GESUNDHEITSMANAGEMENT IV Teil 1a Prof. Dr. Steffen Fleßa Lst

Report
GESUNDHEITSMANAGEMENT IV
Teil 1a
Prof. Dr. Steffen Fleßa
Lst. für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und
Gesundheitsmanagement
Universität Greifswald
1
Gliederung
1
2
3
4
Informationswirtschaft
Jahresabschluss
Controlling
Betriebsgenetik
2
Gliederung
1 Informationswirtschaft
1.1 Grundlagen
1.2 Entwicklung eines KIS
1.3 Ausgewählte Probleme
1.4 Public Relations und externe
Informationswirtschaft
2 Jahresabschluss
3 Controlling
4 Betriebsgenetik
3
1.1 Grundlagen
1.1.1 Grundbegriffe
•
•
•
•
•
Daten
Information
Wissen
Signale
Kommunikation
Begriffe werden teilweise
uneinheitlich gebraucht,
z. B. Informatik,
Kommunikationswissenschaft, BWL, …
4
Daten und Information
• Daten (Einzahl: Datum)
– Daten werden als die formalisierte Darstellung von
Sachverhalten, also Fakten, Konzepten, Vorstellungen und
Anweisungen definiert, die für die Kommunikation,
Interpretation und die Verarbeitung durch Menschen
und/oder technische Einrichtungen geeignet ist.
• Information
– Information ist eine Antwort auf eine konkrete Frage und
damit die Basis für Entscheidungen. Sie basiert in der Regel
aus der Auswertung von Daten und ist unabhängig von der
Person des Entscheiders.
5
Systemgedanke der Datenverarbeitung
D aten
D aten v erarb eitu n g
In fo rm atio n
6
Kommunikation
• Kommunikation ist das wechselseitige Übermitteln
von Daten oder von Signalen (=physikalische
Darstellung von Daten), die einen festgelegten
Bedeutungsinhalt haben
• Kommunikation ist die Basis menschlichen Lebens
wie effektiven Managements
– Expansion des Menschen begann mit der Perfektionierung
des Kehlkopfes!
• Kommunikation ist grundsätzlich unabhängig von
technischer Kommunikation zu betrachten
7
Beispiele: Kommunikation im Krankenhaus
•
•
•
•
•
•
•
Aufnahme
Arzt-Patient-Kommunikation
Patientenübergabe
Entlassung
Dienstanweisung
Mitarbeitergespräche
…
8
Sender-Empfänger-Modell
• Kommunikation ist die Übertragung einer
Nachricht von einem Sender zu einem
Empfänger.
– Kodierung der Nachricht
– Übermittlung über Übertragungskanal
– Störung und Verfälschung
– Dekodierung
9
Sender-Empfänger-Modell
Z eich en v o rra t
Z eich en v o rra t
co d ierte N a ch rich t (v erb a le/n o n v erb a le
In fo rm a tio n )
In form ation ska n al (M ediu m )
S en d er
co d iertes F eed b a ck
E m p fän ger
R a h m en b ed in g u n g en (situ a tiv er K o n tex t)
10
Modell von Schulz von Thun: 4 Seiten einer
Nachricht
S en d er
N a ch rich t
B ezieh u n g
A ppell
S elbstoffen baru n g
S a ch in h a lt
E m p fän ger
11
Modell von Schulz von Thun
• Sach-Aspekt: Der formale, sachliche Inhalt der
Nachricht
• Beziehungs-Aspekt: Die Nachricht bekommt einen
zusätzlichen Inhalt durch die Beziehung, in der
Sender und Empfänger zueinander stehen
• Ausdrucks/Selbstoffenbarungsaspekt: Die Nachricht
sagt etwas über die Ziele und Motive des Senders
aus
• Appell-Aspekt: Auch jenseits der Sachebene kann die
Nachricht einen Appell an den Sender enthalten
12
„Der Patient ist
schwer krank“
Modell von Schulz von Thun
• Sach-Aspekt: Der formale, sachliche
Inhalt der
„Ich habe Ihnen schon
Nachricht
tausendmal gesagt, Sie sollen
sich mit
schwer kranken
• Beziehungs-Aspekt: Die Nachricht
bekommt
einen
mehr Mühe geben! Sie
zusätzlichen Inhalt durch diePatienten
Beziehung,
in der
sind einfach unfähig! “
Sender und Empfänger zueinander stehen
• Ausdrucks/Selbstoffenbarungsaspekt: Die Nachricht
sagt etwas über die Ziele und Motive des Senders
aus
„Ich habe es satt, immer die
• Appell-Aspekt: Auch jenseits der
Sachebene
kann
die
schlimmsten
Patienten
zu
Nachricht einen Appell an den Sender
enthalten
bekommen“
„Kümmern Sie sich
besonders gut um
13
ihn!“
1.1.2 Krankenhausinformationssystem
• Teilsystem eines Krankenhauses, das alle
informationsverarbeitenden und -speichernden
Prozesse und die an ihnen beteiligten menschlichen
und maschinellen Handlungsträger in ihrer
informationsverarbeitenden Rolle umfasst.
• Abkürzung:
– Deutsch: KIS
– Englisch: HIS (Hospital Information System)
• Achtung: HIS steht auch für Hochschulinformationssystem
14
Bedeutung des KIS
• KIS ist ein wichtiger Qualitätsfaktor
– Hoher Informationsbedarf im Krankenhaus
– Essentiell für Qualität der Patientenversorgung und
Krankenhausmanagement
– Alle an dem Behandlungsprozess beteiligten Personen und
Einrichtungen werden von der Qualität des KIS beeinflusst
• Umfang der Informationsverarbeitung im Krankenhaus ist
enorm, z. B.
– Uni-Klinikum HD: 250.000 Arztbriefe, 800.000 Laborbefunde, 200.000
Radiologiebefunde und 400.000 neue Patientenakten jährlich
• KIS ist ein wichtiger Kostenfaktor
– KIS kostet viel Geld, kann aber Geld einsparen durch Optimierung der
Abläufe
• KIS ist ein wichtiger Wettbewerbsfaktor
– Effiziente Informationsverarbeitung steigert Qualität und senkt Kosten
der Patientenversorgung
15
Durchschnittswerte IT
(Günther, U. (2011): IT-Benchmarking für Krankenhäuser. KU special Nr. 2, S. 7-9)
Kennzahl
Wert im Jahr 2009
IT Budget / Erlöse im Krankenhaus
2%
IT Budget / Bett
2.655 €
Hardware Kosten / IT-Budget
18,7%
Software Kosten / IT-Budget
23,5%
16
Ziele eines Informationssystems im
Gesundheitswesen
• Adäquate Unterstützung von Funktionen zur Verarbeitung von
Daten, Informationen und Wissen für:
–
–
–
–
–
Patientenversorgung
Verwaltung
Qualitätsmanagement
Forschung
Aus-, Weiter- und Fortbildung
• Unterstützung des wirtschaftlichen Managements
• Erfüllung gesetzlicher Regelungen
17
Ziele eines Informationssystems im
Gesundheitswesen (Forts.)
• Rechtzeitige Bereitstellung von korrekten Informationen, vor
allem über Patienten, am richtigen Ort, in der richtigen Form
an die dazu berechtigten Personen
• Rechtzeitige Bereitstellung von Wissen, vor allem über
Krankheiten, doch auch über Wechselwirkungen, Diagnoseund Therapieunterstützung
• Bereitstellung von Informationen über die Qualität der
Patientenversorgung sowie die Kosten
18
Zusammenfassung der Ziele
• KIS soll die richtigen Informationen und das richtige Wissen
–
–
–
–
–
–
–
in der richtigen Menge
in der richtigen Qualität
am richtigen Ort
zur richtigen Zeit
in der richtigen Zusammensetzung
in der richtigen Form
an den richtigen Personen
bereitstellen, damit die richtigen Entscheidungen getroffen
werden können
19
Systematisches und integriertes
Informationsmanagement
• Häufiges Problem im Gesundheitswesen
–
–
–
–
Insellösungen
Zufälliger EDV-Einsatz nach „Hobby“ des Chefarztes
Unsystematische Datensammlung
Paralleler Zugriff auf Daten schwierig
• Systematisches Informationsmanagement steigert Qualität
und senkt Kosten der Patientenversorgung
• Für systematische Informationsverarbeitung wird
systematisches Informationsmanagement benötigt
20
Bausteine eines KIS
• Ein KIS umfasst möglichst vollständig und systematisch alle
Subsysteme:
– Teilinformationssysteme
• z. B. Laborinformationssystem, Patienteninformationssystem
– Unternehmensfunktionen
• z. B. OP, Abrechnung,
– Aktivitäten
• z. B. Entlassung, Warenannahme
– Geschäftsprozesse
• z. B. Behandlung einer bestimmten Diagnose
– Applikationssysteme
• Anwendungssysteme für Krankenhaus
– (Textverarbeitung, Kalkulation, Bildverarbeitung,…)
– Physische Datenverarbeitungssysteme
• Hardware
21
Manuelle und EDV-gestützte Subsysteme
• Wichtig: ein Krankenhausinformationssystem besteht
immer aus einem
– rechnerbasierten Teilsystem und einem
– konventionellen Teilsystem
• Folgen:
– Jedes Krankenhaus hat von Anfang an schon ein KIS
– Somit ist die Frage nicht, ob ein KH mit einem KIS
ausgestattet werden soll, sondern:
– Ob die Leistung des Informationssystems durch moderne
EDV-Werkzeuge erweitert und systematisch gemanagt
werden soll
22
Management eines KIS
• KIS-Management
– Umfasst als Gegenstandsebenen
• das Management von Information
• das Management von Anwendungsbausteinen
– auch: papierbasierte Dokumente (z. B. Anwendungsbaustein Patientenakte)
• das Management von rechner- und nicht-rechnerunterstützter Informations- und
Kommunikationstechnik
– Umfasst als Aufgaben
• Planung des KIS
• Steuerung des Betriebs des KIS
• Einhaltung der Planvorgaben sowie Überwachung des Betriebs
– Umfasst als Planungshorizonte
• das strategische Management
• das taktische Management
• das operative Management
23
Qualität von KIS
• Strukturqualität
–
–
–
–
Qualität der Ressourcen für die Informationsverarbeitung
Datenqualität
Qualität der informationsverarbeitenden Werkzeuge
Qualität der Integration der Anwendungsbausteine
24
Datenqualität
• Kriterien für die Datenqualität
– Richtigkeit
• Daten sind korrekt
– Vollständigkeit
• alle relevanten Daten sind verfügbar
– Präzision
• Daten sind ausreichend detailliert
– Relevanz
• keine irrelevanten Daten werden gespeichert
– Verfügbarkeit
• Daten sind überall und jederzeit verfügbar
– Vertraulichkeit, Sicherheit Datenschutz
• Daten können nur von Berechtigten abgerufen werden
25
Qualität der Anwendungsbausteine
• Kriterien der Softwarequalität durch ISO 9126
– Funktionalität, Zuverlässigkeit, Bedienbarkeit, Effizienz,
Wartungsfreundlichkeit, Übertragbarkeit
• Kriterien für die Software Ergonomie durch ISO 9241
–
–
–
–
–
–
–
Geeignet für die Aufgabe
Geeignet zum Lernen der Benutzeroberfläche
Geeignet für die Individualisierung der Benutzeroberfläche
Konform der Erwartungen des Benutzers
Selbstbeschreibend
Kontrollierbarkeit
Fehlertoleranz
26
Qualität der datenverarbeitenden
Komponenten
•
•
•
•
•
•
•
•
•
Verfügbarkeit
Multiple Verwendbarkeit
Effizienz
Flexibilität (leicht anzupassen)
Zuverlässigkeit
Sicherheit
Bedienbarkeit
Standardisierung
Appropriateness
– soll nicht die Patient-Arzt-Beziehung dominieren
• Harmlessness
– darf den Patienten oder Nutzer nicht schaden
27
Qualität der Integration der
Anwendungsbausteine
• Inhalt:
– Systeme bestehen aus Elementen und ihren Relationen
– Relationen implizieren Schnittstellen zwischen Teilsystemen
– Integration impliziert die Überwindung von Schnittstellen, so dass eine
funktionelle Einheit geschaffen wird
• Arten:
– Datenintegration
• Zusammenführen von Daten aus verschiedenen Datenbeständen mit in der Regel
unterschiedlichen Datenstrukturen in eine gemeinsame einheitliche Datenstruktur
– Zugriffsintegration
• Zugriffsmöglichkeit auf gemeinsame Daten in unterschiedlichen Teilsystemen,
Vereinheitlichung des Zugriffs
– Präsentationsintegration
• Vereinheitlichung der Darstellung in unterschiedlichen Subsystemen
– Kontextintegration
• Bereitstellung von Schnittstellen zu unterschiedlichen EDV-Systemen, z.B. auch zum
Mobilfunk
28
Qualität der Integration der
Anwendungsbausteine
• Anforderungen
– Adaptierbarkeit und Flexibilität: es muss leicht möglich
sein, neue Komponenten hinzuzufügen
– Kontrollierte redundante Datenhaltung: redundante
Datenhaltung kann aufgrund der Datenbankarchitektur
nicht vermieden werden, dennoch soll die redundante
Datenhaltung kontrollierbar bleiben
29
Prozessqualität
• Im Hinblick auf KIS bezieht sich die Prozessqualität auf die
Qualität der Prozesse zur Informationsverarbeitung
• Die Prozessqualität umfasst
– Effizienz der Informationslogistik
• Richtige Informationen, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, den
richtigen Personen, im richtigen Format
– Leanness der informationsverarbeitenden Werkzeuge
– Single Recording, multiple Verwendbarkeit
– Kontrollierte Übermittlung von Daten, keine
Medienbrüche
• Führt häufig zu Redundanz und Fehlern
– Patientenzentrierte Informationsverarbeitung
30
Kriterien der Ergebnisqualität
eines KIS
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
Trägt das KIS zur Qualitätsverbesserung bei?
Trägt das KIS zur Patientenzufriedenheit bei?
Trägt das KIS zur Kostenreduktion bei?
Erfüllung gesetzlicher Bestimmungen
Unterstützung klinischer Forschung
Effiziente Kommunikation mit anderen
Versorgungseinrichtungen
Verfügbarkeit der Patienteninformationen
Erweiterung mobile Informationsverarbeitung
Optimierung der Benutzeroberfläche
Patienten sollen Zugriff auf ihre Akte haben
31
1.2 Entwicklung eines KIS
• Prinzip: EDV-Umsetzung als letzter Schritt.
Vorher muss Inhalt und Funktionalität geklärt
sein.
• Weiteres Vorgehen:
– Beispiele für Inhalt und Funktionalität
– EDV-mäßige Umsetzung:
• Kommunikationsfähigkeit des Gesundheitsmanagers,
nicht Umsetzung
32
1.2.1 Funktionen im Krankenhaus
• Patientenaufnahme
– Ziel: Dokumentation und Verteilung der administrativen
Patientendaten sowie eindeutige Identifikation und
Zuordnung der Patientendaten
– Subfunktionen:
• Terminplanung
• Korrekte und eindeutige Identifikation und Zuordnung der
Patientendaten
– Vergabe einer eindeutigen Fallnummer
• Administrative Aufnahme
– Name, Adresse, Geburtsdatum, Versichertenstatus, Konfession, etc.
• Klinische Aufnahme
– Auf Station und Ambulanz: vor allem Anamnese (med. Vorgeschichte)
• Informationen für die Verwaltung
– Welche Betten sind frei/belegt? Wo liegt welcher Patient?
33
Funktionen im Krankenhaus: Planung
& Organisation der Patientenbehandlung
• Ziel: Effiziente Planung und Organisation zur
reibungslosen Durchführung der
Patientenbehandlung
• Subfunktionen:
– Präsentation von Information und Wissen
• Nicht nur medizinische Informationen über Patienten, sondern auch z. B. Leitlinien
etc. zur Unterstützung der Patientenversorgung
– Entscheidungsfindung und Patienteninformation
•
•
•
•
•
Diagnostische und therapeutische Maßnahmen
Wissensbasierte Systeme
Konsil bei externe Ärzte, z. B. durch Telemedizin (Telekonferenzen)
Dokumentation der Maßnahmen
Dokumentation der Einwilligung des Patienten
– Planung der Patientenversorgung
• Planung und Festlegung der Prozesse (Typ, Dauer, Personen)
34
Funktionen im Krankenhaus: Leistungsanforderung und Befundkommunikation
• Ziel: Annahme und Durchführung einer
Leistungsanforderung und die Befundübermittlung
• Subfunktionen:
– Vorbereitung der Leistungsanforderung
– Termin- und Prozedurplanung
• z. B. Blutabnahme, OP-Belegung, Röntgenbelegung
– Übermittlung der Leistungsanforderung
– Übermittlung der Befunde
• Eindeutige Zuordnung zum Patienten
• Markierung kritischer Werte
35
Funktionen im Krankenhaus: Durchführung
der diag. und therap. Maßnahmen
• Ziel: Bereitstellung der Ressourcen (Personal, Werkzeuge) zur
Durchführung der diagnostischen und therapeutischen
Maßnahmen
– Personalzuweisung
– Planung mobiler Geräte
– etc.
36
Funktionen im Krankenhaus: Klinische
Dokumentation
• Ziel: Dokumentation aller klinisch relevanten Patientendaten so
komplett, korrekt und schnell wie möglich
• Subfunktionen:
– Pflegedokumentation
• Pflegeprozesse (Pflegeplanung, Dokumentation der Prozeduren,
Evaluation, Berichtschreibung, aber auch Pflegekurven)
– Medizinische Dokumentation
• Dokumentation medizinisch relevanter Einzelbeobachtungen und feststellungen
• Üblicherweise auf den Patienten oder den Behandlungsfall bezogen.
• Meist in einer Patientenakte gehalten
• Umfasst u. a. Patientendaten, anamnestische Beobachtungen und
Feststellungen, Befunde, diagnostische und therapeutische
Maßnahmen, Angaben zu Diagnosen und Therapie sowie den
Behandlungsverlauf
37
Funktionen im Krankenhaus:
Administrative Doku. und Abrechnung
• Ziel: Dokumentation der Prozeduren als Basis für die
Abrechnung
– Auch für Controlling, finanzielle Analysen, interne BudgetFestlegung, etc.
– Zur Einhaltung gesetzlicher Dokumentationspflichten, z. B.
für die Budgetverhandlungen
– Häufig standardisierte Dokumentation anhand z. B. von
Diagnoseschlüssel, Kataloge
– Abgeleitet aus klinischer Dokumentation
38
Funktionen im Krankenhaus:
Patientenentlassung und Überweisung
• Ziel: Durchführung der stationären und
administrativen Entlassung und evtl. Überweisung
–
–
–
–
Endgültige Abrechnung
Erfüllung gesetzlicher Dokumentationspflichten
Auf Station: Entlassungsarztbrief
Übermittlung der Befunde an die weiterbehandelnde
Personen, Einrichtungen
39
Funktionen im Krankenhaus:
Verwaltung der Patientenakten
• Verwaltung der Patientenakten
– Ziel: Erstellung und Aufbewahrung der Dokumente und der
Patientenakten, so dass die in ihnen enthaltenen
Informationen und Daten schnell wieder gefunden werden
können
40
Funktionen im Krankenhaus:
Verwaltung der Patientenakten
• Subfunktionen:
– Erstellung und Abheften/Speichern von klinischen Dokumenten
– Verwaltung spezieller Dokumentationen und klinischer Register
• Dokumentation fürs Qualitätsmanagement
• Tumorregister
– Diagnose und Prozedurkodierung
• Strukturiert, anhand von Katalogen
• ICD
– Analyse der Patientenakten
• Zur Gewährleistung der Verfügbarkeit
• Einheitliche Inhaltsstruktur
• Datenschutz und Datensicherheit
– Archivierung der Patientenakten
• Bereitstellung von Archivräumen
• Gewährleistung einer 10- bis 30-jährigen Aufbewahrungsfrist
– Verwaltung der Patientenakten
• Organisation der Ausleihe und Rückgabe der Patientenakten
41
Funktionen im Krankenhaus: Arbeitsorganisation und Ressourcenplanung
• Ziel: Organisation und Einteilung der verschiedenen
Ressourcen
• Subfunktionen:
– Planung und Zuweisung der Ressourcen: Koordination und Kommunikation
von Personal, Material, Medikamenten, Betten, Werkzeugen
– Verwaltung von Material und Medikamenten
– Verwaltung der medizinischen Werkzeuge: OP-Saal, CT, MRT, etc
– Allgemeine Arbeitsorganisation: Durch Unterstützung von Arbeitslisten,
Terminplaner, Pinwand, Erinnerungszettel
– Unterstützung Bürokommunikation
• Telefon
• E-Mail
– Unterstützung der allgemeine Informationsverarbeitung
• Berichtschreibung
• Statistische Auswertungen
42
Funktionen im Krankenhaus:
Krankenhausverwaltung
• Ziel: Organisation der Patientenversorgung und Kontrolle der
finanzielle Lage des Krankenhauses
• Subfunktionen:
– Qualitätsmanagement
• EDV-Unterstützung zur Gewährleistung einer optimalen
Patientenversorgung
– Steuerung und Finanzmanagement
• Managementinformationssystem
• EDV-gestützte Finanzplanung
• Buchhaltung / Controlling
• EDV-gestützte Investitionsplanung
– Personal Management
– Allgemeine statistische Analyse
43
1.2.2 EDV-Entwicklung eines KIS
• Meta-Modell: „Sprache“ oder Instrument zur
Beschreibung einer bestimmten Modellklasse
• Dimensionen (desselben Objektes)
–
–
–
–
–
Funktionale Metamodelle
Technische Metamodelle
Organisations-Metamodelle
Daten-Metamodelle
Geschäftsprozess-Metamodelle
44
Welche Krankenhausfunktionen werden unterstützt von welchen KISKomponenten?
Welche spezifische Funktionen sind Teil von welchen globalen
Funktionen?
Welche Krankenhausfunktionen teilen welche Daten?
Entwicklung eines KIS
• Meta-Modell: „Sprache“ oder Instrument zur
Beschreibung einer bestimmten Modellklasse
• Dimensionen (desselben Objektes)
–
–
–
–
–
Funktionale Metamodelle
Technische Metamodelle
Organisations-Metamodelle
Daten-Metamodelle
Geschäftsprozess-Metamodelle
45
Welche informationsverarbeitenden Werkzeuge werden verwendet?
Welche Applikationskomponenten kommunizieren mit einander?
Welche Netzwerktechnologie wird verwendet?
Welche Lösungen werden eingesetzt zur Gewährleistung der
Datensicherheit und der Verfügbarkeit?
Entwicklung eines KIS
• Meta-Modell: „Sprache“ oder Instrument zur
Beschreibung einer bestimmten Modellklasse
• Dimensionen (desselben Objektes)
–
–
–
–
–
Funktionale Metamodelle
Technische Metamodelle
Organisations-Metamodelle
Daten-Metamodelle
Geschäftsprozess-Metamodelle
46
Welche Organisationseinheiten können im KH unterschieden werden?
Welche Einheiten sind für das Informationsmanagement verantwortlich?
Wer ist für das Informationsmanagement einer bestimmten
Organisationseinheit verantwortlich?
Entwicklung eines KIS
• Meta-Modell: „Sprache“ oder Instrument zur
Beschreibung einer bestimmten Modellklasse
• Dimensionen (desselben Objektes)
–
–
–
–
–
Funktionale Metamodelle
Technische Metamodelle
Organisations-Metamodelle
Daten-Metamodelle
Geschäftsprozess-Metamodelle
47
Welche Daten werden verarbeitet und gespeichert im
Informationssystem?
Welche Beziehungen können zwischen den Daten-Elementen identifiziert
werden?
Entwicklung eines KIS
• Meta-Modell: „Sprache“ oder Instrument zur
Beschreibung einer bestimmten Modellklasse
• Dimensionen (desselben Objektes)
–
–
–
–
–
Funktionale Metamodelle
Technische Metamodelle
Organisations-Metamodelle
Daten-Metamodelle
Geschäftsprozess-Metamodelle
48
Welche Aktivitäten werden während bestimmter KH-Funktionen
durchgeführt?
Wer ist verantwortlich für eine bestimmte Aktivität?
Welche Werkzeuge werden verwendet?
Welche Aktivität ist eine Vorbedingung für eine andere Aktivität?
Welche Aktivitäten müssen zwingend nachfolgen?
Welche Schwächen hat ein bestimmter Prozess
Meta-Modell:
„Sprache“ oder Instrument zur
Wie kann der Prozess verbessert werden?
Entwicklung eines KIS
•
Beschreibung einer bestimmten Modellklasse
• Dimensionen (desselben Objektes)
–
–
–
–
–
Funktionale Metamodelle
Technische Metamodelle
Organisations-Metamodelle
Daten-Metamodelle
Geschäftsprozess-Metamodelle
49
Datenbankarchitektur
• Integrationsproblem: in der Regel bestehen
bereits unabhängige Teilsysteme, die zu
integrieren sind
• Alternativen:
– Zentrale Datenbankstruktur
– Dezentrale Datenbankstruktur mit
Kommunikationsserver als Übersetzer zwischen
den Teilsystemen
50
Zentrale Datenbank
P a tie nte n d a te n v e rw a ltu n g
L a b o rs y s te m
R a d io lo g ie s y s te m
Z e n tr a le
D a te n b a n k
Tum ord o k u m e nta tio n s s y s te m
A b re c hn u n gs s y s te m
K ü c h e n s y s te m
51
Dezentrale Datenbanken
D e z e n tr a le
D a te n b a n k
P a tie nte n d a te n v e rw a ltu n g
D e z e n tr a le
D a te n b a n k
L a b o rs y s te m
D e z e n tr a le
D a te n b a n k
R a d io lo g ie s y s te m
K o m m un ik a tio n s s e rv e r
Tum ord o k u m e nta tio n s s y s te m
D e z e n tr a le
D a te n b a n k
A b re c hn u n gs s y s te m
D e z e n tr a le
D a te n b a n k
K ü c h e n s y s te m
D e z e n tr a le
D a te n b a n k
52
Data Warehouse
• Inhalt:
– homogener Datenpool
– Datenmäßige Integration verschiedener Subsysteme
•
•
•
•
•
•
Patientendaten
Finanzbuchhaltung
Materialwirtschaft
OP-System
Personalsystem
externe Quellen (z.B. epidem. Daten)
• Charakteristika
–
–
–
–
Datenspeicherung erfolgt nicht anwendungsbezogen
Verschiedene Anwendungen können zugreifen
Verknüpfungen können routinemäßig abgefragt werden
Längerfristige Datenspeicherung
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Arbeitsaufgabe
• Zeigen Sie systematisch den Datenbedarf
eines Arztes bei einer Operationsentscheidung
auf.
• Zeigen Sie, auf welche Datensätze er
zurückgreifen kann
• Entwickeln Sie einen Vorschlag für das
Datenmanagement
54

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