Umgang mit der Ressource Wald

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Umgang mit der Ressource Wald
ein Überblick
WALD IM ÜBERBLICK
• knapp ein Drittel der Landfläche der Erde sind mit
Wäldern bedeckt
• Unterscheidung in verschiedene Arten von Wäldern
– Primärwald sind im Urzustand belassene Wälder
– Sekundärwald sind Wälder, in denen abgeholzt wurde und
die danach ohne menschliches Zutun nachgewachsen sind
– Forstwälder sind Menschen angelegte oder veränderte
Wälder
– Plantagenwälder (oft in Monokultur)
• Globale Waldfläche beträgt ca. 4 Mrd. Hektar
– 65% der ursprünglichen Waldbedeckung vor 8.000 Jahren
WALD IM ÜBERBLICK
• Wälder sind und Lebensgrundlage für 1,6 Milliarden
Menschen
• Wald liefert
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Holz
Nahrung in Form von Pflanzen und Fleisch
Futter für die Viehhaltung
Heilpflanzen
Bau- und Gebrauchsmaterial.
• Besonders Frauen bietet Wald Möglichkeiten zum
Gelderwerb
– Sammeln, Verarbeiten und Vermarkten von Waldprodukten
• Ca. 10 Mio. Menschen arbeiten in der
Waldbewirtschaftung und –erhaltung.
• Wald hat eine Schutzfunktion
WALD IM ÜBERBLICK
• Jährliche Waldvernichtung liegt weltweit ca. 5,2 Mio.
Hektar
– In den 1990er Jahren lag der jährliche Verlust bei 8,3 Mio.
Hektar
• Regionale Unterschiede
• Besonders betroffen sind heute Südamerika und Afrika.
– Südamerika jährlich 4,0
– Afrika jährlich 3,4 Mio. Hektar
• Spitzenreiter im Waldverlust
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Brasilien
Indonesien,
Nigeria
Tansania
Myanmar
URSACHEN DER WALDVERNICHTUNG
• Hauptursachen
• Ausweitung landwirtschaftlicher Flächen durch die
Umwandlung von Waldgebieten.
• Ausweitung von Infrastrukturmaßnahmen
• Siedlungen, Straßen, Staudämme etc.
• Holzeinschlag und andere Holznutzung
AUSWEITUNG
LANDWIRTSCHAFTLICHER FLÄCHEN
• Gründe für Ausweitung landwirtschaftlicher Flächen
– Bevölkerungswachstum/ vermehrter Bedarf an
Nahrungsmitteln,
– geändertes Konsumverhalten mit einer Erhöhung des
Fleischkonsums,
– Nachfrage nach Agrosprit haben zu einer
• Entwaldung zu 96% Umwandlung von Waldflächen in
landwirtschaftlich nutzbare Flächen
DAS BEISPIEL SOJA/BRASILIEN
• Die gestiegene Nachfrage nach Fleisch = verstärkte
Nachfrage nach Futtermitteln
– Soja als eiweißhaltiges Kraftfutter für die Tiermast
• Deutschland deckt Futtermittelbedarf zu 30% aus Soja
– 4,2 Mio. Tonnen jährlich, eingeführt überwiegenden aus
Brasilien
• Soja-Anbau in Brasilien
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80% als Futtermittel
10% für Agrosprit
9% für Margarine
1% sonstige Lebensmitteln.
• Die Flächen für den Sojaanbau ehemaliger Regenwald
ENTWALDUNG FÜR AUSLÄNDISCHE
INVESTOREN
• Europäische Union
• 2003 EU verabschiedet Richtlinie über die Förderung von Biokraftstoffen
• Bis 2020 sollen 20% der herkömmlichen Kraftstoffe durch Kraftstoffe aus
nachwachsenden Rohstoffen ersetzt werden
• Förderung von Agrosprit durch
• Steuererleichterungen
• Beihilfen für die Verarbeitungsindustrie
• Festlegung einer Biospritquote für
Mineralölunternehmen
• direkte Subventionierung
• Ethanol durchschnittlich 74 Cent pro Liter
• Agrodiesel ca. 50 Cent pro Liter
• USA
• seit 2005 Quote für die Beimischung von Ethanol
• bis 2022 soll Quote auf 36 Milliarden Gallonen gesteigert werden
• Subventionierung.
• Ethanol durchschnittlich mit 28 US-Cents
• Agrodiesel mit 55 US-Cents pro Liter
ZUSAMMENHANG ZWISCHEN ANBAU
VON AGROSPRIT UND ENTWALDUNG
• Sumatra und Borneo (Indonesien)
• jährliche Entwaldung in Indonesien 1,3 Mio. Hektar
• 90% davon auf Sumatra und Bornea
• Pro Tag Waldflächen in der Größe von 4.600 Fußballfeldern,
• Geplante Nutzung
• Palmöl- und Papierplantagen
KONGO - BRAZZAVILLE
• Pachtvertrag zwischen der Regierung von Kongo
Brazzaville und südafrikanischem Farmerverbandes
• Zweck: Nutzung von insgesamt 80.000 Hektar
„untergenutzter/ungenutzter Fläche für die Dauer von 33
Jahren
• Anbauprodukte: Nutzpflanzen/Lebensmittel größtenteils für den
Export
• Betroffen die Regionen Niara (63.000 ha) und
Bouzenzu (17.000 ha)
• Gebiete, die in großen Teilen von Regenwald bedeckt sind
unabdingbar Rodung großer Gebiete des Regenwaldes
• Bei bis Ende 2011 untersuchten Landdeals zielen
24% auf die Anpachtung von Wald = 31% der
gesamten Fläche der bisherigen Deals
HOLZEINSCHLAG BRENNHOLZNUTZUNG
• Holz ist vor allem ein Wirtschaftsfaktor
• In Kongo Brazzaville Forstwirtschaft nach dem Ölsektor
der zweitwichtigste Wirtschaftszweig des Landes.
• Brennholz zum Kochen und Heizen
• Asien 75%
• Karibik und Mittelamerika 80% d
• Afrika 90%
• Export von Brennholz
• Nigeria ist der zweitgrößte Holzkohleproduzent nach
Deutschland
• Export großer Mengen Holzkohle auch in EU Länder
HOLZEINSCHLAG – EXPORTGUT HOLZ
• Unterscheidung zwischen legalem und illegalem Holzeinschlag
• illegal, wenn beim Fällen, Transport, Einkauf und Verkauf von Holz gegen
nationale oder internationale Gesetze verstoßen wird
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Verstöße
Fällen ohne Lizenz
durch Korruption erworbene Lizenzen
Abholzen geschützter Arten
Fälschen von Zolldokumenten
Unterschlagung von Steuern
• geschätzter illegaler Holzeinschlag am gesamten Holzeinschlag
weltweit 20-40%
• Grenzen zwischen legal und illegal fließend
• Schätzungen WWF
• ca. 16-19% der Holzeinfuhren nach Europa sind illegaler Herkunft - nach
Deutschland 7-9%
• Herkunftsregionen sind hierbei vor allem Osteuropa, Afrika, Südostasien und
Lateinamerika. Den Anteil an illegal geschlagenem und gehandeltem Holz
am Gesamteinschlag zeigt, an ausgesuchten
ILLEGALER HOLZEINSCHLAG IN %
IN AUSGESUCHTEN LÄNDERN
WALDVERNICHTUNG DURCH
INFRASTRUKTURMAßNAHMEN
• Straßen durch bisher unberührte Natur- oder Urwälder führen zu
• Zugang zu den bisher unzugänglichen Holzressourcen
• Entstehen von Siedlungen
•
damit verbunden Brandrodung
•
Erhöhung von Waldbrandgefahr
• Ansiedlung industrieller Landwirtschaft
• Das Beispiel Brasilien
• 80% der gerodeten Waldflächen im Amazonas weniger als 30 km von
offiziellen Straßen entfernt
• Neben offiziellen Straßen gibt es illegal angelegt (Holzfällern,
Bergbauunternehmen, Farmer, Viehzüchter)
• Bau weiterer Straßen in diesem Gebiet geplant
• kritisch ist Asphaltierung
• weitere Vernichtung von Baumbeständen beiderseits der Straßen
• Anziehung von mehr Siedlern in das Amazonasgebiet
• Vernichtung von weiterem Wald zum Anlegen von landwirtschaftlichen
Flächen
• ohne Schutzmaßnahmen und gesetzliche Regelungen werden
schätzungsweise langfristig ca. 170 Mio. Regenwald vernichtet– die Hälfte der
derzeitigen Fläche / simamazonia/apresenta/NATURE04389.pdf)
WALDVERNICHTUNG DURCH
INFRASTRUKTURMAßNAHMEN
• Staudammprojekte
• Grand Inga Staudamm in der DR Kongo
• Belo Monte Staudamm in Brasilien
INGA I (1972)
DAS GRAND INGA STAUDAMMPROJEKT
• Bau von zwei Wasserkraftwerken durch Mobuto 1972 und 1982 Inga I und
Inga II
• 15 km oberhalb von Inga I und Inga II Bau des größten Staudamm der
Welt geplant
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• Landschaft dort geprägt von tropischen Regenwald, Savannen und Sümpfen.
Lt. Planung soll die große Biegung des Flusses trockengelegt werden
Der Kongo-Fluss soll in das Bundi-Tal umgeleitet werden
Über Nebenkanal soll Wasser nach Inga I und II geleitet
Kongo-Becken ist nach dem Amazonas das zweitgrößte
Regenwaldgebiet der Welt
Massiver Eingriff in Ökosystem durch Bau von Grand Inga und Umleitung
des Flusses mit folgenden Auswirkungen
Eingriff in die Biodiversität hat,
Überflutung bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen der Anwohner
Umsiedlung der Menschen
Trassenbau für den Transport des hier produzierten Stromes undd
Verlegung von Leitungen
• dafür notwenig Abholzunger großer Flächen Regenwald
BELO MONTE STAUDAMM
DAS BELO-MONTE
STAUDAMMPROJEKT
• Belo Monte soll drittgrößtes Wasserkraftwerk der Welt werden
• gelegen am Xingu, einem Zufluss des Amazonas
• Stauung des Wassers des Xingu soll auf einer Länge von 40 km
• Umleitung und Überflutung eines Gebietes von der Größe des
Bodensees überfluten.
• Trockenlegung von über 100 km des Flusses
• Negative Auswirkungen auf Ökosystem und die dort lebenden
Menschen
• Nur für Dammbau Rodung einer Waldfläche von der Größe des
Großraums Berlin
• Weitere Rodungen für den Bau von Trassen und Leitungen zur
Stromlieferung
• 60 weitere Staudämme im Amazonasgebiet geplant
• neues Waldgesetz erleichtert Rodungen
• Großgrundbesitzern können 50% statt bisher 20% der bewaldeten
Flächen roden
• der Schutzgürtel entlang der Flüsse muss lediglich 15 statt 30 Meter
breit sein
FAZIT
• Umgang mit Wald meist nicht nachhaltig
• Nachhaltigkeit bedeutet, wirtschaftliche, soziale und kulturelle
Bedürfnisse und Interessen dieser und zukünftiger
Generationen zu berücksichtigen .
• Neben der direkten Ernte und Nutzung des Holzes
• Berücksichtigung von Pflanzen oder Tieren
• Berücksichtigung der Bedürfnisse der indigenen Bevölkerung
• "Schlage nur so viel Holz ein, wie der Wald verkraften kann! So
viel Holz, wie nachwachsen kann!" (Hans-Karl von Carlowitz
1713)
• Keine Nachhaltigkeit in Entwicklungsländern
• Die Interessen ausländischer Firmen und Investoren stehen oft
• vor Erhaltung der Lebensgrundlage der indigenen Bevölkerungen
• vor dem Schutz des Weltklimas
• Auch Aufforstungsprogramme alleine helfen nicht, wenn die
Artenvielfalt durch die Abholzung großer Primärwaldflächen
schon reduziert ist

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