Entspannungstechniken

Report
Die Weile von der Eile
Entspannungstechniken für Kinder und Erwachsene
Dr. med. Mercedes Ogal
Kommt wir finden eine Insel
 Entspannungsurlaub tut gut und gibt Kraft!
 Im Leben braucht es sowohl Aktivität als auch
Entspannung - in einem gesunden Gleichgewicht.
 Vorstellungen bewirken reale Veränderungen in
unserem Körper (Zitronen-Beispiel)
 Sie unterstützen tatsächlich Mögliches in unserem
Körper, z. B. „entspannen“. (fliegen geht leider nicht)
 Wieso Entspannung für Kinder? Und: finden sie heute
noch Inseln?
Kindheit heute

Eine Umwelt, die zunehmend weniger Raum bietet für das Er- und Ausleben
menschlicher Bedürfnisse, wie Geborgenheit, Sinnlichkeit, Naturerleben, Bewegung. Die
naturbelassenen Spieloasen nehmen ab.

Ein Leben, dass schneller aus dem Gleichgewicht und natürlichen Rhythmus kommt.
Schnelllebigkeit, Hektik, Stress und Leben gegen den jahreszeitlichen Rhythmus, gegen
den Rhythmus von Tag/Nacht bestimmen oft den Alltag.

Mit Erwartungen und Ansprüchen an das Sein des Einzelnen: Leistungsdruck,
Konkurrenzdruck, hohe Flexibilität, Perfektionismus und wenig Sicherheit.

Vorwiegend fremdbestimmt, wodurch Eigeninitiative und Kreativität verloren gehen.

In der „mehr Haben als Sein“ Priorität besitzt, mit Konsumorientierung und der
Koppelung an einen Zustand der unerfüllbaren Sehnsucht nach „immer mehr“ und einer
Unzufriedenheit mit dem „Hier und Jetzt“

In der körperliche und psychische Gewalt oft zum Alltag gehört: Streit im Elternhaus,
Konflikte in der Schule und Peer-group, Mobbing in Schule und Beruf, Gewalt auf der
Straße, Gewalt in den Medien.
Wie weiter?
 Die gesellschaftlichen, sozialen und ökologischen
Bedingungen können wir nur partiell verändern.
 Aber: Eltern haben heute mehr Zeit als früher und sie
können Ihren Kindern mit Bewegungsspielen und
Ruheübungen die Sinnesnahrung geben, die sie
brauchen.
 Wir können sie ermuntern, auf ihre Gefühle zu hören
und eigenverantwortlich auf einen gesunden Wechsel
von Anspannung und Entspannung zu achten.
Können Kinder entspannen?
 JA!
 Durch Studien seit 1956 (Oles) belegt, mit einem
kontinuierlichen Fall der Altersgrenze
 Kinder lernen Entspannung leichter als Erwachsene
 Erwachsene wissen, warum sie entspannen – Kinder
nicht. Sie werden von aussen angeleitet und die
Verinnerlichung erfolgt nach und nach (bei kleinen
Kindern teils gar nicht)
Modifikationen für Kinder
 V.a. bei jüngeren Kindern ganz in Fantasiereisen oder
Entspannungsgeschichten integrieren – kein Lernen
von Entspannungsformeln
 Integration von Entspannung in Spiele. Vermittlung der
Bedeutung von Anspannung und Entspannung und
Übertragung in den Alltag (Schule)
 Wo immer möglich bildhafte Vorstellungen einsetzten
(„Du spürst die Wärme der Sonne“) und Worte
erläutern (Waden, Oberschenkel, etc.)
Entspannungsformen
 Sensorische Entspannung
 Die sensorische Entspannung beinhaltet körperbezogene
Verfahren, progressive Muskelentspannung, Atementspannung
und bewegungsorientierte Verfahren.
 Imaginative Entspannung
 Die imaginative Entspannung arbeitet mit bildtragenden
Verfahren, Phantasie- und Entspannungsgeschichten und
Visualisieren.
 Kognitive Entspannung
 Bei der kognitiven Entspannung kommen Meditation, Yoga und
Autogenes Training zum Einsatz
Wie unterstützt Entspannung
die Entwicklung?
 Kinder haben einen angeborenen Bewegungsdrang,
wodurch sich Gehirnstrukturen immer mehr vernetzen.
Durch Wiederholungen festigen sich diese
Nervenverbindungen.
 „Aus-Zeiten“ sind wichtige Erholungszeiten für den
Organismus. In der Ruhe und Stille werden Befindlichkeiten
bewusst und Erlebnisse verarbeitet.
 Das vegetative Nervensystem (Symp./Parasymp.) braucht
den Wechsel zwischen Aktivität und Ruhe. Unter
Daueranspannung oder auch Dauerentspannung kommt es
zu einseitiger Überlastung und zu Symptomen.
Achtsamkeitspraxis mit stillen
Momenten
 Die Bedeutung von Stille ist für Kinder oft negativ besetzt
(Angst im Dunkeln, „sei still“, nicht handeln)
 Durch stille Momente erleben Kinder die positiven Seiten der
Stille, ihre Sinne – intensiv und mit Reflexion.
 Sie stellen die Stille selbst her, wir bitten nicht darum:
 Kann ich eine Stecknadel fallen hören?
 Fenster öffnen und auf ein Signal hin die Augen schliessen und
zwei Minuten lauschen. Beim zweiten Signal Augen wieder
öffnen und erzählen.
Achtsamkeitspraxis mit stillen
Momenten
 Über längere Zeit durchgeführt erhöht sie die Ruhe und
Konzentration
 Sie weckt die Achtsamkeit und Wertschätzung für die
kleinen Dinge um uns herum
 Die „Kuscheltieratmung“ verbindet Achtsamkeit,
Körperwahrnehmung und die Einführung in die
Liegehaltung ideal
Kuscheltieratmung
Äussere und innere Haltung
 Liegehaltung (ab 3 Jahren)
 Angelehntes Sitzen (ab 5-6 Jahren)
 Königshaltung (ab 6-7Jahren)
 Bei allen Haltungen geht die Aufmerksamkeit nach
innen, die Kinder werden dazu ermuntert, sich das
Gehörte bildlich vorzustellen
 Kinder nicht zum mitmachen zwingen!!!
Entspannungstechniken
 Atemübungen
 Yoga
 Autogenes Training
 Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson
 Qi Gong
 Entspannungsgeschichten
 Phantasiereisen und Ruhebilder
 Massage (mit Akupressur)
 Musik: klingen und singen
Atemübungen
 Sensibilisiert Kinder für ihren eigenen individuellen
Atemrhythmus
 Gerade jüngere Kinder erlernen diese sehr achtsam
 Sorgsam die Atmung und ihre Wirkungen erklären.
Dies macht den Kindern deutlich, wie sensibel die
Atmung auf alles reagiert.
 Dann abwechselnd durch die Nase und durch den
Mund atmen lassen – was ist angenehmer?
Atemübungen
 Die Kinder liegen in der Liegehaltung entspannt auf
dem Rücken, eine Hand auf der Brust und die andere
auf dem Bauch. Dann atmen sie abwechselnd in den
Brustraum und in den Bauchraum und spüren, wie sich
z.B. der Bauch hebt und senkt.
 So erlernen sie die gesündere Bauchatmung, die beim
atmen den Darm massiert.
 Die Übungen kann auch paarweise durchgeführt
werden: ein Kind legt beim anderen das Ohr auf den
Bauch und hört den Darmgeräuschen zu.
Atemübungen - entspannend
 Kinder nehmen dabei wahr:




Dass sie atmen
Wie sie unterschiedlich atmen
Was sich im Körper dabei bewegt, wenn sie atmen
Wie sie sich fühlen beim atmen
 Übungen:





Das Handauflegen (paarweise, liegend) – ab 3 Jahren
Die Feder (paarweise, liegend) – ab 3 Jahren
Die Kuscheltieratmung (liegend) – ab 3 Jahren
Die Blumenatmung (Fersensitz) – ab 4 Jahren
Die Muschelatmung (liegend, evtl. mit Holzperle) – ab 4 J.
Yoga
 Entstand in Indien vor über 3500 Jahren
 Es gibt viele unterschiedliche Richtungen und Arten
 Yoga wird mit „Joch“ übersetzt, was dem „anjochen von
Zugtieren vor einen Wagen“ entspricht.
 Mit Wagen ist der „Geist“ gemeint und die Tiere stehen für die
Triebe und Sinne: beherrscht man seine Sinne und Triebe ist
man Herr im eigenen Körper, man ist der „Wagenlenker“ in
seinem Leben.
 Das Hatha-Yoga ist ein ganzheitlicher, körperorientierter
Übungsweg, der die Zusammenhänge von Körper, Geist
und Seele berücksichtigt
Hatha-Yoga
 Der Körper ist der Tempel, in dem der Geist wohnt.
Zuerst muss die Tür zum Tempel geöffnet werden, das
geschieht mit den „Asanas“ – Körperhaltungen, die
durch das Nachempfinden von Bewegungen der Tiere
und Natur entstanden sind (der Hund, die Kobra, der
Baum u.a.)
 Dann gibt es Pranayamas – Atemübungen zur
Energielenkung und andere Techniken (Meditation,
Tonübungen und Visualisierungen)
Hatha Yoga
 Auch: „Yoga der Kraft“
 „Ha“ steht für die Sonne und „Tha“ für den Mond – das
männliche und weibliche Prinzip, welches jeder
Mensch in sich trägt
 Im Üben des Hatha Yoga pendelt man zwischen den
Richtungs- und Empfindungsgegensätzen (Dehnen –
lösen, anspannen – entspannen, etc.) um ins
Gleichgewicht zu kommen
 Hatha-Yoga ist eine ganzheitliche, universelle
Übungsmethode und steigert die Lebensqualität.
Unterschiede beim Kinderyoga
 Kinder wollen sich bewegen – statische Körperhaltungen
werden zu dynamischen Körperübungen
 Übungen dem Entwicklungsstand der Kinder anpassen und
ihnen phantasievolle Namen geben.
 Schulkinder können bereits die Atmung mit der Bewegung
koordinieren.
 Kinder erfahren dabei Wissenswertes über den eigenen
Körper
 Gespräche über die Sinneseindrücke und Gefühle sind sehr
wichtig – es gibt kein richtig oder falsch
 An erster Stelle steht das Wohlbefinden.
Kinderyoga erlernen
 Durch Beobachtung, Nachahmung und Wiederholung
mit dem Einbezug möglichst vieler Sinne zu einem
integrativen Zusammenspiel
 Übungsfolgen in Form einer Yoga-Geschichte erzählen:
„Kater Kuschel erwacht am Morgen“ – bei denen
mehrere Übungen in eine Geschichte eingebaut
werden
 Erst später kommt die Atmung hinzu, wenn sie in den
Übungen sicherer sind.
„Der Baum im Wind“ (ab 3J.)
 Ziele der Übung:
 Das Drehen der WS dehnt
und löst die Muskulatur
 Das Beugen des
Oberkörpers trainiert die
Beweglichkeit
 Die Kinder spüren ihre
körperlichen Grenzen und
kommen von dort aus immer
wieder zur Mitte, ins
Gleichgewicht zurück. Dabei
hilft Ihnen die Vorstellung,
dass sie von starken
Wurzeln gehalten werden.
Nach der Übung
 Kinder erzählen lassen, was sie empfunden haben.
 Danach eine Geschichte oder ein Märchen erzählen
(„Drei Bäume im Wind“) – so können sie die vorherige
Übung nochmal nacherleben.
 Auch ein Bild malen oder einen Baum zu gestalten ist
möglich.
 Wenn sie die Übung wiederholen und sich an das
Märchen erinnern wird sie zu einer Verinnerlichung von
Bewegungsabläufen gepaart mit Erinnerungen,
Gefühlswahrnehmungen und Äusserungen.
Autogenes Training
 Ab dem 20. Jh untersuchten Ärzte und Psychologen
die Wirkungsweisen der „alten“ Methoden der Völker.
 Ein Neurologe aus Berlin, Johannes H. Schultz (18841970) beschäftigte sich in den 20er Jahren mit
Hypnose und östlichen Entspannungsverfahren.
 Daraus entwickelte er das autogene Training (AT) als
Methode der Selbstentspannung.
 Es besteht aus sieben Gundübungen, die beim
vegetativen Nervensystem ansetzen
Die 7 Grundübungen des AT
 Ruheformel: „Ich bin ganz ruhig“
 Schwereformel: „Ich bin ganz schwer.“
 Wärmeformel: „Ich bin ganz warm.“
 Atemformel: „Meine Atmung geht ruhig und gleichmässig.“
 Herzformel: „Mein Herz schlägt ruhig und regelmässig.“
 Bauchformel: „Mein Bauch ist strömend warm.“
 Stirnformel: „Meine Stirn ist angenehm kühl.“
Erlernen des AT
 Die Formeln werden nach und nach erlernt,
zwischendurch wird die Ruheformel gesprochen.
 Bei der ersten Übungseinheit nimmt man die
Schwereformel für die Arme, bei der zweiten die
Schwereformel für die Arme und Beine, in der dritten
kommt die Wärmeformel dazu, in der vierten die
Atemformel. Immer in Kombination mit der Ruheformel.
 Wenn alle Formeln erlernt wurden werden sie verkürzt:
„Bauch warm“, „Stirn kühl“
Formelhafte Vorsätze
 Für Schulkinder erlernbar, wenn sie erfahren haben,
dass die alleinige Konzentration auf bestimmte
Körperteile und die Suggestion der Formeln
tatsächliche Entspannungsreaktionen auslösen.
 Beispiele:
„Mich geleiten allezeit Ruhe und Gelassenheit.“
„Ich schlafe tief und fest solange der Wecker mich
schlafen lässt.“
„Ich schlafe ruhig bis morgen, bin im Schlaf geborgen.“
„Nur Mut, dann geht alles gut.“
Zum Üben des AT
 Es braucht Zeit und Geduld!
 Nur regelmässiges, konsequentes Üben führt zum
Erfolg!
 Haben wir es geschafft, dann können wir uns innert
kürzester Zeit immer und überall wunderbar
entspannen, uns in stressigen Situationen selbst
beruhigen und Ängste auflösen.
Besonderheiten bei Kindern
 Kinder sollen sich frei und ohne Druck für AT entscheiden können.
 Für Kinder (4-7 Jahre) werden die Formeln in Phantasiereisen
integriert: märchenhaft, dort kann alles geschehen, alles ist möglich
– immer mit positivem Verlauf, event. fortlaufend.
 Immer mit den gleichen Worten enden und beginnen (Ritual).
 Die Formeln werden umschrieben, damit sich bunte Bilder in der
Vorstellung entwickeln können. Es sind Zauberformeln.
 Kinder reagieren sehr schnell auf Suggestionen!
 Kinder lassen gerne die Augen offen dabei. Sie dürfen dann einen
Punkt an der Decke fixieren.
Besonderheiten bei Kindern
 Kindern wird die Schwere erfahrbar gemacht:
 Ein Kind liegt auf einer Decke und wird von anderen mit
der Decke hochgehoben (Kopf mind. Gleichhoch wie
Körper) – alle spüren die Schwere.
 Noch intensiver, wenn sich das Kind zuerst vorstellt ganz
leicht zu sein und gehoben wird und beim zweiten Mal ganz
schwer zu sein: es ist tatsächlich schwerer!
 Ebenso die Wärme:
 Ein Kind liegt auf dem Bauch, die anderen reiben ihre
Hände (so dass sie warm werden) und legen ihre warmen
Hände dann auf das Kind.
Besonderheiten bei Kindern
 Zur Einführung der AT-Formeln mit bildhaften
Vorstellungen arbeiten:
 Schwereübung: Vorstellung von schweren
Boxhandschuhen und Stiefeln
 Wärmeübung: Vorstellung der Sonne
 Atemübung: Vorstellung von Wellenbewegungen
 Ruheübung: Vorstellung von dahin ziehenden Wolken
 Jeder der Übungsdurchgänge wird eine Woche geübt
(Tabelle, in die Kinder ihre Zauberformel schreiben und
ihren Entspannungsort malen)
Progressive Muskelrelaxation
 Von Prof. Edmund Jacobson (aus Schweden nach
USA, 1885-1976) in den 20ern und 30er Jahren
erfunden und in den 40er und 50er Jahren von Prof.
Joseph Wolpe (USA) weiterentwickelt
 Progressive Relaxation heisst: stufenweise
fortschreitende Entspannung
 Hilfreich beim Auflösen von Ängsten und
Verspannungen, verbessert die Körperwahrnehmung
und das Körperbewusstsein.
Wirkung der PM
 Unsere Muskeln werden stets in einer Grundspannung
gehalten (Tonus). Bei Aufregung oder Angst aber auch
bei Anstrengung ziehen sich die Muskeln zusammen
und werden hart.
 Jacobson hat wissenschaftlich bewiesen, dass durch
kräftiges Anspannen und anschliessendes abruptes
Lösen einzelner Muskelgruppen eine vertiefte
Entspannung im Muskel bewirkt wird, da der
Muskeltonus am Ende der Übung unter den
Ausgangswert sinkt.
Einzelne Übungsbeispiele
 Gesäss: Pobacken zusammenkneifen
 Schultern: Schultern nach vorn, nach Hinten, nach
oben ziehen
 Hände: Faust ballen, Finger spreizen
 Für den ganzen Körper: für alle Muskelgruppen eine
Übung aussuchen und alle gleichzeitig anspannen
Wie üben Kinder die PM?
 Ab 5 Jahren können Kinder gut zwischen einer
Muskelanspannung und Muskelentspannung unterscheiden.
Anhand einer Sprungfeder erklären.
 Durch die Körpererfahrung erhöht sich die Sinnesleistung und
die emotionale Intelligenz.
 Die Übungen werden in eine Phantasiereise eingebaut und
auf wenige Muskeln beschränkt (Gesicht, Hände oder Arme).
 Die Anspannung wird nur über 2-5sek. gehalten und dann
gelöst. Es soll nicht schmerzen! Danach ca. 30sek.
Nachspürphase.
Einzelne Übungen für Kinder
 Vorher: Knochen, Muskeln und Gelenke erläutern.
 Kinder malen ein Körperbild (zeichnen ihren Körper
gegenseitig) und tragen Knochen und Muskeln ein).
 Die Spannung von Wadenmuskel/Schienbeinmuskel mit
Sprungfeder erklären und spüren.
 Schüttelübung zum lockern, dann z.B. Robotor und
Stoffpuppe
 Danach: die Steinfigur oder die Hexenmaske (liegend), der
Gewichtheber oder der Reiter (stehend, sitzend) oder
Reisen durch den Körper
Qi Gong
 Ein Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin und
damit über 2000Jahre alt
 Es ist eine Methode zur Erhaltung und Wiederherstellung
der Gesundheit aus eigener Kraft
 Qi bedeutet: Lebensenergie, Odem
Gong
bedeutet: Arbeit, Pflege
 Durch diese Arbeit werden Blockaden gelöst und ein freier
Energiefluss ermöglicht. Wir pflegen unsere Lebensenergie,
regen unseren Qi-Fluss und die Atmung an.
 Achtsamkeit und Vorstellungskraft fördert die
Körperwahrnehmung und die innere Ruhe.
Qi Gong mit Kindern
 Eine Verbindung von Bewegung, Atem und Meditation
oder Konzentration
 Qi Gong bringt „ins Lot“, verwurzelt und richtet auf. Es
gibt das Gefühl für die eigene Mitte. Die Kinder lernen,
sich auf sich selbst zu verlassen.
 Es steigert die Konzentration bei gleichzeitiger
Entspannung und unterstützt die Bildung der eigenen
Persönlichkeit. Es ist keine Therapie, es wird aktiv
ausgeübt.
Qi Gong Übungen mit Kindern
 Die meisten Übungen sind einfach und für jedes Alter
geeignet. Je früher, desto besser.
 Die Geschichten, zu denen Kinder Qi Gong machen
entstammen dem Pflanzen- und Tierreich
 Die Bewegungen müssen den Kindern nicht erklärt
werden, die Vorstellung alleine führt zu den Gesten, z.B.
„wie ein Baum stehen“
 Übung: „Der Maulwurf kommt ans Tageslicht“ –
Einführung, Hauptteil, Abschluss
Qi Gong ab 12 Jahren und älter
 Älteren Kindern und Jugendlichen begegnen wir wie
Erwachsenen.
 Wichtig ist, Ihnen den Ablauf und die Technik genau zu
erklären und zu zeigen wie und warum die Übungen
wirken.
Grundsätze fürs Qi Gong
 Das eigene Sammeln für den Übungen ist die wichtigste
Voraussetzung. So springt das eigene „innere Lächeln“ auf
die Kinder über
 Lass jede Theorie weg, übe einfach
 Wähle einfache Worte, beschreibe nicht. Das Tier- und
Pflanzenreich bietet eine Fülle an Bildern
 Fang mit wenigen, kurzen Übungen an, wiederhole oft
 Keinen Zwang, Möglichkeit zum Nicht-üben geben und
spannende Momente einfügen
 Am Ende der Übung die Energie im Unterbauch sammeln
Entspannungsgeschichten
 1. Lehrgeschichten – sie vermitteln, was Entspannung ist
 2. „Normale“ Entspannungsgeschichten – Geschichten, mit
denen Entspannung hergestellt wird, die nur mässig
aufregend sind und z.B. Elemente aus dem autogenen
Training enthalten.
 3. Phantasiereisen – mit stimmungsvollen Naturbildern
 4. Thematische Vorstellungsübungen – ähnlich wie
Phantasiereisen, aber mit Themen (z. B. Angst, Hilflosigkeit,
etc.). Anschliessend wird dies mit dem Kind besprochen
Phantasiereisen und Ruhebilder
 Es passiert darin weniger als in Entspannungsgeschichten
 Oft wird ein Naturbild intensiv erlebt (z.B. ein See, eine
Wiese, etc.), mit allen Sinnen
 Regt die Vorstellungskraft an, beruhigt.
 Am Besten hört man sie im Liegen, bei geschlossenen
Augen
 Wichtig ist die Zeit zwischen den Worten – mit wenigen
Worten führt man die Kinder in Richtung Entspannung und
Ruhe
Massage (mit Akupressur)
 „Ich fühle, also bin ich.“
 Die früheste Sinneserfahrung ist die Berührung – im
Mutterleib, durch den Geburtskanal und so fort. Der
Tastsinn ist der Realitätssinn.
 Jede liebevolle, aufmerksame Berührung bestätigt die
Erfahrung im Mutterleib: „Ich bin geborgen, die Welt
fühlt sich gut an.“
 Eltern können dem Kind dadurch Sicherheit, Nähe und
Geborgenheit vermitteln: „Ich bin bei Dir, ich liebe
Dich.“
Massage bei Kindern
 Massage verbindet. Sie kann Krisen einer Beziehung
heilen, trösten und Spannungen lösen.
 „Ich fühle mich besser, wenn Du mich berührst.“ Eine
Massage kann das „innere Chaos“ des Kindes ordnen.
Sie vermittelt: +Ich bin bei Dir, ich stärke Dir den
Rücken, ich bin mit Dir in Kontakt auch wenn Du Deine
Gefühle nicht mit Worten ausdrücken kannst.“
 Die ursprünglichste Form des Heilens ist das Auflegen
der Hand. Die Kunst des Be-handelns.
Praktische Tipps
 Nur mit Zustimmung des Kindes
 Wenn es noch keine Erfahrung mit Massage hat
Versuch anbieten.
 Ruhige Atmosphäre, eventuell Kerzen oder Musik
 Nicht länger als 10 bis 15 Minuten
 Mit Rücken, Kopfhaut oder Händen beginnen, beim
Bauch und Gesicht gibt es oft Gegenwehr
 Wenn Massage zu lachen führt: Dies ist Massage von
innen!
Atemübungen - anregend
 Diese Übungen wirken entkrampfend und anregend.
Die Kinder können sie anwenden um ihren Ärger oder
ihre angestaute Wut loszulassen.
 Übungen




Der Löwe (Fersensitz) – ab 3 Jahren
Das Pustespiel – ab 3 Jahren
Die Holzfälleratmung (stehend) – ab 4 Jahren
Die Gorilla – Atmung (stehend) – ab 5 Jahren
Musik: klingen und singen
 Lauschen – auf eine
Klangschale, das Herz, den
Wind
 Lauschen verlangsamt
 Lauschen mit langsmaen
Bewegungen entspannt
 Singen nimmt die Aktivität
des Kindes auf, führt durch
die Qualität des Liedes in die
Entspannung
Und anderes mehr:
 Mandalas zeichnen
 Meditativer Tanz
 Unterstützung mit Phythotherapeutika:
 Avena sativa
 Teezubereitungen:




Orangenblütentee
Kamillentee
Melissentee
U.a.
Wie Kinder einbeziehen?
 Als eigenes Vorbild Kinder auf Bewegungs- und
Ruhemomente aufmerksam machen.
 Achten auf die Gegensätze von „Laut/Leise“,
„Schnell/Langsam“, „Bewegung/Ruhe“, etc. und über
die eigene Empfindung sprechen. Dann: „geht es Dir
genauso?“ Oder: „Hörst Du auch die Grillen zirpen?“
 Dann folgen Atembeobachtungsspiele
(„Kuscheltieratmung“) nach Bewegung oder nach einer
lauten Beschäftigung die „Holzfälleratmung“ und dann
die Gleichgewichtsübung.
Literaturliste
 Bücher:
 Volker Friebel und Sabine Friedrich, „Entspannung für





Kinder“, rororo Verlag
Sabine Friedrich und Volker Friebel (Hrsg.), „Ruhig und
entspannt“, rororo Verlag
Inkpen, M., “ Schnuffel geht ein Licht auf”, Coppenrath
Verlag, Münster, 1995
Linsel, T., „Sooo müde“, ars edition, München, 1995
Schneider, R u. M., „Meditieren mit Kindern“, Verlag a. d.
Ruhr, Mühlheim, 2000
Ursula Salbert, „Ganzheitliche Entspannungstechnicken
für Kinder“, Ökotopia Verlag

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