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Report
Hochschultag der Zürcher Mittelschulen 2012
Zivilprozessrecht, Schuldbetreibungsund Konkursrecht
Prof. Dr. Isaak Meier
Rechtsgrundlagen seit 2011 = neue ZPO
Zivilprozessrecht
Zwangsvollstreckung
Neue ZPO
Realansprüche
neue
ZPO
Entscheidverfahren
Kant. R. = GOG
Gerichtsorganisation
Luzern
Bern
SchKG
Geldansprüche
Gerichte um Kanton Zürich und Bund (GOG und BGG)
Bundesgericht
30’000 SFR
Obergericht
10’000 SFR
Bezirksgerichte
Schlichtungsbehörden
Handelsgericht
Neue ZPO am Beispiel ihrer
Grundkonzepte
• Richten, Schlichten und Mediation
• Rechtsstaatliches Verfahren
• Rolle von Parteien, Anwältinnen und Gericht
bei Erstellung der Entscheidgrundlagen
• Wie fällt ein Gericht seine Entscheidungen?
Thema: Richten, Schlichten und Mediation
Vorbemerkung:
Formen der Konfliktslösung im Privatrecht
Im Rahmen eines
Gerichtsverfahrens = ZPO
• Richten
• Schlichten
• Gerichtsnahe Mediation
Ausserhalb eines
Gerichtsverfahrens
• Privates Verhandeln,
Schlichten, Mediation
• Ombudsstellen bei
Konsumentenstreitigkeiten (Ombudscom,
Reiseombudsman …)
Ineinandergreifen von Richten und Schlichten
Schlichten
Richten
Schlichtungsverfahren
Einleitung der Klage bei der
Schlichtungsbehörde
Entscheidverfahren
Erster Schriftenwechsel
Begründung des Parteistandpunkts
Vergleichsverhandlung
Instruktionsverhandlung
Vorbereitung der Hauptverhandlung
Eventuell Vergleichsverhandlung
Hauptverhandlung
Parteivorträge Beweisverfahren
Entscheidfällung
Gerichtliche Entscheidung
Mediation
Definition:
Unabhängiger Dritter
unterstützt Parteien,
selber Lösung zu finden
ZPO (213/214):
auf der Grundlage der
Interessen und der
«wahren» Gründe des
Konfliktes.
Anwendungsbereiche:
Scheidung
Nachbarstreitigkeiten
Erbstreitigkeiten
Arbeitstreitigkeiten
Parteien können
- statt Schlichtung oder
- gerichtlichem Vergleich
Mediation wählen.
Konzept: Rechtsstaatliches Verfahren
Gesetzliches Gericht
(ZPO 4 ff./GOG)
Unabhängigkeit
(ZPO 47)
Gericht
ZPO,
BV 29/30 und EMRK 6
Öffentlichkeit
(ZPO 54)
Effektivität
(vgl. ZPO 124 I)
Verfahren
Zugang zum Gericht
(unentgeltliche
Prozessführung, ZPO
117 ff.)
Rechtliches Gehör
(ZPO 53)
Fairnessgrundsatz
BV 29/EMRK 6
Tabelle: Gerichtskosten und Parteientschädigung (in CHF)
1000
100 000
1 Mio.
1. Instanz
1000 – 1750
31 165 – 61 715
94 790 – 188 340
Kantonale
Instanzen
1416 – 2334
47 181 – 84 999
146 474 – 260 956
Alle
Instanzen
2816 – 15 334
54 681 – 109 999
165 474 – 324 956
Problematik: Kostenvorschusspflicht (ZPO 98)
Unentgeltliche Prozessführung bei fehlenden Mitteln (ZPO 117 ff.)
Konzept: Erstellung der Entscheidungsgrundlagen
Gericht
Untersuchungsmaxime
(ZPO 55 II)
Fragepflicht
(ZPO 56)
Verhandlungsmaxime
(ZPO 55 I)
Anwältin
Kläger
Formulare (ZPO 400 II)
Beweis v.A.w.
(ZPO 153, 183 I etc.)
Mitwirkung bei
Untersuchungsmaxime
Anwalt
Beklagte
Richterliche Fragepflicht
Art. 56 Gerichtliche Fragepflicht
Ist das Vorbringen einer Partei unklar, widersprüchlich,
unbestimmt oder offensichtlich unvollständig, so gibt ihr das
Gericht durch entsprechende Fragen Gelegenheit zur
Klarstellung und zur Ergänzung.
Art. 247 Abs. 1 (Vereinfachtes Verfahren)
Das Gericht wirkt durch entsprechende Fragen darauf hin, dass
die Parteien ungenügende Angaben zum Sachverhalt ergänzen
und die Beweismittel bezeichnen.
Konzept: Richterliche Entscheidfindung
Sachverhaltsfeststellung
Rechtsanwendung
• Unbestrittene Tatsachen
(ZPO 150)
• Sachverhaltsfeststellungen
durch Beweiswürdigung
(ZPO 157)
• Beweislastverteilung
(ZGB 8 und besondere
Bestimmungen)
• Normauslegung
• Rechtsprechung (BGE …)
• Lehre
Hinweise auf weitere Information
Zürcher Gerichte (Formulare, Informationen zum
Verfahren etc.): www.gerichte-zh.ch
Universität Basel (Gesetze, Formulare etc.):
www.zpo.ch
Mediation:
Esther Haas/Toni Wirz,
Mediation, Konflikte lösen im Dialog, Beobachter,
3. Aufl. 2011

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