Institut für Sportgeschichte

Report
Institut für Sportgeschichte
Institute of Sport History
Historische und gesellschaftliche Voraussetzungen von
Erziehung und ihren Institutionen
WS 2013/24
Agonistik, Athletik und Gymnastik im antiken Griechenland
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2
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Terminologie
1.
• Sport: vom spätlateinischen deportare
2.
• Arete: Leistung / Tugend
3.
• Agon: Wettkampf / Wettkampfsport / Sportfest
4.
• Gymnastik: Training
5.
• Athlon: Wettkampfpreis
3
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1. Historische Einordnung
1.
• Archaische Zeit (800-500
v.Chr.)
2.
• Klassische Zeit (500-323
v.Chr.)
3.
• Hellenistische Zeit (323-30
v.Chr.)
4.
• Römische Besatzungszeit
ab 1. Jh. v. Chr.
4
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Ursprünge des Sports im Totenkult
Homer (ca. spätes 8 Jhd. v. Chr.)
• Ilias
• Odysee
Homerische Großepen
• Zentrale schriftliche Quelle zur “Athletik“ in
Antike
• Einteilung in Gesänge oder Bücher
Sinnperspektive der agonistischen
Kultur der Antike
• „Immer der erste zu sein und überlegen den
anderen“
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Wettkampfkalender
Der panhellenische „Kreislauf“
500 v. Chr.:
Isthmien & Olympien
499 v. Chr.:
Nemeen
498 v. Chr.:
Isthmien & Pythien
497 v. Chr.:
Nemeen
496 v. Chr.:
Isthmien & Olympien
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Prof. Dr. Stephan Wassong
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Sommersemester 2011
Wettkampfkalender
Pythien
Isthmien
Nemeen
Olympien
Ort
Delphi
Isthmos/
Korinth
Nemea/
Kleonai, ab
459/410 v.
Chr. Argos
Olympia/
Elis bzw.
Pisa
Gottheit
Apollon
Poseidon
Zeus
Zeus
Reorg.
586 v. Chr.
580 v. Chr.
573 v. Chr.
776 v. Chr.
Periode
4 J./Sommer
2 J./Frühjahr 2 J./Sommer 4 J./Sommer
Preis
Lorbeer
Fichte, ab
474 Sellerie
Eppich
(Sellerie)
Wilder
Ölbaum
Wettk.
Progr.
Musische
Athl./Hipp.
Athl./Hipp.
Musische
Athl. - Hipp.
Musische
Athl. – Hipp.
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Die Olympischen Spiele der Antike
Pausanias (geb. ca. 111 – 115 v. Chr.)
• Verfasser einer Reisebeschreibung
Griechenlands, wichtige schriftliche Quelle für
das antike Olympia
Pindar (518 – 446)
• Komponierte und dichtete vor allem Lieder,
besang in seinen „Olympischen Oden“ Olympia,
die Olympien und Sieger in Olympia
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Die Olympischen Spiele der Antike
1.
2
3.
4.
• Pelops und die Gründung von Olympia
• Olympia: ein Hauptkulturort des Gottes Zeus,
• 776 v. Chr. Beginn der Wettkämpfe: Stadionlauf
• Gymnasion, Palästra und Altis
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Die Olympischen Spiele der Antike
1.
2.
3.
4.
• Olympischer Eid
• Beteiligung von Frauen
• Ekecheiria
• Wettkampfprogramm / Dauer
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Ablauf der Olympischen Spiele (5. Jh. V. Chr.)
Tag 1:
Eid der Wettkämpfer
Zuordnung der Altersklassen
Agon der Trompeter und Herolde
Tag 2:
Agone der Jugendlichen
Tag 3:
Vormittags: Hippische Agone
Nachmittags: Pentathlon
Abends:
Riten für Pelops
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Ablauf der Olympischen Spiele (5. Jh. V. Chr.)
Tag 4:
Prozession und großes opfer für Zeus
Festmahl im Prytaneion
Tag 5:
Vormittags: Laufwettbewerbe
Nachmittags: Kampfsportarten und Waffenlauf
Tag 6:
Morgens:
Siegerehrung
Nachmittags: Bewirtung der Sieger
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Die Olympischen Spiele der Antike
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Die Olympischen Spiele der Antike
1.
2.
3.
• Sieg in Olympia war der höchste sportliche
Erfolg, Ölzweig, Siegerstatue und Speisung
• Zerstörung im 5. Jh. n. Chr.
• Ausgrabungen in Olympia
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Ausgrabungsgeschichte
1.
2.
3.
• 1723: Bernhard De Montfaucon
• Johann Joachim Winckelmann (1717 – 1768)
• Richard Chandler (1738 – 1810)
15
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Ausgrabungsgeschichte
1.
2.
3.
4.
• 1829 Expédition Scientiique de Morée
• Ernst Curtius (1814 – 1896)
• Heinrich Schliemann (1822 – 1890)
• 1874: Ausgrabungsvertrag
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Ernst Curtius und die Ausgrabung in Olympia (1875 – 1881)
Tempel des Zeus
Tempel der Hera
Bronzekopf des Boxers Satyros
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Ernst Curtius und die Ausgrabung in Olympia
Graphische Darstellung der Altis
Rekonstruktion des Zeus Tempels
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Carl Diem und die Ausgrabung in Olympia (1952 – 1961)
Ausgrabung des Stadions im März 1960
Diem und Brundage am Zeus Tempel 1961
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Bildgallerie
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Bildergalerie
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Bildgallerie
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Die Demokratisierung der griechischen
Gemeindestaaten (6. und 5. Jhdt. v. Chr.)
1.
2.
3.
4.
• Forderung nach gesetzmäßiger Regelung
des Zusammenlebens
• 594/93 v. Chr.: Gesetzgebung Solóns
• 507 v.Chr.: Athen wird zum
„demokratischen Rechtsstaat“
• Athen wird zum Vorbild
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Die Demokratisierung der griechischen
Gemeindestaaten (6. und 5. Jhdt. v. Chr.)
1.
2.
3.
4.
• Frauen hatten keine politischen Rechte
• Sklaven waren ohne Bürgerrechte
• Sparta folgte nicht dem
Demokratisierungsprozess
• Sparta war reiner Militärstaat
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Das Bildungswesen der Klassik
1.
• Bildungsziel war der harmonisch gebildete
Mensch: kaloskagathós
2.
• Menschenbild sollte für jeden Polisbürger
durch Erziehung (paideía)verwirklicht
werden
3.
• Entwicklung eines vom Staat
geförderten/überwachten Schulsystems
4.
• Bildungsinhalte
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Das Bildungswesen der Klassik
Elementarfächer
• Lesen, Schreiben, Grammatik, Rechnen, Zeichnen
Musische Erziehung
• Tanz, Singen, Saiten- und Flötenspiel, literarische
Bildung
Leibeserziehung: Ringen, Laufen, Speerwurf,
Diskuswurf, Faustkampf, Pankration,
Bogenschießen, Waffenkampf, Ballspiele
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Athenische Leibeserziehung
1.
• Errichtung spezieller Sportstätten
2.
• Palästra: kleinere Anlagen für u.a. Ringen, Faustkampf,
Weitsprung
3.
• Gymnasion: größere Anlagen mit Laufbahn und
Ballspielraum
4.
5.
• Paidotriben und Gymnasiarchen
• Gymnasion als Kulturzentrum: Platonische Dialoge
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Das hellenistische Bildungswesen
1.
2.
• Bildungsvorstellung war bereits in ausgehender Klassik
vorprogrammiert
• Erziehungswesen wurde intellektualisiert und vergeistigt
3.
• Gegenstand der Bildung war jetzt die individuelle
Persönlichkeit
4.
• Schulwesen bekam außerordentliche Bedeutung:
Entwicklung eines dreistufigen Systems
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Das hellenistische Bildungswesen
Elementarschule
Lesen, Rechnen, Schreiben,
Grammatik, Zeichnen
Gymnastik
Gymnasion
Grammatik, Rhetorik, Dialektik,
Arithmetik, Geometrie,Musik
Gymnastik
Akademie
Philosophie,
Einzelwissenschaften,
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Sport im Hellenismus
1.
• Mit der Ausweitung der griech. Kultur wurde das griech.
Gymnastikwesen zu einer weit über Griechenland hinausgreifenden
Erscheinung
2.
• Intellektualisierung des Bildungswesens haben Leibeserziehung aus
gleichwertiger Position verdrängt
3.
• Gymnastik in erster Linie Mittel zur Verbesserung des körperlichen
Wohlbefindens
4.
5.
• Agonale Gymnastik verlor ihre anthropologische Bestimmung
• Abwertung des agonalen Prinzips in Gymnastik wurde durch
Berufsathletentum verstärkt
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Literatur
• Decker, W. (1995). Sport in der griechischen Antike. Vom minoischen Wettkampf zu den
Olympischen Spielen. München: Beck.
• Mallwitz, A. (1972). Olympia und seine Bauten. München: Wissenschaftliche
Buchgesellschaft.
• Meier, C. (1993). Das große Fest zu Olympia im klassischen Altertum. Nikephoros, 6, 61-73.
• Sinn, U. (2004). Das antike Olympia. Götter, Spiel und Kunst. München: Beck.
• Weeber, K.-W. (1991). Die unheiligen Spiele. Das antike Olympia zwischen Legende und
Wirklichkeit. Zürich, München: Artemis.
• Wegner, U. (2004). Olympische Götterspiele – Wettkampf und Kult. Ostfildern: Thorbecke.
• Weiler, I. (2010). Athletik und Agonistik in der griechischen Antike. In: M. Krüger & H.
Langenfeld (Hrsg.), Handbuch Sportgeschichte (S. 128 - 143). Schorndorf: Hofmann-Verlag.
• Willimczik, K. (Hrsg.). (1969). Leibesübungen bei Homer. Quellen zur Geschichte der
Leibesübungen in der Antike (Theorie der Leibeserziehung, 6). Schorndorf : Hofmann.
• Wünsche, R. (2004). Lockender Lorbeer. München: Staatliche Antikensammlung.
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Fragenbeispiel 1
Die Sinnperspektive, die die gesamte athletische Kultur der
Hellenen prägte war:
a) Sieg als das wichtigste am athletischen Wettkampf
b) Teilnahme als das wichtigste am athletischen Wettkampf
c) Gesundheit als die dominierende Motivation zum
Sporttreiben
d) Geselligkeit als die dominierende Motivation zum
Sporttreiben
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Fragenbeispiel 2
Welche Kombination trifft nicht zu:
a) Olympien zu Ehren von Zeus und Sieger erhielten Kranz aus
Ölzweigen
b) Pythien zu Ehren von Apollon und Sieger erhielten Lorbeerkränze
c) Nemeen zu Ehren von Zeus und Sieger erhielten Kranz aus Eppich
d) Isthmien zu Ehren von Poseidon und Sieger erhielten Kranz aus
Ölzweigen
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Danke für ihre Aufmerksamkeit
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