Makroökonomik - Universität Passau

Report
Prof. Dr. Johann Graf Lambsdorff
Universität Passau
WS 2012/13
y,
s.y
y*
1. Einleitung
c*
f(k)
(n+d)k
s.f(k)
s.y*
k*
Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff
k
Folie 1
• Hinweis
Maßgeblich für die Klausur sind die in der Vorlesung vermittelten Inhalte. Die
Folien erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Zum Verständnis der
Folien ist ein Besuch der Vorlesung erforderlich.
Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff
Folie 2
Vorlesung Mo. 10:15-11:45, Beginn 15.10.2012 (HS 10)
Übung, Mi. 18:15-19:45, Beginn 17.10.2012 (HS 10)
Tutorien, Beginn 22.10.2012
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
Mo 18-19 Uhr
Di 16-17 Uhr
Di 17-18 Uhr
Di 18-19 Uhr
Mi 08-09 Uhr
Mi 17-18 Uhr
Do 10-11 Uhr
Do 16-17 Uhr
Do 17-18 Uhr
Do 18-19 Uhr
Fr 08-09 Uhr
Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff
WiWi 026 (34)
HK 002 (20)
HK 002 (20)
HK 002 (20)
WiWi 028 (34)
WiWi 029 (64)
WiWi 026 (34)
WiWi 026 (34)
WiWi 026 (34)
WiWi 026 (34)
WiWi 027 (38)
Folie 3
Literatur
• Gärtner, M. (2009), Macroeconomics, 3. Aufl.
• Jarchow, H.-J. (2010), Grundriss der Geldtheorie, 12. Aufl.
• Lambsdorff, J. Graf und C. Engelen (2007), Das
Keynesianische Konsensmodell, WiST,
Wirtschaftswissenschaftliches Studium, August, S. 387-394.
• Mankiw, N. G. (2003), Macroeconomics. 5. Aufl.
• Romer, David, (2012), Short-Run Fluctuations. Expanded
version incorporating the liquidity trap and credit market
disruptions. Manuskript, University of California, Berkeley, S.
1-22; 54-114: http://elsa.berkeley.edu/~dromer/
• Taylor, J.B. und A. Weerapana (2009), Economics, 6. Aufl.
Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff
Folie 4
Verzeichnis der wichtigsten Symbole
a autonomer Konsum
G Staatskonsum
A Prod.technologie
BD Budgetdefizit
C Konsum d. Haushalte
c marg. Konsumquote
d Abschreibungsrate
D Abschreibungen
E Ertragserwartungen
e Wechselkurs ($/€)
F Faktoreinkommen/
Wertschöpfung
i nom. Zinssatz
H Humankapital
I Nettoinvestitionen
J‘ Importe von Gütern
und Dienstleistungen
J = J‘ zzgl. Faktorl.
K Kapitaleinsatz
k Pro-Kopf-Kapital
Lr reale Geldnachfrage
N Arbeitseinsatz
Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff
Folie 5
n Bev.wachstumsrate
T Steuern
NKE Nettokapitalexp.
T0 Pauschalsteuern
NNE Nettonationaleink.
Tr Transfers an Ausland
P Verbraucherpreisindex
V Vorleistungen
p Inflationsrate
pe erw. Inflation
X‘ Exporte von Gütern
und Dienstleistungen
r realer Zinssatz
X = X‘ zzgl. Faktorl.
Yb Bruttoinlandsprodukt
Y pot. Inlandsprodukt
Yv verf. Einkommen
Z Subventionen
R staatl. Transfers
S Ersparnis
s marg. Sparquote
(= Investitionsquote)
t Steuersatz
Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff
Folie 6
Fallstudie
I. Fallstudie Deutschland und die USA
Vereinigte Staaten von Amerika 2011/12
BIP: 15076 Mrd. US $
Bevölkerung: 314 Mio.
Pro-Kopf-Produktion: 48.000 US $
Preis Big-Mac: 4,33 US $
Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff
Folie 7
Fallstudie
Bundesrepublik Deutschland, 2011/12
BIP: 2570 Mrd. €
Bevölkerung: 81,3 Mio.
Pro-Kopf-Produktion: 31611 €
Preis Big-Mac: 3,58 €
Wechselkurs: 1,30 US $/€
Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff
Folie 8
Entwicklung USA
15.0
Wachstum BIP
Inflation
12.0
Erwerbslosenquote
Leistungsbilanzdefizit (in Prozent des BIP)
6.0
3.0
0.0
Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff
2010
2008
2006
2004
2002
2000
1998
1996
1994
1992
1990
1988
1986
1984
1982
1980
1978
1976
1974
-6.0
1972
-3.0
1970
Fallstudie
9.0
Folie 9
Entwicklung Deutschland
15.0
12.0
Fallstudie
9.0
6.0
3.0
0.0
Wachstum BIP
-3.0
Inflation
Erwerbslosenquote
Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff
2010
2008
2006
2004
2002
2000
1998
1996
1994
1992
1990
1988
1986
1984
1982
1980
1978
1976
1974
1972
-6.0
1970
Leistungsbilanzüberschuss (in Prozent des BIP)
Folie 10
• 1973-1980: Ölpreisschocks
• 1981-1983: Preisniveaustabilität wieder hergestellt
Fallstudie
• 1984-90: Ankurbelung der Wirtschaft mit niedrigen Steuern
• 1991: Rezession als Nachwirkung des Aktienpreisschocks von 1987 und
erneut erhöhte Ölpreise aufgrund des Golfkrieges
• 1992-2000: New Economy Boom
• 2001-2007: Leben auf Pump in den USA, Sorgen in Deutschland
• 2007-2009: Finanzkrise
• Ab 2010: Rückkehr zu altem Wachstum oder fortwährende Rezession?
Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff
Folie 11
• Dogmengeschichte
Fallstudie
Mit ökonomischen Phasen korrespondieren auch ökonomische Lehrmeinungen.
• Monetarismus
Der Monetarismus zielt auf die Wichtigkeit stabiler Preise und ist Anfang der
80er Jahre prominent.
• Rationalität
Der Glaube an die Rationalität Einzelner und die Innovationskraft des privaten
Sektors beflügeln Steuersenkungen und Deregulierung Ende der 80er Jahre.
• Neue Technologien
Neue Technologien bewirken einen ausgeprägten Optimismus in den 90er
Jahren.
Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff
Folie 12
Fallstudie
• Immobilienpreisblase
Ein Festhalten an den alten gewünschten Wachstumsraten bewirkt eine
Blasenbildung bei den Immobilienpreisen. Dies ist irrational, da Immobilien
kaum neue Technologien beinhalten. Mit niedrigen Zinsen wird dies lange
aufrecht erhalten. Aufgrund des Glaubens an die Rationalität Einzelner wird dies
aber nicht als Blase erkannt.
• Wiederbelebung des Keynesianismus
Mit dem Beginn der Finanzkrise wird das Versagen des privaten Sektors erneut
diskutiert und die Notwendigkeit der makroökonomischen Steuerung, der
Keynesianismus, wird wieder weitgehend akzeptiert.
Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff
Folie 13
Ziele der Vorlesung Makroökonomik
• Daten verstehen
Sie werden makroökonomische Daten verstehen lernen, inklusive ihrer
Zusammenhänge. Dies sind insbesondere Inlandsprodukt, Inflation, Zins,
Wechselkurs, Leistungsbilanzdefizit und Budgetdefizit.
• Interaktion
Für die kurzfristigen und langfristigen Determinanten dieser Größen werden Sie
das Zusammenspiel von Unternehmen, privaten Haushalten, dem Fiskus, der
Zentralbank und den entsprechenden Akteuren im Ausland erkennen.
• Prognosen
Hierauf aufbauend werden Sie in die Lage versetzt, Prognosen zu erstellen und
für eigene Planungen auszuwerten.
• Interaktiv mitarbeiten
Auf http://www.konjunkturboerse.de/ können Sie die Qualität Ihrer
Konjunkturprognose testen. Im Rahmen der Vorlesung werden Sie mit ClassEx
interaktiv eingebunden.
Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff
Folie 14
Interaktives
• Beauty Contest
Sie produzieren Konsumgüter für den eigenen Gebrauch. Die Anzahl an
Arbeitsstunden pro Jahr wird durch die Variable e angegeben. Sie möchten
genau so viel arbeiten, wie die durchschnittlich Person im Hörsaal. Hierzu
wählen Sie eine Zahl zwischen 0 und 200. Aus allen im Hörsaal gewählten
Zahlen wird der Durchschnitt gebildet. Derjenige Teilnehmer, der mit seiner
Zahl diesem Durchschnitt am nächsten kommt, gewinnt 20€ (bei Gleichstand
entscheidet das Los).
Die gewählten Werte werden berichtet (inklusive der Summe der Zahlen) und
eine zweite, identische Runde gespielt, bei der erneut 20€ zu gewinnen sind.
Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff
Folie 15
Interaktives
• Individuen in der Volkswirtschaft
Sie produzieren Konsumgüter für den eigenen Gebrauch. Die Anzahl an
Arbeitsstunden pro Jahr wird durch die Variable e angegeben. Je Stunde
Arbeitseinsatz, e, produzieren Sie einen Konsum im Wert von 0,40€. Die Kosten
(Mühsal) des Arbeitseinsatzes betragen e2/500. Bestimmen Sie nun Ihren
Arbeitseinsatz. Per Los wird ein Teilnehmer ausgewählt, dem sein Konsum
abzüglich der Arbeitskosten ausbezahlt wird.
Im Hörsaal sind viele Teilnehmer in gleicher Art tätig. Wie hoch schätzen Sie ist
die gesamte Summe der in der Hörsaal-Volkswirtschaft geleisteten
Arbeitsstunden? Derjenige, der mit seiner Schätzung diesem Wert am nächsten
kommt, gewinnt 20€ (bei Gleichstand entscheidet das Los).
Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff
Folie 16
Wettstreit der Lehrmeinungen
Zwei Visionen für die Makroökonomik
• Makroökonomik als Engineering
Ausgangspunkt der Makroökonomik sollte die Interaktion von Individuen sein.
Wie reagieren sie aufeinander? Aus den gesammelten Erfahrungen sollten
Politikempfehlungen generiert werden, mit denen sich die Steuerung
makroökonomischer Aggregate verbessern lässt. Ziel der Makroökonomik ist es,
praktische Probleme zu lösen. Die Makroökonomik ist dabei primär eine
Erfahrungswissenschaft, die keine Mikrofundierung benötigt. (Blinder AER
P&P 1987: 135):
"Good science need not always be built up from solid microfoundations.
Thermodynamics and chemistry, for example, have done pretty well without
much micro theory... And the microfoundations of medicine are often very
poor; yet much of it works. Empirical regularities that are formulated and
tested directly at the macro level do have a place in science".
Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff
Folie 17
Wettstreit der Lehrmeinungen
• Makroökonomik mit mikroökonomischem Fundament
Ausgangspunkt der Makroökonomik sollte das rationale Individuum sein,
dessen Verhalten sich zu einem Gleichgewicht für die Gesamtwirtschaft
aggregieren lässt. Ohne ein solches mikrofundiertes Modell lassen sich aus
Daten keine für die Politik relevanten Entscheidungen herleiten. Um dies zu
verstehen, sollte man sich fragen, ob die Sicherheitssysteme für Fort Knox
eingespart werden könnten. Historische Daten würden dies nahelegen, da dieses
Lager für die Goldreserve der Vereinigten Staaten bisher noch nie überfallen
wurde. Aber Überlegungen zu den Anreizen, denen Menschen ausgesetzt sind,
legen eine andere Schlussfolgerung nahe. Makroökonomen sollten primär diese
individuellen Anreize erforschen, um damit robuste analytische Instrumente für
die Wirtschaftspolitik herzuleiten.
Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff
Folie 18
Wettstreit der Lehrmeinungen
• Ein Konsens?
Diese beiden kontroversen Lehrmeinungen der Makroökonomik haben das Fach
seit jeher vorangetrieben und sich gegenseitig inspiriert. Im Rahmen der
Vorlesung werden wir häufig auf diese beiden konträren Sichtweisen kommen
und zeigen, welcher Konsens sich bis heute gebildet hat.
Gleichzeitig bleiben offene Fragen und der Wettstreit der Lehrmeinungen wird
offener denn je ausgetragen. Vereinfachend können wir sagen, dass die
Sichtweise der Makroökonomik davon abhängt, welche der beiden stilisierten
Spiele als geeigneter gehalten werden, um die komplexen Interaktionen der
Makroökonomik zu beschreiben.
Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff
Folie 19

similar documents