Burn-Out-Syndrom

Report
Burn-OutSyndrom
Legenden und Fakten Erscheinung und Behandlung
Rat und mehr – Jürgen Gechter
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Legendenbildung :
• Burnout und Depression ist das Gleiche
• Burnout ist klar definierbar
• Burnout hat ein klares Krankheitsbild
• Burnout entsteht durch Dritte, durch
Überlastung und durch Stress
• Burnout kommt aus heiterem Himmel ohne Vorwarnung
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Diskussionsthesen:
Burn-Out ist keine psychische Erkrankung
sondern eine Verhaltensstörung.
Burn-Out endet ohne Behandlung in fast
allen Fällen in einer psychischen Erkrankung
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Der Unterschied zwischen Burnout und Depression:
Die klassische Depression kommt meist ohne erkennbaren Grund aus
heiterem Himmel  Ausnahme: die reaktive Depression
Burnout ist die Folge von bestimmten Ereignissen und die
darauf eingegangenen Verhaltensweisen.
Eine Depression beginnt meist mit heftigen Symptomen,
Burnout dagegen beginnt langsam und wachsend
Die Gemeinsamkeit:
Depression und Burn-Out in der Endphase haben gleiche oder
ähnliche Symptome und werden weitestgehend gleich behandelt.
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Symptomatik von Burn-Out
Da mit Burn-Out derzeit viel Geld zu machen ist, tummeln sich
jede Menge Menschen auf dem neuen Markt und halten
teilweise unglaubliche Erkenntnisse und Lösungen parat.
„Experten“ die
• klare Krankheitsbilder,
• womöglich noch in festen Phasen aufgegliedert und
• Lösungsschritte aus dem Burn-Out anbieten
sind mit Vorsicht zu genießen.
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Diskussionsthese:
Eine Person mit Burn-OutSyndrom mit Symptomen
ist bereits lange vorher
„erkrankt“.
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Symptomatik von Burn-Out
Ausbruch
Inkubationszeit
Kaum erkennbar und spürbar.
Der Betroffene fühlt sich
sogar noch sicher und
gestärkt, meint er täte das
Richtige, wenig Zweifel.
Akutphase
Heftig ansteigende
psycho- und
psychosomatische
Krankheitsbilder
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Chronische Phase
Dauerhaft vorhandene
psycho- und
psychosomatische
Erscheinungen
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Heilungschancen
Ausbruch
Inkubationszeit
Gut heilbar – besser zu
stoppen, auch ohne Hilfe
Dritter, aber mit
Selbsterkenntnis und Disziplin
Akutphase
Heilbar – nicht
mehr zu stoppen.
Hilfe Dritter
unentbehrlich
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Chronische Phase
Heilbar nur langfristig
mit Gefahr der immer
wiederkehrenden
Symptomatik. Hilfe
Dritter unentbehrlich.
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Inneren Antreiber des Burn -Out
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
Sei der Beste
Mache es alle recht
Zeig, was du kannst
Zeige keine Schwäche
Sei Vorbild
Stelle deine eigenen Interessen zurück
…
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Häufigkeit und Zusammenhänge
Die am häufigsten betroffenen Berufsgruppen sind:
• ArbeitnehmerInnen in sozialen Berufen
• ArbeitnehmerInnen in Verwaltungstätigkeiten
• Manager und Vorgesetzte mit hoher Entscheidungsbefugnis
Burn-Out kann aber grundsätzlich JEDE/N treffen:
Sportler, Schüler, Studenten, Eltern, Hausfrauen, Rentner,
Arbeitssuchende usw.
Ein direkter Zusammenhang zum „Helfer-Syndrom“ ist empirisch
nachgewiesen. Auf ein Helfersyndrom folgt fast folgerichtig ein Burn-OutSyndrom
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Häufigkeit und Zusammenhänge
Beispiel: Mutter von zwei Kindern kümmert sich rührend um Ihre 2 und 5jährigen Söhne. Sie hat ihren Arbeitsplatz aufgegeben, nachdem ihr auch die
Verkürzung der Arbeitszeit auf 3 Stunden täglich nicht ausreichte, da ihre
Söhne dann zu kurz kämen.
Von Aufstehen am Morgen bis zur Schlafenszeit der Kinder dreht sich alles um
die Söhne. Danach fühlt sie sich schlapp und ausgepowert. Ein Familienleben
mit dem Ehemann gibt es nicht mehr. Nach dem Abendessen gehen die
Kinder zu Bett und die Mutter schläft auf dem Sofa vor dem Fernseher ein.
Ihr Mann erkennt an ihr einen zunehmenden Verfall, sie sei ungepflegt, mache
einen verwirrten Eindruck, sei für Gemeinsamkeiten kaum mehr zu begeistern.
An Sexualität oder wenigstens Zärtlichkeit sei schon seit Monaten nicht mehr
zu denken.
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Woran erkenne ich ein drohendes Burn -Out
Beispiele:
• Nach einer Kurzreise habe ich den unwiderstehlichen Drang danach,
am Arbeitsplatz nach dem Rechten zu sehen.
• Auch in der Freizeit checke ich fast stündlich meine beruflichen Mails
• Ich erarbeite Konzepte in meiner Freizeit, weil die Zeit am Arbeitsplatz
nicht ausrecht.
• Die meisten Akten meines Jobs liegen bei mir zuhause
• Ich bin ständig per Handy erreichbar
• Ich bin schon öfters aus der Freizeit in die Arbeit gegangen, weil mich
ein Fall so beschäftigt hat
• Ich kann Urlaub nicht mehr genieße, weil ich Angst habe, dass ich
dadurch beruflich etwas verpasse
• Die Hälfte meines Urlaubs verfällt am Jahresende
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Wie kann ich ein drohendes Burn -Out stoppen?
• Nein sagen lernen
Da dies meist nicht einfach funktioniert sind die Interessensvertreter gefragt,
Maßnahmen beim Arbeitgeber zu beantragen:
Stopp von eMail-Versand am Wochenende
Keine Privatverwendung von Blackberrys oder Smartphones
Laptop und iPad bleiben über das Wochenende im Betrieb
Keine Zutrittserlaubnis zu den Büros außerhalb einer festgelegten Zeit
Das Mitnehmen von Arbeitsunterlagen nur auf ausdrückliche
Einzelfallgenehmigung durch den Vorgesetzten
• Kein „Holen aus dem Frei“
• Keine Vertrauensarbeitszeit oder Gruppenarbeit
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Wie kann ein Burnout behandelt werden?
Notwendige und mögliche Personenkreise
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Hausarzt – als koordinierende Stelle
Psychologe oder Psychiater – als psychologische Fachkräfte zur Therapie
Psychologische Berater – als Ergänzung und zur Zukunftsprognose
Soziales Umfeld – der Betroffene braucht ihm nahestehende Menschen
um nicht sozial zu vereinsamen
Die oft langwierige Therapiephase kann begleitet werden durch:
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Theaterpädagogik
Familienaufstellungen
Hypnosen und Entspannungsübungen
Mal- und Gesprächstherapie
Weitere Therapieformen
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Fazit?
Burn-Out ist ein hausgemachtes Problem. Die Ursache liegt oft in der Arbeitsoder Sozialumgebung.
Burn-Out tritt als Erkrankung erst zutage, wenn es zu spät ist
Burn-Out Symptome sind so mannigfaltig, dass sie kaum aufgezählt werden
können. Zudem wirken sie sich bei jedem Menschen anders aus.
In der chronischen (oder letzten?) Phase gleicht Burn-Out der reaktiven
Depression.
Die Behandlung ist dann schwierig und langwierig. Eine Heilung kann
durchaus unmöglich sein
Der Burn-Out kann auch suizidale Folgen haben
Rat und mehr – Jürgen Gechter
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