Strafrecht AT

Report
STRAFRECHT AT
Crashkurs 14.2.2015, 9.30 Uhr HS E
Ziele der Veranstaltung
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Wiederholung der wichtigsten Themen ohne
Garantie auf Vollständigkeit
Anregungen zur selbständigen Nacharbeit, um
Lücken zu erkennen und zu schließen
Präsentation online abrufbar unter: Studium
-> Lehrangebote -> Vorlesungsverzeichnis ->
Repetenten-AG -> Crashkurstermine
Hinweise zu strafrechtlichen Klausuren
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Deckblatt (zu Hause vorbereiten)
Din A4-Papier
Einseitig beschriften
1/3 Rand links
Seiten nummerieren
Leserlich schreiben
Am Ende Klausur unterschreiben
Checkliste
Das müssen Sie können
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Aufbauschemata
Definitionen
Gutachtenstil
Darstellung von Meinungsstreitigkeiten
Meinungsstand zu Standardproblemen
Wichtige Leitprinzipien
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Gesetzlichkeitsprinzip als ein Rechtsstaatsprinzip,
Art. 103 II GG
 Bestimmtheitsgebot
 Analogieverbot
zu Lasten des Täters
 Rückwirkungsverbot
 Verbot von strafbegründendem Gewohnheitsrecht
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
Koinzidenzprinzip / Simultanitätsprinzip
In dubio pro reo / Zweifelssatz
Aufbauschemata
Das vorsätzliche Begehungsdelikt

I. Tatbestand
1. Objektiver Tatbestand: a)Erfolg, b)Handlung
nur bei Erfolgsdelikten: c)Kausalität, d)objektive
Zurechenbarkeit
 2. Subjektiver Tatbestand: a)Vorsatz, b)sonstige subjektive
Tatbestandsmerkmale
 3. Objektive Strafbarkeitsbedingungen





II. Rechtswidrigkeit
{falls erforderlich: ETBI als eigener Punkt}
III. Schuld
IV. Prozessvoraussetzungen (Strafantrag, Verjährung)
Aufbauschemata
Versuch

I. Vorprüfung
 1.
Nichtvollendung
 2. Strafbarkeit des Versuchs (§§ 23 I, 12)

II. Tatentschluss
 1.
Vorsatz hinsichtlich aller Tatbestandsmerkmale
 2. sonstige subjektive Tatbestandsmerkmale



III. Unmittelbares Ansetzen
IV. Rechtswidrigkeit / V. Schuld
VI. Strafaufhebungsgründe, insb. Rücktritt (§ 24)
Aufbauschemata
Rücktritt vom Versuch (§ 24 I)


I. Kein Fehlschlag
II. Besondere Rücktrittsvoraussetzungen:

Unbeendeter Versuch (§ 24 I 1 Alt.1)
Aufgeben der weiteren Tatausführung
 Freiwilligkeit


Beendeter Versuch (§ 24 I 1 Alt.2)
Verhinderung der Tatvollendung
 Freiwilligkeit


Beendeter, untauglicher Versuch (§ 24 I 2)
Ernsthaftes Bemühen um Nichtvollendung
 Freiwilligkeit

Echtes Unterlassungsdelikt

I. Tatbestandsmäßigkeit

1. Objektiver Tatbestand


Objektive Merkmale entsprechend dem Tatbestand
Ungeschriebene Tatbestandsmerkmale



2. Subjektiver Tatbestand




Tatsächliche Möglichkeit des gebotenen Tuns
Zumutbarkeit des gebotenen Tuns
Vorsatz
Sonstige subjektive Tatbestandsmerkmale
II. Rechtswidrigkeit
III. Schuld


Wie bei vorsätzlichem Begehungsdelikt
Bei Entschuldigungsgründen zusätzlich: Unzumutbarkeit normgemäßen
Verhaltens
Unechtes Unterlassungsdelikt

I. Tatbestandsmäßigkeit
 1.
Objektiver Tatbestand
 Eintritt
des tatbestandlichen Erfolges
 Nichtvornahme der zur Erfolgsabwendung objektiv
gebotenen und dem Täter möglichen Handlung
 Hypothetische Kausalität
 Objektive Zurechnung
 Garantenstellung, § 13
 Entsprechungsklausel
 2.
Subjektiver Tatbestand
Fahrlässigkeitsdelikt -1 
I. Tatbestand
 Erfolg
 durch
aktives Tun
 Durch Unterlassen: Handlungsmöglichkeit?


Garantenstellung
Entsprechungsklausel
 Kausalität
des Verhaltens für den Erfolg
 Objektive Sorgfaltspflichtverletzung
 Objektive Vorhersehbarkeit
 Objektive Zurechnung
Fahrlässigkeitsdelikt -2
II. Rechtswidrigkeit
Wie bei Vorsatzdelikt
 Problem: Subjektives Rechtfertigungselement


III. Schuld
Schuldfähigkeit
 Subjektive Sorgfaltspflichtverletzung
 Subjektive Vorhersehbarkeit
 Subjektive Zurechnung
 Unrechtsbewusstsein
 Fehlen von Entschuldigungsgründen
 Unzumutbarkeit

Mittäterschaft
getrennter Aufbau
Strafbarkeit des Tatnächsten
Strafbarkeit der weiteren Beteiligten als Mittäter:
1.
2.
Tatbestandsmäßigkeit
I.
1.
Objektiver Tatbestand
Zurechnung der Tatbeiträge des Mittäters?
a.
b.
2.
Subjektiver Tatbestand
a.
b.
II.
Eigener Tatbeitrag gemäß gemeinsamen Tatplans
Gemeinsamer Tatentschluss (Tatplan)
Vorsatz auf alle Tatbestandsmerkmale
Besondere subjektive Merkmale
RW / III. Schuld
Mittelbare Täterschaft -1

A. Strafbarkeit des Werkzeugs
B. Strafbarkeit des Hintermanns als mittelbarer
Täter
 I.
Tatbestand
 1.
Objektiver Tatbestand




Zurechnung des Handelns des Werkzeugs nach § 25 I Alt. 2
Kausaler Tatbeitrag
Strafbarkeitsmangel beim Werkzeug
Wissens- und Willensherrschaft beim Hintermann
Mittelbare Täterschaft -2 2.
Subjektiver Tatbestand


 II.
Vorsatz, insbesondere das Bewusstsein der Tatherrschaft
Sonstige subjektive Tatbestandsmerkmale
Rechtswidrigkeit (wie beim Alleintäter)
 III. Schuld (wie beim Alleintäter)
Voraussetzungen der mittelbaren
Täterschaft


Kausalität der Handlung des Hintermanns
Herrschaft des Hintermanns über das Werkzeug
 Strafbarkeitsmangel
beim Werkzeug
 Herrschaft des Hintermanns kraft
 Überlegenen
Wissens
 Überlegenen Willens
 Bewusstsein

der Tatherrschaft seitens des Hintermanns
Vorliegen der täterbezogenen Merkmale beim
Hintermann
Gutachtenstil
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


1. These (Frageform / Konjunktiv)
2. Definition / Auslegung
3. Subsumtion
4. Ergebnis
TIPP: Bei unproblematischen Stellen verwenden Sie
den Feststellungsstil, aber niemals den Urteilsstil!
Hilfreiche Links



http://www.zjs-online.com/
http://heinrich.rewi.hu-berlin.de/download
Aktueller Übungsfall der ZJS: Rempelei am
Glühweinstand: http://www.zjsonline.com/dat/artikel/2015_1_882.pdf
Kausalität
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

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Generelle Kausalität
Kumulative Kausalität
Alternative Kausalität
Abgebrochene Kausalität
Überholende Kausalität
Atypische Kausalität
objektive Zurechnung

Rechtlich relevantes Risiko




Risikozusammenhang



Beherrschungsvermögen
Risikoverringerung
Sozialadäquates Verhalten
Atypischer Kausalverlauf
Schutzzweck der Norm
Pflichtwidrigkeitszusammenhang




Risikoerhöhung
Freiverantwortliche Selbstgefährdung
Eingreifen Dritter
Natürliche Kausalität
Objektive Zurechnung
Retterfälle

Sachverhalt: A setzt das Haus des B in Brand. Um
das vom Erstickungstod bedrohte Kind zu retten,
dringt Nachbar N in das brennende Haus ein und
erleidet bei der Rettung einen Schlüsselbeinbruch.
Ist diese Verletzung dem A als Täter objektiv
zurechenbar?
Retterfälle Lösung


Eine Ansicht: Verletzungen fallen immer in
Risikosphäre des Täters
Andere Ansicht: Zurechnung nur bei vernünftiger
Selbstgefährdung; jedenfalls immer dann (+), wenn
Retter sich bei Untätigkeit gem. § 323 c strafbar
machen würde.
Objektive Strafbarkeitsbedingungen



Nichterweislichkeit der ehrenrührigen Tatsache,
§ 186
Schwere Folge der Beteiligung an einer Schlägerei,
§ 231
Begehung einer rechtswidrigen Tat im Vollrausch
Vorsatz
Abgrenzung Vorsatz / Fahrlässigkeit

Rein kognitive Theorien
 Möglichkeitstheorie
 Wahrscheinlichkeitstheorie

Kognitiv-voluntative Theorien
 Billigungstheorie
 Gleichgültigkeitstheorie
 Vermeidungstheorie
 Ernstnahmetheorie

Risikotheorien
Im Vorsatz zu prüfende Irrtümer
1.
Tatbestandsirrtümer, § 16 I 1
a)
b)
c)
d)
e)
2.
Subsumtionsirrtum
Error in persona vel objecto
Aberratio ictus
Zusammentreffen von b) und c)
Irrtum über den Kausalverlauf
Irrtum über privilegierende Tatbestandsmerkmale,
§ 16 II
Jauchegrubenfall
Sachverhalt

A glaubt irrig, die B bereits erschlagen zu haben
mit der Mistgabel. Zu Verwischung der Tatspuren
wirft sie die vermeintliche Leiche in eine
Jauchegrube; erst jetzt stirbt B durch Ertrinken.
Strafbarkeit der A?
(BGHSt 14, 193)
Jauchegrubenfall



Lehre vom dolus generalis
(Kritik: unzutreffende Unterstellung; Verstoß gegen
Art. 103 II GG)
Trennungstheorie: Versuch und Fahrlässigkeit in
Tatmehrheit, § 53
(Kritik: willkürliches Zerreißen eines einheitlichen
Lebensvorgangs)
BGH: Irrtum über Kausalverlauf: Wesentlich oder
unwesentlich?
Error in persona vel objecto


Bei Ungleichwertigkeit des Objekts: Beachtlicher
Irrtum, § 16; Versuch und Fahrlässigkeit in Tateinheit,
52
Bei Gleichwertigkeit des Objekts: Unbeachtlicher
Motivirrtum, weil die Identität des Opfers /
Tatobjekts nicht zum Tatbestand gehört
Aberratio ictus


Bei Ungleichwertigkeit des Objekts: Beachtlicher
Irrtum, § 16
Bei Gleichwertigkeit des Objekts: str.
 Formelle
Gleichwertigkeitstheorie
 Materielle Gleichwertigkeitstheorie
 Konkretisierungstheorie
Dolus alternativus
Sachverhalt

A schießt auf Reiter B, wobei er es gleichermaßen
für möglich hält, den Reiter oder das Pferd zu
treffen.
Dolus alternativus
Lösung


Eine Ansicht: Nur das objektiv verwirklichte Delikt
wird zugerechnet. Wenn die versuchte Tat im
Unrechts- und Schuldgehalt wesentlich überwiegt,
soll Tateinheit zwischen vollendetem und versuchten
Delikt vorliegen.
Andere Ansicht: Vorsatz nur hinsichtlich des
schwereren Delikts. Kritik: Das Unrecht eines auf
zwei Tatbestände gerichteten Vorsatzes kommt nicht
zum Ausdruck.
Rechtswidrigkeit
Rechtfertigungsgründe -1








§ 32 (Notwehr)
§ 34 (Rechtfertigender Notstand)
Einwilligung (gesetzlich nicht normiert)
Mutmaßliche Einwilligung (gesetzlich nicht normiert)
Wahrnehmung berechtigter Interessen, § 193
Rechtfertigende Pflichtenkollision (str.)
Erlaubtes Risiko (str.)
Sozialadäquanz (str.)
Züchtigungsrecht (sehr str.)
Rechtfertigungsgründe -2


§ 228 BGB (Defensivnotstand)
§ 904 BGB (Aggressivnotstand)
Selbsthilferechte
 Allgemeines
Selbsthilferecht: § 229 BGB
 Aus dem besonderen Schuldrecht: §§ 547 a BGB, 562
b BGB, 581 II BGB
 Aus Besitz: § 859 BGB
 des Rechtsbesitzers: §§ 1029, 859 BGB
Rechtfertigungsgründe -3



Festnahmerecht § 127 I StPO
Politisches Widerstandsrecht Art. 20 IV GG
Weitere Grundrechte, z.B. Art. 4 GG (MM)
Für Gerichtsvollzieher:
Gewaltanwendung bei Durchsuchung, § 758 ZPO
 Pfändung, § 808 ZPO
 Verhaftung, § 909 ZPO


Für Träger hoheitlicher Gewalt
§ 127 II StPO
 9 weitere

Aufbau sämtlicher gesetzlich
normierter Rechtfertigungsgründe



Situation
Handlung
Subjektives Rechtfertigungselement
Notwehrlage

Zeitpunkt str:
 Ex
ante Sicht eines objektiven Dritten
 Ex post Sicht
Einschränkungen des Notwehrrechts
durch Gebotenheit






Krasses Missverhältnis
Provokation, insbesondere Absichtsprovokation, auch
fahrlässige Provokation
Garantenstellung zum Angreifer
Erkennbare Schuldunfähigkeit des Angreifers
Erkennbarer Irrtum des Angreifers
Chantagefälle (Schweigegelderpressung) {ZJS
http://www.zjsonline.com/dat/artikel/2008_2_43.pdf}
§ 34 Angemessenheit


hM: Keine eigenständige Bedeutung
aA: Folgende Fallgruppen:
 Besondere
Gefahrtragungspflichten
 Verstoß gegen oberste Rechtsprinzipien
 Nötigungsnotstand
Einwilligung Voraussetzungen






Disponibles Rechtsgut
Einsichtsfähigkeit des Einwilligenden
Vorherige Zustimmung
Formfreiheit, aber Zustimmung muss
unmissverständlich sein
Keine Willensmängel
Täter handelt in Kenntnis der Einwilligung
Einwilligung aufgrund von Täuschung



Eine Ansicht: Jede durch Täuschung erschlichene
Einwilligung ist unwirksam
Andere Ansicht: Täuschungsbedingter Irrtum muss
rechtsgutbezogen sein; Motivirrtümer führen nicht
zur Unwirksamkeit
Vermittelnde Meinung: Täuschungsbedingter
Motivirrtum dann relevant, wenn es sich um ein
ausschlaggebendes Motiv handelt
Einwilligung / Einverständnis
Einverständnis
(Tatsächlicher Charakter)
Einwilligung
(Normativer Charakter)
Natürliche Willensfähigkeit ausreichend
Einwilligungsfähigkeit erforderlich
Nur Freiwilligkeit erforderlich
Bei erheblichen Willensmängeln unwirksam
Keine Kenntnis des möglichen Täters
erforderlich
Kenntnis des möglichen Täters von
Einwilligung erforderlich
Subjektives Rechtfertigungselement
Voraussetzungen


Eine Ansicht: Kenntnis der Rechtfertigungslage
genügt.
Andere Ansicht: Rettungswille darüber hinaus
erforderlich.
Erlaubnistatbestandsirrtum -1

Vorsatztheorie: Vorsatz umfasst auch
Unrechtsbewusstsein, Irrtum nach § 16; Kritik: Nicht
vereinbar mit Trennung von Vorsatz (16) und
Unrechtsbewusstsein (17), wie das aktuell gültige
Strafgesetzbuch es vorsieht.
Modifizierte Vorsatztheorie: Vorsatz umfasst
Kenntnis der Sozialschädlichkeit, § 16 direkt
Erlaubnistatbestandsirrtum -2

Strenge Schuldtheorie: § 17 direkt, Schuldlosigkeit
hängt davon ab, ob Irrtum vermeidbar war
Eingeschränkte Schuldtheorie:
 Variante
1: § 16 I 1 analog (Vorsatzunrecht entfällt)
 Variante 2: Rechtsfolgenverweisende Lösung
(Vorsatzschuld entfällt)
Schuldfähigkeit und BAK-Werte
Ca. 2,0 Promille
(2,2 Promille bei
Tötungsdelikten)
Verminderte
Schuldfähigkeit,
§ 21 StGB
Ca. 3, 0 Promille
(3,3 Promille bei
Tötungsdelikten)
Schuldunfähigkeit,
§ 20 StGB
Actio libera in causa





Tatbestandslösung, auch Vorverlagerungsmodell
genannt
Modell der mittelbaren Täterschaft
Ausdehnungsmodell
Ausnahmemodell
Ablehnungstheorie; es bleibt § 323c
Entschuldigungsgründe

I. Anerkannte Entschuldigungsgründe
 Entschuldigender
Notstand, § 35 I
 Notwehrexzess, § 33
 Übergesetzlicher, entschuldigender Notstand

II. Diskutierte Entschuldigungsgründe
 Handeln
auf Anordnung oder Befehl
 Unzumutbarkeit normgemäßen Verhaltens
 Glaubens- und Gewissensfreiheit, Art. 4 GG
Extensiver Notwehrexzess



Rspr: Keine Anwendung von § 33
Arg.: Wortlaut „Überschreiten der Grenzen der
Notwehr“ setzt Notwehrlage voraus
AA: „Grenze“ ist auch zeitliche Grenze, § 33 immer
abwendbar
Differenzierende Ansicht: vorzeitig-extensiv (-)
nachzeitig-extensiv (+)
Versuch
Strafgrund



Objektive Theorie (Gefährdung)
Subjektive Theorie (Handlungsunrecht)
Eindruckstheorie (gemischt objektiv-subjektive
Theorie)
WICHTIG FÜR ABGRENZUNG VORBEITUNG /
VERSUCH
Besondere Konstellationen




Untauglicher Versuch (umgekehrter
Tatbestandsirrtum): strafbar
Abergläubischer Versuch: straflos
Versuch aus grobem Unverstand (abwegige
Vorstellung von gemeinhin bekannten
Ursachenzusammenhängen), §23 III
Wahndelikt (umgekehrter Verbots-, Subsumtionsoder Strafbarkeitsirrtum): straflos
Erfolgsqualifizierter Versuch
(§ 18 nicht vergessen!)


1. Fallgruppe: Grunddelikt vollendet, vom Vorsatz
umfasste Folge bleibt aus
versuchte
Erfolgsqualifizierung
2. Fallgruppe: Grunddelikt bleibt versucht,
qualifizierender Erfolg tritt ein: str.
 Lehre
von der Erfolgsgefährlichkeit
 Lehre von der Handlungsgefährlichkeit
 Differenzierende Theorie (umstr. bei § 227)
Nichtvollendung der Tat




Erfolg fehlt
Kausalität fehlt
Objektive Zurechenbarkeit fehlt
Subjektives Rechtfertigungselement fehlt (str.)
Strafbarkeit des Versuchs

Zwei Möglichkeiten:
 1.
Strafbarkeit gem. §§ 23 I Alt.1, 12 I StGB
 2. Strafbarkeit gem. §§ 23 I Alt.2, 12 II, xy StGB (z.B. §
223 II, 224 II StGB)

HINWEIS:
§§ 23 und 12 müssen immer auch – richtig und
vollständig - zitiert werden!
Tatentschluss


Unbedingt und endgültig
Abgrenzung zur Tatgeneigtheit (wichtig auch bei
der Anstiftung)
Unmittelbares Ansetzen

Abgrenzung zur Vorbereitungshandlung
 Objektive
Theorien:
 Formal-objektiv
 Materiell-objektiv
 Subjektive
Theorien
 FÜR KLAUSUR EINZIG RELEVANT:
Gemischt subjektiv-objektiv
 Nach
der Vorstellung des Täters von der Tat (subj.)
 Verwirklichung eines Tatbestandsmerkmals oder
unmittelbares Ansetzen aus Sicht des Täters
Unmittelbares Ansetzen




Gefährdungstheorie (konkrete
Rechtsgutsgefährdung)
Zwischenaktstheorie (keine weiteren wesentlichen
Zwischenschritte mehr erforderl)
Sphärentheorie (zeitliche/räumliche Nähe)
Rechtsprechung (Mischung aus sämtlichen Theorien)
Unmittelbares Ansetzen beim unechten
Unterlassungsdelikt



Theorie des letztmöglichen Eingriffs
Theorie des erstmöglichen Eingriffs
Allgemeine Theorie
Unmittelbares Ansetzen bei mittelbarer
Täterschaft



Beginn der Einwirkungshandlung auf Werkzeug
Beginn des Werkzeugs mit der Tat
Alternativformel:
 Beginn
bei unmittelbarer Gefährdung des Rechtsguts
oder
 Beginn beim „Aus-der-Hand-Geben“ des Geschehens,
wenn das Werkzeug ohne wesentliche Zwischenschritte
zur Tat schreiten soll
Unmittelbares Ansetzen bei
Mittäterschaft


Einzellösung
Gesamtlösung
Rücktritt
Rücktritt



Strafzwecktheorie (Präventionsgedanke)
Opferschutzgedanke
Prämien- oder Gnadentheorie
Rücktritt




Tatplantheorie
Rücktrittshorizont
Einzelakttheorie
Gesamtbetrachtungslehre
Fehlgeschlagener Versuch

Aktuell: http://www.zjsonline.com/dat/artikel/2015_1_873.pdf
Denkzettelfälle

Erreichen eines außertatbestandlichen Ziels
 Versuch
ist fehlgeschlagen: So die Einzelakttheorie und
ein kleiner Teil der Anhänger der
Gesamtbetrachtungslehre
 Versuch ist beendet, Rücktritt nur bei Gegenmaßnahmen
möglich
 Rücktritt ist nicht freiwillig
 Versuch ist unbeendet, Rücktritt möglich und auch
freiwillig; Arg: Art. 103 II: Wortlaut von § 24
Fahrlässigkeit
Objektive Zurechnung bei
Fahrlässigkeit


Pflichtwidrigkeitszusammenhang: Entfällt, wenn Erfolg
auch bei sorgfaltsgemäßem Verhalten eingetreten wäre
(rechtmäßiges Alternativverhalten).
Problem: Pflichtwidrigkeitszusammenhang lässt sich nicht
eindeutig klären.
Eine Ansicht: In dubio pro reo
 Andere Ansicht: Risikoerhöhungslehre; Kritik:
Verletzungsdelikte wie 222, 229 werden contra legem (§
15!) in Gefährdungsdelikte umgewandelt.

Pflichtwidrigkeitszusammenhang

Fallgruppen:
 Selbstgefährdung
(Rauschgiftfälle)
 Rechtmäßiges Alternativverhalten (Radfahrerfall)
 Verhalten Dritter
 Eine
Ansicht: Vorsätzliches Handeln Dritter unterbricht
Zurechnungszusammenhang
 Andere Ansicht: Zurechnungszusammenhang wird nicht
unterbrochen bei Anhaltspunkten für Tatgeneigtheit Dritter
 Nebentäter
Täterschaft und Teilnahme


Dualistisches Beteiligungssystem
Einheitstäterschaft (§ 14 OWiG; aber auch bei
Fahrlässigkeitsdelikten)
Beteiligungsformen

Täterschaft, § 25
 Alleintäterschaft
 Unmittelbare
Täterschaft, § 25 I Alt.1
 Mittelbare Täterschaft, § 25 I Alt.2
 Mittäterschaft,
§ 25 II
 Nebentäterschaft (nicht im Gesetz)

Teilnahme
 Anstiftung,
§ 26
 Beihilfe, § 27
Abgrenzung Täterschaft / Teilnahme



Formal-objektive Theorie
Lehre von der Tatherrschaft
Subjektive Theorie
Persönliche Strafausschließungsgründe






Indemnität von Abgeordneten (Art. 146 GG,
§ 36)
Altersprivileg, zB § 173 III
Straffreiheit für Schwangere, § 218 IV S.2
Beteiligung an der Vortat bei Begünstigung
(§ 257 III) und Strafvereitelung (§ 258 V)
Angehörigenprivileg (zB § 258 VI)
Nichtverfolgbarkeit Exterritorialer (§§ 18, 19 GVG)
Persönliche Strafaufhebungsgründe




Rücktritt, § 24
Bestimmte Fälle der tätigen Reue
Straferlass
Begnadigung und Amnestie
Prozessvoraussetzungen




Strafantrag, zB §§ 123 III, 230, 303 c
Keine Verjährung (§§ 78 ff)
Kein Strafklageverbrauch (ne bis in idem)
Keine Immunität (Art. 46 II, IV GG)
A-Z
Absicht, actio libera in causa, Aggressivnotstand,
Akzessorietät der Teilnahme, Angriff (32), Anstiftung,
Äquivalenztheorie, Beendeter Versuch, Beihilfe,
Beschädigen, Bestimmen, Bewusste Fahrlässigkeit,
Billigungstheorie, Defensivnotstand, Direkter Vorsatz,
Dolus alternataivus, Echtes Unterlassungsdelikt,
Einverständnis, Einwilligung, Entschuldigender Notstand,
Erfolgsqualifiziertes Delikt, Erfolgsunwert,
Erforderlichkeit (32), Erlaubnistatbestandsirrtum,
Ernstnahmetheorie, Eventualvorsatz, Extensiver
Notwehrexzess, Fahrlässigkeit, Fehlgeschlagener
Versuch,
Freiwilligkeit beim Versuch, Fremd, Garantenstellung,
Gebotenheit (32), Gefährliches Werkzeug,
Gegenwärtigkeit (32), Gegenwärtige Gefahr (34),
Gleichgültigkeitstheorie, Grausam, Habgier,
Handlungsunwert, Heimtücke, Hinterlistig,
Idealkonkurrenz, in dubio pro reo, Intensiver
Notwehrexzess, Kausalität, Konkurrenz, Körperliche
Misshandlung, Limitierte Akzessorietät, Mit einem
anderen Beteiligten gemeinschaftlich, Mit
gemeingefährlichen Mitteln, Mittäterschaft, Mittelbare
Täterschaft, Mittels eines das Leben gefährdenden
Behandlung, Möglichkeitstheorie, Mordlust,
Nichtvollendung der Tat, Niedrige Beweggründe,
Notwehr, Notwehrexzess, Objektive
Strafbarkeitsbedingungen, Objektive Zurechnung,
Objektiver Tatbestand, Persönliche
Strafausschließungs- und Strafaufhebungs-gründe,
Pflichtwidrigkeitszusammenhang, rechtfertigender
Notstand, Rechtfertigungs-gründe, Risikotheorie,
Rücktritt vom Versuch, Sache, Schädigung an der
Gesundheit, Schuld, Strafbarkeit des Versuchs,
Strafgrund des Versuchs, Subjektiver Tatbestand,
Subsumtionsirrtum, Tatbestandsirrtum,
Tatentschluss, Täter hinter dem Täter, Täterschaft, Tun
und Unterlassen, Überfall, Umgekehrter
Erlaubnisirrtum, Umgekehrter
Erlaubnistatbestandsirrtum, Unbeendeter Versuch,
Unbefugt, Unechtes Unterlassungsdelikt, Unmittelbares
Ansetzen, Verändern des Erscheinungsbildes,
Verbotsirrtum, Vermeidewille, Versuch der Beteiligung,
Vollendetes Delikt, Vorsatz, Vorsatz-FahrlässigkeitKombination, Vorsatzgefahr, Waffe, Wahndelikt,
Wahrscheinlichkeitstheorie, Wegnahme, Zerstören,
Zueignungsabsicht

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