SLAM - nicolasruh

Report
SLAM vom ALL
• Do., 13.11.2014 im KIFF, Einlass 19:30, Treffen 19:20
• Eintritt: 7.50 CHF, bezahlt über Klassenkasse
SLAM-Poetry
Einstiegsübungen
Spontan-SLAM mit Vorgabe (ein Wort)
• 5 Sätze mit gleichem Anfangswort
• Betonung, Geschwindigkeit, Lautstärke variieren
• Wort muss nicht am Anfang sein
• Satz darf keinen Sinn machen
• WordJockey: Wort immer einbauen, wenn gezeigt, ansonsten
weiterfabulieren
• Dasselbe mit zwei Worten
Links
• Bas Boettcher – Imbissdeutsch
http://www.youtube.com/watch?v=k3skXhtaPUU
• Daniel Wagner – 1000 Füllwörter
http://youtu.be/ARDyJL3T-Nc
• Julia Engelmann – Einestages
http://www.youtube.com/watch?v=DoxqZWvt7g8
• Julia Engelmann – Stille Wasser sind attraktiv
http://www.youtube.com/watch?v=Q22MKYIpgUE
• Julian Heun – Seifenphrasen
http://www.youtube.com/watch?v=UPag9XIOFs4
• Sebastian 23 – Wenn alles einfach wäre
http://www.youtube.com/watch?v=68NnYIATifk
Links
• Yasmin Hafedh - Weltschmerz
http://www.youtube.com/watch?v=Kb32cE7_Yjs
• Lara Stoll – Duden
http://www.youtube.com/watch?v=YyGLHBjbRp0
• Gabriel Vetter - Migros vs. Coop Kinder
http://www.youtube.com/watch?v=hQz68RO2J9o
• Nico Semsrott – Scheitern
http://www.youtube.com/watch?v=d9TC29lLfQ0
• Felix Roemer – Es lebte weiter
http://www.youtube.com/watch?v=bvsDkH9Okws
• Moritz Kienemann – Nichts
http://youtu.be/gryIUaKUFfc
• Daniel Wagner – Wortspielhölle
http://www.youtube.com/watch?v=cd7MIhPJqSQ
Laurin Buser
• Laurin Buser – Dieselben Lieder
http://www.youtube.com/watch?v=idQ-f2b8bHY
• Laurin Buser – Unterwegs sein
http://youtu.be/bXohZYOu28o
• Laurin Buser – Was ist wahr
http://www.youtube.com/watch?v=7DMUvhyjlj0
• Laurin Buser –
Weihnachtsgeschichtehttp://www.youtube.com/watch?v=KLe
W8ThmENQ
• Laurin Buser – Die du da sprichst
http://youtu.be/ULNOp_F_cf0
• Laurin Buser – Vergiss die Wut nicht
http://youtu.be/K-1DWjphdio
Hazel Brugger
• Hazel Brugger – Sommerslam
-- Bakschisch-- Zirkusdirektor-- Kürbiskernöl-- Rammbock– Hebamme
http://www.youtube.com/watch?v=RLgVjaOgMFM
• Hazel Brugger – Liebestext
http://www.youtube.com/watch?v=GL_gTwDG4DQ
• Hazel Brugger – Bevor wir gezeugt werden, ist...
http://www.youtube.com/watch?v=eYjErvNAQ4I
• Hazel Brugger – Tiere quälen
http://www.youtube.com/watch?v=2vDrdl8EBLw
SLAM vom All
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Ihr Eindruck?
Worum geht es beim Slammen?
Welchen Text fanden sie warum gut/schlecht
Gibt es Slam-Genres? Welche?
Wurden Rhetorische Mittel eingesetzt? Welche?
SLAM vom All - Texte
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
Ivo – Holz
Valerio – Göttin
Anschi – Angst
Martina – Masturbation
Tobias – hässlich
Amina – Albanier
Manuel – Viva Helvetia
Anja – Wein
SLAM Genres
1.
Comedy
2.
Erzähltexte
3.
Rap-Poetry, Sprachspiele
4.
Gesellschaftskritisches im Slam
5.
Poetische, persönliche, gefühlvolle Texte
Humorvolle Prosa und Lyrik. Unterhaltsame Texte, die das Publikum zum Schmunzeln und
Lachen bringen. Auch Nonsens gehört in dieses Genre.
Kurzgeschichten über aussergewöhnliche Erlebnisse und alltägliche Beobachtungen [oder
umgekehrt], über persönliche Missgeschicke und Erfolge. Oft gespickt mit Witz und Ironie.
Rap steht für «Rhythm and Poetry». Rap-Poetry ist die Poetry des Rap, ohne Rhythm vom
Plattenteller. Rapzeilen, Reime ohne Beat, Lautmalerei, Sprachwitz...
Prosa und Lyrik, die zum Nachdenken anregen will. Ernste Themen, wie Krieg, Armut aber
auch die persönliche Situation zu Hause und in der Schule sind hier wichtig.
Ob verträumt oder verletzt. Ob frisch verliebt oder gerade getrennt. Alles, was es zur Liebe
oder sonstigen Befindlichkeiten und Gefühlen zu sagen gibt.
Die meisten Slam Poeten verschreiben sich nicht nur einem Genre. Die Grenzen sind meist
fliessend, die Genres können miteinander vermischt werden.
SLAM Übungen
Elfchen
• Ein kurzes Gedicht
mit genau elf
Wörtern und dem
folgenden Aufbau:
Wort
Wort Wort
Wort Wort Wort
Wort Wort Wort Wort
Wort
• Beispiel:
Sommer
endlich heiß
das Wasser einladend
Wir chillen am Strand
Leben!
Schöne Wörter
•
•
•
•
•
•
Schmetterling
Bananenbaum
Sternschnuppe
glamourös
Sonnenschein
Vergissmeinnicht
•
•
•
•
•
•
Daktylos
Kummerbuben
Walderdbeeren
Regenbogen
Märchenprinz
Kerzenlicht
•
•
•
•
bombastisch
Kastanien
Schokolade
Libelle
• Bilden sie einen Satz voller schöner Wörter. Und
dann gleich noch einen...
• Schieben sie die schönen Wörter in den schönen
Sätzen umher, bis sich ein schöner Sinn ergibt
Lautmalerei & Klangformen
• Reiner Reim
• Stabreim
• Binnenreim
• Schüttelreim
• Alliteration
• Onomatopoiesie
• Assonanz
• Vokalreihe
• Unreiner Reim
• Bas Boettcher
Dran Glauben
http://www.youtube.com/wat
ch?v=-g9bPUgBMZE
• Bas Boettcher:
Liebeserklärung
http://www.youtube.com/wat
ch?v=IfCagl4JAOQ
• Julian Heun
Das
Lügenschiffhttp://youtu.be
/0AWbc7LyB1w
Assonanz / Vokalreihen
• Bikininihilist
• Kumuluspunkte
• Schneeengellebewesen
• Lesefehlergelegenheit
• Bonobosodomie
• Panamabanane
• Schokokoboldsohr
• Sadomasopagode
• Phrasenblasenmacher
• Dunkle Vokale:
o, ö, u (auch a, au)
 gedämpfte
Stimmung
• Helle Vokale:
e, i, ü (auch ei)
 fröhliche
Stimmung
Assonanz / unreiner Reim
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
Engelszunge
Haltestelle
Lautmalerei
Melodie
Sorgentonne
Brautschleier
Wonneproppen
Jahreskalender
Marterpfahl
Minimalisten
<->
<->
<->
<->
<->
<->
<->
<->
<->
<->
Nebenbuhler
Rabeneltern
Haut macht den Reiz
Kerosin
Morgensonne
traut keiner
Lose Hose
Akte Malender
Damenwahl
wie sie da sitzen
Onomatopoiesie
•
•
•
•
•
Kikeriki
schnurren
scheppern
rumpeln
murmeln
Schüttelreime
• Hat eine Eiche Blätter kaum,
ist sie ein guter Kletterbaum.
• Das rechte Bein der Purzel winkelt,
bevor er an die Wurzel pinkelt.
• Ins Teppichhaus die Käufer laufen,
sie alle wollen Läufer kaufen.
• Wenn ich doch am Himmelbett
zum Wecken eine Bimmel hätt'.
• Der Schnee, den du in Flocken siehst,
mir unten in die Socken fließt.
• Es könnte meinem Beine schaden,
drum will ich nur zum Scheine baden.
http://pauli.uni-muenster.de/~munsteg/schuettelreime.html
Das Feuer (James Krüss)
Hörst du, wie die Flammen flüstern,
Knicken, knacken, krachen, knistern,
Wie das Feuer rauscht und saust,
Brodelt, brutzelt, brennt und braust?
Siehst du, wie die Flammen lecken,
Züngeln und die Zunge blecken,
Wie das Feuer tanzt und zuckt,
Trockne Hölzer schlingt und schluckt?
...
Aufgabe
Gestalten sie einen kurzen SLAM-Text mit vielen
Klangformen und lautmalerischen Elementen
• 7-15 Sätze, mind. ½ Minute, besser eine ganze
• Thema frei wählbar
Mini-SLAM:
1. Vortrag üben (deutlich, rhythmisch, übertrieben)
2. Vortragen
Die Bedeutung des Wortes «slam»
• «slemma» und «slämma» ist ein ursprünglich norwegisches bzw. schwedisches
Verb, das lautmalerisch das Zuknallen einer Tür bedeutet.
• Das Substantiv «slam» wird im Englischen später für den Stich im Kartenspiel
verwendet. Im Tennis wandelte sich «slam» zu «grand slam», um ein
Grossturnier zu bezeichnen.
• Ebenso gelten heute starke Cocktails als «slammer», was soviel heisst wie «to
slam some beers» (sich mit Bier zuknallen).
• In Amerika dagegen ist ein «slammer» ein Gefangener, hinter dem die Zellentür
zugefallen ist. Seit 1984 notierten Wörterbücher «slam» als Wettbewerbsform.
• slam-dunk = Basketball mit voller Wucht im Korb versenken
• with a slam = mit voller Wucht, heftig
• to slam down = verreissen, herunterputzen
• «Poetry Slam» bezeichnet die Veranstaltung, den Dichter-Wettstreit selbst. Kurz
und bündig: «Slam»; An einen «Slam» gehen; Beim «Slam» mitmachen.
• Das dargebotene, die Slam-Dichtung, bezeichnet man als «Slam Poetry».
• Die Dichterinnen und Dichter auf der Poetry Slam-Bühne nennt man «Slam
Poeten» oder einfach «Slammer».
Hausaufgabe
• Finden sie im Internet drei möglichst verschiedene SLAMAuftritte, die ihnen gefallen (Link speichern)
In gemeinsames GoogleDoc eintragen (Link s. Wiki)
https://docs.google.com/document/d/18-JfXPzi1YOxcw_hup388gshI5k-3qdOnjv4_Ialnhg/edit?usp=sharing
Unter ihrem Namen, für 2-3 Beispiele:
a) Name von SlammerIn und Text (notfalls erfinden)
b) Der Link zum Auftritt
c) Warum gefällt ihnen dieser SLAM?
(ca. 3 Sätze. Heben sie hervor, was besonders ist)
Aufgabe für die Säumer, bis Freitag:
Basteln sie für die ganze Klasse (22 Stück) Bewertungstafeln, mit
den Nummern 1-10, ca. Din A5, einigermassen haltbar
SLAMs beurteilen
Der Text (Inhalt) …
… hat Bezug zur Realität / ist aus dem Leben gegriffen.
… ist inhaltlich interessant und ansprechend.
… ist originell / besonders in seiner Art.
... ist gut aufgebaut und nachvollziehbar.
Der Text (Form) ...
… ist sprachlich angemessen / ausgefallen / nicht alltäglich.
... benutzt gut gewählte Worte und Sätze.
... setzt rhetorische Mittel wirkungsvoll ein.
... hat einen besonderen, einheitlichen, dem Thema zuträglichen Stil.
Der Vortrag …
… ist deutlich, verständlich und angemessen laut.
… ist gefühlvoll und lebendig gestaltet.
… ist abwechslungsreich, rhythmisch und an den Inhalt angepasst.
… spricht das Publikum direkt an.
… unterstützt die Aussage des Textes durch Körpersprache.
Rhetorische Stilmittel
Natürlich bedient sich jeder Slammer wie er will aus der Fülle der
rhetorischen Stilmittel. Trotzdem gibt es bestimmte sprachliche
Besonderheiten, die in vielen Slam Poetry – Texten vorkommen.
• Wiederholung: Refrain, Anapher, Epipher, Alliteration, ...
• Assonanz (für den ultimativen Multivitamin Kick)
• Konsonantenreihe, Vokalreihen, Vokalwechsel (es ist flippig, dann
nur noch floppig und dann, flupp, weg)
• Mehrfachreim (du bist scheiß dumm und du weißt drum)
• Binnenreim (du bist unermesslich hässlich)
• Parallelismus oder Chiasmus (Ich achte die Achtung, Ich ächte die
Ächtung)
• Bildhafte Sprache, Metapher, Redewendung, Doppeldeutigkeit
• Neologismus, Slang, Dialekt,...
Rants
• Daniel Wagner – Städtenamen
http://youtu.be/NQxyv3Bcyd4
• Daniel Wagner – Bürokratie
http://youtu.be/DZqokQgrijE
• Patrick Salmen – Euphorie, Euphorie
http://youtu.be/vKpQQZyW7hQ
• Gabriel Vetter – Eine Buche, wie sie im Walde steht
http://www.youtube.com/watch?v=lIvjhpuNkMs
• Fabian Navarro – Mathe ist ein
Arschlochhttp://www.youtube.com/watch?v=4ErQGumBls8
• Hazel Brugger – Tiere quälen
http://www.youtube.com/watch?v=2vDrdl8EBLw
Ein /rant/
• to rant: speak or shout at length in an angry, impassioned way.
• Auf Deutsch am ehesten: sich ereifern, ablästern, eine Tirade
• Vortrag: entweder sehr echauffiert – oder gerade gar nicht
• Inhalt: genaue, plastische Beschreibung; Übertreibung!
• Form: Was immer die Übertreibung betont ( oft ironisch)
• Los geht’s: Suchen sie sich ein Thema etwas, dass sie auch
tatsächlich aufregt, zumindest ein bisschen, und übertreiben
sie es fürchterlich (verdichten, verdichten,...)
• Ziel: Eine solche Tirade muss mindestens eine Minute gehen
Wortfelder
Weise Wortwahl wirkt Wunder
• Worum es auch geht, man kann alles auf viele verschiedene
Arten ausdrücken, formulieren, benennen, umschreiben...
• Ein Slam-Text wirkt vielleicht manchmal wie normale Sprache,
aber auch bei solchen Texten sind die Worte sorgsam gewählt
• Oft hilft es, einfach mal alle Alternativen zu sammeln, also ein
Wortfeld zu erstellen (dürfen auch ganze Ausdrücke sein)
Wortfeld Fortbewegung
• x
Wortfeld Sprechen
• s
Wortfeld Gebäude
Wortfeld Geld
Tipps zum Überarbeiten
Kein Text ist auf Anhieb perfekt, und selbst ein guter Text kann
noch besser werden. Also überarbeiten, überarbeiten,...
 Verdichten, Ausschmücken, Überprüfen, Korrigieren
• Unterstreiche alles, was dir überflüssig vorkommt.
• Streiche die Füllwörter [und, auch, nämlich, ebenso, ausserdem
etc.], die für den Text nicht wichtig sind.
• Ersetze belanglose oder allgemeine Wörter durch besondere
• Ersetze Platitüden durch Gefühle, Handlungen oder
Beschreibungen. So wird dein Text für Zuhörer fassbarer.
• Achte auf den Sprachfluss, den Rhythmus, passe ggf. an
Leitgedanke: Nichts ist Zufall in der Kunst!
Aufgabe (auf Freitag)
• Überarbeiten sie ihre „Rant“ gründlich (Ziel: 1-2 min)
• Falls ihnen die Tirade als Textart nicht gefällt, können sie auch
einen anderen Slam-Text schreiben
• Üben sie ihren Vortrag
• Am Freitag gibt es einen Mini-Slam mit Rückmeldung
Auftrag Mittwoch 3.12.2015
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•
•
DaG4, S. 63 – 74 gelesen haben
Eigenes Thema und Stil aussuchen
Text (1-3 Minuten) verfassen
Text mind. ein Mal überarbeiten
Ausblick:
• Am Freitag 5.12.15: wieder Mini-Slam
• Bis Weihnachten braucht jede(r) zwei Texte von 3-4 Minuten
• Klassenslam(s)  eine Note
• RepräsentantIn G3E für den Kanti-Slam am 22.1. im KIFF
Wörter mit Gefühl
• Staunen
• Gelächter
• Freudentaumel
• gehässig
• Begeisterung
• Traurigkeit
• kuschelig
• Liebreiz
• Gemütlichkeit
• abrupt
• Freiheit
• Sehnsucht
• Knurren
• Krawall
Akrostichon
• Zu einem senkrecht geschriebenen Wort wird von jedem
Anfangsbuchstaben ein Satz hinzugefügt:
Sinnlichkeit im Nebel der Gefühle,
Chemische Vorgänge ohne Kontrolle.
Halte mich ewig! Mein Wunsch ist eindeutig.
Einzig der deine ist ein anderer:
Rückzug, Loslassen – verlassen.
Zurück bleibt Einsamkeit.
Allgemeine Regeln für einen Poetry Slam
1. Bei einem Poetry Slam werden nur selbst verfasste Texte
vorgetragen.
2. Alle Dichter erhalten dasselbe Zeitlimit auf der Bühne.
3. Es dürfen keine Requisiten oder Kostüme auf die Bühne
mitgenommen werden.
4. Reine Gesangsstücke sind nicht erlaubt. Die Texte können
jedoch im Sprechgesang vorgetragen werden.
5. Das Publikum bewertet die Beiträge der Dichter.
«The Slam should be open to all people and all
forms of poetry.»
Marc Smith
Tipps zum Performen
• Überlege dir, wie dein Text auf die Zuhörer wirken soll:
• Was willst du sagen?
• Willst du mit deinem Text aufrütteln oder unterhalten?
• Willst du die Zuhörer zum Nachdenken anregen oder zum Lachen bringen?
• Überlege dir dann, wie du deine «Performance» gestaltest:
• Stimmung: Trägst du deinen Text in nachdenklicher, aggressiver, gehetzter,
trauriger oder fröhlicher Stimmung vor? Du kannst natürlich auch innerhalb des
Textes abwechseln. Merke: auch eine nachdenkliche, aggressive, gehetzte oder
traurige Stimmung an der richtigen Stelle kann witzig sein.
• Geschwindigkeit: Soll dein Text schnell oder langsam vorgetragen werden? An
welchen Stellen steigerst du das Tempo, wo verlangsamst du es, damit dein Text
die gewünschte Wirkung erzielt?
• Lautstärke: In welcher Lautstärke liest du deinen Text? Schreist du ihn heraus oder
flüsterst du? Gibt es Stellen deines Textes, die laut und solche, die leise
vorgetragen werden müssen, damit dein Text verständlicher wird?
• Tonhöhe: Liest du mit hoher oder tiefer Stimme? Was wirkt am besten? Auch hier
gilt: Abwechslung an den richtigen Stellen, macht deinen Text für die Zuhörer
interessanter.
• Pausen: Wo setzt du Pausen? An welchen Stellen deines Textes sollen die Zuhörer
aufatmen oder lachen können? Du kannst dich natürlich auch dazu entscheiden,
deinem Publikum keine Atempause zu gönnen.
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«Packungsbeilage»
Texte, die nicht zum lauten Lesen gedacht sind vorlesen. Packungsbeilagen von
Medikamenten, Bedienungsanleitungen von technischen Geräten, Inhaltsangaben auf
Nahrungsmitteln, ...
«Leseaufgaben»
Zu zweit oder in der Gruppe verschiedene Sprechanweisungen sammeln (z.B. flüstern,
brüllen, befehlen, lallen, ...). Die Anweisungen auf Zettel schreiben, die Zettel mischen und
einen Zettel ziehen. Versuchen, diese Sprechanweisung umzusetzen, das Gegenüber soll
erraten, um welches Kriterium es sich handelt.
Erweitert: Mehrere Zettel ziehen und versuchen, die Anweisungen zu verbinden.
«Jungs und Mädchen»
Geschlechterrollen tauschen, Klischees bedienen. Die Jungen lesen Dialoge so, als wären sie
Mädchen, die sich über Jungs und Mode unterhalten. Die Mädchen lesen Dialoge so, als
wären sie Jungs, die versuchen, sich gegenseitig zu übertrumpfen.
«Noch mehr Klischees»
Rollen finden. Wie würde meine Oma den Text lesen? Wie ein frisch gewählter Bundesrat?
Wie ein General im Militär? Wie Paris Hilton? Eigene Rollen erfinden. Die Mitschüler raten
lassen, um wen/was es sich bei dieser Leseweise handeln könnte.
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«Orchestrieren»
In Gruppen mit einem Text (vielleicht aus dem Biologie-Buch) ein Stimmenorchester
gestalten. Teile des Textes modifizieren, wiederholen, übereinander schichten, so dass aus
dem Text ein kleiner „Choral“ wird.
«Anfangssatz»
Einen Anfangssatz an die Wandtafel schreiben. Beispielsweise: «Als Sie die Tür zu ihrem
Hotelzimmer aufschliessen wollte, war die Tür nur angelehnt... ». Die Geschichte fertig
schreiben lassen. Mit der Wahl des Anfangssatzes kann das Genre des Textes entscheidend
beeinflusst werden. Schreibzeit vorgeben. Text in der Klasse oder in Gruppen vorlesen lassen.
Anfangssätze: «Ein gewaltiges Gewitter zog auf, als ich gemütlich auf meinem Bett lag und
fernsah ...» / «Sie/Er wurde an einem strahlend blauen Tag aus dem Gefängnis entlassen ...» /
«Alle dachten, er/sie sei tot ...» / «Nicht schon wieder!, dachte ich ...» / ...
Man kann auch mit den Schülern Anfangssätze sammeln.
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«Weisheiten»
Zwei Zettel: Jede/r Schüler/in schreibt ein beliebiges Nahrungsmittel auf den einen und eine
beliebige Tätigkeit auf den anderen. Die Zettel mit den Nahrungsmittel werden gemischt, die
Zettel mit den Tätigkeiten ebenso: Jede/r Schüler/in zieht darauf ein Nahrungsmittel und eine
Tätigkeit. Im Folgenden versucht jede/r Nahrungsmittel und Tätigkeit in einer «Weisheit» zu
verbinden. Die Sprichworte werden darauf vorgelesen.
Bsp. Joghurt – Putzen: «Schmeckt der Joghurt aus dem Glas, ist es gut geputzt worden.»
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«Zeitungsartikel-Story»
Die Schüler/innen erhalten die Aufgabe, Kurzmeldungen aus der Zeitung zu sammeln. Jede/r
Schüler/in bringt zwei Kurzmeldungen von zuhause mit oder die Schüler/innen erhalten in
der Lektion die Aufgabe, alte Zeitungen auf Kurzmeldungen zu durchstöbern. Die
Kurzmeldungen werden anschliessend gemischt und jede/r Schüler/in zieht eine. Aus der
gezogenen Kurzmeldung soll nun eine Kurzgeschichte entstehen. Die knappen Angaben der
Agenturmeldung sollen ausgebaut und ausgeschmückt werden. Was steckt hinter dem, was
wir da trocken serviert bekommen? Was ist wirklich geschehen? Hier ist die Phantasie der
Schüler/innen gefragt, ohne dass sie sich eine Handlung aus den Fingern saugen müssen.
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1. Stilmittel/Ideen A
«Alltagsbeobachtung»
Unser Alltag wimmelt von kleinen und grossen Geschichten, die erzählenswert sind: unglaubliche,
tragische, lustige aber auch langweilige. Wer hat noch nie einen Dialog aufgeschnappt oder dort ein
paar Gesprächsfetzen, wer hat noch nie etwas Erzählenswertes beobachtet oder selbst erlebt, wer hat
noch nie ein Erlebnis erzählt bekommen, weiter erzählt und dabei etwas ausgeschmückt: Unser Alltag
ist der Boden aller Unterhaltung.
«Figurentiefe»
Wir alle denken uns manchmal etwas und sagen etwas anderes oder denken an, bzw. träumen von
etwas, während wir etwas anders tun müssen. Wir alle stecken Erniedrigungen weg und denken uns,
wie wir besser reagiert hätten, bzw. was wir hätten sagen sollen. Wir spielen Situationen durch, oft
auch schon im Voraus, vor einem Rendez-Vous oder einem Bewerbungsgespräch etwa: Was soll ich
sagen? Was wird er/sie sagen? Was wird er/sie von mir denken? Menschen im Text sprechen, handeln
und denken zu lassen, widersprüchlich oder nicht, verleiht ihnen Tiefe.
«Personifikation»
Man kann sich in fremde Menschen denken und aus ihrer Sicht die Welt beschreiben, kann sogar
Menschen erfinden, um eine gute Geschichte zu erzählen. Man kann aber gerade so gut die Sicht eines
Toasters einnehmen. Die Personifikation bzw. Vermenschlichung von Tieren, Pflanzen und
Gegenständen bietet einen grossen Gestaltungsraum: Was würde er/sie/es denken, sagen? Wovon
könnte er/sie/es träumen? Was könnte er/sie/es machen, um diese Träume zu verwirklichen? Wie
würde er/sie/es reagieren, wenn diese Träume scheitern?
Slam-Rezept:
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
Man fasse einen dummen Gedanken
vermische den ordentlich mit einigen willkürlichen Gefühlen
werfe sie in ne Bratpfanne und schüttet nen ordentlichen Schuss
Whisky aus Papis Hausbar dazu. Etwas ziehn lassen.
Unterdessen Zigaretten suchen.
Hat man die Zigaretten dann endlich gefunden, suche man nun
nach Zündhölzern. hat man diese endlich gefunden stelle man sich
vor den Herd, zünde sich eine Zigarette an, trete einen Schritt
zurück und schmeisse das Zündholz in die Pfanne.
Schön aufflackern lassen.
Warten bis Decke schwarz ist und sich überflüssige Gedanken und
Gefühle in Rauch aufgelöst haben. Thadaaaa!
Asmoria (u20 Sankt Gallen)
• s

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