-Produktionsvolumen im Bereich Animation in
Deutschland und Frankreich
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Interesse an ausgewählten Programmsparten
Quelle: Angela Rühle: Programmprofile zwischen Markt und öffentlichem Interesse. Media Perspektiven 11/2012, S. 555 ff.
Sendungen, die besonders gern/gern gesehen werden.
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Interesse an ausgewählten Programmsparten
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Quelle: Angela Rühle: Programmprofile zwischen Markt und öffentlichem Interesse. Media Perspektiven 11/2012, S. 555 ff.
Sendungen, die besonders gern/gern gesehen werden.
ARD-Leitlinien 2013/2014
(Aussagen zu Animation und Animationsfilm)
Ein Programmhöhepunkt ist das 40. Jubiläum der „Sesamstraße“. „Die
Biene Maja“ wird erstmals als 3D-Animation zu sehen sein und die
Verfilmung des Kinderbuchklassikers „Weißt du eigentlich, wie lieb ich
dich hab’“ feiert ebenfalls seine Premiere. (S. 73)
So werden beispielsweise im Medienmagazin „Trickboxx“ für Kinder ab
dem Grundschulalter die Medien thematisiert und hinter die Kulissen bei
Film- und Fernsehproduktionen geschaut. Mittels der gleichnamigen
Trickboxx, einem transportablen Trickfilm-Studio, können Kinder ihre
eigenen Filme produzieren, die dann in der Sendung „Trickboxx“
ausgestrahlt werden. (S. 73)
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Daneben wird, anknüpfend an die Erfolge mit Märchenstoffen, die
Animationsserie „Geschichten aus 1001 Nacht“ produziert. (S. 72)
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„Gerade für das jüngere Publikum sind Hollywood-Filme und
hochwertige internationale Programme unverzichtbarer
Bestandteil von attraktivem Fernsehen. … Kinofilm-Highlights
werden u. a. James Bond – Ein Quantum Trost, der Thriller
Shutter Island, der Fantasy-Film Wolfman und der eigenwillige
Inglourious Basterds sein sowie als Familienprogramm die
Trickfilme Ich – einfach unverbesserlich und Hop – Osterhase
oder Superstar?“ (S. 11)
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Selbstverpflichtungserklärung des ZDF 2013-2014
(Aussagen zu Animation und Animationsfilm)
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Einnahmen aus der Rundfunkgebühr 1991 - 2011
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Was machen die Sender im Programm?
(Prioritätensetzung im ERSTEN - 18. KEF-Bericht)
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Was machen die Sender im Programm?
(Prioritätensetzung im ZWEITEN – 18. KEF-Bericht)
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Was machen die Sender im Programm (2010)?
Sport im ERSTEN
ca. 8% Programmanteil
Kosten: 450 Mio. Euro (über 27% des Etats des ERSTEN)
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Sport im ZWEITEN
7% Programmanteil
Kosten: 350 Mio. Euro (über 22% des Etats des ZWEITEN)
Sport in den DRITTEN
Programmanteil: 0,5% (SWR/SR) bis 2,2 % (MDR)
Kosten: 100 Mio. Euro
Fazit: Die Sender haben Spielräume. Sie können andere Prioritäten
setzen.
Angaben für das Jahr 2010
Quelle: 18. KEF-Bericht
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1. Ca. 3 Prozent der Mittel der Filmförderung werden jährlich
für den Animationsfilm eingesetzt.
2. Weniger als 1 Prozent der Mittel aus der Rundfunkgebühr
werden für den Animationsfilm eingesetzt.
3. Es ist fraglich, ob ARD und ZDF der Anforderung aus dem
Staatsvertrag, über die Hälfte deutscher und europäischer
Produktionen zu senden, im Animationsbereich gerecht
werden.
4. ARD und ZDF werden der Vielfaltsanforderung
(Erwachsenanimationsfilm, künstlerischer Animationsfilm)
aus dem Rundfunkstaatsvertrag nicht gerecht.
5. Das wird bisher weder in den Gremien der Sender noch
öffentlich diskutiert.
Deshalb muss Transparenz zu diesen Fragen hergestellt
werden.
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Zwischenfazit
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Medienpolitische Forderungen
FAZ, 11.01.2013
Paul Kirchhof: „Mit der öffentlichen Abgabe steigern sich
die Transparenzpflichten. Jeder Beitragsschuldner hat
einen Anspruch darauf, zu wissen, was mit seinem Geld
geschieht, welche Sendung für welche Summen gekauft
und produziert wird.“
FAZ, 19.01.2013
Heiko Hilker: [email protected]
Prof. Dieter Grimm beklagt „die Verkürzung des
Informations- und Kultur-angebots, die Verschiebung auf
unattraktive
Sendezeiten,
die
Verlagerung
in
Spartenprogramme und die Gleichförmigkeit der
Formate, Talkshows über Talkshows.“
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Forderungen:
• Transparenz bei ARD, ZDF und Deutschlandradio
• im Programm andere Prioritäten setzen: höhere Etats für
Animationsfilm
• Vergabebericht/Produzentenbericht
• Terms of Trade sowie Code of Conduct einführen
• Kalkulationsrealismus
• bei Vergütung jeweilige produktionsspezifische
Teuerungsraten berücksichtigen
• ausgewogene Vertragsbedingungen sowie eine faire
Aufteilung von Verwertungsrechten
Aktuelle Diskussion:
• Verwendung eines Teil der Mittel aus dem Rundfunkbeitrag
für Internetprojekte
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Medienpolitische Forderungen
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Medienpolitische Forderung - Transparenz
„Die Transparenz bezüglich der Produktionstätigkeit der Produzenten
sowie der ARD-Landesrundfunkanstalten soll durch einen jährlichen,
von den Sendern vorzunehmenden, Produzentenbericht erhöht
werden. Der Produzentenbericht soll die Programmstunden und die
Aufwendungen in den Bereichen Auftrags- sowie Koproduktion und
Lizenzproduktion sowie nach Genres im Sinne von § 15 Abs. 1 Nr. 1
RStV darstellen.Die ARD-Landesrundfunkanstalten und die
Produzenten erklären ihren festen Willen, jegliche Form von Korruption
weder zu dulden noch zu unterstützen.“
§15 RFSTV
Abweichend von § 7 Abs. 7 Satz 1 ist Produktplatzierung im Rundfunk
zulässig
1. in Kinofilmen, Filmen und Serien, Sportsendungen und Sendungen
der leichten Unterhaltung, die nicht vom Veranstalter selbst oder von
einem mit dem Veranstalter verbundenen Unternehmen produziert
oder in Auftrag gegeben wurden, sofern es sich nicht um Sendungen
für Kinder handelt, oder ….
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Vereinbarung zur Transparenz zwischen Produzentenallianz und ARD
sowie ZDF
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Medienpolitische Forderung - Transparenz
- Verwendung der Mittel je Genre (Sport (unterteilt in
Sportrechte/Produktionskosten je Sportart), Kurzfilm, Kinofilm,
Spielfilm, Serie, Animationsfilm, Dokumentarfilm,
Unterhaltungsshow, Talkshows ….) unter Berücksichtigung des
Vorabends (wird durch die Webegesellschaften finanziert)
sowie die Vergabe der Degeto
- Höhe der Mittel je Sendungsart (Tagesschau, Tagesthemen,
„Hart aber fair“, „Tiger, Elefant und Co.“….)
- Darstellung des Sende- sowie Finanzvolumens an
Eigenproduktionen, Auftragsproduktionen, Koproduktionen und
Lizenzen je Genre mit gesonderter Angabe zu Degeto sowie
Vorabend
- Darstellung der Finanzierungen der Sendungen des
Vorabends mit Angabe der Quelle
- Darstellung der Spanne des Minutenpreises für
Eigenproduktionen, Auftragsproduktionen, Koproduktionen und
Lizenzen je Genre
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Forderungen von OPENARDZDF
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Medienpolitische Forderung - Transparenz
Die Sender müssen vierteljährlich Auskunft über jeden
abgeschlossenen Produktions- bzw. Lizenzvertrag geben. Das dürfte
nicht schwierig sein, da die Abteilungen Honorare und Lizenzen der
Sender die Produktionen ja sicher in einer Übersicht bzw. in einem
System erfassen. Veröffentlicht werden sollten
1. Vertragspartner (Produzent bzw. Lizenzgeber)
2. Titel, Länge
3. Vertragssumme
4. Vertragslaufzeit
5. Gesamtbudget der Produktion (bei Auftrags- und Koproduktionen)
6. evtl. übertragener Rechteumfang
7. Verantwortliche Redaktion bzw. RedakteurIn
(Dies orientiert sich an der Veröffentlichung durch die
Filmförderanstalten, die sowohl Steuergelder wie auch Gebührengelder
verwenden.)
Heiko Hilker: [email protected]
Forderungen von OPENARDZDF
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Die aktuelle medienpolitische Debatte dreht sich neben den
Auseinandersetzungen um
- den Rundfunkbeitrag (Höhe und Befreiungsregeln)
- die Zusammensetzung der Gremien
- den Jugendmedienschutz
- die Aufteilung der medienpolitischen Zuständigkeiten
zwischen Bund und Ländern
- die Frage, wie weit die Transparenz gehen soll.
Heiko Hilker: [email protected]
Fazit
Welche Transparenz braucht der Animationsfilm?
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