Professionalisierung Ku14

Report
Akademisierung&
Professionalisierung
Was heißt „professionell“
Lexikon: professionell (Adj.) berufsmäßig,
als Beruf ausgeübt“ und (V.) zum Beruf, zur
Einkommensquelle machen.“
„fachmännisch, mit großem Können
ausgeübt;
 ~er Einbruch; professionalisieren
Arbeit-BERUF-Berufung
Arbeit ist ...
Der planmäßige Einsatz des individuellen
Arbeitsvermögens zur Deckung einer Bedürfnislage.
Beruf ist…
Zusätzlich durch spezifische Kenntnisse und
Fertigkeiten sowie eine normative Vorgaben
gekennzeichnet. Entscheidend ist die dauerhafte
Nachfrage
3
Eckpunkte der Berufsentwicklung der Pflege
Pflege als
Ausdruck
religiösen
Glaubens
„Berufung“
Pflege als
Betätigungsfeld
für die bürgerliche
Frau
Pflege als
Berufsarbeit
„Weiblichkeitsideologie“ des
späten 19. Jh.
Verberuflichung im Rahmen der gesellschaftlichen
Differenzierung
19. und 20. Jhd.
4
Brauchen wir eine Profession?



eine Profession wird nur dann von der
Gesellschaft als eine solche beschrieben,
wenn es eine tatsächliche Notwendigkeit
aufgrund zentraler Bedrohungen gibt. (Bsp.
Medizin, Jura, Theologie)
Wieso braucht dann die Gesellschaft eine
PFLEGE-PROFESSION?
Weil es eine zentrale gesellschaftliche
Bedrohung gibt: Pflegebedürftigkeit
Struktur- und
funktionsorientierter Ansatz


Kriterien oder Merkmale, die von einer
Profession erfüllt werden müssen, um
sie von einer Nicht-Profession zu
unterscheiden
Gradmesser dafür, wie weit ein Beruf in
seiner Entwicklung zur Profession durch
Erfüllung der Professionsmerkmale
vorangekommen ist.
Ist Pflege eine Profession?
Formale Ausbildung auf wissenschaftlicher
Basis- aber erst seit kurzem auf Basis einer
eigenen Wissenschaft
 Berufsetik, orientiert sich an einem Berufsbild
bzw. einem Kodex-> es gibt einen weltweiten
Ethikkodex des ICN, jedoch in Deutschland
ohne klares Berufsbild (was darf nur Pflege
tun?)
 Handlungsautonomie-> s.o.
... aber es gibt verschiedenste Definitionen

8
Professionalisierungstypen nach
Carr-Saunders (1955)
„semi-professions“
 ersetzten ein theoretisch-wissenschaftliches
Studium durch den Erwerb von technischen
Kenntnissen und praktischen Fähigkeiten
 ein bestimmter Grad an abstraktem Wissen
ist vorhanden
 (z.B. Krankenschwester, Sozialarbeiter,
Optiker)
Merkmale von semi-professions



verfügen über keine festen Zugangsregeln,
um die Berufszugehörigkeit festzulegen
besitzen keinen klar umrissenen
Geltungsbereich der Berufsautonomie
haben kein Standesgericht, welches über die
notwendigen Sanktionen bei Missachtung
der Berufsmoral verfügt
Begriff Profession
In einer Profession finden sich Elemente der
Autonomie, der öffentlichen Anerkennung, Prestige,
Macht und Autorität der Berufsangehörigen. Unter
Berücksichtigung des speziellen Wissens einer
Profession wird dieser eine "Ausgrenzungsfunktion"
zugeschrieben, die den nicht entsprechend
Ausgebildeten den Zugang zu dieser Berufsgruppe
verwehrt. (vgl. Aydelotte 1990)
Handlungsautonomie?



den Pflegebedarf erhebt der MDK (z.B. im
ambulanten Bereich)
die Planung und Doku übernehmen unterschiedlich
qualifizierte Pflegende ohne Bezug auf schlüssige
Pflegekonzepte
Beratung findet selten (theoriegeleitet) statt bzw.
wird nicht angerechnet
-> statt Ausnutzung des Gesamtprofils einer
Berufsgruppe bilden sich Nischenberufe heraus
= Deprofessionalisierung

Ein zentrales Berufsbild fehlt
Professionalisierungsstrategien
Was denken Sie?
Durch die Übernahme von erweiterten
Tätigkeiten (z.B. Anästhesieassistenz, Anlegen v.
Infusionen, Blutentnahmen)
wird der Beruf professionalisiert.
-> „horizontale Professionalisierung“
13
und... wie steht es damit?

die Tatsache, dass manche
Auszubildende die Pflegeausbildung nur
als Übergang zu einem fachfremden
Studium (z.B. Medizin) nutzen, bremst
den Pflegeberuf in seiner
Professionalisierung
14
„Vertikale Professionalisierung“

Die Akademisierung der Pflege stellt
eine Strategie zur Professionalisierung
des Pflegeberufs dar.
(vgl. Kälble, 2008)

Aber was war noch unter dem Begriff
Akademisierung zu verstehen?
15
Akademisierung?



Wenn Pflegekräfte (irgendetwas)
studieren? (z.B. Sozialarbeit,
Psychologie usw.)
Wenn die Ausbildung in einer
Akademie stattfindet?
Wenn die Lehrer Akademiker sind?
16
Akademisierung


1.Phase: Entwicklung der
Fachwissenschaft, Studienangebote für
Sonderaufgaben (z.B. Management,
Pädagogik)
2.Phase: Überführung der beruflichen
Ausbildung in den tertiären
Bildungssektor
17
Zukunftsmodell DBR
Europäisierung des Bildungs- und
Beschäftigungsmarkts
Lissabon – Bologna – Kopenhagen Prozess:
o
Lissabon-Agenda von 2000
o
Oberziel:
o
o
Die EU soll der dynamischste und wettbewerbsfähigste
Wirtschaftsraum der Welt werden
Teilprozesse:
o
o
Reform der Hochschulbildung (Bologna 1999)
Reform der beruflichen Bildung (Kopenhagen 2002)
19
20
Handlungsorientierter
Erklärungsansatz

Das Tun zählt und die Vermittlung
zwischen Experten- und Patientenmeinung
Vgl. Professionsverständnis
nach Oevermann/Weidner
Professionelle Handlungskompetenz
n. Olbrich
Ethisch-aktives Handeln
Reflektierendes Handeln
Situativ orientiertes Handeln
Regelgeleitetes Handeln
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Und wie professionell handeln
nun Pflegende?
Studie v. C.Dörge
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Scheinprofessionalisierung?



Eine durch berufliche Interessensvertretungen
strategisch intendierte Anstrengung,
Berufsangehörigen ein höheres gesellschaftliches
Prestige und damit eine höheren Entlohnung zu
vermitteln
…ohne ihr berufliches Handeln zu verbessern.
Diesen Berufen fehlt es an der Bereitschaft, die
Pflichten einer Profession zu übernehmen
(vgl. Weidner 1995)
Sind Sie dazu bereit?
nampalibrary.org
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