Referat Ilona Kickbusch

Report
Gesundheitskompetenz
Ilona Kickbusch
Schloss Au 2012
Kickbusch 2012
Der Ausgangspunkt
Wesentlich für unsere Gesundheit sind die
Teilhabechance jedes einzelnen Menschen an
Wissen, Bildung, Macht, Arbeit, Geld, Prestige.
Wem der Zugang zu diesen gesellschaftlichen Gütern
erschwert oder auch unmöglich gemacht wird, dem
werden Lebenschancen und Lebensglück und
demnach auch ein gesundes Leben vorenthalten.
WHO Kommission soziale Determinanten der
Gesundheit 2009
Kickbusch 2012
Determinanten der Gesundheit
Kickbusch 2012
Wichtigste
Gesundheitsdeterminante
Gesundheit
Bildung
Kickbusch 2012
Systemische Risiken: ARMUT Kinder in
armen Haushalten - Gesundheit






haben oftmals eine beeinträchtigte Leistungsfähigkeit und
psychische Ausgeglichenheit
kommen hungrig in die Betreuungseinrichtung
neigen zu Übergewicht: Auf den Tisch kommen vorwiegend süße,
sättigende Speisen und fettreiche Fertiggerichte
haben überproportional asthmatische Erscheinungen,
Haben mehr Sprachstörungen und Entwicklungsrückstände,
sowie kinderpsychiatrische Störungen
werden vor allem von Alleinerzieherinnen in die Schule geschickt,
auch wenn sie krank sind - sie fürchten um ihren Arbeitsplatz
bei häufigem Fehlen und Pflegeurlaub.
Auch die Säuglingssterblichkeit ist „unten“ höher als „oben“.
Kickbusch 2012
Was müssen wir im 21 Jahrhundert wissen?
Welche Kompetenzen brauchen wir?








Quantitative literacy
Scientific literacy
Technological literacy
Cultural literacy
Media literacy
Computer literacy
Environmental literacy
Health literacy
Kickbusch 2012
Literacy =„Litteratie“ (auch "Literalität"
genannt)

Die L. wurde definiert als „Fähigkeit, im täglichen Leben, zu Hause,
am Arbeitsplatz und im Gemeinwesen schriftliche Informationen
zu verstehen und zu gebrauchen mit der Absicht, persönliche
Ziele zu erreichen und seine Kenntnisse und Fähigkeiten zu
erweitern“ (OECD / Stat. Canada, 2000).

Die Untersuchung testete, in alltagsnahe Aufgaben eingebettet, das
Verständnis von fortlaufenden (Prosa-) Texten (journalistische und
belletristische Texte, Gebrauchsanweisungen), von schematischen Texten
(Lohnabrechnungen, Fahrpläne, Tabellen und Grafiken, u.a.m.) und von
Texten mit quantitativem Inhalt, welche mathematische Operationen
erfordern (z.B. Berechnung eines Schuldzinses aufgrund der Angaben im
Inserat eines Kreditinstitutes).
Kickbusch 2012
Funktionaler Analphabetisms

Gemäss den Resultaten wurden die Testpersonen einem
von 5 Kompetenzniveaus zugeordnet.

Einer der Hauptbefunde besteht in der Erkenntnis, dass
selbst in den hochentwickelten OECD-Ländern der
„funktionale Analphabetismus“ ein ernst zu nehmendes
Problem darstellt: so erreichen in 14 der 20 Staaten
mehr als 15 % der getesteten Erwachsenen nur
das schwächste Kompetenzniveau, und in allen
Ländern verfügen zwischen 25 und 75 % der
Getesteten nicht über das Niveau 3. (Illetrismus)

Schweiz: ca. 10%
„BOGGSEN“
Kickbusch 2012
Kompetenzen für ein komplexes – nicht lineares
Leben: Resilienz, Stärken (health assets), Risiken
navigieren
http://www.walthamforest.nhs.uk
Kickbusch 2012
Was ist Gesundheitskompetenz?


Gesundheitskompetenz ist die Fähigkeit, im
täglichen Leben Entscheidungen zu treffen,
die sich positiv auf die Gesundheit
auswirken - zu Hause, am Arbeitsplatz, im
Gesundheitssystem, im Markt, in der
Politik und in der Gesellschaft ganz
allgemein.
(Kickbusch, Maag, Saan 2005)
Kickbusch 2012
Expertenbefragung

Über welche Fähigkeiten und Fertigkeiten
muss jemand verfügen, um im Alltag und
im Umgang mit dem Gesundheitssystem
so handeln zu können, dass es sich positiv
auf seine Gesundheit und sein
Wohlbefinden auswirkt?
Kickbusch 2012
Gesundheitskompetenz

Über welche Fähigkeiten und Fertigkeiten
muss jemand verfügen, um im Alltag und
im Umgang mit dem Gesundheitssystem
so handeln zu können, dass es sich positiv
auf seine Gesundheit und sein
Wohlbefinden auswirkt?

Handlungskompetenz –grundlegende
Fertigkeiten – Wissen – Motivation

Soellner et al 2010
Kickbusch 2012
Facetten der Gesundheitskompetenz

Selbstregulation – Disziplin
Selbstwahrnehmung – Körperbewusstsein
Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme für die
eigenen Gesundheit
Grundfertigkeiten (lesen und verstehen)
Informationen interpretieren
Informationen beschaffen
Gesundheitssystem navigieren
Fähigkeit zur Kommunikation und Kooperation
Förderliche Persönlichkeiseingenschaften

Soellner et al 2010








Kickbusch 2012
Gesundheit

Gesundheit = Wohlbefinden

„Gesundheit wird im Alltag hergestellt,
dort wo Menschen leben, lieben, arbeiten
und spielen.“

WHO Ottawa Charter 1986

2012: Wo sie einkaufen, googeln,
reisen……
Kickbusch 2012
Wohlbefinden - An integral view of well-being
Well-being is “realising one's unique potential
through physical, emotional, mental and spiritual
development in relation to self, others and the
environment.”
Menschen können ihr Potential entwickeln im
Kontext einer unterstützenden Umwelt.
SETTINGS PROJEKTE
Kickbusch 2012
Megatrends
Die Demographie, eine hohe Lebenserwartung und
eine Zunahme der älteren Bevölkerung
 ein expansives Gesundheits- und
Krankenversorgungssystem das immer groesseren
Anteil am Bruttosozialprodukt hat
 ein rapide expandierender Gesundheitsmarkt für
Informationen, Produkte und Dienstleistungen
sowohl neben wie auch innerhalb des medizinischen
Versorgungssystems

Kickbusch 2012
Die dritte Gesundheitsrevolution

die FÖRDERUNG der Gesundheit in
den vielfältigen Lebens- und
Konsumwelten des modernen
Alltags.
Kickbusch 2012
Die Entwicklungsdynamik der
Gesundheitsgesellschaft
Gesundheit ist machbar
 Gesundheit ist überall
 Jede Entscheidung ist potentiell eine
Gesundheitsentscheidung

Survival skill for the
21st century
Kickbusch 2012
Technologie: Markt und Möglichkeit
The numbers of consumer smartphone apps downloaded over the past
two years went up from 300 million apps downloaded in 2009 to five
billion in 2010!*
Kickbusch 2012
Dynamik: Gesundheit ist Innovation
Wissensgesellschaft
Gesundheitsgesellschaft
TECHNOLOGIE -INNOVATION
Kickbusch 2012
HLS-EU Definition of Health Literacy
Health literacy is linked to literacy and
encompasses people’s knowledge, motivation and
competences to access, understand, appraise,
and apply health information in order to make
judgments and take decisions in everyday life
concerning healthcare, disease prevention and
health promotion to maintain or improve quality
of life during the life course.
(Sorensen et al. 2011)
Kickbusch 2012
Integriertes HLS-EU Modell
(Sorensen et al 2011)
Societal and environmental determinants
Life course
Sitauational
Determinants
Health
service
use
Health
costs
Health
behavior
Health
outcomes
Participa
-tion
Empowe
r-ment
Equity
Sustainability
Understand
Access
Knowledge
Health care
Motivation
Health
information
Personal
Determinants
Individual level
Competence
s
Disease
prevention
Health
promotion
Appraise
Apply
Population level
Kickbusch 2012
Twelve Sub-Dimensions of Health Literacy,
Defined by the HLS-EU Model
Health literacy
Cure and care
Disease prevention
Health promotion
Access/obtain
information relevant
to health
Understand
information relevant
to health
Process / appraise
information relevant
to health
Apply / use
information relevant
to health
1) Ability to access
2) Ability to understand 3) Ability to interpret
4) Ability to make
information on medical
or clinical issues
(4 Questions)
medical information and and evaluate medical
derive meaning
information
(4 Questions)
(4 Questions)
informed decisions on
medical issues
(4 Questions)
5) Ability to access
6) Ability to understand 7) Ability to interpret
8) Ability to judge the
information on risk
factors
(4 Questions)
information on risk
factors and derive
meaning
(3 Questions)
and evaluate
information on risk
factors
(5 Questions)
relevance of the
information on risk
factors
(3 Questions)
9) Ability to update
10) Ability to
11) Ability to interpret 12) Ability to form a
oneself on health issues
(5 Questions)
understand health
related information and
derive meaning
(4 Questions)
and evaluate
information on health
related issues
(3 Questions)
Kickbusch 2012
reflected opinion on
health issues
(4 Questions)
Defining Levels of Health Literacy
It is common practice in studies of literacy or
health literacy to define thresholds for limited
HL and by that levels of (health) literacy
 For the four HLS-EU indices we defined the
following thresholds and levels

◦
◦
◦
◦
Scores of 25 or less points = inadequate HL
Scores >25-33 points = problematic HL
Scores >33-42 points = sufficient HL
Scores >42-50 points = excellent HL
Kickbusch 2012
Percentages of levels of General Health
Literacy and Index Means, for Countries and
Total
General Health Literacy Index
100%
90%
10.4%
11.9%
34.8%
26.7%
80%
70%
34.4%
60%
50%
40%
30%
38.1%
20%
10%
0%
19.7%
15.8%
39.9%
9.5%
22.3%
26.3%
AT
∅32.2
BG
∅30.7
39.0%
49.8%
35.1%
30.4%
10.8%
13.9%
7.3%
9.3%
DE(NRW)
∅34.6
EL
∅33.6
ES
∅33.0
IE
∅35.4
inadequate HL
0-25 Points
22.1%
33.4%
35.1%
16.7%
24.8%
problematic HL
>25-33 Points
29.5%
47.9%
25.7%
1.6%
NL
∅37.1
sufficient HL
>33-42 Points
36.6%
36.7%
31.8%
34.5%
9.5%
11.8%
PL
∅35.0
Total
∅34.0
excellent HL
>42-50 Points
Kickbusch 2012
17.0%
General Health Literacy Index,Variation of Mean Scores by and
Correlation Coefficients with Age for Countries and Total
40
35
30
25
AT -0,15*
BG -0,27*
DE(NRW) +0,01
EL -0,36*
ES -0,23*
IE -0,01
NL +0,06
PL -0,24*
Total -0,16*
20
25 or younger
between 26
and 35
between 36
and 45
between 46
and 55
between 56
and 65
between 66
and 75
76 or older
*Pearson’s correlation coefficient,*p<0.05
 Austria
 Bulgaria
 Germany
(NRW)
 Greece
 Spain
 Ireland
 Netherlands
Kickbusch 2012
 Poland
 TOTAL
Konsumwelt


Die Fähigkeit Konsum und
Dienstleistungs-entscheidungen auch
unter gesundheitlichen Gesichtspunkten
zu treffen und notfalls auch
Konsumentenrechte einzuklagen und
durchzusetzen.
(Kickbusch, Maag, Saan 2005)
Kickbusch 2012
Distributions of Levels of and Means of NVS Scores,
for Countries and Total
100%
90%
80%
70%
36.9%
46.3%
62.4%
65.6%
54.1%
42.2%
76.3%
60%
50%
28.8%
30%
10%
25.5%
24.9%
40%
20%
55.3%
57.6%
21.8%
21.5%
28.2%
34.3%
28.8%
12.8%
15.8%
17.7%
DE(NRW)
∅3.9
EL
∅3.6
14.8%
BG
∅3.0
high likelihood of limited literacy
32.3%
21.2%
19.9%
8.9%
0%
AT
∅4.1
23.4%
22.5%
ES
∅2.6
IE
∅3.6
NL
∅4.5
possibility of limited literacy
Kickbusch 2012
PL
∅2.9
Total
∅3.5
adequate literacy
General Health Literacy Index,Variation of Mean Scores by and
Correlation Coefficients with the NVS Score for Countries and Total
40
35
30
25
AT +0,22*
BG +0,37*
DE(NRW) 0,18*
EL +0,35*
ES +0,21*
IE +0,22*
NL +0,10*
PL +0,32*
Total +0,27*
20
0
1
2
3
4
5
6
*Pearson’s correlation coefficient,*p<0.05
 Austria
 Bulgaria
 Germany
(NRW)
 Greece
 Spain
 Ireland
 Netherlands
Kickbusch 2012
 Poland
 TOTAL
Perspektivenwechsel
Individuelles
Verhalten
„obesogenic
environments“
Lebenswelten,
die das
Übergewicht
fördern.
Gesundheit und
nachhaltige
Entwicklung
Kickbusch 2012
Gesunde und nachhaltige Entwicklung
Kickbusch 2012
Gesundheitssystem

Die Fähigkeit sich im Gesundheitssystem
zurechtzufinden und gegenüber den entsprechenden
Gesundheits- und Sozialberufen als kompetenter
Partner aufzutreten.

(Kickbusch, Maag, Saan 2005)
Kickbusch 2012
Gesundheitskompetenz wird zentral

Vom
Bürger/Konsumenten/Versi
cherten/Patienten wird
eine aktive und
kompetente Beteiligung
an der eigenen
Gesunderhaltung, in
immer komplexer
werdenden
Gesundheitssystemen
und auf dem
wachsenden
Gesundheitsmarkt
erwartet.
Patientenuniversität Hannover
Kickbusch 2012
„Expert Patient
Ziel: Vermittlung von Kompetenzen für das tägliche Leben
mit chronischen Erkrankungen
 Seriöser Entwicklungshintergrund: Stanford
 In den USA, GB und DK bereits etabliert

Kickbusch 2012
Ko-produktion
CoProduction
of Health
Information
The Knowledge
Revolution
Technology
Kickbusch 2012
Life course perspective - Lebenslauf
All of society: LIFE COURSE
MANAGEMENT
HEALTH SPAN - LIFE SPAN – CALENDAR AGE - FUNCTIONAL AGE ……
Kickbusch 2012
Gesundheitskompetenz - Schule

Gesundheitskompetenz + Empowerment


Theoretisches Wissen
Praktisches Wissen
Kritisches Denken
Selbst“bewusstsein“
Verantwortungsvolles Handeln – Bürger sein

Paakari 2011



Kickbusch 2012
Definition

Gesundheitskompetenz ist eine entscheidende
Bürgerkompetenz.

Sie stärkt die Selbstbestimmung und unterstützt
die Gestaltungs- und Entscheidungsfreiheit der
Bürger in Hinblick auf ihre Gesundheit. Sie
verbessert die Fähigkeit, GesundheitsInformationen zu finden und zu verstehen und
schafft die Voraussetzung dafür,Verantwortung für
die eigene Gesundheit zu übernehmen.

(Kickbusch, Maag, Saan 2005)
Kickbusch 2012
Politisch Handeln


Die Fähigkeit auch gesundheitspolitisch zu
handeln durch das Eintreten für
Gesundheitsrechte und informiertes
Wahlverhalten, Stellungnahmen zu
strittigen Gesundheitsfragen und
Mitgliedschaften in Patienten- und
Gesundheitsorganisationen.
(Kickbusch, Maag, Saan 2005)
Kickbusch 2012
General Health Literacy Index,Variation of Mean Scores by and
Correlation Coefficients with Financial Deprivation for Countries and
Total
*Pearson’s correlation coefficient,*p<0.05
 Austria
 Bulgaria
 Germany
(NRW)
 Greece
 Spain
 Ireland
 Netherlands
Kickbusch 2012
 Poland
 TOTAL
Partizipation - Wahlfreiheit

Konsument


Individuum das auf dem
Markt aus einem Menu
von Optionen wählt –
Freiheit = Marktzugang
24/7


Ohne wirklichen Einfluss
auf die Optionen
Bürger
Erwachsener der
öffentlich eine Wahl trifft
und auch die Möglichkeit
besitzt auf das Umfeld
kollektiv Einfluss zu
nehmen
 Politisch handeln
Barber 2007
Kickbusch 2012
Danke!
Kickbusch 2012

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