Die Saarfrage 1918 - 1935 (Carmen Stopp)

Report
LPM-Fortbildung vom 26.11.2012
Die Saarfrage (1918 – 1935)
Methodenvielfalt als Motivation für ein
regionalgeschichtliches Thema in Klasse 9
Carmen Stopp
 Vorstellung der Unterrichtsreihe zur
 Reihenbegründung
 Einsatz / Lehrplan
 Ziele
 Grobplanung
 Methoden
 Oral
Saarfrage
History
 Ausschnitte
 Aufbau
aus dem Zeitzeugen-Interview
der Materialien
Warum Saargeschichte (1918 – 1935) ?





20. Jahrhundert für die Entwicklung des heutigen
Saarlandes von besonderer Bedeutung
Beginn des Wechsels der politischen
Zugehörigkeit
Nationalbewusstsein der Saarbevölkerung für
Deutschland, aber auch Ausprägung des
Regionalbewusstseins („Einmal Saarländer,
immer Saarländer“)  lebensnaher Bezug
besondere Entwicklung der Region und ihrer
Bevölkerung
Entscheidung in freier Selbstbestimmung über
politisches Schicksal
Lernvoraussetzungen / Einsatz

Weimarer Republik  im bisherigen Lehrplan
Das „Saargebiet“ unter der Verwaltung des
Völkerbundes als fakultatives Thema
problematisch: Ausblendung wesentlicher
Aspekte der Volksabstimmung
(nationalsozialistischer Einfluss)

Nationalsozialismus  Saarabstimmung 1935
im Rahmen der NS-Außenpolitik
Ziele der Unterrichtsreihe

inhaltlich:
Situation an der Saar während der Besatzungszeit (1918 – 1920)
wesentliche Regelungen des Saarstatutes
vom Deutschen Reich losgelöste politische Entwicklung an der Saar
kritische Reflektion der Vorurteile und Ressentiments der
Saarbevölkerung gegenüber Frankreich
 Propagandamaßnahmen im Abstimmungskampf  Vergleich und
Charakterisierung der zentralen Argumentationen





methodisch
 Festigung der Methodenkompetenz im Umgang mit schriftlichen Quellen
 auch Interpretation handschriftlicher Dokumente
 Analyse und Interpretation politischer Plakate
 Analyse von Propagandaliedern (textliche und musikalische Gestaltung)
 Bewertung und Hinterfragen von Zeitzeugenaussagen

affektiv
 Nachempfinden der schwierigen Situation der Saarbewohner während der
französischen Besatzungszeit
 Hineinversetzen in die Lage der Saarbevölkerung im
Abstimmungszeitraum
Grobplanung der Unterrichtsreihe
Stunde
Thema
1. Stunde
Das Saargebiet in der
Besatzungszeit
1918 – 1920
2. Stunde
Völkerbundszeit:
eigenständige Entwicklung
des Saargebietes
3. Stunde
Kulturelle Entwicklung unter der
Völkerbundsverwaltung
4. Stunde
5. Stunde
6. Stunde
Abstimmungskampf
1933 – 1935
Saarabstimmung 1935 –
Ergebnisse und Bewertung
Methoden
Methodenvielfalt als Motivation für ein regionalgeschichtliches Thema
 Wechsel der Sozialformen sowie abwechslungsreicher Medieneinsatz
 aber: kein „blinder Aktionismus“ beim Methodeneinsatz

Bildquellen: neben Fotos v.a. Plakate („aufgehängte
Geschichte“)
 systematische Analyse und Interpretation bis zur Erstellung
eigener Wahlplakate für die Volksabstimmung 1935
Methoden
Methodenvielfalt als Motivation für ein regionalgeschichtliches Thema
 Wechsel der Sozialformen sowie abwechslungsreicher Medieneinsatz
 aber: kein „blinder Aktionismus“ beim Methodeneinsatz

Bildquellen: neben Fotos v.a. Plakate („aufgehängte
Geschichte“)

Propagandalieder  „Deutsch ist die Saar“

schriftliche Quellen:
 Quellentext zu Domanialschulen
 zentrale Bestimmungen aus dem Saarstatut
 private Dokumente
Methoden
Methodenvielfalt als Motivation für ein regionalgeschichtliches Thema
 Wechsel der Sozialformen sowie abwechslungsreicher Medieneinsatz
 aber: kein „blinder Aktionismus“ beim Methodeneinsatz

Bildquellen: neben Fotos v.a. Plakate („aufgehängte
Geschichte“)

Propagandalieder  „Deutsch ist die Saar“

schriftliche Quellen:
 Quellentext zu Domanialschulen
 zentrale Bestimmungen aus dem Saarstatut
 private Dokumente

Interview mit einem Zeitzeugen
Oral History
Jedermann erfindet sich früher oder später eine Geschichte,
die er für sein Leben hält. (Max Frisch)
Methode, durch Befragung von Zeitzeugen etwas über
Geschichte zu erfahren („historisches Interview“)

Formen mündlicher Überlieferung
 Befragung von Verwandten oder Bekannten zu
ihrem Erleben vergangener Zeiten
 aufgezeichnetes Zeitzeugeninterview
 Zeitzeugenbefragung

Geschichtlicher Abriss
Oral History

Formen mündlicher Überlieferung

Geschichtlicher Abriss

Chancen / Vorteile
Gefahren / Nachteile
 „Geschichte aus erster Hand“




 Motivation
Authentizität und Faszination
besondere Aspekte von
Geschichte („von unten“)
Bewusstsein für die Problematik
von Überlieferung und
Perspektivität
hohes Maß an Eigenaktivität
(Handlungsorientierung)
 fehlende Zweifel an Authentizität
 Subjektivität der Aussagen
 Beeinflussung wiedergegebener
Erinnerungen (Vergessen,
Verdrängen,…)
 erforderliche Eigenaktivität und
Selbstständigkeit  Überforderung
 fehlender Lebenserfahrung, aber
auch Sachkenntnis der Schüler
Oral History

Formen mündlicher Überlieferung

Geschichtlicher Abriss

Chancen / Vorteile

Ablauf einer Zeitzeugenbefragung
Gefahren / Nachteile
 Themenfindung
 Suche nach geeigneten




Zeitzeugen
inhaltliche Vorbereitung
organisatorische Vorbereitung
Interview / Gesprächsführung
Aufbereitung
Zeitzeugen–Interview im Rahmen der Reihe
Anton Schmidt
( 02.12.1913)
Interviewleitfaden / Schülerfragen

Nachkriegszeit (nach dem Ersten
Weltkrieg):
 Haben Sie beziehungsweise Ihre
Familie viele Verluste durch den
Ersten Weltkrieg und seine Folgen
gemacht?

Französische Besatzungszeit nach
dem 1. Weltkrieg:
 Wie machte sich der Hass auf
Frankreich im Alltag bemerkbar?
 Wie haben die Franzosen Sie
während der Besatzungszeit
behandelt?
 Welche Vor- und Nachteile bestanden
für Sie als Saarländer während der
Zeit des Völkerbundes unter
französischem Einfluss?
 Welche Einstellung hatten Sie
gegenüber den Franzosen? / Wie
stehen Sie heute zu den Franzosen?

Saarabstimmung:
 Waren Sie für die Rückgliederung
zu Deutschland oder dagegen?
Warum?
 Welche Einstellung hatten die
Menschen zu der Propaganda?
 Wie liefen die Wahlen damals ab?
 Gab es nach der Rückgliederung
viele Vorteile für das Saargebiet?
Interviewergebnisse

Kriegsende und Völkerbund (0:53 min)

Verhältnis zu Frankreich (1:24 min)

Behandlung durch französische Besatzungssoldaten (0:21 min)

Begründung für die Rückgliederung (1:28 min)  Abschluss: Status quo

Propaganda: Giebelschrift am Haus (1:20 min)

Kreide-Technik zum Entfernen des „Hauswandplakates“ (0:33 min)

Entfernung mit Schlauch (0:15 min)

Ablauf der Abstimmung (2:13 min)

Fußballspiel mit Besatzungssoldaten (0:55 min)

Kundgebungen am Kieselhumes und am Befreiungsfeld (1:23 min)

Propaganda in Auersmacher (0:15 min)

Rolle Hitlers im Abstimmungskampf (0:15 min)

Vorteile nach der Rückgliederung (1:11 min)
Aufbau der Materialien

Konzeption der Unterrichtsreihe

Übergeordnete Ziele der Unterrichtsreihe

Sachinformationen

Didaktische Reduktion

Literaturverzeichnis

Beschreibung der Einzelstunden
 Schwerpunktsetzung / Stundenziel
 Stundenplanung
 Didaktisch-methodischer Kommentar / Medien
 Anhang mit Folien, Arbeitsblättern, Tafelbildern,…
Weiterleitung der Materialien
Carmen Stopp
Marienschule Saarbrücken
 Kontakt:
[email protected]

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