Wunder im RU - Dekanat Sigmaringen

Report
Wundergeschichten im
Religionsunterricht
- Bedeutsamkeit der
Wundergeschichten
- Didaktische und methodische
Überlegungen
Warum Wundergeschichten im RU?
• Schüler machen vielfältige Erfahrung von Begrenzung
und Einschränkungen (Armut, soziale Ausgrenzung, zu
klein sein, etwas nicht können, zu kurz kommen,
psychische und physische Behinderungen …)
• Wundergeschichten als Begrenzungs-Überwindungsgeschichten: sie illustrieren Erfahrungen der
grenzüberschreitenden Dynamik der Macht Gottes
• Geben e. Hoffnungsperspektive (Sehnsüchte d. SuS)
• Gott nimmt jeden Menschen so an wie er ist
• Wahrnehmen der Tiefendimension der Wirklichkeit
• Verständnis abhängig von religiöser Prägung
Bedeutsamkeit der Wundergeschichten
• Es geht nicht um eine einmalige (damalige), sondern
um eine grundlegende (heutige) Erfahrung mit Jesus
• Wundererzählungen sind heute wie damals ein
Sprachangebot, die Wirklichkeit der Menschen und
das eigene Leben vor und mit Gott zu deuten.
• Wundergeschichten wirken symbolisch der Not
entgegen; sie erheben Einspruch gegen die realen
Verhältnisse – Entwurf einer alternativen Lebenswelt
 Wundergeschichten können Handlungsmöglichkeiten
für die Gestaltung und Veränderung unserer Lebenswirklichkeit erschließen
Angestrebte Kompetenzen
• Rekonstruktion des Erzählgeschehens (Beobachtungen
machen, Fragen an die Geschichte stellen)
• Kenntnisse über Zeit u. Umwelt Jesu zur Wundergeschichte
in Beziehung setzen
• Sich in die Hoffnungen und Ängste der Hilfesuchenden
hineinversetzen; Bezüge zu eigenen Erfahrungen herstellen
• Erkennen der Wundergeschichten als Verdichtung
zentraler Erfahrungen von Menschen
• Geschichte mit dem eigenen Bild von Gott verbinden
• Verschiedene Deutungen diskutieren
• Impulse aus den Wundergeschichten formulieren
Mehrdimensionalität
und
Mehrperspektivität
der Wirklichkeit
Didaktische Überlegungen
• Erfahrungen in Wundergeschichten in Beziehung
setzen zu Erfahrungen der SuS
• Ziel: „neue“ eigene grenzüberwindende Bilder,
Vorstellungen und Erfahrungen
• Ganzheitliche Beschäftigung mit Geschichten –
Identifikation ermöglichen (z.B. Rollenspiele)
• Geschichten sprengen Alltagserfahrungen => Impulse
für SuS, ein neues Bild von ihrem Leben zu entwerfen
• Schüler/innen als religiöse Subjekte ernst nehmen:
verschiedene Deutungen und Ansichten diskutieren
• Kritische Anfragen der SuS zulassen
Didaktisch-method. Überlegungen
(nach Michaela Albrecht)
• Problem: Ablehnung der Wundergeschichten als
„Märchen“ durch Schüler der Sekundarstufe, da
Diskrepanz zu Naturgesetzen
• Herausforderung: Schüler/innen dazu anregen, ihr
eigenes Wirklichkeitsverständnis zu hinterfragen
Didaktisch-methodisches Vorgehen
1. Neugierde wecken
• Den Autoren der biblischen Texte die gleiche
Vernunft unterstellen => nach ihrer Intention fragen
• Vorgehen: große Männer der Vergangenheit
Didaktisch-method. Überlegungen
2. Neue Sichtweisen auf die Realität eröffnen
• Empirische Wahrnehmung reicht nicht aus zum
Erfassen der „eigentlichen Realität“ => tiefer schauen
• Bildersprache – Gefühle der Personen beschreiben
• Bsp: 1 + 1 = 11 (empir. Wahrn.) // 1 + 1 = 2 (Idee)
3. Die Bibel als Erfahrungsbericht lesen
• Alternative „historisch wahr oder Märchen“ als falsch
aufzeigen – subjektive Wahrnehmung des Erzählers
• Vorgehen: Synoptischer Vergleich
• SuS versuchen Ereignisse zu rekonstruieren (Deutung)
• Frage nach der Wahrheit der Geschichte
Didaktisch-method. Überlegungen
(nach Michaela Albrecht)
4. Für Ungewöhnliches offen werden
• Heilerische Fähigkeiten Jesu akzeptieren
• Vorgehen: medizinische Sensationen – Vergleich mit
Heilungswundern Jesu
5. Sich auf die Aussage der Wundertexte einlassen
• Bezug zu eigenen Erfahrungen von Angst, Leid,
Ohnmacht etc. entdecken
• Glaube an Gott als Hilfe erkennen
• Ganzheitliches Vorgehen: Spielszenen – Gefühle
verbalisieren => Identifikation mit biblischen Personen
Ich bin ein Wunder
Ich bin ein Wunder:
kann gehen
sehen
mich drehen
ganz wie ich will
kann lachen
Dummheiten
gar nichts machen
kann denken
schenken
ein Fahrrad lenken
kann träumen
klettern in Bäumen
kann trinken
winken
mich wehren
mit Freunden verkehren
Ich
du
er – sie – es
wir alle
sind Wunder
„Wir haben Gottes Spuren festgestellt“
Wir haben Gottes Spuren festgestellt
Auf unsern Menschenstraßen,
Liebe und Wärme in der kalten Welt,
Hoffnung, die wir fast vergaßen.
Blühende Bäume haben wir gesehn,
Wo niemand sie vermutet,
Sklaven, die durch das Wasser gehen
Das die Herren überflutet.
Bettler und Lahme sahen wir beim Tanz,
Hörten, wie Stumme sprachen,
Durch tote Fensterhöhlen kam ein Glanz
Strahlen, die die Nacht durchbrachen.
Refrain:
Zeichen und Wunder
sahen wir geschehn
In längst vergangnen
Tagen,
Gott wird auch unsre
Wege gehen,
Uns durch das Leben
tragen

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