Propädeutikum - Gerald Gatterer

Report
Psychotherapie im höheren
Lebensalter
Allgemeine Aspekte des Alterns,
Störungsbilder; Voraussetzungen,
Methoden, Möglichkeiten und Grenzen
einiger Psychotherapiemethoden
G. Gatterer
[email protected]
„Das
Alter der Kranken spielt bei der Auswahl
der psychoanalytischen Behandlung insofern eine
Rolle, als bei Personen nahe an oder über 50
Jahre einerseits die Plastizität der seelischen
Vorgänge zu fehlen pflegt, auf welche die
Therapie rechnet – alte Leute sind nicht mehr
erziehbar – und als andererseits das Material,
welches durchzuarbeiten ist, die
Behandlungsdauer ins Unabsehbare verlängert.“
(Freud 1905, S.21)
Was ist Alter bzw. Altern?
Wann sind wir alt? Wer ist alt? Wer
definiert Alter? Wie zeigt es sich?
Was kann man dagegen tun?
Begriffsdefinition
• Gerontologie: Wiss. Lehre vom Alten Menschen
(Überbegriff Med., Soz.,...)
• Geriatrie: Lehre von Alterskrankheiten
• Gerontopsychologie: Lehre vom Verhalten und
Erleben älterer Menschen
• Klinische Gerontopsychologie:
Interventionspsychologie
• Sozialgerontologie: Der ältere Mensch in der
Gesellschaft
• Gerontopsychotherapie/Gerontopsychiatr.
Von der 3-phasigen zur
5-phasigen Biographie
M.Horx
2000+
Ruhestand ?
Jugend und PostErwerbsleben
Ausbildung adoleszenz Familienleben
0
10
20
30
40
50
„zweiter
Aufbruch“
60
70
80
Jahre
Jugend und
Ausbildung
1960
Erwerbsleben
Familienleben
Ruhestand
Aspekte des Alterns
• Kalendarischer Aspekt (Alter in Jahren)
• Biologischer Aspekt („Alter“ der Organe
und des Körpers)
• Psychologischer Aspekt (subjektives Alter)
• Sozialer Aspekt (Stellung in Gesellschaft)
• Ökologisch/kontextueller Aspekt (Umwelt)
• Systemischer Aspekt
Alternstheorien
• Biologische Theorien
– Möglichst gesund zu altern und alt zu werden
(Jungbrunnen)
• Psychologische Theorien
– Individuelles Altern (Selbstbild)
• Sozialpsychologische Theorien
– Soziales Altern (Fremdbild)
• Ökologisches Modell
– Kontextuelle Faktoren (Umwelt)
Biologische Theorien
• Ebenen biologischer Theorien
–
–
–
–
–
–
Population
Individuum
Organismus
Organ
Zelle
Molekularer Bereich
Biologische Alternstheorien
• 1. Altern auf Zellebene
• 1.1 Genetisch orientierte Ansätze
•
•
•
•
Allgemeines Genetisches Modell
Altern durch somatische Mutationen
Altern durch Schäden in den DNA-Reparaturmechanismen
Fehlerkatastrophentheorie
• 1.2 Metabolisch orientierte Ansätze
• Altern durch Zelldeprivation
• Akkumulationshypothese
• Altern durch freie Radikale
Biologische Alternstheorien
• 2. Altern auf Organebene
•
•
•
•
•
Altern durch Störungen im kardiovaskulären System
Altern durch Störungen der Schilddrüsenfunktion
Altern durch Störungen der Hypophysenfunktion
Altern durch Störungen im Immunsystem
Neurophysiologisches Modell
• 3. Altern auf Organismusebene
• Altern durch Störungen des Nervensystems
• Altern durch Störungen im endokrinen Kontrollsystem
• Altern durch lebenslangen Stress
Psychologische Alternstheorien
• Defizitmodell der geistigen Entwicklung
(WECHSLER, 1944)
• Aktivitätstheorie (TARTLER, 1961)
• Kognitive Alternstheorie (THOMAE, 1970)
• Kompetenzmodelle des Alterns (OLBRICH,
1987)
• Disengagement-Theorie (CUMMING & HENRY,
1961)
• Austauschtheorie (HOMANS, 1968)
• Kontinuitätstheorie (FISCHER, 1988)
• Ökologisches Modell des Alterns (ZUBIN, 1973)
Theoretische Konzepte
psychosozialer Maßnahmen
• Biologische Theorien –“Gesundheitspsychologie“
• Aktivitätstheorie – „aktives Altern“
• Kognitive Alternstheorie – „subjektive
Wahrnehmung“
• Kompetenzmodelle des Alterns – „Ressourcen
nützen“
• Austauschtheorie – „soziale Interaktion“
• Kontinuitätstheorie – „Lebensstile“
• Ökologisches Modell des Alterns – „positive
Umweltfaktoren“
Altern basiert auf Zusammenspiel
von
Biologischem Substrat
Psychischen
Faktoren
Altern
sozialen
Faktoren
Ökologisch/kontextuellen Faktoren
Normales/pathologisches Altern
IQ
Normale Leistungsfähigkeit/
„Normaler Altersabbau“
Grenzbereich/MCI
Demenz
Alter
Der physiologische
Alterungsprozess
• Verlust an Leistungsfähigkeit (1% pro Jahr ab 30
Lj.
– Kraft: Verringerung der Muskelmasse
– Ausdauer: Verringerung des maximalen aeroben
Energieumsatzes
– Spitzenleistung nimmt ab
• Zunahme von Krankheiten eher später (60 Lj.
– Depressionen
– Herz-/Kreislauf
– Demenzen
Kognitive Leistungen im höheren
Lebensalter
• Speed („fluide“) Funktionen (Neulernen,
Gedächtnis, Konzentrationsfähigkeit, Flexibilität,
Neuorientieren) lassen im Alter nach
• Power („kristaline“) Funktionen (gut eintrainiertes
Wissen, lebenspraktische Fertigkeiten, soziale
Fertigkeiten) halten lange.
• Vieles ist durch Übung verbesserbar und hilft auch
gegen das „pathologische“ Altern.
Gedächtnis im Alter
• Primärgedächtnis (unmittelbares Behalten über
kurze Zeit) hält lange (automatisch).
• Sekundärgedächtnis (andere Leistungen mit
beteiligt - längeres Speichern) nimmt im Alter ab.
• Altgedächtnis (Langzeitgedächtnis) besser
erhalten.
• Bei Demenz Reduktion auf eine
Gedächtnisfunktion (emotional)
Persönlichkeit im Alter
•
•
•
•
•
•
Wenig gute Daten. Oft „Pathologisierung“
„Vermännlichung“ der Frau
Weniger Risikobereitschaft
„Verschärfung“ des Charakters
Zunahme psychischer Krankheiten
Veränderungen durch Verarbeitung körperlicher
Krankheiten
• Demenzen
Soziale Faktoren
•
•
•
•
•
•
•
Veränderung der sozialen Situation
Veränderung der Rollen
Vereinsamung
Isolation
Krankenhausaufenthalte
Pflegeheim
Tod und Sterben
Gesundheit und Alter
• Altern ist nicht nur rein biologisch
programmiert sondern durch das eigene
Verhalten mit beeinflussbar
• Leben lernen heißt altern lernen
• Wichtig ist Anpassung an sich verändernde
Umgebungsbedingungen
• Milieufaktoren spielen eine große Rolle
Definition Gesundheit/ Krankheit
(Normalität)
Medizinisches Sichtweise;
Statistisches Sichtweise;
Subjektive Sichtweise
Medizinische Sichtweise
•
•
•
•
•
•
Fehlen von Krankheiten
Angabe von Normwerten
Kriterium der „Funktionsfähigkeit“
Definition von Kht. durch Symptome
Probleme durch „Alternsveränderungen“
Fehlen von Normwerten für normales Alter
Statistische Norm
• Vergleichsgruppe als Maß
• Statistische Abweichung
• Problem der „Normalität von Krankheit“ im
Alter
• Sind alterskorrelierte Veränderungen und
Beeinträchtigungen normal?
• Problem der „Abweichung von Norm“
Subjektive Sichtweise
• Subjektiv empfundene Einschränkungen
und deren Wertigkeit
• Abweichung von subjektiver Norm
• Problem der Vergleichbarkeit
• Wertigkeit durch Betroffenen definiert oft
ohne Krankheitswert
• Subjektives Altern
Normal oder nicht?
Schlaf, Antrieb, Essen, Trinken, Aktivitäten, Sauberkeit,
Tagesstruktur, Kommunikation, Sozialverhalten, Stimmung,
„psychiatrische“ Symptome (Wahn, Halluzinationen) etc.
werden nach
Häufigkeit, Intensität, Zeitpunkt, Dauer, Situation,
Verständlichkeit, „Auffälligkeit“ und eigenen Kriterien
beurteilt.
individuell/Persönlichkeit
normal
auffällig
grenzwertig
pathologisch
„psychiatrisch“
Allgemeine Problembereich
• Wann ist man „normal“ und „gesund“ im Alter?
• Wann Therapie notwendig?
• Unterschiedliche Sichtweisen der Wertigkeit für
Altern
• Nicht „krankheitswertige“ Veränderungen z.B.
Schlafdauer
• „Normale“ Leistungsfähigkeit (Verlangsamung,
Gedächtnis,...)
• Biologische Parameter (RR, Diabetes,....)
Ursachen von Störungen
• Organische Faktoren
– Normaler Alterungsprozess
– dementielle Erkrankungen
– sonstige Erkrankungen mit/ohne zerebraler
Beteiligung bzw. Schmerzen
– Neurotransmitterdefizite
– Medikamente
– Mangelerscheinungen(Ernährung, Flüssigkeit,.)
Ursachen von Störungen II
• Psychische Faktoren/Verhalten
– psychische Erkrankungen (Depressionen,
neurotische Störungen, Ängste,
Verhaltensstörungen, Persönlichkeit,
psychische Auswirkungen bei
Krankheitsbewältigung, kognitive
Verarbeitungsmuster,.......)
– Motivationale Faktoren
– mangelndes Training, fehlende Lernprozesse
Ursachen von Störungen III
• Psychosoziale Faktoren
–
–
–
–
–
Vereinsamung
Isolation
mangelnde soziale Kontakte
mangelnde Kommunikation und Anregung
fehlende soziale Unterstützung bei Defiziten
(soziales Netz)
– Konflikte
Ursachen von Störungen IV
• Ökologisch/kontextuelle Faktoren
– Wohnsituation
– fehlende Hilfsmittel (Brille, Hörgerät,
Mobilitätshilfen, Zähne,......)
– schlechte Umgebungsfaktoren (Licht,
Lautstärke, Ablenkungen, ....)
– Ernährung, Flüssigkeitsaufnahme,
Veränderungen der Sexualität im
Alter
Biologie der Sexualität
1. Erregungsphase
Frau: Schleimabsonderung in Vagina, vergrößert sich
um 2/3 in Länge und Breite, Anschwellen der
inneren und äußeren Schamlippen, Pulsfrequenz
und Blutdruck steigen, Mamillen richten sich auf,
Uterus kippt nach hinten, gelegentlich
unwillkürliche Muskelzuckungen.
Mann: Schwellkörper des Penis füllen sich mit Blut,
Muskeln am Hodensack ziehen sich zusammen,
Pulsfrequenz und Blutdruck steigen.
Biologie der Sexualität
2. Plateauphase
Die körperlichen Veränderungen aus 1. Setzen
sich fort und werden gesteigert.
Frau: Klitoris vergrößert sich, der äußere Teil
der Scheide verengt sich (orgastische
Manschette). Brust schwillt noch stärker an,
zeitweise Erröten an Hals und Dekoltee („sex
flush“).
Mann: Hoden noch stärker am Körper,
Hemmungen fallen, weniger Selbstkontrolle,
Absonderung eines Sekrets, Samenflüssigkeit
sammelt sich in Prostata.
Biologie der Sexualität
3. Orgasmusphase
Frau: Gebärmutter und orgastische Manschette
ziehen sich zusammen, Gefühl der Entspannung.
Mann: Ejakulation. Danach nicht sofort wieder
sexuelle Ansprechbarkeit.
4. Rückbildungsphase
Erregung klingt langsam wieder ab.
Veränderungen der „Biologie“ im
Alter
Weibliche Sexualität
Menopause (Wechsel), Abbau der Eierstöcke,
Veränderung der Sexualhormonversorgung
(Erregbarkeit, Schlaflosigkeit, Hitzewallungen,
etc.), anatomische Veränderungen
(Erschlaffung der Brüste und Abbau des Fett- und
Bindegewebes von Schamlippen und Scheide),
Verminderung des Scheidensekretes.
Auswirkung auf die 4 Phasen der sexuellen
Reaktion:
Veränderungen der „Biologie“
In der Erregungsphase kommt es nicht
mehr zur deutlichen Größenveränderung
von Mamillen und Brust, sowie der Klitoris;
die Erweiterung der Vagina ist verzögert.
Plateauphase und Orgasmusphase sind
keinen wesentlichen Veränderungen
unterworfen. Die Rückbildungsphase
verläuft schneller; die Refraktärzeit ist
ebenfalls verlängert.
Veränderungen der „Biologie“
Männliche Sexualität
Abnahme des Sexualhormonproduktion ab dem 4.
Lebensjahrzehnt und Abnahme beweglicher
Samenzellen im Ejakulat. Verminderung der
Erektion ab 40Lj.
Auswirkungen auf die 4 Phasen der sexuellen
Reaktion:
Veränderungen der „Biologie“
Die Erregungsphase ist verzögert, die
Erektionszeit des Penis verdoppelt bis
verdreifacht sich. Die Plateauphase ist verkürzt.
In der Orgasmusphase tritt eine Abnahme der
Kontraktionen auf. Die Rückbildungsphase
verläuft ebenfalls rascher und die Refraktärzeit
dauert länger.
Konsequenzen der Veränderungen der
„Biologie“
• Kein Ende, sondern Modifikation der sexuellen
Erfahrung;
• Langsamere Erregung benötigt längeres Vorspiel;
• Kommunikation über die veränderte Situation und
veränderte Körperempfindungen notwendig;
• Von biologischer Seite besteht kein Grund das
Sexualverhalten einzuschränken oder zu beenden.
Psychologie der Sexualität
•
•
•
•
•
•
•
Sexualität als „gelerntes“ Verhalten
Rollenbild in der sexuellen Gesellschaft
Selbstbild von Mann und Frau
„Ursachen“ für Sexualität
Verarbeitung von Veränderungen
Spaß
Befriedigung
Veränderungen des
Sexualverhalten im Alter
• Geschlechtsverkehr: Häufigkeit u. Anzahl d.
Personen d. Geschlechtsverk. praktizieren nimmt
ab
Gründe: Wittwer/en-stand, Gesundheitszustand,
normative Vorstellungen.
• Selbstbefriedigung: Generelle Abnahme; Problem:
Antwort wird meistens verweigert
(Schuldgefühle!)
Veränderungen des
Sexualverhalten im Alter
• Beschäftigung mit erotischen Inhalten: Abnahme!
• Zärtlichkeit: Küssen, Streicheln, Anschmiegen,
Hautkontakt, etc. werden seltener genannt aber
großes Maß an Antwortverweigerung.
Aber es wird mehr Wert darauf gelegt.
• Flirt: Abnahme
Veränderungen des
Sexualverhalten im Alter
• Aber: Wer sein Leben lang dem „Sexuellen“
große Bedeutung beigemessen hat, wird dies auch
im Alter tun. Auch Sexualität ist ein komplexes
Verhalten, das von Fähigkeiten und Motivationen
abhängt, die im Laufe des Lebens einmal
erworben wurden und bei Konstanz der
Bedingungen beibehalten wird.
• Use it or lose it!
Veränderungen des
Sexualverhalten im Alter
Bewertung des Sexuallebens
Schwerpunktverlagerung von der Genitalität zur
Zärtlichkeit!! Möglicher „Konfliktherd“ wenn
beide Partner unterschiedliche Bedürfnisse haben
Kommunikation Anpassung des Sexuallebens
an veränderte körperliche und soziale
Bedingungen. Wesentlich ist Offenheit und
Kommunikation und Beziehung.
Defizite gerontologischer
Sexualforschung
• Repräsentativität der Stichproben;
• Hauptsächlich schriftliche Befragung
Verweigerungen;
• Ad hoc-Erhebungsinstrumente Mangel an
Gütekriterien; Negativierungstendenz
• Beschränkung auf Teilaspekte der Sexualität;
• Theoriendefizit; es fehlen Modelle die
Kausalbeziehungen erklären
Relevanz gerontologischer
Sexualforschung
• Einstellung und Einstellungsänderung zur
Alterssexualität. Bei Befragungen zeigt sich eine
große Streuung der Antworten mit dem Trend zu
einer liberaleren Haltung bei den jüngeren
Generationen.
• Präventive Aspekte bei Jugend.
Sexualerziehung bei Jugendlichen sollte schon auf den
Wandel der Sexualität im Alter (Genitalität,
Zärtlichkeit) hinweisen. Frühzeitiges Erlernen
von Zärtlichkeit „entschärft“ diese
Entwicklungsaufgabe beim Älterwerden.
Konsequenzen
• Altersvorbereitung
Sexualität Thema bei Kursen zur
Altersvorbereitung. Kein „Aus“ für Sexualität im
Alter. Wissen über physiologische Veränderungen
vermitteln. Abbau von Impotenzängsten!
Kommunikationstraining! Sexualität im Alter kein
Fall Leistungscharakter erhalten (Gebrauch davon
machen, wie es den eigenen Werten, Erwartungen
der Umwelt und der Persönlichkeit entspricht).
Zufriedenheit mit Sexualität muss nicht an den
Sexualverkehr gebunden sein!
Konsequenzen
• Berücksichtigung von Alterssexualität in
Pflegeheimen und Spitälern. Heime nicht mehr so
gestalten, als hätten ältere Menschen keine
sexuellen Bedürfnisse (gleichgeschlechtliche
Mehrpersonengemeinschaften). Sexualität als
„Rehabilitationselement“ Forderungen:(a) Mehr
Einzelzimmer; (b) Personal muss an-klopfen; (c)
Veränderung der Normen und Werte der
Personalleitung.
Modell für „Alterssexualität“ und
Therapie
Biologisches Substrat
Psychische
Faktoren
Sexualität
soziale
Faktoren
Ökologisch/kontextuelle Faktoren
Kritische Betrachtungen
• Sollte man überhaupt von Alterssexualität
sprechen?
• Was ist „die Sexualität“?
• Vorsicht vor einem „Defizitmodell“
orientiert an jungen und Normen!
• Sexualität ist individuell und wie jedes
Verhalten einem Wandel unterworfen!
• Wesentlich ist der „Spaßfaktor“!!
Tod und Sterben
Verarbeitungsphasen (Kübler-Ross)
– Schock: Nicht wahrhaben können/wollen
– Emotionen: Neid, Zorn, Angst, Trauer.
„Warum ich?“
– Verhandeln: Gott/Medizin
– Erkennen: Aktuelle
Auseinandersetzung/retrospektiv/prospektiv
– Verbindlichkeit: Akzept./resign./verdrängen
– Abschluss: Annahme der Realtität?
Therapie
• Wo in Verarbeitung steht Patient?
• Reden lassen, zuhören, Anteilnahme,
Echtheit, Kongruenz
• Annehmen und zulassen von Emotionen
• Wie ist Klient bis jetzt mit Krisen
umgegangen?
• Aufdecken von Ressourcen und Stärken
Therapie
•
•
•
•
•
•
Analyse der Möglichkeiten
Verstärkung von internen Attribution
Aktivierung
Visualisieren (Krebs)
Entspannung
Wichtig ist, was der Patient signalisiert und
braucht. Nicht was man selbst will!!!
Therapie
• Problematische Fragen
–
–
–
–
„Muß ich sterben?“
„Können Sie mir beim Sterben helfen?“
„Graust Ihnen vor mir?“
„Werde ich wieder gesund?
• Wichtig!!! Ansprechen von Gefühlen, was
steht hinter der Frage, Bearbeitung eigener
Gefühle, keine Floskeln/Patentrezepte!!
Psychotherapie bei verschiedenen
Störungsbildern
Psychotherapeutische Methoden
• Verhaltenstherapie: Lernprozesse
• Gesprächspsychotherapie:
Psychotherapeutische Grundhaltung. Positive
Entwicklung des Menschen.
• Psychoanalyse: Aufdecken unbewusster
Mechanismen.
Übertragung/Gegenübertragung
• Katathym-Imaginative Therapie: Arbeit mit
Tagtraum
Psychotherapeutische Methoden
• Entspannungstechniken: Autogenes
Training, Jacobson Progressive
Muskelentspannung
• Kreative Therapien: Kunsttherapie,
Musiktherapie, Tanztherapie
• Soziotherapie
• Paartherapie
Aspekte der Behandlung
• Biografischer Aspekt (Lebensgeschichte/
Konflikte)
• Situativer Aspekt (aktuelle Situation)
• Personaler Aspekt (subj. Verarbeitung)
• Sozialer Aspekt
• Kontextueller Aspekt (Umweltfaktoren)
Wann wird wie behandelt?
• Prävention: Leben, lieben, laufen, lernen,
lachen
• Therapie/Rehabilitation: Definition einer
„Störung“ und „Wiederherstellung“ durch
Training und Kompensation
• Management von chronischen Krankheiten:
Ressourcenorientierung; Lebensqualität;
Palliative Aspekte
Erfolgreich Altern
1. Selektion: Auswahl, Veränderung von
Zielen, Ansprüchen, Erwartungen, Standards
2. Optimierung: Stärkung und Nutzung
vorhandener,
Verbliebener Ressourcen, Handlungsmitteln
3. Kompensation: Schaffung neuer Fertigkeiten,
Training, Verhaltenslücken schließen
Psychotherapeutische
Maßnahmen (Probleme)
• Von Seiten des Therapeuten
–
–
–
–
–
„Defizitmodell“
Eigene Einstellung zum älter werden
Angst, der Patient könnte sterben
Umkehrung der Übertragungskonstellation
Reaktivierung eigener Konflikte mit Elterngeneration
– Abwertende Vorurteile von Fachkollegen
Psychotherapeutische
Maßnahmen (Probleme II)
– Multimorbidität
– primär organische Sichtweise
– Notwendigkeit der Modifikation des
therapeutischen Ansatzes entsprechend der
Bedürfnisse und Ressourcen des älteren
Menschen
– Änderung der Zieldefinition
Psychotherapeutische
Maßnahmen (Probleme III)
• Vom Patienten
–
–
–
–
Angst vor Neuem und Unbekanntem
Primär organisch/medizinische Ausrichtung
erschwerter Zugang zur Psychotherapie
Einstellung der Betroffenen zum Alter als
Schicksal (Unveränderbarkeit)
– Störungsbilder oft nicht eindeutig
klassifizierbar
Psychotherapeutische
Maßnahmen (Probleme IV)
• Von der Therapiemethode
– Änderung der therapeutischen Zielsetzung
(Wiedererlangung/Stabilisierung der
psychosozialen Autonomie)
– Modifikation der Methode
– Interdisziplinäre Sichtweise (Kooperation)
– Fehlende Effizienznachweise
– Fehlende Ausbildung der Therapeuten im
Bereich Gerontologie
Wichtige (psychische) Störungen im
Alter
•
•
•
•
Demenz
Depression
Suicid
Anpassung an veränderte Lebenssituation
und körperliche und soziale Bedingungen
• Verarbeitung körperlicher Krankheiten, Tod
und Sterben
Allgemeine Tendenzen
• Prävalenz: bei über 65-jährigen zwischen
23-29%. Schwere Formen 6-8%. Starke
Unterschiede bei leichten Störungen.
Anstieg mit dem Alter. Keine eindeutige
Geschlechtsspezifität, jedoch Unterschiede
bei einzelnen Störungen.
• Inzidenz:Behandlungsinzidenz in
Psychiatrie unter der von Jüngeren; viele im
Pflegeheim (70% Demenzen); periodisch
schwierig erhebbar.
Überblickstabelle über
psychische Störungen (60Lj)
Diagn.
Prävalenz Inzidenz Morbidität
Delir
10-15%
MCI
-52%
Demenz
3-8%
Demenz (80J) 30%
Schizoph.
3-5%0
Depress.(l) 11-23%
steigend
---1,2-8,2 
-----
--

---
Überblickstabelle über
psychische Störungen (60Lj)
Diagn.
Prävalenz Inzidenz Morbidität
Depr. Schwer 1-13%
 6.3-15,5%  7-12%
Suicid
37,5/100.000

--neurot.St.
>10%
Alkoholismus
1-16%
Paranoide Syndr. 0.9%
(Zahlen nach Cooper, Platt, Zapotoczky,Radbold)
Demenzen
• Steigen mit Alter an
• Hirnorganischer Abbauprozess
(Gedächtnisstörung plus weitere kognitive
Störung)
• Reduktion der Leistungen
• Verschiedene Krankheiten als Ursache
(Alzheimer, vaskulär (gefäßbedingt), andere
degenerative Gehirnerkrankungen,
Vergiftungen etc.
• Verlauf unterschiedlich, Dauer bis zu 10
Jahre
Wie wird die Diagnose gestellt?
• Anamnese
• Neuropsychologie (Testung von
Kognition/Stimmung/Selbstständigkeit)
• Intern med. Untersuchung ;Labor
• Neurologie/Psychiatrie/Bildgebung (MRT)
• Funktionelle Untersuchungen (PET/SPECT)
Therapie der Demenz
(multifaktoriell und multiprofessionell)
Biologisches Substrat
(Med.Th./Pflege/Ph.Th.)
Psychische
Faktoren
(Training/
Psychotherapie)
Soziale Faktoren
Verhalten
(Angehörige/Betreuer)
Ökologisch/kontextuelle Faktoren
(Umweltgestaltung)
Was kann man (präventiv) gegen
eine „Demenz“ tun?
•
•
•
•
•
•
•
•
Frühe Diagnostik
Behandlung von Krankheiten
Risikofaktoren
Lebensstil
Aktivität
Ernährung
Kognitives Training
Behandlung der Demenz
Biologische Maßnahmen
•
•
•
•
•
•
•
Gesunde, ausgewogenen Ernährung
Vorsorgeuntersuchungen
Vermeidung schädlicher Verhaltenweisen
Behandlung von Krankheiten
Bewegung
Vitamine (A, C, E)
Fisch statt Fleisch
Was bringt körperliches Training?
Regelmäßiges körperliches Training ist die
sicherste, umfassendste und wirkungsvollste
Einzelmaßnahme zur Vorbeugung (und
Behandlung) von
–
–
–
–
–
–
–
Bluthochdruck
Fettstoffwechselstörungen (Cholesterin)
Diabetes mellitus 2
Herzkrankheiten
Osteoporose
Rückenschmerzen
Depression
Wie soll körperlich trainiert werden?
• Regelmäßig (3x/Woche mit mindestens
einem trainingsfreien Tag dazwischen)
• Langsam beginnen
• Ausdauertraining (Verbesserung des
Energieumsatzes der Zellen;
Sauerstoffversorgung)
• Krafttraining (Verbesserung/Erhalt der
Muskelmasse)
Medikamentöse Therapie der
Demenzen
• Prävention
• Antidementiva (Cholinesterasehemmer,
Memantine, Gingko Biloba, Nootropika, ..)
• Antidepressiva
• Behandlung von Verhaltensstörungen
• Behandlung sonstiger Krankheiten
• Berücksichtigung von Nebenwirkungen der
Medikamente
Nicht-medikamentöse
Maßnahmen
• Leben, lieben, laufen, lernen, lachen
• Computertrainings
• Neuropsychologische Therapien,
Gedächtnistraining etc.
• Psychosoziale Maßnahmen, Psychotherapie
• Umweltgestaltung
• Palliativbetreuung
Validation
• Aufbauend auf Eriksons Theorien der
Lebensaufgaben
• letztes Stadium:Verarbeiten/vegetieren
• Stadien der Desorientiertheit:
–
–
–
–
mangelhafte Orientierung
Zeitverwirrtheit
sich wiederholende Bewegung
vegetieren
Validation II
• Für jedes Stadium bestimmte Techniken
• Grundprinzipien
– zuhören, gut beobachten nicht werten und
urteilen
– Fakten untersuchen mit Fragen: wer, was, wo,
wann. - nie „warum“!
– Schlüsselworte wiederholen
– umschreiben, zusammenfassen, auf
Mehrdeutigkeit achten.
Validation III
– „Polarity“ beachte: immer, nie, was geschieht,
wenn das Gegenteil eintritt?
– Echter, direkter Blickkontakt.
– Berührungen (entsprechend Phase)
– Spiegeln.
– Musik, Essen, Tanz,..
– Empathie, Echtheit
– Bauen sie eine intime, sorgende, echte
Beziehung auf.
Validation IV
• Gehen sie mit dem Patienten, nicht gegen
ihn.
• Sich in die Schuhe des anderen stellen.
• Nicht den Patienten verändern ist das Ziel
von Validation!!
Milieutherapeutische
Maßnahmen
• Adäquate Gestaltung der Umwelt
• Orientierung an Defiziten und Ressourcen
des älteren Menschen
• Ausbrechen aus alten Schemen
• Gestaltung des Wohnbereiches,
Krankenhäuser, Heime,...
• Organistionsentwicklung
Depressionen im Alter
Psychologische Aspekte
G. Gatterer
Psychologisch-psychotherapeutische
Ambulanz
Psychologische Kennzeichen
•
•
•
•
Negatives Bild von sich selbst
Der Umwelt
Der Gegenwart
Der Zukunft
• Losigkeitsgefühle und negat. Denken
• Oft Positivierung der Vergangenheit
Ursachen der Depression im
Alter
• Endogene Ursachen (Neurotransmitter)
• Somatogene Ursachen (Krankheiten,
Medikamente)
• Psychogene Ursachen (reakt. Depression)
Im Alter oft Kombination verschiedener
Faktoren, unspezifischer, von körperlichen
Krankheiten überlagert. Symptome oft
verwaschen und mit „alt“ oder dement
assoziert.
Therapie der Depression
Medikamentöse Therapie
Auslöser suchen
Denkmuster
Persönlichkeit
Psychologische/
Psychotherapeutische
Behandlung
Gruppentherapie
Depression
Soziotherapie
Selbstsicherheitstraining
Aktivitäten
Lebensumstände
Genusstraining
Milieutherapie
•
•
•
•
Grundaspekte der
Depressionstherapie
im Alter
Antidepressiva
Multifaktorielle Auslöser berücksichtigen
Multimorbidität beachten
Mehrdimensional Denken, Multiprofessionell
handeln, Ressourcen nützen, nicht
über/unterfordern
• Längerfristig behandeln
• Patientenorientierung
Suicid im Alter
Spezifität: Anstiegmit Alter, Männer
mehr gefährdet, Rückgang des
apellativen Suicids (1.5/1 vgl.1:81:10)
Häufigkeit
•
•
•
•
Gesamtbevölkerung: 19/100.000
Menschen 65-75 J.: 31.3/100.000
Über 75 j.: 39.7/100.000
Österreich
– ältere Männer: 85.2/100.000
– Frauen: 28.6/100.000
– Männer über 80: 117.3/100.000
Begriffsdefinition
• Unterschied Suicid und Suicidversuch
• „Unter Suicid verstehen wir die absichtliche
und gelungene Vernichtung des eigenen
Lebens durch eine gezielte Handlung.
Suicidversuch ist demnach eine solche
Handlung die nicht zum Tod führte. Beides
zusammen sind suicidale Handlungen.
Ursachen
•
•
•
•
Psychische und körperliche Krankheiten
Depressionen
Psychiatrische Erkrankungen
Zwischenmenschliche Konflikte spielen häufig
eine Rolle
• Chronische unheilbare Kht.
• Hirnorganische Erkrankungen
• Soziale Netze
Methoden
• Männer: 62% erhängen, 14% Feuerwaffen,
8% Hinunterspringen, 4% Medikamente
• Frauen: 43% erhängen, 16% Medikamente,
16% Hinunterspringen, 1% Feuerwaffen
• Unterschiede Jüngere: Erhängen häufig aber
seltener als im Alter. Vor ein sich
bewegendes Objekt werfen kommt häufiger
vor.
Abklärung Suicidalität
• Wollen Sie sich das Leben nehmen?
• Können Sie sich noch über etwas freuen?
• Fällt es Ihnen schwer Entscheidungen zu
treffen?
• Fühlen Sie sich ohne Grund körperlich und
seelisch schlecht?
• Sind Sie unsicher, ratlos, ängstlich?
• Schlafen Sie schlechter?
• Ist Ihr Leben nutzlos?
Selbstmordgefährdung
• Drei Komponenten (Ringel)
Einengung-Aggressionsstau/-umkehr –
Todesphantasien
• Drei Stadien (Pöldinger)
Erwägung-Ambivalenz-Entschluss
• Wichtige Maßnahmen: Ansprechen,
nachfragen wie konkret, vorherige SMV,
fehlende Zukunftsperspektiven
Erklärungsmodelle
Medizinisch-Psychiatrischer Ansatz
(Ringel, 1974)
• Ausdruck seelisch krankhafter Verfassung;
Psychopathologischer Prozess (Resultat)
mit Ursprung in früher Kindheit (neurot.
Familienmilieu). Neurotischer
Lebensverunstaltung durch psych. Stuktur
des Betroffenen gesteuert.
• Altersuicid: Nicht bewältigtes Altern.
Verringerung der körperlichen Mögl.
Medizinisch-Psychiatrischer Ansatz
(Ringel, 1974)
• Altersuicid: Reduktion Selbstwertgefühl
und der zwischenmenschlichen
Beziehungen. Verlust der
Umstellungsfähigkeit und Anpassung, starre
Verhaltensmuster, Vergangenheitsorientiert
da Zukunft mit Abbau,Krankheit und
Sterben verbunden
• Globaler Ansatz. Zu unspezifisch.
Tiefenpsychologischer Ansatz
(Henseler, 1984)
• Ursache tiefe narzistische Kränkung,
extreme Bedrohung des Selbstwertgefühls.
Abwehr versagt. Resultat wäre die
"Regression auf den harmonischen
Primärzustand" (intrauteriner Urzustand).
• Suicid ist die Vermeidung der narzistischen
Katastrophe.Rettung des Selbstwertgefühls.
Tiefenpsychologischer Ansatz
(Henseler, 1984)
• Altersuicid: Auslöser sind altersbedingte
Veränderungen des Körpers, der Vitalität,..
die eine Gefährdung des Selbstwertgefühls
bedeuten. Depressive-suicidale
Entwicklung. Männer seien stärker davon
betroffen (stärkere narzistische Kränkung).
Sozialpsychologischer Ansatz
(Wiendieck, 1973)
• Abhängigkeit von Einstellungen, kogn. und
emotionale Verarbeitung von Belastungen
des höheren Lebens. Appellative/evasive
Intention der Suicidhandlung. Je größer
Wahrscheinlichkeit für Änderung der Sit.,
umso eher appellative S. Im Alter und bei
Männern weniger gegeben.
Psychologisches Prozessmodell
(Thomae 1984)
• Vorausgehende Lebensbedingungen
• Einschneidendes Lebensereignis
• Verarbeitung
– Persönlichkeit
– Subj. Belastung, Bewertung
– Soziale Unterstützung
• Emot. Reaktion und Bew.versuche
• Folgen: Depression, Suicid oder Bewält.
Betreuung
• Ansprechen
• Nicht verharmlosen
• Lebensziele finden/Verbesserung sozialer
Bedingungen
• Stärken herausarbeiten
• Beziehung wichtig
• Medikamentöse Therapie (AD,
Neuroleptika, Lithium)
• Psychiatrie
• Psychotherapie (stützend, antidepressiv)
Psychotherapeutische Methoden
• Verhaltenstherapie: Lernprozesse
• Gesprächspsychotherapie:
Psychotherapeutische Grundhaltung. Positive
Entwicklung des Menschen.
• Psychoanalyse: Aufdecken unbewusster
Mechanismen.
Übertragung/Gegenübertragung
• Katathym-Imaginative Therapie: Arbeit mit
Tagtraum
Psychotherapeutische Methoden
• Entspannungstechniken: Autogenes
Training, Jacobson Progressive
Muskelentspannung
• Kreative Therapien: Kunsttherapie,
Musiktherapie, Tanztherapie
• Soziotherapie
• Paartherapie
Aspekte der Behandlung
• Biografischer Aspekt (Lebensgeschichte/
Konflikte)
• Situativer Aspekt (aktuelle Situation)
• Personaler Aspekt (subj. Verarbeitung)
• Sozialer Aspekt
• Kontextueller Aspekt (Umweltfaktoren)
Wann wird wie behandelt?
• Prävention: Leben, lieben, laufen, lernen,
lachen
• Therapie/Rehabilitation: Definition einer
„Störung“ und „Wiederherstellung“ durch
Training und Kompensation
• Management von chronischen Krankheiten:
Ressourcenorientierung; Lebensqualität;
Palliative Aspekte
Erfolgreich Altern
1. Selektion: Auswahl, Veränderung von
Zielen, Ansprüchen, Erwartungen, Standards
2. Optimierung: Stärkung und Nutzung
vorhandener,
Verbliebener Ressourcen, Handlungsmitteln
3. Kompensation: Schaffung neuer Fertigkeiten,
Training, Verhaltenslücken schließen
Psychotherapeutische
Maßnahmen (Probleme)
• Von Seiten des Therapeuten
–
–
–
–
–
„Defizitmodell“
Eigene Einstellung zum älter werden
Angst, der Patient könnte sterben
Umkehrung der Übertragungskonstellation
Reaktivierung eigener Konflikte mit Elterngeneration
– Abwertende Vorurteile von Fachkollegen
Psychotherapeutische
Maßnahmen (Probleme II)
– Multimorbidität
– primär organische Sichtweise
– Notwendigkeit der Modifikation des
therapeutischen Ansatzes entsprechend der
Bedürfnisse und Ressourcen des älteren
Menschen
– Änderung der Zieldefinition
Psychotherapeutische
Maßnahmen (Probleme III)
• Vom Patienten
–
–
–
–
Angst vor Neuem und Unbekanntem
Primär organisch/medizinische Ausrichtung
erschwerter Zugang zur Psychotherapie
Einstellung der Betroffenen zum Alter als
Schicksal (Unveränderbarkeit)
– Störungsbilder oft nicht eindeutig
klassifizierbar
Psychotherapeutische
Maßnahmen (Probleme IV)
• Von der Therapiemethode
– Änderung der therapeutischen Zielsetzung
(Wiedererlangung/Stabilisierung der
psychosozialen Autonomie)
– Modifikation der Methode
– Interdisziplinäre Sichtweise (Kooperation)
– Fehlende Effizienznachweise
– Fehlende Ausbildung der Therapeuten im
Bereich Gerontologie
Definition Verhaltenstherapie
Alle Therapieformen, die sich in der Methodik an
den Ergebnissen der empirischen Lernforschung,
der allgemeinen experimentellen Psychologie,
Sozialpsychologie und Psychophysiologie
(Verhaltensmedizin) orientieren.
„Pathologische“ Verhaltensweisen entstehen nach
den selben Gesetzesmäßigkeiten wie „normale“;
Lernprozesse
Verhaltenstherapeutisches
Vorgehen
Diagnostik
Gespräch
Verh. Analyse
Funkt. Bed. Modell
Psych. Störung
Psychometr.
Untersuchung
Motivation
Therapie
Kogn. Störung
Evaluation
Verhaltensanalyse
• Analyse der aktullen Problemsituation auf
– Makroebene: Systemebene (Genese und
Aufrechterhaltung unter Berücksichtigung der
Familiengeschichte, Lerngeschichte,
Persönlichkeit, etc.)
– Mikroebene: Symptomebene
Stimulus - Organismusvariable - Reaktion - Konsequenz
• Erhebung von Regeln, Normen und kognitiven
Schemata
Problemanalyse
Indikationen für VT
•
•
•
•
•
•
•
•
•
Depressionen/Suicid
Angst
Schlafstörungen
Vermittlung soz. Kompetenz
Dementielle Erkrankungen/Organ. Schäd.
Psychiatr. Erkrankungen
Inkontinenz
Unterst. Angehörige, Pflegepersonal
Bewältigung körp. Erkrankungen
Verhaltenstherapie bei
Depressionen
•
•
•
•
•
•
•
Mehrdimensioal
Aktivitätsstraining/aufbau
kogn. Umstrukturieren automat. Gedanken
Förderung sozialer Kompetenz
Genußtraining/Resensibilisieren
Wahrnehmungstraining
Milieutherapie
VT bei Demenzen
Technik
Indikation
Verhaltensanalyse
Psychoedukation
Aktivitätenaufbau
Mod. Dysfunkt. Gedanken
emot. Bewältigung
Gedächtnishilfen/kogn.Train.
Problemlösen
Verh. Aufbau: Rollenspiele
alle Stadien
leicht/mittel
leicht/mittel
leicht
leicht
leicht/mittel
leicht/(schwer)
leicht
VT bei Demenzen
Technik
Indikation
Verh. Aufbau: Modellernen
Verh. Abbau: Shaping, Prompting,
Fading, Chaining
Token-Economie;
Time-Out
Kontingenzmanagement bei
Inkontinenz
Verh. Abbau: Stimuluskontrolle
Arbeit Angeh., Betreuer
leicht/mittel
leicht/mittel
schwer
mittel/schwer
mittel/schwer
alle Stadien
VT bei Demenzen Unterstützungen
Technik
Indikation
Neuropsychol. Training
Realitäts-Orientierungs-Training
Kompetenz-Training
Selbsterhaltungstherapie
Erinnerungstherapie
Biografiearbeit
Validation
Resensibilisierung, Remotivation,
Resozialisierung
leicht/(mittel)
leicht/mittel
leicht/mittel
leicht/mitte
leicht/mitte
leicht/(schwer)
alle Stadien
alle Stadien
VT bei Demenzen Unterstützungen
Technik
Indikation
Milieutherapie
Kunsttherapie
Musiktherapie
Bewegungstherapie/Tanz
alle Stadien
alle Stadien
alle Stadien
alle Stadien
RealitätsorientierungsTraining
•
•
•
•
•
•
•
•
Verwendung einer ROT-Tafel
Anrede mit Namen
Realitätsnahe Aufgaben/alle Bereiche
dem kogn. Niveau angepaßt/aufbauend
spielerisches Erarbeiten
Verstärkung und Korrektur (Zusatzinfo.)
Verst. von Kommunikation
Integration Familie
Verhaltenstherapie bei
Schlafstörungen
•
•
•
•
•
•
•
Analyse der Auslöser
Analyse der Schlafgewohnheiten
Situative Aspekte
Subjektive Bewertungen des Schlafes
Abendaktivitäten
Ernährung
Verstärker
VT-bei Harninkontinenz
• „Inkontinenz ist ein Zustand, in dem
unfreiwilliges Urinieren ein soziales und
hygienisches Problem ausmacht, welches
objektiv festgestellt werden kann“. (Def.:
Int. Cont.Soc., Nehen, 1986)
• Ursachen:
– Stressinkontinenz: bei körperlichen
Belastungen
VT-bei Harninkontinenz II
– Dranginkontinenz: Unfähigkeit, Entleerung zu
verzögern
– Reflexinkontinenz: Störung der
Nervenversorgung der Blase, z.B. Demenzen
– Überlaufinkontinenz: aktive
Entleerungsfunktion fehlt.
• VT in Gesamtbehandlungsprogramm (Med.,
Physiotherapie, Kontinenztraining,..)
integriert.
VT-bei Harninkontinenz III
Bereiche der VT-Interventionen
• Veränderung der Miktionsgewohnheiten
– Blasentraining (Blasenkapazität erhöhen)
– Kontinenztraining (regelmäßiges Aufsuchen
der Toilette)
• Sphinktertraining: Zusammenkneifen mit
Erholungsphasen bis zur Erschlaffung
VT-bei Harninkontinenz IV
• Beckenbodengymnastik:
Muskelanspannung von den Füßen bis zum
Beckenboden eintrainieren. Im Sitzen oder
Liegen, Fersen zusammenpressen; Knie
gebeugt; Gesäßmuskel angespannt.
Verschiedene Übungen
• Elektrostimulation : Muskel kontrahiert
• Verlernen von Inkontinenz: Op. Kond.
VT-bei Harninkontinenz V
• Biofeedback
• Veränderung sekundärer Verhaltensweisen:
Depressionen, Isolation,..
• Unterricht und Anleitung des Personals
VT-Entlassungsvorbereitung
•
•
•
•
•
Angstreduktion durch Copingstrategien
Motivation zum Abbau sozialer Defizite
Aufbau von Selbstsicherheit, Aktivitäten
Bewältigung körperlicher Probleme
Vorbereitung auf Problemsituationen
(Rollenspiel, durchsprechen,...)
• Extramurale Hilfen, Tagesstruktur
VT-Krankheitsbewältigung
• Analyse der Situation, Biografie, Kontext
• Aktuelle Stressoren (sozial, somatisch,
psychisch, kontextuell, sonstiges)
• subjektive Wahrnehmung und kognitive
Verarbeitung
• Aufbau therap. Beziehung
• Problemlösetraining (sozial, medizinisch,
Kognitionen, Komm., Aktivität,Alternat.
Fall: F.G. weiblich, 53a
• Dg.: Spast. Tetraplegie, 10 a im PH
• Ziel: Entlassungsvorbereitung
• Probleme: Selbständigkeit, Angst,
Hospitalismus, leichte kogn. Defizite
• Therapie
– Motivation für selbständiges Wohnen
– Funktionstraining (Koop. Ph.Therap.)
– Selbständigkeitstraining
Fall-Fortsetzung
– Entspannungstraining
– Aufbau von Selbstvertrauen und Selbstsicherheit/ Verstärkung
– Wohnungssuche und Adaptierung (DSA)
– schrittweise Ausgliederung in Whng.
– Problemlösetraing (Stürze, Krankheit,..)
– Entlassung und Nachbetreuung
Vorteile VT
•
•
•
•
•
•
•
Gegenwartsorientiertheit
Anwendbarkeit durch Paraprofessionelle
Zerlegung komplexer Verhaltensweisen
Direkte, kontin. Beobachtung der Effekte
Effizienzbeurteilung
Breites Methodenrepertoire
Kombination mit anderen Therapieformen
Mögliche Probleme VT
• Zieldefinition
• Ethisch moralische Überlegungen bei
operanten Methoden bei Demenzen
• „Patentrezepte“
• Vernachlässigung individueller Situation
• Anpassung des Patienten an „schlechte“
Grundstrukturen anstelle deren Änderung
Gesprächspsychotherapie
(Linster,1994)
• Therapeutische Grundhaltung: Empathie/
Akzeptanz/Echtheit
• Positive, selbsterhaltende und soziale Natur
des Menschen. Aktualisierungskraft als
Motor (Menschenbild)
• Herausbildung des Selbst durch Selbst- und
Beziehungserfahrung
Gesprächspsychotherapie II
• Störung durch fehlende oder gestörte
Verbindung zwischen Wachstumspotential,
Selbst und Bewusstsein und Erfahrung
(inkongruent)
• Psychotherapie ist Prozess der Erkundung
der eigenen Person, Entwicklung, nicht
Problemlösung (Selbstexploration)
Gesprächspsychotherapie III
• Indikationen
– Unterstützung des älteren Menschen bei der
Bewältigung seiner Lebenssituation (Konflikte,
Verluste, Bedrohungen,....)
– Bearbeitung des aktuellen Erlebens und dessen
subjektiver Bewertung
– Probleme in der Therapie ergeben sich durch
kognitive Abbauprozesse
Psychoanalyse
Die Psychoanalyse ist
• eine Theorie über die Entwicklung der
Persönlichkeit und deren Störungen
• eine Forschungsmethode für unbewußte
Prozesse
• eine Behnadlungsmethode bestimmter
psychischer Störungen (innerpsychische,
intra- und intergenerative Konflikte,
Psychoanalyse
Traumatisierungen) durch Bearbeitung von
unbewussten Widerständen und
Übertragungen.
• Gestützt auf Eriksons (1950)
Entwicklungskonzept - Lösen von
Entwicklungsaufgaben.
Psychoanalyse
Grundannahmen
• Prinzip der psychischen Determiniertheit Bedeutung des „Unbewussten“
• Triebe (Energieversorgung des psychischen
Apparates): Sexualtrieb/Selbsterhaltungstrieb/
Aggressionstrieb
• Entwicklung der Triebe (Oral/anal/phallisch
/genital)
Psychoanalyse
• Der psychische Apparat - Strukturmodell
der Persönlichkeit (ES/ICH/ÜBER-ICH;
Primär-, Sekundärprozesse)
• Abwehrmechanismen
Psychodynamische Sicht des
Alterns
• Zeitlosigkeit des Unbewußten
• Sexualität bleibt lange erhalten
• Aggressive Triebregungen bleiben
unverändert
• Verkannte Triebwünsche und unzugestandene unbewußte Konflikte (oft von
jüngeren nicht akzeptiert; z.B. energische,
selbständige graue Panther, Sexualität, ....)
Psychodynamische Sicht des
Alterns
Triebimpulse müssen verdrängt werden.
• Traumatisierungen während des Alterns Veränderungen, die die erworbene Stabilität,
Sicherheit und Autonomie gefährden. Verlust
hochbesetzter Objektbeziehungen, narzistische
Kränkungen (Aussehen, Leistungsfähigkeit)
• Unveränderte Aufgaben des ICH, jedoch oft ICHFunktionen beeinträchtigt.
Psychodynamische Sicht des
Alterns
•
•
•
•
Reaktionen des ICH
benutzt bewährte Abwehrmechanismen
diese werden oft verstärkt eingesetzt - auch
„primitivere“ (Regression)
Verschärfung der Charakterzüge
„alterstypisches“ Verhalten hilft Normen zu
erhalten und anderes abzuwehren.
Psychodynamische Sicht des
Alterns
• Funktionseinschränkungen werden zur
Abwehr benutzt
• Idealisierung der Kindheit als Hinweis auf
Enttäuschung in Gegenwart
• Neurotische Erfahrungen helfen Neues
abzuwehren
• „kurze Lebenszeit“ und Rationalisieren von
Krankheit als Abwehr
Psychodynamische Sicht des
Alterns
• Weniger starke Besetzung neuer Objekte als
Schutz vor Verlsut
• Regression im Dienste des ICH
• Altern als ZWEITE KINDHEIT?
– „Pathologische Regression“
– frühe Abwehrmechanismen, Verstärkung
bestimmter Charakterzüge
Psychodynamische Sicht des
Alterns
– „primitive“ Verhaltensweisen und Interaktions-formen
der psychosex. Entw. In Phantasie, Träumen, .....
sichtbar
– anale und orale Befriedigungen anstelle genitaler
– Normen und Gebote des ÜBER-ICH als Abwehr
– geringere Besetzung von (neuen) Objekten, stärkere
Besetzung von Körperfunktionen (narz. Regr.)
Psychodynamische Sicht des
Alterns
– Zwanghaft geordneter Tagesablauf, konstante
Objektbeziehungen, vertraute Umwelt für
innere Stabilität und Scheinautonomie
– path. Regression bei Paranoia, hirnorg.
Prozessen
Voraussetzung PA-Therapie
• Fähigkeit zur Introspektion
• Fähigkeit zur Bildung einer Übertragung
• Fähigkeit des Zugangs zu unbewußtem
Material (Träume, freie Assoziation)
• Arbeitsbündnis
• Motivation
• Fähigkeit zur libidinösen Besetzung neuer
Objekte
Indikationen für PA
• Übertragungsneurose:Klassische Analyse/
mittelfristige analytische Therapie
• Narzistische Störungen: Analyt. Therapie
ohne Deutung narzist. Übertragung.
Nachreifung (Akzeptanz der eigenen
Begrenztheit und des Wunsches nach
Beziehung, Veränderung der
Selbsterwartung)
Indikationen PA
• Aktueller Konflikt: Fokaltherapie (Altersspezifische Konflikte: unbew.
Abhängigkeitswünsche bei Hilfsbedürft.)
• sehr eingeschränkte, regressive Patienten:
Psychodynamisch orientierte Therapie/
niederfrequente Begleitung
(Auseinandersetzung mit der eigenen
Endlichkeit, Sterben und Tod)
Katathym-Imaginative
Psycvhotherapie
Psychosoziale Aufgaben im Alter
• 50-65 (Stufe 1) Vorbereitung auf das Alter
– Auseinandersetzung mit dem Älterwerden und
dessen Konsequenzen (Narz. Kränkungen)
– Neudefinition der Zweierbeziehungen (alternde
Ehe nach Ablösung der Kinder
– Vorbereitung auf Ausscheiden aus
Arbeitsprozeß
Psychosoziale Aufgaben im Alter
• 65-75/85 (Stufe 2) Rüstiges Alter
– Akzeptanz des Altwerdens und üben, sich
fortwährend adaptiv einzustellen
– Realisierung der vorgesehenen Pläne und
individuelle Gestaltung des Ruhestandes
(eventuell mit Partner)
Psychosoziale Aufgaben im Alter
• Über 75/85 (Stufe 3) Hohes Alter
– Weiterführung der Auseinandersetzung mit
Alternsprozessen (Selbständigkeit, Mobilität,
Abhängigkeit,....)
– Akzeptieren des Altgeworden seins mit
Krankheit und Vereinsamung
– Vertrautwerden mit Sterben und Tod
Überlegungen zur Psychotherapie
• Psychotherapie ist Behandlung emotionaler
Probleme mit psychologischen Mitteln um
bestehende Symptome zu beseitigen, zu
modifizieren oder zu mindern, gestörte
Verhaltensweisen zu ändern und die
günstige Reifung zu fördern.
• Grundlage ist meist ein Gespräch unter
Beachtung non-verbaler Aspekte.
Überlegungen zur Psychotherapie
• Für die Führung eines Gespräches sind
Kommunikationsfähigkeit und intakte
intellektuelle Leistungsfähigkeit Voraussetzung.
• Life-Reviewing ist von entscheidender Bedeutung
für jede Alternspsychotherapie (Ressourcen,
Rollen, Probleme,...). Daher Zeit am Anfang nötig
(Motivation, Vertrauen)
Überlegungen zur Psychotherapie
• Eingebaute Abwehrmechanismen versagen
oft im Alter
• Veränderungen des Charakters nicht geklärt
• Oft weniger Widerstand gegen
unangenehme Einsichten (nicht immer!)
• Verlangsamung der Denkabläufe
(Speed/Power)
KIP bei alten Menschen
• Indikation/Kontraindikation: Indikation bei
den meisten psychischen Störungen
gegeben. KI hirnorganische Störungen,
Psychosen, schwere Depressionen,
Oligophrenie.
• Zieldefinition wichtig (nah, mittel, fern)
• Motive Grundstufe: Blume (Einstellung),
Wiese, Bachlauf, Berg, Haus, Waldrand.
KIP bei alten Menschen
•
•
•
•
•
•
Entspannung
Vorgespräch
Tagtraum
Nachgespräch (oft nächste Stunde)
Tagtraumprotokoll
Malen des Bildes
KIP bei alten Menschen
• Erinnerungsbilder (nicht stärkere Abwehr
wie bei jüngeren sd. Fülle des Lebens)
• Motive frei wählbar. Grundstufe und
angepaßt an Situation
• Zusatzmotive: Familienbibel
KIP bei alten Menschen
Probleme
• Verlusterlebnisse und deren Folgen:
Gesundheit, körperliche Rüstigkeit, Partner,
Kinder, Geschwister, Verwandte, sozialer
Status, finanzielle Probleme, Wohnung,
Haustiere.
• Depressive Störungen
• Aktuelle Belastungen
KIP - wirksames Agens
•
•
•
•
•
•
•
Vertrauen
Psychotherapeut als Person
Versenkungszustand
Übertragungssituation (Mutter/Kind - oral)
Imaginieren
Ruhe beim Imaginieren
Vergegenständlichung von Konflikten
KIP - wirksames Agens
• Klären (Klarifizieren). Beschreibung der
Bilder, emotionale Qualitäten, Symbole,
Realgestalten, Durcharbeiten
• Konfrontation: Gegenüberstellung der
Imagination
• Mikrokatharsis (ähnlich Nachttraum) zur
Abfuhr innerer Erregungen
• Symbolkonfrontation (nur erfahrene Th.)
KIP - wirksames Agens
• Probehandeln im Tagtraum: Einüben neuer
Verhatensweisen
• Zugang zu unbewußtem Material
• Gefühle ansprachen
• Assoziatives Vorgehen (Verknüpfung der
Bilder mit solchen aus Vergangenheit)
• Durcharbeiten der Bilder (Stunde später) mt
neuen Erkenntnissen
KIP - wirksames Agens
• Altersregression: Im Tagtraum in Kindheit
zurückversetzt. Korrektur aktueller
Situation oder Korrektur von frühen
Beziehungsstörungen
• Fokussierung: Konzentration auf
Konfliktherde
• Therap. Wirkung von Wasser und
Landschaftmotiven
KIP - wirksames Agens
• Gezielte narzistische Befreidigung durch
positive Erinnerung - beruhigend.
• Befriedigung oraler Bedürfnisse erleichtert
• Befriedigung analer bedürfnisse (bei
Hausmotiv: Toilette, Badezimmer,...
• Kreativität
KIP-Probleme
• Pat. Hat Angst vor Loslassen
• Abhängigkeit vom Therapeuten
• Vermeidung schwieriger Themen
(Traumen)
• Aufgabe von Kontrolle (Augen offen
lassen, im Sitzen üben)
• Multimorbidität, Demenzen
• RR sinkt bei Entspannung
Entspannungstechiken
•
•
•
•
•
•
Jakobson - viele Vorteile
Autogenes Training (Blutdruck!!)
Joga
Reise durch den Körper
Einsatz von Ablenkung
Gymnastik etc.
Validation
• Aufbauend auf Eriksons Theorien der
Lebensaufgaben
• letztes Stadium:Verarbeiten/vegetieren
• Stadien der Desorientiertheit:
–
–
–
–
mangelhafte Orientierung
Zeitverwirrtheit
sich wiederholende Bewegung
vegetieren
Validation II
• Für jedes Stadium bestimmte Techniken
• Grundprinzipien
– zuhören, gut beobachten nicht werten und
urteilen
– Fakten untersuchen mit Fragen: wer, was, wo,
wann. - nie „warum“!
– Schlüsselworte wiederholen
– umschreiben, zusammenfassen, auf
Mehrdeutigkeit achten.
Validation III
– „Polarity“ beachte: immer, nie, was geschieht,
wenn das Gegenteil eintritt?
– Echter, direkter Blickkontakt.
– Berührungen (entsprechend Phase)
– Spiegeln.
– Musik, Essen, Tanz,..
– Empathie, Echtheit
– Bauen sie eine intime, sorgende, echte
Beziehung auf.
Validation IV
• Gehen sie mit dem Patienten, nicht gegen
ihn.
• Sich in die Schuhe des anderen stellen.
• Nicht den Patienten verändern ist das Ziel
von Validation!!
Milieutherapeutische
Maßnahmen
• Adäquate Gestaltung der Umwelt
• Orientierung an Defiziten und Ressourcen
des älteren Menschen
• Ausbrechen aus alten Schemen
• Gestaltung des Wohnbereiches,
Krankenhäuser, Heime,...
• Organistionsentwicklung
Grundlegende Philosophie
Jeder Patient, auch der ältere Mensch mit
schwerer Demenz ist „Kunde“ im Gesundheitswesen. Insofern sollten sich alle
getroffenen Maßnahmen an seinen
Grundbedürfnissen orientieren.
Ziel ist die bio-psychosoziale
Stabilisierung.
Literatur
• Gatterer G. (2008) Multiprofessionelle
Altenbetreuung; Springer, Wien

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