Tiergesundheit bei landwirtschaftlichen Nutztieren

Report
Tiergesundheit bei
landwirtschaftlichen Nutztieren
Tierärzte für Nutztiere
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in Westfalen
unser Kerngebiet ...
Beratung international
SCHWEIZ
Gesetzliche Rahmenbedingungen zur
Nutztierhaltung
Tierschutzgesetz
Erster Abschnitt: Grundsatz: § 1
Zweck des Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen
für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu
schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund
Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.
Betreuung/Produktion durch Tier
Landwirte
Fachkunde und Empathie zum Tier
Tierschutzgesetz
Zweiter Abschnitt: Tierhaltung
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Bewegungsmöglichkeit, Gemeinschaftsbedürfnis, Beschaffenheit von Räumen, Käfigen, Fütterungsund Tränkeinrichtungen
Pflege und Überwachung (mit eventueller Dokumentationspflicht)
Befähigungsnachweis der betreuenden Personen
Transporte und Transportmittel
 „Tierschutztransportverordnung“
 „Nutztierhaltungsverordnung“
 „Schweinehaltungshygiene Verordnung“
 „Tiergesundheitsgesetz“
Tierschutzgesetz
Dritter Abschnitt: Töten von Tieren
Ein warmblütiges Tier darf nur geschlachtet werden, wenn es vor dem Blutentzug betäubt
worden ist.
Tötung durch eine fachkundige Person
Verordnung zum Schutz von Tieren im Zusammenhang mit der Schlachtung oder Tötung
„Tierschutz-Schlachttierverordnung“
§ 12 Betäuben, Schlachten, Töten
Anlage 1: Außnahmen zu § 12: „Nottötung“
• Bolzenschuß
• Kugelschuß
• Stumpfer Schlag auf den Kopf
Tierschutzgesetz
Vierter Abschnitt: Eingriffe an Tieren
§5
An Wirbeltieren darf ohne Betäubung ein mit Schmerzen verbundener Eingriff nicht
vorgenommen werden. Die Betäubung ist vom Tierarzt vorzunehmen.
Ausnahmen:
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Abschleifen der Eckzähne bei Ferkeln jünger 8 Tage
Kürzen des Schwanzes von Ferkeln jünger 4 Tage
Kastrieren von männlichen Ferkeln jünger 8 Tage (Verbot ab 2019 mit Gesetzeserweiterung zur Narkose)
Kennzeichnung: Tätowierung, Schlagstempel, Ohrmarke
§6
Verboten ist das vollständige oder teilweise Amputieren von Körperteilen, das Entnehmen
oder Zerstören von Organen.
Tierschutzgesetz
Zehnter Abschnitt: Sonstige Bestimmungen
§ 13a
Freiwillige Prüfverfahren durch sachkundige Gutachter für serienmäßig hergestellte
Aufstallungsysteme und Stalleinrichtungen
Focus: „Ferkelschutzkörbe:
4,5 m2
zu
6,0 m2
Tierärztliche Produktionsbegleitung
in spezialisierten landwirtschaftlichen Betrieben
Arzneimittelgesetz
Neunter Abschnitt:
Sondervorschriften für Arzneimittel, die bei Tieren angewendet werden
§56a: Abgabe durch den Tierarzt
Der Tierarzt darf Arzneimittel dem Tierhalter nur verschreiben oder an diesen nur abgeben, wenn
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sie für die von ihm behandelten Tiere bestimmt sind,
sie nach der Zulassung für das Anwendungsgebiet bei der behandelten Tierart bestimmt sind
ihre Anwendung nach Anwendungsgebiet und Menge nach dem Stand der veterinärmedizinischen
Wissenschaft gerechtfertigt ist, um das Behandlungsziel zu erreichen, und
die zur Anwendung bei Tieren, die der Gewinnung von Lebensmitteln dienen,
– verschriebene oder abgegebene Menge verschreibungspflichtiger Arzneimittel zur Anwendung
innerhalb der auf die Abgabe folgenden 31 Tage bestimmt ist, oder
– verschriebene oder abgegebene Menge von Arzneimitteln, die antimikrobiell wirksame Stoffe
enthalten und nach den Zulassungsbedingungen nicht ausschließlich zur lokalen Anwendung
vorgesehen sind, zur Anwendung innerhalb der auf die Abgabe folgenden sieben Tage bestimmt ist,
Der Tierarzt darf verschreibungspflichtige Arzneimittel zur Anwendung bei Tieren, die der Gewinnung von
Lebensmitteln dienen, für den jeweiligen Behandlungsfall erneut nur abgeben oder verschreiben, sofern
er in einem Zeitraum von 31 Tagen vor dem Tag der entsprechend seiner Behandlungsanweisung
vorgesehenen letzten Anwendung der abzugebenden oder zu verschreibenden Arzneimittel die
behandelten Tiere oder den behandelten Tierbestand untersucht hat.
Die Dokumentation wird über die TÄHAV und Tierhalter-Arzneimittelnachweis-Verordnung geregelt:
Anwendungs-Abgabe-Belege
Therapieplan
Therapieplan zur Einzeltierbehandlung von Sauen um die Geburt
Sauen mit Wehenschwäche unterhalb der Geburt
Kontrolle des Geburtsweges
„Versperren Ferkel den Geburtsweg; ist die Gebärmutter abgeknickt; etc.“
Ist die Gebärmutter abgeknickt: tastbare Ferkel entwickeln, danach die
Sau auftreiben
(Vorsicht: die Sau am Schwanz festhalten damit Sie nicht ausgrätscht),
danach sollte sich das
Tier zur weitern Geburt möglichst auf die „andere“ Seite ablegen
(Gesäugemassage)
Ist der Geburtsweg frei: BEHANDLUNG von Altsauen bis zum 6. – 8. Ferkel
Depotoxin:
0,5 ml s.c (parallel der Scheide) einmalig
C-B-Gluconat: 25 ml in die Kniefalte einmalig
(Vorsicht: vor einer Oxytoxininjektion den Geburtswegkontrollieren)
Ist der Geburtsweg frei: BEHANDLUNG von Altsauen bei mehr als 6. – 8.
Ferkel
Dinolytic:
2 ml i.m
C-B-Gluconat: 25 ml s.c. in die Kniefalte einmalig
Ist der Geburtsweg frei: BEHANDLUNG von Jungsauen
Monzal:
3 ml i.m.
C-B-Gluconat:
25 ml s.c. in die Kniefalte
3. Beobachtung der Wehentätigkeit und eventuell Geburtshilfe
Nach Abschluss bzw. zum Ende einer langsam u./o. schwer verlaufenden
Geburt
BEHANDLUNG:
Dinolytic:
2 ml s.c (parallel der Scheide)
Am Tag nach der Geburt; spätestens am zweiten Tag nach der Geburt;
Kontrolle des
Kotabsatzes:
Kein Kotabsatz: Sau Bewegung geben oder mit Handschuh + Geitgel den
Kot aus dem Enddarm entfernen
Alle Behandlung nach
Rücksprache mit
dem Tierarzt
Tierärztliche Produktionsbegleitung
in spezialisierten landwirtschaftlichen Betrieben
Arzneimittelgesetz
Neunter Abschnitt:
Sondervorschriften für Arzneimittel, die bei Tieren angewendet werden
§58: Anwendung bei Tieren, die der Gewinnung von Lebensmitteln dienen
Nicht-Tierärzte dürfen ausschließlich für den betreffenden Fall
nach tierärztlicher Behandlungsanweisung behandeln.
Antibiotikadatenbank
Tierimpfstoff-Verordnung
§44: Anwendung durch den Tierhalter
Tierärztliche Produktionsbegleitung
in spezialisierten landwirtschaftlichen Betrieben
1.
2.
3.
Gesunderhaltung des Tierbestandes
Sicherung der Leistungsbereitschaft
Sicherung der Lebensmittelqualität
Industrielle Landwirtschaft
ist ein Typ von Landwirtschaft mit der Verwendung industriespezifischer Produktionsweisen.
Kennzeichen agrarindustrieller Betriebe: sind unter anderem
•
hoher Spezialisierungsgrad
•
Verwendung technischer Verfahren
•
ein hoher Kapitaleinsatz
•
standardisierte Massenproduktion
Die Entwicklung zur industrialisierten Landwirtschaft betrifft nicht nur einige wenige, im Verlaufe
dieses Prozesses entstandene agrarindustrielle Unternehmen, sondern auch Betriebe, die sich in
Familienbesitz befinden.
?
Als Gegenentwurf zu der rein auf ökonomischen Gewinn und Produktivität ausgerichteten industriellen Landwirtschaft
begreift sich die Bäuerliche Landwirtschaft
?
Tierärztliche Produktionsbegleitung
in spezialisierten landwirtschaftlichen Betrieben
Gesunderhaltung des Tierbestandes
•
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Vermeidung des Eintrages von spezifischen Krankheitserregern
Focus: Tierzukauf
Vermeidung des Eintrages von unspezifischen Krankheitserregern
Focus: Hygieneprogramm um und innerhalb des Betriebes (z.B.: Schweinehaltungshygiene Verordnung)
Betriebliches Gesundheitsprogramm
Focus: Immunprophylaxe
Sicherung der Leistungsbereitschaft
•
Optimierung der Haltung
Focus: Futter, Fütterung, Fütterungstechnik, Wasser, Wassersystem, Klimaführung, Produktionsabläufe
Sicherung der Lebensmittelsicherheit
•
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Bekämpfung von Zoonoseerregern
Focus: Salmonella und viele andere
Ganzheitliche „Medizin“ im Sinne der Vermeidung von Erkrankungen durch eine
Verbesserung der Umwelt und äußerer Einflüsse auf die Tiere.
Tierärztliche Produktionsbegleitung
in spezialisierten landwirtschaftlichen Betrieben
Fest zu halten ist
Ein
moderner, spezialisierter
landwirtschaftlicher Betrieb
Ist kein Krankenhaus
produziert
sondern
Lebensmittel

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