Texte - Dr. Helmuth Sagawe

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Text
Textsorte
Korpus
???
2
Text
(nur kurze Darstellung aus der Textlinguistik)
???
3
Text:
• Eine abgegrenzte, zusammenhängende
Äußerung in geschriebener Sprache.
oder
• abgegrenzte schriftliche oder potentiell zu
verschriftlichende Äußerung
•
(lat. textum: Gewebe, Zusammenfügung)
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Darstellung des Textes
• in Schrift, deren Zeichen Phoneme,
Silben oder Wörter bzw. Begriffe sein
können
• Verschiedene Kulturen verwenden hierzu
unterschiedliche Alphabete.
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Textsorten
•
•
•
•
•
•
•
Nachricht,
Kommentar,
Glosse,
Reportage,
Interview und
Rezension/Kritik.
……..
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Textqualitätskriterien
• Die Eigenschaft des „Text-Seins“
bezeichnet man als Textualität,
• die sprachwissenschaftliche Untersuchung
von Texten ist die Textlinguistik.
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Textualitätskriterien
• - bezogen auf Merkmale des Textes selbst (Kohäsion
und Kohärenz)
• - bezogen auf Merkmale einer Kommunikationssituation
in der der betreffende Text entsteht
bzw. in der er eingesetzt wird (Intentionalität,
Akzeptabilität, Informativität, Situationalität).
•
(Robert-Alain de Beaugrande und Wolfgang Ulrich Dressler)
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Merkmale des Textes selbst
• Die Kohäsion ist der grammatische
Zusammenhalt des Textes:
Sprachliche Oberflächenstrukturen
unterschiedlicher Sätze und anderer Teile des
Textes beziehen sich aufeinander und sorgen so
für eine erkennbare Zusammengehörigkeit.
• Kohärenz bezeichnet dagegen den inhaltlichen,
logischen Zusammenhang in einem Text.
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Situationsbezogene Textualitätskriterien
Texte sind auch dadurch bestimmt:
• ob ein Sender sie mit einer bestimmten Absicht
(Intention) produziert und/oder ein Empfänger sie als
solche akzeptiert,
•
ob er Text in seine Vorstellungswelt „einbauen“ kann
(Situationalität),
• ob der Text für ihn informativ ist, also in einem
bestimmten Verhältnis erwartete und unerwartete,
bekannte und neue Elemente enthält.
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Beispiel:
• Ein nicht offensichtlich kohäsiver oder
kohärenter Text kann dennoch akzeptabel
sein, wenn der Empfänger davon ausgeht,
dass die Intention des Senders ein hohes
Maß an überraschenden oder von der
Norm abweichenden Elementen im Text
erfordert. (Dichtung zum Abgewöhnen)
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Intertextualität
• Sie ist die Eigenschaft eines Textes, mit
anderen Texten in Verbindung zu stehen
und auf sie Bezug zu nehmen.
(Bei literarischen Texten geschieht dies häufig durch
bewusste Verweise und Zitate)
Literatur:
Robert-Alain de Beaugrande und Wolfgang Ulrich Dressler: Einführung in die
Textlinguistik, ISBN 3484220287
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Allgemein wichtig ist:
• ein Text sollte eine erkennbare
kommunikative Funktion haben, die durch
die kommunikative Absicht des Senders
und die Erwartungen des Empfängers
bestimmt wird,
• dass er als Äußerung abgegrenzt und
thematisch orientiert ist, d. h. über einen
inhaltlichen Kern verfügt.
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Textualität
(etwas näher betrachtet)
• Ist in der Textlinguistik die Eigenschaft, ein
„Text zu sein“.
• Verschiedene Kriterien der Textualität
unterscheiden also Texte von
sogenannten „Nicht-Texten“
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Unterschiedliche Betrachtungen:
1. Sprachsystematische Betrachtung:
Erarbeitung einer Textgrammatik, die
einen Text als komplexes sprachliches
Zeichen versteht und seine
satzübergreifende sprachliche Struktur
untersucht.
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• 2. Kommunikationsorienterte Ansätze
• berücksichtigen Einflüsse, aus der Kommunikationssituation,
in der ein Text entsteht oder verwendet wird (sogenannte
textexterne Faktoren).
• Sind nützlicher als sprachsystematische Betrachtungen, um
Eigenschaften des Textes zu erklären, die nicht auf
Eigenschaften einzelner Textteile zurückgeführt werden
können.
• In der Sprechakttheorie geht man hierbei davon aus, dass ein
Text eine sprachliche Handlung darstellt, die einen bestimmten
Zweck erfüllen soll.
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Literatur:
Jürgen Habermas: Theorie des kommunikativen Handelns. 2 Bände. 1981.
(Er thematisiert die praktische und theoriekritische Bedeutung des kommunikativen Handelns
für das soziale Leben der (post-)modernen Gesellschaft)
Manfred von Lewinski: Wie einsam bleibt der Mensch? - Grundlagen, Eigenarten und
Grenzen menschlicher Kommunikation Pro Business Verlag Berlin 2006 ISBN 3-939000-70-1
(Warum gelingt der zwischenmenschliche Austausch von Gedanken, Vorstellungen, Gefühlen
und Wünschen nur so unzureichend? Was uns selbst unmissverständlich klar erscheint, bildet
sich im Kopf unserer Dialogpartner oft ganz anders ab: Teile dessen, was wir mitteilen
wollen, werden überhaupt nicht aufgenommen, andere Teile werden anders als gemeint
aufgefasst und wieder andere, überhaupt nicht intendierte Inhalte werden im Kopf des anderen
– wer weiß woher? – unserer Nachricht erst hinzugefügt und stellten sie dann in einen
veränderten Kontext. Wie kommt das? Was können wir dagegen tun? Oder bleiben wir, auch
wenn wir fortgesetzt miteinander sprechen, letztlich gefesselt und einsam in unseren Denk-,
Gefühls- und Vorstellungswelten? Die Abhandlung geht diesen Fragen auf den Grund und
deckt dabei Zusammenhänge auf, deren Vielschichtigkeit zwischenmenschlicher
Verständigung nur partiell zu überwindende Grenzen setzt.
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Textualitätskriterien nach de
Beaugrande und Dressler
•
Grundlage vieler Textdefinitionen und Diskussionen über den Textbegriff sind die 1981 von
Robert-Alain de Beaugrande und Wolfgang Ulrich Dressler aufgestellten Textualitätskriterien.
•
Sie definieren einen Text als „kommunikative
Textualität erfüllen soll.
•
Wenn irgendeines dieser Kriterien als nicht erfüllt betrachtet wird, so gilt der Text als nicht
kommunikativ.
•
Daher werden nicht-kommunikative Texte als Nicht-Texte behandelt.“ (De Beaugrande / Dressler,
1981, S. 3.)
•
Die sieben textkonstitutiven Prinzipien nach de Beaugrande / Dressler von Texten sind:
Textkohäsion
Textkohärenz
Intentionalität
Akzeptabilität
Informativität
Situationalität
Intertextualität.
Okkurrenz (...), der sieben Kriterien der
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Drei „regulative Prinzipien“ von Texten
(De Beaugrande / Dressler)
•
Effizienz: Ein Text ist umso effizienter, je weniger Aufwand seine Produktion
und seine Verarbeitung durch den Adressaten kosten, d. h. je
„benutzerfreundlicher“ er ist.
•
Effektivität: Ein Text ist effektiv, wenn er beim Adressaten den
gewünschten Eindruck hinterlässt bzw. günstige Voraussetzungen für die
Erreichung des Zieles schafft, das der Textproduzent (und möglicherweise
auch der Adressat) anstrebt.
•
Angemessenheit: Ein Text ist angemessen, wenn er den Kriterien der
Textualität genügt und das Verhältnis zwischen Verarbeitungstiefe und
Verarbeitungsleichtigkeit ausgewogen ist. Angemessenheit beschreibt somit
das Zusammenspiel von Effektivität, Effizienz und Anpassung an die
gegebene Kommunikationssituation.
•
•
Literatur:
de Beaugrande, Robert-Alain / Dressler, Wolfgang Ulrich: Einführung in die
Textlinguistik. Tübingen 1981.
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Was ist ein Korpus ?
• Sammlung von Texten oder Äußerungen,
die in verschiedenen wissenschaftlichen
Disziplinen Gegenstand einer beliebigen
Darstellung oder Untersuchung sein
können.
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Mögliche Analysen von Korpora
•
•
•
•
Wortzählungen
Indizien
Konkordanzen
statistische Informationen
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• Nutzbare deutsche Textkorpora
•
Digitales Deutsches Spracharchiv (DSAv)/ Institut für Deutsche
Sprache (IDS) in Mannheim die weltweit größte Sammlung von
Tonaufnahmen vom gesprochenen Deutsch.
•
Deutschen Referenzkorpus (DeReKo) das weltweit größte Angebot an
deutschsprachigen Textkorpora/Textsammlungen geschriebener Sprache
(derzeit mehr als 4 Milliarden laufende Textwörter) über die Schnittstelle
COSMAS II recherchier- und analysierbar ist. COSMAS II hat mehrere
tausend registrierte Internetnutzer im In- und Ausland.
•
Das Projekt „Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache“ stellt das
größte ausgewogene Textkorpus der deutschen Sprache des 20.
Jahrhunderts bereit.
•
Außerdem finden sich dort viele weitere Korpora, z. B. das komplette
Online-Archiv der ZEIT (ab 1996), des Tagesspiegels (ab 1996) und der
Potsdamer Neuesten Nachrichten, sowie ein großes Korpus jüdischer
Periodika
•
Die Abteilung „Automatische Sprachverarbeitung“ der Universität
Leipzig arbeitet ebenfalls an und mit großen Korpora und pflegt (u.A.) ein
Deutschkorpus im Umfang von rund 1,5 Mrd. laufenden Wörtern (100 Mio.
Sätze).
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Aufgabe:
• Bitte betrachten Sie den Ihnen inzwischen
bekannten Text „Dichtung zum Abgewöhnen“
unter den oben dargestellten
Textqualitätskriterien
Textkohäsion
Textkohärenz
Intentionalität
Akzeptabilität
Informativität
Situationalität
Intertextualität.
Bitte insgesamt nicht mehr als eine halbe Seite an
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