Methoden der Reproduktionsmedizin

Report
Methoden der Reproduktionsmedizin
Die betroffenen
Kinderwunschpaare
interessiert nicht so sehr
die erzielte
Schwangerschaftsrate
(leider kommt es bei der
ICSI und In Vitro
Fertilisation häufig zu
Fehlgeburten -Aborten)
sondern die so genannte
Baby take home Rate, das
heißt wie wahrscheinlich es
ist, dass die
reproduktionsmedizinische
Maßnahme zur Geburt
eines gesunden Kindes
führt.
Risiken der Reproduktionsmedizin
In einer jüngsten Studie aus den USA wurde nachgewiesen dass 6,2 % von 1.462,
nach ICSI/IVF geborenen Kinder und 5 % der nach intrauteriner Insemination
entstandenen Kinder schwere Geburtsfehler wie Herzfehler oder MuskelSkelettanomalien aufweisen (Olson,C.K. et al: In vitro fertilisation is associated with an
increase in major birth defects.Fertil Steril 84,1308-1315,2005)
In einer retrospektiven schwedischen Studie mit insgesamt 5.680 IVF-Kindern,
verglichen mit 11.360 auf normalem Wege gezeugten Kindern (sog.Kontrollgruppe)
zeigten 101 Kinder, davon 32 Mehrlinge, der IVF Gruppe angeborene neurologische
Defekte (31 Kinder mit spastischen Lähmungen, 22 mit einer geistigen
Entwicklungsverzögerung und 15 mit angeborenen Entwicklungsdefekten. Gegenüber
den Normalgeborenen (Kontrollgruppe) war das Risiko für eine Zerebralparese
(Hirnlähmung) um den Faktor 3,7 und für eine geistige Entwicklungsstörung um den
Faktor 4 erhöht (Strömberg, B. Lancet 359,461-465,2002).
Männer mit Krebs sollten sich Spermien vor
einer Chemotherapie einfrieren lassen.
Fertilität
möglichkeiten nach
chemotherapie
Sexualität & Krebs
Was ist überhaupt Sexualität?
Es gibt keine „richtige“ oder „falsche“
Sexualität, geschweige denn eine Norm, an
der sich Menschen allgemeinverbindlich
ausrichten können oder sollen.
Für den einen ist es normal, einmal im Monat
sexuellen Kontakt zu haben, für einen
anderen viermal pro Woche. „Richtig“ ist
weder das eine noch das andere. Jeder
Mensch hat sein eigenes Maß. Paare, die
länger zusammen sind, finden idealerweise
zu einer Form der Intimität, die beide
zufriedenstellt.
Trotz freizügiger Darstellungen in den
Medien ist es nicht üblich, über die eigene
Sexualität zu sprechen.
Eine Krebstherapie kann Anlass sein, dieses
Tabu zu brechen.
Heute werden Vorstellungen von der
Sexualität vor allem durch die
Medien geprägt, deren Darstellungen
oft als Vorbild gelten.
Der Umgang mit Sexualität in der
Öffentlichkeit ist offener geworden.
Viele Darstellungen sind aber
unrealistisch und verfälscht.
♀

♂
Manchmal ist das ein bischen
mehr kompliziert…
Speaking the unspeakable
Problem für viele
Männer: an der
Höhe zu sein…
Definition der Erektilen Dysfunktion (ED)
Die über einen Zeitraum von
mehr als 6 Monaten bestehende
oder wiederholt auftretende
Unfähigkeit, eine ausreichende
Erektion für einen
befriedigenden
Geschlechtsverkehr zu
erreichen und / oder aufrecht
zu erhalten.
International Educational Initiative on Erectile Function, 2001
Zur Einleitung einer
Erektion auf natürliche
Weise werden über
Nerven Anweisungen an
den Penis gegeben.
Dadurch wird in den
Penisschwellkörpern
verstärkt ein Stoff, das
zyklische
Gynosylmonophosphat
(cGMP), gebildet, der für
die Erweiterung der
Schwellkörperräume und
der Blutgefäße
verantwortlich ist.
Mechanismus der Erektion
5
4
Erektion
1
Relaxation der
glatten
Muskulatur
Stimulus für
Erektion
cGMP
3
Zelluläre
Aktivierung
2
Neurale
Einleitung
Sexuelle Gefühle während und nach der Krebsbehandlung
Nach der Diagnose "Krebs"
konzentrieren sich zunächst alle
Gedanken und Gefühle auf das
Überleben.
Während der Therapie tauchen
neue Fragen auf:
– Wie wird mein Leben zukünftig sein?
– Werde ich wieder so sein wie vorher?
– Wie wird sich die Krankheit auf
meine Sexualität auswirken?
– Sexuelle Gefühle, Gedanken und
Wünsche, die während und nach der
Behandlung auftauchen, müssen nicht
unterdrückt werden.
Sexualität trotz Krebsbehandlung?
Sexualität ist oftmals bereits vor einer
Krebserkrankung problematisch.
Die Krebserkrankung und deren Behandlung
bringen zusätzliche Belastungen, die sich auch
auf das Sexualleben auswirken können.
Einige Behandlungen, zum Beispiel eine
Hormontherapie, können zeitweilig den
Hormonhaushalt stören. Möglicherweise
fühlen Sie sich durch diese Aussagen etwas
entmutigt.
Chemotherapie, sexuelle Lust und Erektion
Obwohl viele Nebenwirkungen durch
bestimmte Pflegetipps verhindert und gelindert werden können,
ist durch die Belastung während der Chemotherapie und danach
die sexuelle Lust oft gedämpft. Wenn die Patienten sich nach
etwa ein bis zwei Wochen insgesamt wieder besser fühlen, kehrt
meistens auch die Lust zurück.
Die Chemotherapie führt nur selten zu einer deutlichen
Abnahme der Testosteronproduktion. Einige Medikamente, die
gegen das Erbrechen bei der Chemotherapie wirken, können den
Hormonhaushalt vorübergehend stören. Nur wenige
Chemotherapeutika können Nerven schädigen und damit die
Erektion beeinträchtigen.
Bei der Chemotherapie kann das Gefühl aufkommen, an
körperlicher Attraktivität verloren zu haben: Gewichtsabnahme,
manchmal Haarausfall, bisweilen Katheter, die vielleicht über
Wochen oder Monate getragen werden müssen, setzen das
Selbstbild oft herab.
Krebsbehandlung und Samenerguss
Eine Krebstherapie kann sich auch auf den
Samenerguss auswirken. Wenn die
Samenflüssigkeit nur teilweise oder nicht
mehr den Samenzellen beigemischt wird,
oder der Verschluss der Blase gestört ist,
zeigt sich dies an einem verminderten oder
fehlenden Samenerguss.
Der Mann hat dann zwar immer noch die
Lustempfindung des Orgasmus, aber der
Samenerguss fehlt. Man nennt das einen
„trockenen Orgasmus“. Die meisten Frauen
spüren jedoch keinen Unterschied, ob
Samen fließt oder nicht. Es ist eher ein
psychisches Problem.
Für viele Männer ist es wichtig, das
Ergebnis ihres Orgasmus zu sehen. Wenn
man sich klarmacht, dass es beim
Geschlechtsverkehr nicht auf ein „Produkt“
ankommt, sondern auf gemeinsamen Spaß
und gutes Verstehen, besteht eine gute
Grundlage, diese Schwierigkeit zu
überwinden.
Formen der Hormontherapie und Auswirkungen
auf die Sexualität
Die operative Entfernung beider Hoden (bilaterale Orchiektomie) lässt
den Testosterongehalt im Blut rapide absinken.
Die Gabe von Medikamenten aus der Gruppe der LH-RH Analoga
bewirkt, dass in den Hoden keine männlichen Hormone mehr gebildet
werden.
Die Gabe von weiblichen Hormonen, Östrogenen, kann den
Testosterongehalt im Blut gleichfalls auf ein Minimum reduzieren.
Wegen der dabei möglichen Nebenwirkungen, insbesondere für das
Herz-Kreislauf-System, wird diese Therapieform nur in Ausnahmefällen
eingesetzt.
Antihormone, genauer gesagt Antiandrogene, haben einen anderen
Wirkmechanismus. Sie verdrängen Testosteron von den Stellen, an
denen es normalerweise seine Wirkung entfaltet.
Die Hormontherapie führt
meistens zur Verminderung der
sexuellen Lust.
Viele Männer haben dann
Erektionsprobleme, das heißt,
Erektionen sind seltener, kommen
langsamer zustande und/oder sind
weniger stabil (erektile
Dysfunktion), und es kann
schwierig sein, zum Orgasmus zu
gelangen.
Die Fruchtbarkeit nimmt während
der Behandlung oft ab. Es können
Hitzewallungen und
Schweißausbrüche auftreten.
Bei einer Therapie mit Östrogenen
kommt es häufig und bei einer mit
einem Antiandrogen des öfteren
zu einer schmerzhaften
Anschwellung der Brustdrüsen
(Gynäkomastie). Dies kann
verhindert werden, wenn die
Brustdrüsen vor der Therapie
bestrahlt werden.
Formen der
Hormontherapie und
Auswirkungen auf die
Sexualität
Hat die Hormontherapie Auswirkungen auf
die Psyche?
Während der
Hormontherapie erleben
Männer sich vielleicht so,
als sei ihnen ein Teil der
Männlichkeit genommen.
Es kann sogar die Angst
auftreten, im Wesen zu
verweiblichen. Der
Verlust männlicher
Hormone in späteren
Lebensjahren hat darauf
jedoch keinen Einfluss.
Was bedeutet es für das Paar?
Hat sich die sexuelle
Situation durch die
Erkrankung verändert, ist
es wichtig, mit der
Partnerin darüber zu
reden.
Oft haben jedoch beide
bisher nie richtig über ihr
Sexualleben gesprochen.
Wie soll ein Paar dann
plötzlich offen über die
eigene Sexualität reden
können?
Partnerschaft
Partnerschaft
Manchmal hat der Erkrankte
das Gefühl, seine Partnerin
wolle nicht auf ihn eingehen
und nichts mit seinen
Problemen zu tun haben.
Was ist, wenn die Partnerin
sexuellen Kontakt wünscht,
Sie selbst aber keine Lust
verspüren? Sexualität
funktioniert aber nie ohne
die Seele.
Natürlich spielt bei der
Sexualität auch das Alter
eine Rolle. Mit zunehmendem
Alter und den damit
einhergehenden
körperlichen Veränderungen
können sexuelle Bedürfnisse
abnehmen.
Auch für die Partnerin stellt der Umgang mit der Erkrankung ein Problem
dar. Sie ist durch die Krankheit beunruhigt, hat Angst um ihren Partner und
ist verunsichert. Woher kann sie wissen, was der Betroffene jetzt am
meisten braucht, wenn er es nicht sagt? Auch bei ihr schwindet oft in der
Zeit der Krebstherapie und danach die Lust auf intime Kontakte. Das ist
völlig normal.
Übersicht der Therapiemöglichkeiten
• Orale medikamentöse Therapie
• Psychotherapie, Partnertherapie
• Vakuumpumpen und Erektionshilfen
• Hormonelle Therapie
• Injizierbare und intraurethral applizierbare
Medikationen
• Schwellkörperimplantate
• Rekonstruktive arterielle und venöse Chirurgie
Suppositoires
Intra-urétraux
(MUSE®)
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Cialis
10- 20mg
Viagra
Levitra
25-50-100mg
5-10-20mg
30 min
25 min
( Rigiscan-Studie)
25 min
Halbwertszeit (t ½)
17,5 h
3-5 h
4-5 h
Wirkungsdauer
36 h
4-5 h
Wechselwirkung
mit Nahrung
Nein
Ja
4-5 h
Ja
(fetthaltiges Essen)
T max: +60min
Cmax : -29%
T max:+60 min
Cmax : -20%
Beipackzettel Cialis (März 2005) – Beipackzettel Viagra (März 2004) - Beipackzettel Levitra (März 2003)
Welche Eigenschaften erwarten Patienten von
einer guten ED-Therapie?
% aller Männer
Verlässlichkeit
47
Sicherheit
40
Wenig Nebenwirkungen
40
Kombinierbarkeit mit and.
Medikamenten
29
19
Angemessener Preis
Funktioniert, wenn
man es braucht
Wirkt 24 Stunden
ISSIR 2002, Sand et al
16
13
n=3291
Zusammenfassung
Erfüllte Sexualität ist ein
elementares menschliches
Bedürfnis.
Sexualität ist ein in unserer Gesellschaft
immer noch tabuisiertes Thema, das fast
ausschließlich in Zusammenhang mit
jungen, gesunden, leistungsfähigen
Menschen gezeigt wird.
Auch vielen Ärzten und Pflegekräften fällt
der offene Umgang mit diesem Thema
schwer, so dass Patienten der Mut fehlt,
Beratung und Hilfe einzufordern.
Wie kann sexueller Kontakt wieder hergestellt
werden ?
Manche Patienten glauben,
dass sie nach einer
Krebserkrankung ganz auf
Sexualität verzichten sollten.
Vielleicht haben sie Angst
davor, durch Intimverkehr
eine Wiederkehr der
Erkrankung zu fördern.
Positiv erlebte Sexualität
erhöht das psychischkörperliche Wohlbefinden
und hat sogar einen
stimulierenden Einfluss auf
die Funktion des
Immunsystems
Behandlungsmöglichkeiten
Im Verlauf einer Krebserkrankung kann es zu
tiefgreifenden Störungen in der Sexualität und
Partnerschaft von Krebspatienten kommen.
Hat sich die sexuelle Situation durch die Erkrankung
verändert, ist es wichtig, mit der Partnerin darüber zu
reden.
Um eine sexuelle Störung zu behandeln, sollte ein
erfahrener Facharzt, dem der Krebspatient vertraut,
die körperlichen Ursachen der Beschwerden klären. Hat
eine sexuelle Störung vor allem psychische Ursachen,
sollte der Betroffene auch mit einem Psychologen
sprechen.
Thema Sexualität
Das Sexualleben ist von
Mensch zu Mensch
verschieden schon vor der
Krebserkrankung. Für
manche Menschen nimmt die
Sexualität einen großen
Stellenwert ein, für andere
ist sie eher Nebensache.
Trotz freizügiger
Darstellungen in
Zeitschriften, Kinofilmen und
Fernsehen ist es nicht üblich,
über die eigene Sexualität zu
sprechen.
Eine Krebsbehandlung kann
der Anlass sein, mit diesem
Tabu zu brechen. Es kann für
die Partner sogar eine
Erleichterung bedeuten,
endlich einmal das Thema
Sex ansprechen zu können.
L’ appetit vient en
mangeant

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