Was geschieht mit den Gebühren? - Hochschule Albstadt

Report
10
Hochschule
im Blick
September 2007
Aus dem Inhalt
Faszinierende Welt
der Nanotechnologie
Zwei Tage lange machte der nanoTruck in Albstadt Station und lud
ein zu einer Reise in die Welt der
kleinsten Dimensionen.
Null Toleranz für Fehler
Professor Jovalekic will Fehler in
elektronischen Systemen ausmerzen, noch bevor diese zum Einsatz
kommen. Dazu entwickelt er automatisierte Testverfahren.
UNIKIDS pilgern an die
Hochschule
Zum ersten Mal bot die Hochschule Vorlesungen für Kinder an. Die
Begeisterung bei den „kleinen
Studenten“ war groß.
Neue Freundschaften
fürs Leben
Ein Auslandsaufenthalt bringt
nicht nur viele neue Eindrücke und
Erfahrungen. Oft entstehen auch
neue Freundschaften. Daniel Baur
berichtet aus Mexiko.
Der Grundstein für den Neubau in Sigmaringen ist gelegt.
7,5 Millionen Euro investiert das Land in neue Labore, Hörsäle und Büros für
die Fakultät Life Sciences und zentrale Einrichtungen für die Studierenden. Ausführlicher Bericht auf Seite 2.
Foto: Arne Geertz
Seit dem Sommersemester zahlen die Studierenden 500 Euro pro Semester
Was geschieht mit den Gebühren?
Von Arne Geertz
Seit dem Sommersemester 2007
müssen Studierende in BadenWürttemberg und einigen anderen
Bundesländern Studiengebühren in
Höhe von 500 Euro pro Semester
zahlen. Für viele Studierende bedeutet das eine nicht unerhebliche
Belastung, für die Hochschulen sind
es willkommene und bedeutende
Mehreinnahmen, die die dringend
nötige Verbesserung der Studienbedingungen möglich machen.
Die Hochschule Albstadt-Sigmaringen hat bislang eine Reihe von
Maßnahmen umgesetzt, die unmittelbar den Studierenden zugute kommen. Es wurden 14 Stellen
für wissenschaftliche Mitarbeiter
geschaffen und zusätzliche studentische Hilfskräfte eingestellt.
Damit werden die Lehre und die
Betreuung der Studierenden deutlich verbessert. Erhebliche Summen wurden in die Verbesserung
der Ausstattung der Bibliothek,
Labore und Computerräume investiert. Öffnungszeiten wurden
verlängert.
„Über neue Mitarbeiterstellen
kann man am meisten erreichen“,
sagt der Dekan der Fakultät Engineering, Prof. Dr. Rainer Veihelmann. Die wissenschaftlichen
Mitarbeiter sind in erster Linie
diejenigen, die für die Betreuung
der Studierenden, zum Beispiel
während der zahlreichen Laborpraktika, verantwortlich sind. Im
Vergleich zu Universitäten verfügte die Hochschule bisher über sehr
wenig Personal im akademischen
Mittelbau.
Deshalb wurden im Studiengang
Bekleidungstechnik drei neue
Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter, in der Kommunikationsund Softwaretechnik vier halbe
Stellen, in Maschinenbau eine
Stelle und eine weitere Stelle gemeinsam mit Wirtschaftsingeni-
eurwesen eingerichtet. Damit baut
sie neue Fachliteratur bestellen.
allein die Fakultät 1 den Stab an
„Das ist mehr Geld als wir sonst
wissenschaftlichen Mitarbeitern
im ganzen Jahr für Bücher, Zeitum rund 40 Prozent aus. In der
schriften und Minijobs zusammen
Fakultät Business and Computer
zur Verfügung haben“, sagt sie. Ein
Science wurden aus StudiengeTeil des Geldes wurde auch in die
bühren zwei neue Stellen in der
neuen Medien investiert. So wurBetriebswirtschaft und eine in der
de eine Lizenz für die elektronische
Wirtschaftsinformatik geschaffen.
Datenbank „Food Science TechnoDie Fakultät Life Sciences hat eine
logy Abstracts“ (FSTA) abonniert.
halbe Stelle im Technikum PharDie Studierenden haben nun Zumatechnik, eine halbe Stelle im Bigriff auf 655.000 Einträge der weltomedical Engineering eingerichtet
weit wichtigsten Fachliteratur. Die
und eine ganze Stelle im Bereich
wichtigsten Lehrbücher wurden
Mess- und Regelungstechnik/Elekgleich in 20 Exemplaren bestellt,
trotechnik ist ge- Wie ist Ihre Meinung zur Ver- so dass Studieplant. Eine halbe wendung der Studiengebühren? rende nicht mehr
Stelle in der Che- Haben Sie Ideen und Anregun- lange auf die Bümie wurde schon gen? Schreiben Sie uns:
cher warten oder
im März besetzt.
sie selbst kaufen
[email protected]
Da das Einstelmüssen.
lungsverfahren von der Definition
In mehreren Computerarbeitsräueiner Mitarbeiterstelle über die
men für die Studierenden wurden
Ausschreibung, Bewerbungsfrist
die Öffnungszeiten bis in die späund Auswahl der Bewerber bis
ten Abendstunden verlängert und
zum Arbeitsbeginn mehrere Moteilweise sogar aufs Wochenende
nate dauern kann, sind allerdings
ausgedehnt. In vielen Bereichen
noch nicht alle diese Stellen bewurden ältere Computer durch
setzt. Zusätzliche Professoren dürneue ersetzt. Auch in die Verbessefen übrigens nicht aus Studiengerung der Laborausstattungen wurbühren finanziert werden.
de investiert. Außerdem wurde
In allen Fakultäten werden zusätzmit dem Softwarehersteller Microliche Tutorien angeboten, in denen
soft ein Abkommen geschlossen,
der Vorlesungsstoff nachbereitet
so dass Studierende die Microsoft
und vertieft wird und in denen die
Betriebs- und EntwicklungssysteStudierenden mehr Möglichkeiten
me auch auf ihrem privaten Rechhaben, sich Einzelheiten nochmal
ner kostenlos nutzen können.
genauer erklären zu lassen. Die
Wie der Dekan der Fakultät Life
Tutorien werden zum Teil von stuSciences, Professor Dr. Volker
dentischen Hilfskräften geleitet.
Riethmüller, berichtet, werden die
Bis Mitte Juni wurden hochschulKosten von eintägigen Exkursioweit insgesamt 30 studentische
nen komplett übernommen, bei
Hilfskräfte durch Studiengebühren
mehrtägigen Exkursionen erhalten
finanziert. Die zusätzlichen „Hiwidie Studierenden einen Zuschuss.
Jobs“ sind auch eine gute MögDer Studiengang Betriebswirtlichkeit für Studierende höherer
schaft hat ein von Studierenden
Semester, sich einen Teil ihrer Stuorganisiertes Symposium aus Studiengebühren zurückzuverdienen.
diengebühren bezahlt.
Über eine kräftige Finanzspritze
In der Frage der Verwendung der
aus der Fakultät Life Sciences freut
Studiengebühren haben Studiesich die Bibliotheksleiterin Susanrende auf allen Ebenen mit entne Fuchs. Für 65.000 Euro durfte
schieden. Wie Dekan Professor Dr.
Hubert Kempter aus der Fakultät
Business and Computer Science
erläutert, wurde das Thema in
den Studienkommissionen der
Studiengänge beraten. Dort sitzen
vier Studierendenvertreter. In Betriebswirtschaft (BWL) haben sie
gemeinsam mit den Professoren
einen 7-Punkte-Plan erarbeitet. An
erster Stelle steht dort die Betreuung und Intensivierung der Lehre.
50 Prozent der Studiengebühren
sollen dafür investiert werden, hat
die Studienkommission BWL beschlossen.
In der zentralen Arbeitsgruppe
Studiengebühren haben neun
Studierendenvertreter mitgewirkt.
Dort wurde beschlossen, dass
bis zu 80 Prozent der Mittel auf
die Fakultäten verteilt werden. 20
Prozent stehen für übergreifende
zentrale Maßnahmen zur Verfügung, wie etwa Verbesserung der
Bibliotheksöffnungszeiten,
oder
die Einführung kostenloser Vorlesungsskripte für die Studierenden.
Die Hochschulleitung will außerdem das Akademische Auslandsamt mit einer Stelle personell verstärken und einen Career Service
einrichten, hier wurde eine halbe
Stelle ausgeschrieben. Das Studium generale ist jetzt kostenlos.
Dort können Studierende zum Beispiel zusätzliche Fremdsprachen
lernen.
Über eines sind sich alle einig: „In
Relation zu den bisherigen Mitteln
bedeuten die Studiengebühren
schon einen enormen Zuwachs“,
bringt es Kempter auf den Punkt.
Rektor Professor Dr. Günter Rexer
betont: „Ziel ist es, die Studiengebühren sinnvoll und effizient
einzusetzen, so dass sie wirklich
den Studierenden zugute kommen. Viele dringend notwendige
Verbesserungen wurden bereits
verwirklicht und viele andere gute
Ideen werden noch umgesetzt
werden.“
Karrierechancen
„Wachstumshemmnis Fachkräftemangel“, „Kaum noch ein Mittelständler, der nicht schon an den
Fachhochschulen die Leute abgreift“, „Wer vor seinem Abschluss
als Ingenieur steht, kann sich das
Porto für die Bewerbung sparen“.
Die Auszüge aus der Schwäbischen Zeitung vom 8. September
2007 zum Arbeitsmarkt machen
deutlich, dass der wirtschaftliche
Aufschwung die betriebliche Praxis
erreicht hat und einen wachsenden
Bedarf an qualifizierten Hochschulabsolventen bewirkt.
Die guten Karrierechancen für junge
Akademiker sind auch in dem stetigen Trend zur Höherqualifizierung
begründet. Während die Zahl der
Beschäftigten in Baden-Württemberg insgesamt in den letzten 20
Jahren nur gering gestiegen ist, hat
sich der Umfang der Beschäftigung
von Akademikern mehr als verdoppelt.
Ganz konkret wahrnehmbar ist
diese
erfreuliche
Entwicklung
auch an unserer Hochschule. Den
Absolventen gelingt es in hohem
Maß, unmittelbar oder kurz nach
Abschluss ihres Studiums einen
adäquaten Berufseinstieg zu finden. Auch bereits während des
Studiums werden die angehenden
Ingenieure, Wirtschaftsingenieure,
Wirtschaftsinformatiker und Betriebswirte von den Unternehmen
aller studiengangspezifischen Branchen umworben. So präsentieren
sich bei der diesjährigen sechsten hochschulweiten Karrierebörse rund 50 Unternehmen. Dies ist
eine mehr als doppelt so große Zahl
an Firmen wie beim Start vor fünf
Jahren.
Schon heute laden wir deshalb alle
Studierenden ganz herzlich ein, am
14. November in Sigmaringen mit
den Unternehmen persönlich in
Kontakt zu treten und ihre persönlichen Karrierechancen zu ergreifen.
Von Prorektor
Professor Dr. Markus Lehmann
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Personalia
Land investiert 7,5 Millionen in die Zukunft der Region
Neuer BWL-Professor
Hochschule feiert Grundsteinlegung
Dr. Steffen Hütter wurde zum
Professor
für
Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Produktionsmanagement berufen.
Der 31-jährige Saarländer hat an
der Universität in Saarbrücken
promoviert und war zuletzt als
Projektleiter Logistik im BoschWerk in Homburg/Saar beschäftigt.
Neue Mitarbeiter
Dipl.-Ing. (FH) Jakob Bung, MBA,
leitet das neugeschaffene Informationszentrum, unter dessen
Dach die Bibliothek, das Rechenzentrum und der Bereich Medien
angesiedelt sind. Bung konnte
zuvor als Abteilungsleiter ITInfrastruktur an der Uniklinik
Köln Führungserfahrung sammeln. Der 48-Jährige stammt ursprünglich aus Konstanz.
Mit Dipl.-Verwaltungswirtin (FH)
Daniela Frick hat die Hochschule
eine neue stellvertretende Verwaltungsdirektorin und Leiterin
der Haushaltsabteilung gewonnen. Zuletzt hat sie als Leiterin
der Personalentwicklung des
Bezirks Oberbayern in München
gearbeitet. Sie tritt die Nachfolge von Dipl.-Verwaltungswirtin
(FH) Silvia Schlegel an.
Im Bereich der akademischen
Weiterbildung engagiert sich
Dipl.-Finanzwirt (FH), Dipl.-Betriebswirt (BA) Steve Kovács,
M.A.. Der 30-Jährige aus Pirna
leitet des Projekt „Lernende Region 2“, das mit EU-Mitteln gefördert wird und bearbeitet das
Teilprojekt akademische Weiterbildung. Zuvor war er Wirtschaftsförderer des Landkreises
Sigmaringen. -age
Impressum
Herausgeber: Hochschule
Albstadt-Sigmaringen, Rektorat
Auflage: 3000
V.i.S.d.P.: Prorektor
Prof. Dr. Markus Lehmann
Tel.: 07571/732-274
E-Mail: [email protected]
Redaktion und Layout:
Arne Geertz (age), PR-Referent
Tel.: 07571/732-291
E-Mail: [email protected]
Adresse:
Anton-Günther-Str. 51
72488 Sigmaringen
Von Arne Geertz
Die Hochschule Albstadt-Sigmaringen hat am 13. Juni mit zahlreichen
prominenten Gästen aus Politik und
Wirtschaft die Grundsteinlegung
des 7,5 Millionen Euro teuren Neubaus für die Fakultät Life Sciences
gefeiert.
Auf 1840 Quadratmetern Nutzfläche entstehen in Sigmaringen
neue Hörsäle, Büro- und Computerarbeitsräume, vor allem aber
zahlreiche neue Labore, die im
Neubau eingerichtet werden. Im
Untergeschoss soll ein Technikum der Pharmatechnik mit einer
Reinraumausstattung geschaffen
werden. Ein Teil der Kosten wird
durch Sponsorengelder getragen.
Im Erdgeschoss werden sich dann
ein größeres Labor für Lebensmitteltechnologie und Sensorik,
ein Betriebshygienelabor und ein
Labor für Maschinen- und Gerätetechnik finden. Die Facility Manager bekommen im Obergeschoss
ein Labor für Gebäudeautomation.
Dort wird auch ein völlig neues Labor für Zellkulturen installiert, das
insbesondere vom Studiengang
Biomedical Engineering genutzt
werden soll. Ein weiteres Labor
wird als Sterillabor mit einem Isolator der Kategorie A eingerichtet.
Auch einige zentrale Einrichtungen wie das Akademische Auslandsamt, das Prüfungsamt oder
das Studierendensekretariat werden dort in unmittelbarer Nähe zu
den Studierenden untergebracht.
Pünktlich zum Start des Sommersemesters 2009 soll der Neubau
fertiggestellt sein und in den Studienbetrieb genommen werden.
Die Staatssekretäre Gundolf Fleischer vom Finanzministerium und
Dr. Dietrich Birk vom Ministerium
für Wissenschaft, Forschung und
Kunst betonten in ihrer Rede, dass
die Hochschule ihnen am Herzen
liege und dass es wichtig sei, in
Bildung zu investieren. Sigmaringens Bürgermeister Dr. Daniel
Rapp sagte, die Hochschule gebe
wichtige Impulse in die Wirtschaft
und die Studierenden würden die
Innenstadt beleben.
Zu der Feier an der Baustelle waren über hundert eingeladene
Gäste aus Politik und Wirtschaft
sowie Mitglieder der Hochschule gekommen. Während sie die
Ansprachen verfolgten, liefen im
oberen Bereich der riesigen Baugrube die Arbeiten unbeirrt weiter,
denn der Zeitplan muss eingehalten werden.
Tempo forderte auch Udo J. Vetter,
Vorsitzender des Hochschulrates
und beklagte die lange zeitliche
Verzögerung, bis im vergangenen
Herbst grünes Licht für den Baubeginn gegeben wurde. Vetter freute
sich aber über die künftige Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit
im Bereich der Life Sciences und
machte deutlich, welche Bedeutung diese Branche für die Region
habe. 80 Prozent der Biotechnologie-Produktion in Deutschland
sei entlang der schwäbischen Eisenbahn angesiedelt, berichtete
er und zählte zahlreiche bekannte
Unternehmen auf.
Auf die äußerst wechselvolle und
lange Vorgeschichte ging Rektor
Professor Dr. Günter Rexer ein.
Sein besonderer Dank für die
hartnäckige und unbeirrbare Unterstützung galt dem Landtagsabgeordneten Ernst Behringer
(CDU). Rexer freute sich auch,
bald auf einem Campus zu arbeiten, der zu den schönsten in Baden-Württemberg zählen werde.
Zweitägiges Programm am Tag der Technik
Faszinierende Reise in die Welt der Nanotechnologie
Bunte Röhrchen, die in verschiedenen Farben leuchten, obwohl
sie alle dieselbe Flüssigkeit enthalten, Eisenpartikel, die sich wie
ein schwarzer Tropfen im Wasser
bewegen und mit einem Magneten in seltsamen Strukturen ausrichten, extrem wasserabweisende Metalloberflächen: was es am
4. und 5. Juni in Albstadt zu sehen
gab, war kein Hexenwerk sondern
Nanotechnologie.
Der nanoTruck machte zwei Tage
lang vor der Festhalle Station und
zeigte die verblüffende Welt der
kleinsten Dimensionen. Die VDIHochschulgruppe unter Leitung
von Knut Kliem hatte die rollende
Ausstellung des Bundesministerium für Bildung und Forschung
zum Tag der Technik eingeladen.
Mit Unterstützung der Stadt Albstadt und der Hochschule wurde
dazu ein umfangreiches Rahmenprogramm mit zahlreichen Ausstellern zusammengestellt.
Die Nanotechnologie befasst sich
mit winzigsten Strukturen und
Teilchen. Ein Nanometer ist der
milliardste Teil eines Meters, das
ist etwa so groß wie ein einfaches
Molekül. Nanopartikel weisen oft
ganz andere Eigenschaften auf als
ihre größeren Brüder aus demselben Stoff. Die leuchtenden Röhrchen zum Beispiel enthalten Partikel in der Größe zwischen 2 und 5
Der nanoTruck war zwei Tage lang in Albstadt zu Gast und zeigte die Welt der kleinsten Dimensionen. Foto: age
Nanometern, ihre Farbe hängt allein von der Größe der Partikel ab.
Mit dem Ferrofluid, so nennen
sich die schwarzen Eisenpartikel,
kann man zum Beispiel Krebs bekämpfen, berichtet Dr. Christian
Deutscher vom nanoTruck, der
den Besuchern die Hintergründe
erklärt. Die Eisenpartikel werden
in Krebszellen eingeschleust, die
dann mit Hilfe eines hochfrequenten Magnetfeldes gezielt erhitzt
und geschwächt oder sogar zer-
stört werden können. „Die Nanotechnologie ist sehr interessant“,
sagte Alexander Beyer, der eine
Ausbildung zum Industriemechaniker absolviert. „Wir arbeiten
zwar auch in ziemlich kleinen Bereichen, aber Nanotechnologie ist
das noch nicht“, fügte er hinzu.
Noch mehr Technik gab es in der
Festhalle zu bestaunen. Dort informierten neun Unternehmen aus
der Region über Ausbildungsmöglichkeiten in technischen Berufen
und und boten Lehrstellen an. Einige Auszubildende zeigten, was
Sie selbst entwickelt haben. David
Schink absolviert eine Ausbildung
zum Elektroniker bei Mettler-Toledo und ist begeistert: „Es macht
Spaß, wir haben viele Freiheiten,
wir kriegen eine Aufgabe, bei der
wir selber etwas entwickeln können.“ Vereine, Schulen, Verbände
und Studierende der Hochschule
zeigten einige interessante Projekte. -age
dent plane als Abschiedsknaller
einen Schnellradweg, auf dem gedopte Radprofis Reisende in Rikschas geradezu transrapid von der
Münchner Innenstadt zum Flughafen befördern.
Blicken wir nun auf die Evolution
unserer Hochschule seit 2001.
Dank der Einführung neuer Abschlüsse und Studiengebühren sind
die Studierenden von geknechteten
Lernsklaven, deren Massenhaltung
in Wohnheimbatterien äußerst selten leisen Protest aus der Kehle
weniger gelangweilter Öko-Aktivisten hervorrief, zur hofierten Kundschaft mit Freilandhaltung auf dem
Campus und artgerechter Fütterung in der neuen Mensa avanciert.
Ein jenseits Loch im Sigmaringer
Campus kündigt große bauliche
Veränderungen an. Hier wird bald
ein neuer Tempel des Wissens sein
stolzes Betonhaupt gen Himmel erheben. Mit Entsetzen musste man
jedoch feststellen, dass dieses
Symbol schwäbischen Dichter- und
Denkertums von dunklen badischen
Mächten aus dem Untergrund, in
Form von Erdbeben mit Epizentrum
„Oberrheingraben“, bedroht wird.
Der ursprüngliche Vorschlag einer
Stuttgarter Expertenkommission,
den Oberrheingraben kurzerhand
mit Aushub fleißiger Häuslebauer
aufzufüllen, wurde zugunsten eines stärkeren Fundaments in Sigmaringen verworfen, was die Bauzeit lediglich um wenige Dekaden
verlängert. Auch die Hochschulzeitung sollte sich mehr an aktuellen
Trends orientieren. Seriöse Schlag-
zeilen, wie „Forschungsprojekt der
Hochschule bestimmt Kohlensäuregehalt von Mineralwässern“ müssen reißerischen Aufmachern in der
Art von „Klimaschock! Hochschule
entdeckt Wetterkiller CO2 im Trinkwasser“ weichen. Kochrezepte für
exotische Speisen („Weich gedünstete Kokosnussschalen auf Salmonellenhäufchen“) oder Cocktails
(„Wodka im Maßkrug mit Zitronenrädchen“) könnten im Zusammenwirken mit Schminktipps („Mit
Haargel einen coolen Glatzenlook
stylen“) die Auflage gar in den Millionenbereich katapultieren. Unserer Hochschulzeitung wünsche ich
jedenfalls weiterhin interessante
Berichte, viele Leser und dass ich
gesund und munter bleibe. Korken
knallen, Feuerwerk, Prosit.
Glossiert
Hoch soll sie leben!
Von Dr. Manfred Henselmann
Heute halten Sie die 10. Ausgabe der Hochschulzeitung in Händen! Oder zumindest haben Sie
die Glosse gelesen und danach Ihr
Vesperbrot diskret darin verpackt.
Wie dem auch sei, die 10 symbolisiert ein Jubiläum, ja sogar eine
Ära. Eine Gelegenheit, Stress und
Hektik des öffentlichen Dienstes
kurz von sich abzuschütteln und
innezuhalten.
Während draußen auf dem Campus der übliche Sommerdauerregen
eine stehen gebliebene WodkaFlasche füllt und sie damit einem
schwabenkonformen
Recycling
zuführt, lasse ich die Zeit seit der
ersten Ausgabe im Jahr 2001 Revue passieren. Mit Vehemenz ha-
cke ich auf der Tastatur herum, um
meinen Körper vor der Auskühlung
im kalten Büro zu schützen. Hat
sich die Welt seither nicht zum
Besseren entwickelt? Um wie viel
vernünftiger und friedfertiger ist die
Menschheit doch geworden! Oder
anders ausgedrückt: Gut, dass der
Globus zu zwei Drittel – Tendenz
steigend – von Wasser bedeckt ist,
sonst würde dort auch noch Krieg
und Elend herrschen.
Aber im sportlichen Bereich gibt es
echte Fortschritte. Anstelle von Medikamenten gegen Malaria, SARS
und AIDS erzeugt die Wissenschaft
geniale Wirkstoffe, um Teilnehmer
der „Tour de Trance“ auf bisher
ungeahnte Geschwindigkeiten zu
beschleunigen. Schon wird gemunkelt, der bayrische Ministerpräsi-
Hochschule im Blick /Seite 3
Erste Vorlesungen für die „kleinen Studenten“
UNIKIDS pilgern in Scharen
an die Hochschule
Ein ungewohnter Anblick: Scharenweise neugierige und fröhliche Kinder pilgerten in Begleitung
ihrer Eltern an die Hochschule in
Albstadt. Wo sonst Studenten und
Professoren lernen und forschen,
herrschte auf einmal eine Atmosphäre wie im Freibad. Zum ersten
Mal hat im April die Kinder-Uni begonnen und die UNIKIDS freuten
sich auf die erste Vorlesung ihres
Lebens.
Von wegen, Kinder interessieren
sich nicht für Naturwissenschaft
und Technik. Diese Acht- bis Elfjährigen wollten es wissen. Die
Veranstaltung der Hochschule
Albstadt-Sigmaringen war komplett ausgebucht, noch bevor
überhaupt das erste Werbeplakat
gedruckt werden konnte. Die ersten 150 Kinder wurden aufgenommen. Als erstes stand das Thema
„Wie Flugzeuge die Schwerkraft
austricksen“ auf dem Programm.
Professor Dr. Andreas Mocken-
haupt erzählte von den ersten
Flugversuchen und zeigte Fotos
und kurze Filmszenen. Man sah
waghalsige Pioniere, die sich mit
abenteuerlichen Flugkonstruktionen von einem Hügel oder einer
Brücke stürzen – und kurz danach
auf die Nase oder ins Wasser fallen. Gelächter bei den Kindern.
Dann demonstrierte er mit einigen
Experimenten, wie eine Tragfläche
funktioniert. Zum Schluss durften
die Kinder Papierflieger bauen.
In den folgenden Wochen erfuhren sie, wie Computer rechnen
können, ob T-Shirts an Bäumen
wachsen, wer ihnen das Taschengeld aus der Tasche zieht, wie das
Internet funktioniert und wie man
Gummibärchen und Tabletten
macht. Die Professoren Dr. Walter
Hower, Sven Gerhards, Dr. Klaus
Frank, Dr. German Nemirovskij
und Dr. Ingrid Müller schafften es,
die „kleinen Studenten“ ein Semester lang zu begeistern. -age
Neugierig und gespannt verfolgen die UNIKIDS im großen Hörsaal in Albstadt die erste Vorlesung ihres Lebens. In
sechs Kinder-Vorlesungen erfuhren sie viel Spannendes aus Wissenschaft, Wirtschaft und Technik. Foto: Geertz
Forschungsprojekt entwickelt Tests für komplexe Systeme
6. Sigmaringer Symposium
Null Toleranz für Fehler
Neue Herausforderungen
für den Mittelstand
Von Arne Geertz
Die Mikroelektronik hat mittlerweile das Automobil erobert. Vom
Anti-Blockier-System (ABS) bis zur
Einparkhilfe erhöhen hunderte von
intelligenten Helfern die Sicherheit
oder zumindest den Fahrkomfort.
Doch was passiert, wenn die Elektronik versagt?
Damit es nicht dazu kommt, werden erstens bei der Konstruktion
bestimmte Verfahren beachtet und
zweitens werden die komplexen
Systeme im Vorfeld intensiv getestet. Dazu werden automatisierte Testverfahren eingesetzt, mit
deren Entwicklung sich das Forschungsprojekt STARTS (Software Test Automation of Distributed
Real-Time Systems) unter Leitung
von Professor Dr. Silvije Jovalekic
an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen seit gut zwei Jahren beschäftigt.
„Wenn verschiedene Komponenten, mechanische Teile, vernetzte Elektrik und Elektronik sowie
eingebettete Software,
zusammengeführt werden, dann können Fehler auftreten, obwohl alle
einzelnen Komponenten fehlerfrei
sind“, sagt Jovalekic. Die verschiedenen Steuergeräte im Auto kommunizieren über einen CAN-Bus
(Controller Area Network) miteinander. Da sie zum Teil verschiedene Sprachen sprechen, können gewissermaßen Missverständnisse
entstehen. Hinzu kommt, dass die
Entwicklungszeiten immer kürzer
werden. Innerhalb eines Jahres
kommen nicht selten ein bis zwei
neue Versionen auf den Markt.
Dann erhält das Auto in der Werkstatt ein Update. Aber wer kann
garantieren, dass die neue Version
mit den übrigen Komponenten genauso gut zusammenarbeitet wie
die alte?
Allein beim Testen der Lichtanlage
eines Transporters sind beispielsweise bis zu 20.000 Fehler denkbar.
Diese alle von Hand durchzuspielen ist unmöglich, und zu warten,
bis in der Praxis die ersten Fehler
ans Licht kommen, ist zu riskant.
Ein automatisches System, wie es
von Jovalekic und seinen Mitarbei-
Das Team des Forschungsprojektes STARTS entwickelt Systeme, die dabei
helfen, Fehler auszuschließen.
Foto: Geertz
tern entwickelt wird, kann in kurzer
Zeit alle möglichen Ereignisse simulieren und dann die Reaktionen
überprüfen. Auch Regressionstests, mit denen geprüft wird, ob
durch Veränderungen neue Fehler
entstehen, sind so möglich.
Ein weiteres Problem verbirgt sich
hinter dem Begriff „echtzeitfähig“.
Jovalekic erklärt es so: „Nehmen
wir als Beispiel eine Autobremse, wenn die nicht sofort reagiert,
dann ist sie nutzlos.“ Das heißt, es
muss nicht nur geprüft werden,
ob die Bremse reagiert, sondern
auch noch, ob sie schnell genug,
also innerhalb weniger tausendstel Sekunden, reagiert. Auch die
Reaktionszeiten können mit einem
automatisierten Testsystem ermittelt werden. Echtzeitfähig heißt,
dass selbst minimale Zeitverzögerungen nicht toleriert werden können. Das Auto mit seinen komplexen vernetzten Systemen und den
hohen Sicherheitsanforderungen
ist ein ideales Einsatzgebiet für
Testsysteme. So hat Jovalekic mit
Studierenden für die Firma Bosch
Hilfsmittel für den CAN-Bus entwickelt.
In einem aktuellen Forschungsprojekt arbeitet der Professor des Studiengangs Kommunikations- und
Softwaretechnik auf einem ganz
anderen Gebiet, der Gebäudeautomatisierung. Dort geht es darum,
zu überprüfen, ob die Sicherheitstechnik, also zum Beispiel Ein-
bruch- oder Feuermeldesysteme
richtig funktionieren - und zwar
bevor sie eingebaut werden. Wie
im Automobil werden auch hier
viele unterschiedliche Komponenten miteinander vernetzt. Ein weiteres Ziel ist es, auch während des
Betriebes fortlaufend Diagnosen
durchzuführen. In diesem Projekt
arbeitet Jovalekic mit der Firma
Honeywell Security in Albstadt zusammen.
Mehrere Mitarbeiter, Studierende
und Diplomanden haben im Laufe der Jahre am STARTS-Projekt
mitgearbeitet. Michael Burgbacher betreut das Projekt als wissenschaftlicher Mitarbeiter und
war mit Jovalekic auf der Hannover Messe 2007, um das System
vorzustellen. Marko Prstec von
der Universität Zagreb ist aus
der kroatischen Hauptstadt nach
Albstadt gekommen, um seine Diplomarbeit zu schreiben. Der Kroate spricht gut deutsch und trägt
durch seine Mitarbeit zur Internationalisierung des Projektes bei.
„Wir möchten auf diesem Gebiet
weitere
Forschungsaktivitäten
aufbauen“, erklärt Jovalekic. Dabei geht es um Grundsätzliches.
„Wir entwickeln hier Verfahren,
die sind unabhängig von der Gebäudesicherungstechnik oder der
Kraftfahrzeugelektronik.“ Anwendungsbereiche gibt es viele, und
die Elektronik erobert täglich neue
Bereiche des Lebens.
Die Manager in mittelständischen
Unternehmen stehen vor großen
Herausforderungen durch die
Globalsierung. Aber auch die Anforderungen durch die Eigenkapitalvorschriften nach Basel II sind
nicht zu unterschätzen. Mit diesen
Themen befasste sich am 18. Juni
das „6. Sigmaringer Symposium
für Externe Rechnungslegung und
Controlling“. Rund 220 Teilnehmer verfolgten die Fachvorträge
und Diskussionen, unter ihnen
auch einige Unternehmer aus der
Region.
Wie Dekan Prof. Dr. Hubert Kempter, betonte, sei der Dialog zwischen Wirtschaft und Hochschule
ein zentrales Anliegen, denn der
Studiengang
Betriebswirtschaft
bilde die Führungskräfte auch für
die regionale Wirtschaft aus. Deshalb stand der Mittelstand im be-
sonderen Brennpunkt des Symposiums, das die beiden Professoren
Wilfried Funk und Dr. Jonas Rossmanith gemeinsam organisiert
hatten.
Rossmanith
machte
deutlich:
Durch die Globalisierung und veränderte rechtliche Rahmenbedingungen gewinnen Rechnungslegung und Controlling eine immer
stärkere Bedeutung in mittelständischen Unternehmen. Verschiedene Aspekte dazu wurden von
den Referenten Bernd Ruther,
Regionaldirektor der Sparkasse
Pfullendorf-Meßkirch,
Thomas
Gottwald, Richter des Bezirksgerichts für Handelssachen in Wien,
Professor Funk, Andreas Burger,
kaufmännischer Leiter der primion
Technology AG, und Steve Kovàcs,
Wirtschaftsförderer des Landkreises Sigmaringen, näher erläutert.
Symposium zur Wirtschaftsethik
Die Korruption bleibt
ein aktuelles Thema
„Ethik war schon immer ein Bestandteil der wirtschaftswissenschaftlichen Reflexion“, sagte
Professor Dr. Matthias Premer,
Studiendekan Betriebswirtschaft,
auf dem Symposium „Aktuelle
Fragen der Wirtschaftsethik“ am
20. Juni in Sigmaringen. Als Beispiel nannte er den Moralphilosophen Adam Smith, der zugleich
als Begründer der klassischen
Volkswirtschaftslehre gilt.
Aktuelle Ereignisse wie Korruptionsskandale bei Siemens und VW,
die Globalisierung und exorbitante Managergehälter machen deutlich, wie notwendig es auch heute
noch ist, dass sich Unternehmer
und Manager mit moralischen
Fragen beschäftigen. Aus diesem
Grund veranstaltet das Ethikreferat jährlich mit Unterstützung des
Studiengangs Betriebswirtschaft
ein Symposium zu den aktuellen
Fragen der Wirtschaftsethik. Ein-
geladen waren Studierende, Unternehmer und interessierte Gäste.
„Korruption ist ein Krebsgeschwür
in der Wirtschaft“, sagte der Organisator, Professor emeritus Erich
Alfred Häussermann. Er stellte
die Gründe dar, die zur Korruption führen: Neben existenzieller
Not und Armut sind dies Gier und
Macht, ein distanziertes Verhältnis zum Staat, starke Konkurrenz,
gruppendynamische Drucksituationen, fehlende Vergleichbarkeit
oder eine laxe Moral.
Wie man gegen Korruption vorgehen kann und eine positive Unternehmenskultur entwickelt, zeigte
Dr. Rainer Öhlschläger vom Zentrum für Wirtschaftsethik in Weingarten. Mit den Auswirkungen
der Globalisierung befasste sich
Dr. Walter Schmidt vom Interfakultären Zentrum für Ethik in den
Wissenschaften der Universität
Tübingen.
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Rekordzahl von
Unternehmen erwartet
Am 14. November 2007 veranstaltet unsere Hochschule für die
Studierenden und Absolventen
sowie für externe Interessenten
ihre sechste Karrierebörse in
Sigmaringen. „Der Bedarf an gut
ausgebildeten Ingenieuren, Wirtschaftsingenieuren und -informatikern sowie Betriebswirten
ist hoch, das zeigt uns das große
Interesse der Unternehmen an
unserer Karrierebörse“, sagt der
verantwortliche Prorektor, Professor Dr. Markus Lehmann. So
haben sich bis Anfang September knapp 50 Firmen angemeldet,
darunter Adidas, AEG, Aesculap,
Allianz, Bosch, Kärcher, Ratiopharm und Siemens sowie die
großen Unternehmen aus der Region, u.a. Gambro, Groz-Beckert,
Knoll und Trumpf. Die sechste
Karrierebörse verzeichnet damit
bereits jetzt einen neuen Rekord
bei der Ausstellerzahl. Diese große Resonanz macht es erforderlich, dass die räumliche Kapazität
durch ein Messezelt erweitert
wird. Für Studierende und
Absolventen aus allen drei
Fakultäten
Engineering,
Business and Computer
Science sowie Life Sciences
ist die Karrierebörse eine
gute Gelegenheit, einen Job
zu finden, ein Thema für eine
Diplom-, Bachelor- oder Masterarbeit zu vereinbaren, eine
Stelle für ein Praxissemester zu
erhalten oder einfach nur, um die
richtigen Kontakte für die berufliche Zukunft zu knüpfen. Diese
Möglichkeit besteht auch für externe Gäste, die herzlich zur Karrierebörse in Sigmaringen eingeladen sind. Weitere Infos unter
www.hs-albsig.de
Daniel Baur studierte ein Semester in Mexiko
Neue Freundschaften fürs Leben
Von Arne Geertz
In einer Mega-City mit 3,9 Millionen Einwohnern zu leben, das ist
schon eine Umstellung. Erst recht
wenn man aus einer beschaulichen
1800-Seelen-Gemeinde wie Ebersbach-Musbach bei Bad Saulgau
kommt. Daniel Baur, Student der
Betriebswirtschaft, hat diese Erfahrung gemacht, als er ein Auslandssemester in der bedeutendsten Industriestadt Lateinamerikas,
Monterrey in Mexiko, verbrachte.
Auch die Universität an der er studierte, die Tecnológico de Monterrey, hatte eine andere Dimension. 20.000 Studierende sind an
der renommierten Einrichtung
eingeschrieben. Im Vergleich zu
den 2700 Studierenden unserer
Hochschule ist
das eine
Fakultät Life Sciences
erhält Akkreditierungen
Die Studiengänge der Fakultät
Life Sciences haben die Akkreditierung erhalten. Die Akkreditierung durch unabhängige
Agenturen überprüft die Qualität
der Studienangebote und ist die
Voraussetzung für die internationale Anerkennung der Bachelorund Masterabschlüsse. Rektor
Professor Dr. Günter Rexer ist
stolz, dass die Studiengänge diese umfassenden Überprüfungen
bestanden haben und sieht das
hohe Niveau der Hochschule bestätigt. Er dankt allen, die an der
Akkreditierung mitgewirkt haben.
Die Akkreditierungen wurden für
fünf Jahre ausgesprochen, danach erfolgt eine erneute Überprüfung. Die anderen Fakultäten
hatten die Akkreditierung bereits
abgeschlossen.
ganz andere Dimension. Dennoch
kam er sich in Mexiko niemals verloren vor. „Die Leute sind sehr nett
und offen, man findet schnell Anschluss.“
So gründete der 26-Jährige gemeinsam mit einem Brasilianer
und zwei Franzosen eine multikulturelle Wohngemeinschaft. Auch
im Fußballteam und im Orchester
der Universität lernte der Hobby-Kicker und Trompetenspieler
schnell nette Leute kennen. „Man
schließt dort neue Freundschaften, die vielleicht fürs Leben halten“, sagt er.
Zur Vorbereitung auf das Auslandssemester hatte er einen
Spanischkurs besucht, aber in der
industrialisierten Stadt im Norden
des Landes sprechen sehr viele
Leute auch Englisch. Die Vorlesungen und Lehrveranstaltungen,
die Baur besuchte, wurden ebenfalls in Englisch gehalten. Kein
Wunder, denn die Monterrey
Tech ist eine sehr international ausgerichtete Universität
mit immerhin 1200 ausländischen Studierenden.
Trotz der Größe der Universität hatten die Studierenden
dort einen engen Kontakt zu
den Professoren. Im Unterschied zu Deutschland finden
dort alle vier Wochen Prüfungen
statt. Es werden viele Projektarbeit e n
im Team durchgeführt
und viele Präsentationen verlangt. Die
Monterrey Tech genießt in Mexiko einen
sehr guten Ruf und
eine Art Elite-Status,
erzählt Baur. Über
die hohen Studiengebühren brauchte
er sich keine Gedanken machen,
„Viva Mexico - Es lebe Mexiko!“ - Daniel Baur ist begeistert von seinem
Auslandssemester an der Monterrey Tech.
Fotos: privat
denn mit der Monterrey Tech hat
das Akademische Auslandsamt
der Hochschule ein Kooperationsabkommen
geschlossen.
Außerdem erhielt er ein BadenWürttemberg-Stipendium für seinen Auslandsaufenthalt.
Als Baur während der Weihnachtsferien die Industriestadt verließ
und mit dem Bus durch das weite
Land reiste, lernte er auch noch das
andere Gesicht Mexikos kennen:
Hunger und Armut, die krassen
Gegensätze von Arm und Reich.
Neben „tollen Meeren, KaribikStränden, Maja-Ruinen und Mexico-City“ hinterließ auch das einen
bleibenden Eindruck bei ihm.
Alles in allem ist er begeistert: „Es
ist eine unglaublich tolle Erfahrung“, sagt er und empfiehlt jedem seiner Kommilitonen, selbst
die Chance zu nutzen und für ein
Semester ins Ausland zu gehen.
Dass sich ein Auslandssemes-
Überregionaler Kongress:
Schulessen ist Chefsache
Mit Internationalität punkten
Doppelter Masterabschluss
Die Masterstudiengänge in Wirtschaftsingenieurwesen und in
Maschinenbau der Hochschule
Albstadt-Sigmaringen haben eine
weitreichende Kooperationsvereinbarung mit der University of
Glamorgan, Großbritannien, abgeschlossen. Studierende haben
die Möglichkeit, einen Doppelabschluss zu erwerben.
Internationalität wird immer wichtiger, nicht nur in Führungspositionen. Mit dem Doppelabschluss
können Masterstudenten internationale Erfahrungen sammeln und
damit wichtige Pluspunkte für den
Lebenslauf erwerben.
Die technische Ausrichtung beider Vollzeit-Studiengänge spiegelt
sich im Abschlussgrad wider. Erfolgreiche Absolventen des Studiengangs Maschinenbau – Rechnerunterstützte Produkterstellung
(MAB) erhalten den „Master of Engineering“, Absolventen des Wirtschaftsingenieurwesens – Produktionsmanagement insbesondere
Fahrzeugwirtschaft (WIW) den
„Master of Science“. Die Partneruniversität verleiht den Absolven-
ten zusätzlich den Titel „Master of
Science Mechanical Technology“.
Beide Masterstudiengänge sind
akkreditiert. Interessenten können
direkt nach dem Bachelor oder Diplom ohne spezielle Berufserfahrung einsteigen.
Die Universität Glamorgan mit
ihren 21.000 Studierenden bietet
einerseits vielfältige Forschungsmöglichkeiten, andererseits verliert sie aber die anwendungsorientierten Wissenschaften nicht
aus den Augen. Sie passt also ideal zum Profil unserer Hochschule.
177 Absolventen feierlich verabschiedet
Erstmals Preise für die Besten aus jedem Studiengang
177 Absolventen der Hochschule
wurden am 28. April in der Festhalle in Albstadt feierlich verabschiedet. Die Studiengangsbesten und
eine sozial besonders engagierte
Studentin erhielten Auszeichnungen. „Sie haben nun Ihr Diplom
in der Tasche und viele von Ihnen
haben schon einen Arbeitsvertrag
abgeschlossen oder eine aussichtsreiche Bewerbung abgegeben“, sagte Rektor Professor Dr.
Günter Rexer und freute sich über
die hervorragenden Berufschancen für alle Absolventen. Eine
wissenschaftlich fundierte Ausbildung, wie sie von den Fachhoch-
schulen vermittelt werde, sei ein
Baustein zum beruflichen Erfolg.
Erstmals findet die Feier aufgrund
der gestiegenen Absolventenzahl
zweimal jährlich statt und erstmals
wurden alle Studiengangsbesten
mit Preisen ausgezeichnet.
Für die besten der Sigmaringer
Studiengänge überreichte Landrat
Dirk Gaerte die Preise der FürstCarl-Stiftung an Meltem Avci-Adali, Biomedical Engineering, Katja
Schneider, Betriebswirtschaft, Nicolas Schwarz, Ernährungs- und
Hygienetechnik, Mathias Paschek,
Facility Management, und Nadine
Hönkemeyer, Pharmatechnik. Ga-
erte rief die Absolventen auf, mit
ihrem Wissen und Können in die
Welt hineinzugehen und die Chancen im Wettbewerb zu nutzen.
Jürgen Haberbosch, Vorstandsmitglied der Sparkasse Zollernalb,
zeichnete im Namen der PhilippMatthäus-Hahn-Stiftung die besten
Absolventen der Albstädter Studiengänge aus. Einen Preis erhielten
Kristin Schäfer, Bekleidungstechnik, Björn Neuburger, Kommunikations- und Softwaretechnik,
Michael Göppl, Maschinenbau,
Ralf Steinhilber, Management and
Information Systems, Michael Egner, Wirtschaftsinformatik, und
ter auszahlt, konnte Daniel Baur
schon bald nach seiner Rückkehr
feststellen. Die Industrie- und
Handelskammer Bodensee-Oberschwaben zeichnete ihn auf dem
Neujahrsempfang mit dem Preis
„Student International“ aus.
Zurzeit hält sich Daniel Baur in einem ganz anderen Teil der Welt
auf, dem Arabischen Emirat Dubai.
Dort absolviert er sein zweites Praxissemester bei DaimlerChrysler
und ist fasziniert von der boomenden Metropole. „Ein Viertel aller
weltweit existierenden Baukräne
stehen in Dubai, das Ende der einen Baustelle ist nur der Anfang
der nächsten“, schreibt Baur. Das
Wachstum zieht Investoren aus
aller Welt an, es herrscht eine multikulturelle Atmosphäre. Bei DaimlerChrysler arbeitet Baur mit Kollegen aus 23 Nationen zusammen
- mit Sicherheit eine interessante
und unvergessliche Erfahrung.
Bernd Vollmer, Wirtschaftsingenieurwesen. Haberbosch freute
sich, mit der Preisverleihung etwas für die Förderung des „Wissenschaftsstandorts Albstadt“ tun
zu können.
Mit dem Preis des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes
(DAAD) wurde die Absolventin
Anaëlle Nguewo aus dem Studiengang Lebensmittel, Ernährung,
Hygiene geehrt. Die Absolventin
aus Kamerun hat sich während
ihres Studiums für Kleinwüchsige,
Behinderte und zusätzlich für HIVinfizierte in ihrem Heimatland sozial engagiert. -age
In rasantem Tempo werden im
Land Schulen mit Mensen für den
Ganztagesbetrieb
ausgerüstet.
Doch viele Fragen sind ungeklärt,
Zuständigkeiten nicht klar definiert, fachliches Know-how nicht
überall vorhanden. Grund genug
für Professorin Dr. Gertrud Winkler
und ihre Mitarbeiterin Romy Deumert, einen überregionalen Kongress „Schulverpflegung in der
Praxis“ zu organisieren und damit
den Austausch von Erfahrungen
und Wissen zu ermöglichen.
Eingeladen waren Schulleiter, Vertreter der Schulträger, Kommunen
und Behörden, Elternvertreter,
Schülervertreter und interessierte
Gäste. Über 150 Teilnehmer nutzten am 16. Juli an der Hochschule
die Gelegenheit, sich auf Fachvorträgen, in Workshops, auf einer Exkursion und auf dem Markt
der Möglichkeiten zu informieren.
Mehr als 15 Aussteller zeigten Lösungen aus allen Bereichen der
Schulverpflegung. „Die Schulverpflegung hat eine neue Dimension
erreicht“, sagte Staatssekretärin
Friedlinde Gurr-Hirsch vom Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum. Die Schule sei längst
mehr als ein Aufenthaltsort für
ein paar Stunden am Vormittag.
Experten sprächen schon vom Lebensraum Schule. Dabei sei das
Schulessen Chefsache und ein
wichtiger Punkt für das Image der
Schule und sogar die Attraktivität
der Gemeinde.-age

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