Das Eurosystem

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Das Eurosystem
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Das Eurosystem
• Das Europäische System der Zentralbanken
(ESZB) besteht aus der neuen, eigens
geschaffenen Europäischen Zentralbank (EZB)
und den Nationalen Zentralbanken (NZB) aller
EU Mitgliedstaaten
• Da nicht alle EU-Länder an der Währungsunion
teilnahmen wurde ein unterschiedlicher Begriff,
das „Eurosystem“ geprägt um sich auf die EZB
und die teilnehmenden NZBs zu beziehen
• Das Eurosystem führt die Geldpolitik der
Eurozone durch
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Das Eurosystem
• Die EZB wird von einem EZB-Direktorium geleitet, der aus sechs
Mitgliedern besteht
• Diese Mitglieder werden von den Regierungschefs der EUROMitgliedsländer und dem Rat der EZB ernannt
• Der EZB-Rat besteht aus den sechs Mitgliedern des Direktoriums
und den Präsidenten der NZBs der EURO-Mitgliedsländer
• Der EZB-Rat hat die entscheidende Macht über die Geldpolitik
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Das Eurosystem
Direktorium der EZB
Hintere Reihe (von links nach rechts):
Sabine Lautenschlager (D), Yves Mersch (LUX), Mario Draghi (I, Präsident),
Peter Praet (B), Benoît Cœuré (F), Vítor Constâncio (POR,Vizepräsident),
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Das Eurosystem
Der EZB-Rat
ist das zentrale Entscheidungsgremium der EZB. es besteht aus den sechs
Mitgliedern des Direktoriums und den Präsidenten der Nationalen
Zentralbanken der 18 EURO-Staaten. Es hält 14-tägige Sitzungen ab
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Das Eurosystem
• Der Erweiterte Rat schließt die Mitglieder des
Direktoriums und die Präsidenten der NZB mit ein, die
nicht an der Währungsunion teilnehmen (z.B.
Großbritannien)
• Der Erweiterte Rat besitzt im wesentlichen eine
Verbindungsrolle ohne Machtbefugnis
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Das Eurosystem
Treffen des Erweiterten Rates: Der Erweiterte Rat schließt die Repräsentanten
der 18 EURO-Staaten und der 10 Nicht-Euro-Staaten ein
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Präsidenten der EZB
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Wim Duisenberg (1998-2003)
Erster Präsident der EZB
PhD in Volkswirtschaftslehre
IMF
Professor für Makroökonomie
an der Amsterdamer
Universität
• Finanzminister der
Niederlande
• Präsident der Netherlandsche
Bank (Holländische
Zentralbank)
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Präsidenten der EZB
• Jean-Claude Trichet
(2003-2011)
• Studium der Ökonomie
and er Eliteschule Ecole
Nationale
d’Administration
• Karriere im französischen
Finanzministerium
• Finanzminister
• Präsident der Banque de
France (Französische
Zentralbank)
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Präsidenten der EZB
• Mario Draghi (2011-)
• Studium an der Sapienza
in Rom
• Professor für
Volkswirtschaftslehre u.a.
in Florenz
• Exekutivdirektor
Weltbank
• Präsident der Banca Italia
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Das Eurosystem: Ziele, Instrumente und
Strategie
• Der Vertrag von Maastricht bestimmte, dass die Hauptaufgabe des
Eurosystems Preisstabilität sei, jedoch ist die Formulierung vage
und zweideutig:
– Das vorrangige Ziel des ESZB ist es, die Preisstabilität zu
gewährleisten.
– Soweit dies ohne Beeinträchtigung des Zieles der Preisstabilität
möglich ist, unterstützt das ESZB die allgemeine
Wirtschaftspolitik in der Gemeinschaft, um zur Verwirklichung
der in Artikel 2 festgelegten Ziele der Gemeinschaft beizutragen
(Artikel 105).
– Untergeordnete Ziele sind in eher rätselhaften Ausdrücken
beschrieben, indem sich auf Artikel 2 bezogen wird, der die Ziele
der EU auch in „ökonomischen und sozialen Fortschritt, und
einer hohen Beschäftigung“ sieht
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Unabhängigkeit
• Das Eurosystem soll durch einen hohen Grad an
Unabhängigkeit gekennzeichnet
• Sowohl die EZB als auch die NZB sollen von politischen
Einfluss unabhängig sein
• Vor dem Eintritt in die Eurozone, musste jedes Land die
Statuten seiner NZB an eine Anzahl von bestimmten
Anforderungen anpassen.
• Insbesondere schließt der EU-Vertrag jede Einmischung
von nationalen oder Europäischen Behörden oder
Regierungen in die Überlegungen des Eurosystems aus.
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Unabhängigkeit
• Um die personelle Unabhängigkeit zu garantieren,
werden die Mitglieder des Direktoriums sehr lange
ernannt (acht Jahre) und können nach dieser Periode
nicht mehr gewählt werden, dies reduziert die
Möglichkeit von politischem Druck.
• Kein Zentralbankoffizieller kann von seinem Amt entfernt
werden, es sei denn er kann das Amt aus
gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben oder ist
eines schweren Vergehens schuldig, dies kann
allerdings nur vom Europäischen Gerichtshof festgestellt
werden.
• Schließlich ist die EZB finanziell unabhängig. Sie hat ihr
eigenes Budget.
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Das Eurosystem: Strategie
• Die Strategie des Eurosystems basiert auf drei Elementen:
– Der Definition von Preisstabilität
– und den zwei „Pfeilern“, mit denen das Risiko der Verletzung von
Preisstabilität identifiziert wird
• Der erste „Pfeiler“ ist die „ökonomische Analyse“
– Er besteht aus einer grundlegenden Betrachtung der letzten
Entwicklung und den Aussichten für bestimmte ökonomische
Zielgrößen (wie Wachstum, Beschäftigung, Preise,
Wechselkurse und ökonomische Entwicklung im Ausland)
• Der zweite „Pfeiler“ beschäftigt sich mit der „monetären Analyse“
– und betrachtet die Entwicklung von monetären Aggregaten, die
eine Inflation bewirken könnten
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Das Eurosystem: Instrumente
• Um seine Ziele zu erreichen, hat das Eurosystem eine
Reihe von geldpolitischen Instrumenten zur Verfügung.
• Das Eurosystem führt
– Offenmarktoperationen durch
• mit Offenmarktoperationen wird die Geldmenge durch Kauf
bzw. Verkauf von Sicherheiten gesteuert (das bei weitem
wichtigste Instrument)
– Bietet Ständige Fazilitäten an
• Ständige Fazilitäten geben oder absorbieren
Übernachtliquidität
– verlangt von den Kreditinstituten Mindestreserven zu
halten (auf Konten des Eurosystems)
• Reserven: Einlagen, die Banken erhalten aber nicht verleihen
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Was sind….Offenmarktoperationen?
• Durch Offenmarktoperationen wird im EURO-Gebiet
hauptsächlich die Geldmenge zur Verfügung gestellt
– Die Zentralbank bietet hierbei den Banken die sog.
Zentralbankgeldmenge gegen Sicherheiten
(Wertpapiere) und einem Abschlag (Leitzins) an.
– Die „Hauptlast“ tragen hierbei wöchentliche
Geldgeschäfte
– Es sind aber auch langfristige Geschäfte bis zu
mehreren Jahren möglich
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Was sind… Fazilitäten?
• Den Geschäftsbanken ist es möglich, kurzfristig
(d.h. „über Nacht“) Geld von der Zentralbank zu
leihen, bzw. überschüssiges Geld „über Nacht“
gegen einen geringen Zins bei der Zentralbank
anzulegen
• Spielte dies Variante vor der Eurokrise keine
Rolle, stiegen die sogenannten
„Einlagefazilitäten“ bei der EZB über einen
längeren Zeitraum auf mehrere hundert
Milliarden Euro an
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