Leistungserfassung - Pflegestudium in Berlin

Report
Leistungserfassung
in der Pflege
„ Was man nicht benennt, das hat man auch nicht
geleistet…“
Leistung/ Produkt der Pflege?
ein geheilter Dekubitus ?
 ein Patient, der gelernt hat, mit seiner
Inkontinenz umzugehen?
 ein Patient, dem es so gut gefallen hat,
dass er am liebsten weiterhin gepflegt
würde...?

Was ist Pflegeleistung ?

Frau Seifert wird nach einer Hüftop. zur
Körperpflege ans WB gebracht. Die Pat.
klingelt, weil sie doch erst noch auf die
Toilette muss. Inzwischen bezieht die
Schülerin das verschwitzte Bett und
bemerkt, dass die Pat. sehr kurzatmig ist.
Also bringt sie sie wieder ins Bett und
wäscht sie dort nach einer
Blutdruckkontrolle zu Ende.
Ziel der Leistungserfassung
Grundlage zur Berechnung des
Pflegepersonalbedarfs. Dazu werden
ausgewählte Pflegeleistungen täglich
erfasst.
 Erfassungsmethodik: prospektiv oder
retrospektiv
 Erfassung in Zeitwerten, die im Vorfeld
fest gelegt wurden (aus Messung/
Schätzung)

Pflegezeit = Summe der Leistungen x
Vorgabezeiten (z.B. 3x Vitzk. 5 min)
 Dies ist ein Sollwert (oder besser:
Referenzwert): Aufgrund der erbrachten
Leistungen wird erwartet, dass der
tatsächliche Pflegeaufwand auf der Station
in etwa der errechneten Pflegezeit
entspricht. vgl. Leistungskomplexe amb.
 Was bleibt unberücksichtigt?




Auf den Erfassungsblättern, die täglich
ausgefüllt werden, werden nur die
patientenbezogenen Leistungen erfasst.
Die übrigen d.h. die stationsbezogene u.
mitarbeiterbezogene Leistungen werden nach
einem angenommenen Verhältnis geschätzt
(z.B. 30-60%)
Um den Personalbedarf zu berechnen werden
Vorgabenzeiten der erfassten
Pflegeleistungen aller Patienten pro Station
und Tag addiert: Dies ergibt die Pflegezeit.
Beispiele für Erfassungsinstrumente
PPR
 LEP
 DRG
 PKMS
Langzeitpflege:
 PLAISIR = Planification informatisé des soins
infirmiers requis (Canada).
 RAI = Resident Assessment Instrument
(USA)
Ambulant: Leistungskomplexe nach SGB XI

Was wird wie erfasst?
PPR
LEP
DRG (diagnosis related groups)

Klassifikationssystem, mit dem Leistungen
an Patienten anhand der Haupt- und
Nebendiagnosen für den einzelnen
Behandlungsfall und der fallbezogen
durchgeführten Behandlungen in
Fallgruppen klassifiziert werden
Pflege im DRG System
wird über eine indirekte Orientierung an
der PPR berücksichtigt.
 dabei wird jedoch nicht der pflegerische
Bedarf der Patienten oder der tatsächlich
geleistete pflegerische Aufwand erfasst,
 es erfolgt lediglich eine an der
Bezugsgröße PPR-Minuten orientierte
Verteilung der Personal-Ist-Kosten.

DRG- Gewinn oder Verlust?
gesunkene Belegungstage
 Aber Effizienzsteigerungen des DRG-Systems
wurden auch über eine höhere Arbeitsbelastung
des Pflegepersonals erkauft.
 82% der Pflegedirektoren, 68% der Chefärzte
und 51% der Geschäftsführer bekennen
Defizite in der pflegerischen Versorgung der
Patienten. Bei der menschlichen Betreuung
sehen sogar jeweils über 80% der Befragten
Defizite (Reifferscheid et al. 2014).

PKMS
von Expertengruppe des DPR
entwickeltes Instrument zur Abbildung
der Pflege hochaufwändiger Patienten auf
„Normalstationen im Krhs“
 4 Leistungsbereiche: Körperpflege,
Ernährung, Ausscheiden, Bewegen/Lagern
 vgl. zu PPR
 altersgestaffelt: 2-6, 7-18, 19- ?
 Zuletzt OPS 15, DPR nicht mehr
involviert

Beispiel PKMS
Nützlichkeit ?
Je nach Instrument kann die Pflege darin
mehr o. weniger ihre Leistungen abbilden
und zeigen, welche personellen
Ressourcen nötig wären, um die
anfallende Arbeit zu bewältigen.
 Aber: keine Aussagen wieso und wie diese
Leistungen durchgeführt wurden. Diese
Instrumente helfen nicht, zu beurteilen, ob
die Leistungen nötig gewesen sind oder
nicht.

vgl.Vertiefungsliteratur !
Fallanwendung Fr.Seifert
Pflege nach Hüft-OP?
 Abrechnung nach Diagnosen?

Was bleibt übrig/ unberücksichtigt?
Standardisierungsansätze
Behandlungspfade
(Clinical Pathways)
Aufstellung, welche Leistungen bei
bestimmten Problemen typischerweise
durchgeführt werden

vgl.Vertiefungsliteratur!
Leistungserfassung- eine Managementfrage!
1.Abbildung der Pflege (was wurde einzeln getan?)
 führt meist zu Einzelleistungskatalogen / Kombination mit elektronischer
Akte
 jede einzelne Information ist wichtig (juristische Absicherung)
 Häufigkeit jeder einzelnen Maßnahme ist wichtig
 bedingt umfassende und aufwendige Erhebungen
2.Begründung der Pflege (Warum wurde was getan?)
 benötigt Nutzung begründender Verfahren (Pflegediagnosen/Assessments)
 Diagnosen und Zustände sind wichtig
 evidenzbasierte Auswahl von Interventionen
3. Erklärung von Unterschieden (Warum ist dieser Pat. anders?)
 führt zur Nutzung klassifizierender Beschreibungen mit Aufklärung des zu
unterscheidenden Merkmals
 führt zu statistisch abgesicherten Verfahren mit Verlust der Überprüfbarkeit
für den einzelnen Praktiker

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