SE_Referat_14_04_2011

Report
Areale / (sozio-) dialektale
Variation des Deutschen I
(gesamtdeutsche Perspektive)
Traditionelle Dialektologie
• Fokus auf den Grunddialekten des ländlichen Raums
• Städte als inhomogene Sprachräume zumeist nicht in
die Untersuchungen einbezogen
• Häufig nur ein Sprecher pro Ort als Repräsentant der
Mundart
• Soziale Einflussfaktoren auf Sprache nicht untersucht
• Ziel: geographische Varianten des Deutschen zu
kartieren (diatopische Funktion: geographische
Differenzierungen von Sprache erforschen)
Georg Wenker
• Pionierarbeit in der traditionellen Dialektologie
(letztes Viertel d. 19. Jh.)
• Ziel: akkurate Sprachlandschaftskarte für
Deutschland
• Forschungsprogramm: Fragebögen in alle Teile
Deutschlands versandt → 48.500 retourniert
• Zwischen 1926 und 1956 Veröffentlichung von
129 Dialektkarten
Ostmitteldeutsch
Westmitteldeutsch
•– niederdeutscher Dialektraum
• – mitteldeutscher Dialektraum
•– oberdeutscher Dialektraum
Oberdeutsche Dialekte
Vier Gründe für Einteilung:
• Entwicklung der Diphthonge zu Monophthonge (Bsp.:
guot – gut)
• Vorliegen oder Fehlen des velaren Reibelautes /ç/ (ich,
möchte, Mädchen)
• Diminutivsuffixen (Bsp.: Pferd; Alem. „Pferdli“, Oberfr.
„Pferdle“, Bair.-Ö. „Pferderl“)
• Pronomen der 2. Pers. Plural (Bsp.: Bair.-Ö. „ihr → es“,
„euch → enk“)
Dialektlinguistik  Soziolinguistik
• Traditionelle Dialektlinguistik: teilt
geographische Sprachräume ein
• Soziolinguistik: legt das Augenmerk auf den
Sprecher
• Sozio-Dialektologie: pragmatische,
kommunikative und soziale Aspekte
Themen & Probleme der
Soziodialektologie
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Soziale Verteilung der Dialekte
Nationale und regionale Standards
Dialekte von Ballungsräumen und Betrieben
Perzeptionsdialektologie
Dialektkontinuum
Dialektale Funktionen in der Kommunikation
Dialekt als Sprachbarriere
Einstellung gegenüber Dialekten
• niederdeutsche Dialekte („Platt“) im
Verschwinden → relativ niedriger Status
• Oberdeutsche Dialektregion → Mundart hohe
Wertschätzung
• Mitteldeutsche Dialektregion → nimmt
Zwischenstellung ein
• Schweiz: Mehrheit spricht Dialekt →
Dialekthöhepunkt
Überdachung vs. Trennung durch
Standardsprache
• deutschsprachiger Dialektraum
vs.
• niederdeutsche – niederländische
Mundartenlandschaft
Perzeptionslinguistik
• Einstellungen und Bewertungen von Sprachen
und Sprechern
• Einstellungen:
– Selbsteinschätzung
– Fremdeinschätzung: Tabellen mit Beliebtheit
deutscher Dialekte
• Dialekterkennungstest
Perzeptionslinguistik
• Selbsteinschätzung vs. Wissenschaftliche
Daten
• Sprachanpassungserwartungen
• „sprachliche Mischehen“
• In Dialekten: unbeliebte Laute oder unschöne
phonetische Kombinationen?
Wiener Spezifikum
• „Wienerische“ wird zu Gunsten des
Standarddeutschen verdrängt
• Nicht, wie früher angenommen, verschiedene
Bezirke → verschiedene Dialekte
• Stigmatisierung vs. Romantisierung
Dialekt-Revival
• Markanter Sprachgebrauchswandel
• Niedrige Zahl an Dialektsprechern:
gruppenspezifisches Sprachverhalten,
Registerwechsel, Kontextstile, Abstufungen
und Kontinuum von Standard zu Dialekt
• Öffentlicher vs privater Dialektgebrauch
Dialekt-Renaissance
• Schweiz: Dialekt-Höhepunkt
• Neues dialektales Selbstbewußtsein in
Deutschland
• Österreich (ähnlich wie Bayern): Trend zu
mehrstufiger Polyglossie
• Dialekt-Revival in Musik: z.B. Hip Hop
(perVers, A.geh, Skero, die Vamummtn,...),
„Folk“/Singersongwriter (der Nino aus Wien,
Ernst Molden, Attwenger,...)

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