M5_1_Projektmanagement

Report
Projektmanagement
Ein Schulprojekt managen
Ziele:
Projektmanagement – Theorie und Praxis
Planung und Organisation
Kommunikation
Zeitmanagement
Finanzen und Rechnungslegung
Kreativer Einsatz von Evaluation
Öffnung und Beteiligung
student voice - Schüler/innenbeteiligung
Schulpartnerschaften
Definition:
‚Ein Projekt ist ein zeitlich begrenztes Unterfangen
mit der Absicht, ein bestimmtes Produkt zu
erstellen, eine bestimmte Dienstleistung zu
erbringen oder ein bestimmtes Ergebnis zu
erreichen.
Es wird von Menschen durchgeführt, unterliegt
Beschränkungen durch begrenzte Ressourcen,
wird geplant, umgesetzt und evaluiert. ’
PMBOK Guide
Ein internationales Bildungsprojekt ...
… wird normalerweise von Schüler/innen und
Lehrer/innen in Zusammenarbeit mit Schulen aus
anderen Ländern durchgeführt.
• Besuche, Austausch, Praktika (direkter Kontakt)
• gemeinsame schulische Projekte
• Schulentwicklungsprojekte
• eTwinning und/oder andere virtuelle Kontakte
• Internationale berufliche Weiterbildung
Übung: Tagesordnung für ein
Projektplanungstreffen an Ihrer Schule
Gruppe 1: Der jährliche bilaterale Austausch für ältere
Schüler/innen (zwei Wochen) mit dem Ziel der
Verbesserung ihrer Sprachkenntnisse
Gruppe 2: Ein gemeinsames Lehrplanprojekt über nachhaltige
Entwicklung unter Beteiligung von sechs
Schulen aus vier Ländern
Gruppe 3: Ein Schulentwicklungsprojekt zum Austausch
gelungener IT Unterrichtsbeispiele
Gruppe 4: Ein eTwinning Projekt (10 teilnehmende Schulen) über
berühmte Künstler/innen
Gruppe 5: Ein Hospitationsprogramm für Sprachlehrer/innen
Planung: Diskussionspunkte
Planung: Diskussionspunkte
Allgemeine Zielsetzung
Stärken der beteiligten
Schulen
Teilnehmer/innen:
Lehrkräfte und/oder
Schüler/innen
Methoden und Häufigkeit
der Kommunikation
Sprache
Kulturelle Belange
einbezogene
Lehrplaninhalte
Zeitplanung –
Projektaktivitäten,
Besuche, Ferienzeiten,
Prüfungen
Wer tut was – Rollen
Unvorhergesehenes und
Risiken
Ein interkulturelles Szenario
Englisch ist die Arbeitssprache des Projekts, aber eine
der Schulen schickt stets den Rektor/die Rektorin zu
den Projekt-Treffen, dessen/deren Sprachkenntnisse
bestenfalls rudimentär sind. Deshalb werden die mit
dem Projekt verbundenen Aufgabenstellungen an
dieser Schule immer wieder missverstanden.
„Mein Partner/meine Partnerin ist mit allem, was ich
sage, einverstanden, kann es dann aber nicht
umsetzen.“
Was ist hier passiert?
•Wie geht es dem Koordinatoren/der
Koordinatorin und dem Partner/der
Partnerin in dieser Situation?
•Warum geht es ihnen so?
•Von welchen Annahmen gingen/gehen beide aus?
•Was könnten sie tun?
Der Projektplan
• Belege/Nachweise, dass der Plan gemeinsam mit der/den
Partnerschule/n erstellt wurde
• Klare Zielsetzungen, Absichten sowie Teilziele und
Projektabschnitte (milestones)
• Eindeutige Verbindungen zu den Lehrplänen in allen
Ländern
• Für gemeinsame, an den Lehrplänen orientierte Projekte
der Partnerschulen: deutliche Progression – nicht nur
eine Reihe von ‚Kennenlern-Aktivitäten’
• Ausgeglichenes Budget
Hilfen für das Projektmanagement
Erste Hilfe und mehr:
www.european-project-management.eu
Mit Downloads:
 Texte in
EN, DE, FR, IT and RO
 Hilfen für das
Projektmanagement:
 Templates
(Vorlagen)
 Beispiele
 Ressourcen
(Partnerschaftsvereinbarungen,
Planungsformulare,
Abrechnungsbögen,
Evaluationshilfen …)
Gantt Chart – eine einfache Planungshilfe
Sept Okt
Aktivitäten zum Einstieg und
Kennenlernen
Aufg
1
Dez

Jan Feb
Besuch im November und Beginn
des Klimawandel-Projekts
1.1
1.2
Nov
Veranstaltungen zum Klimawandel
und Schüler/innenkonferenz

Aufg
2
2.1

Monitoring (Beobachtung und Überwachung) und Evaluation
2.2
 = Teilziele/Projektabschnitte/milestones (können auch Prüfsteine/begrenzende
Faktoren für das Projekt sein)
Zusätzliche Planungshilfen
Erstellen Sie eine einfache Gantt Chart:
http://www.youtube.com/watch?v=CW_wGSFavTc
Verwenden Sie Open Source Software:
http://www.scribd.com/doc/3153813/OpenOfficeProjectManagement-with-GanttCharts
http://en.wikipedia.org/wiki/SWOT_analysis
Planung von Kommunikation
Welche Möglichkeiten der Kommunikation stehen
für die Projektarbeit zur Verfügung?
Wie nützlich sind die einzelnen Möglichkeiten?
(1 – 5 Punkte)
Welches Potenzial für interkulturelle
Missverständnisse beinhaltet jede einzelne?
Welche Übereinkünfte sollten wir innerhalb der
Partnerschaft treffen? Welche Regeln benötigen
wir?
Finanzmanagement:
einige Grundregeln
• Das Budget mit den Projektzielen abgleichen
• Budget und Arbeitsplan stets miteinander
koppeln
• Was sind vertretbare Ausgaben?
• Preis-Leistungs-Verhältnis
• Finanzmanagement mit System
• Besuchsetikette
• Alle Belege und Nachweise sammeln
Evaluation
1 Warum ist Evaluation wichtig?
2 Phasen der Evaluation
3 Informationen sammeln und Veränderungen
bewirken. Mit welchen Methoden?
‚Wie evaluieren Sie während und nach der Partnerschaft, ob
die Ziele der Partnerschaft erreicht werden/wurden und der
erhoffte Effekt eintritt?’
Warum ist Evaluation wichtig?
• Um die Qualität des Projekts zu verbessern
• Als Grundlage für eine offene Diskussion über die
Projektergebnisse
• Um Stärken und Schwächen sowie Hindernisse auf
dem Weg zum Ziel aufzuzeigen
Phasen der Evaluation
• Planung von Evaluation:
• Einigung auf vorrangige Gegenstände der Evaluation.
Alles zu evaluieren, ist unmöglich!
• Alle Beteiligten müssen die verwendeten
Begrifflichkeiten verstehen
• Einigung, wer innerhalb der Partnerschaft für
welchen Teil der Evaluation zuständig ist
• Zeitplanung abstimmen, Arbeitsplan für die
Evaluation erstellen
Hinweise und Belege sammeln und auswerten:
‚Woher wissen wir …?’
• Was wollen wir evaluieren?
• Den Prozess/Ablauf des Projektes (Unterrichtsaktivitäten,
Treffen und Konferenzen, Kommunikation)
• Sichtbare Ergebnisse (Materialien, Internetauftritt, DVDs)
• Das Ergebnis des Projektes - viel schwieriger!
• Kennen wir die Ausgangssituation?
(Maßstäbe/Eckpunkte für Kompetenzen, Wissen,
Einstellungen)
• Wie sehen die Indikatoren für Veränderungen aus?
Hinweise und Belege sammeln und auswerten:
‚Woher wissen wir …?’
Welche Evaluationsinstrumente sollten wir
benutzen?
Verwenden Sie gut strukturierte Evaluationsinstrumente, die
klare Indikatoren bieten:
1 Fragebogen
2 Lern3 Webtool
tagebuch
4 Nutzergruppe
5 Statistikanalyse
6 Interviews
Selbstevaluation kann sehr effektiv sein!
Evaluationstagebuch
Aktivität (mit Datum/Zeit)
Zielgruppen
Kurze Begründung und Beschreibung der Aktivität
Wirkung/Auswirkung/Folgen
Zukünftige Änderungen
NAME
SCHULE/ORGANISATION
Evaluationstagebuch
Aktivität (mit Datum/Zeit)
Thema oder Titel
Zielgruppen
Mit wem oder für wen?
Kurze Begründung und Beschreibung der Aktivität
Warum habe ich das getan? Was habe ich getan?
Wirkung/Auswirkung/Folgen
Wie ist es verlaufen? Wie hat es geklappt?
Zukünftige Änderungen
Wenn ich diese Aktivität wiederholen würde – was würde
ich ändern und warum?
NAME
SCHULE/ORGANISATION
Projekt-Selbstevaluation:
zum Einsatz bei einer Team-Sitzung
•
•
•
•
•
•
Zeitplanung wurde eingehalten.
Geplante Aktivitäten fanden statt.
Kommunikation war effizient.
Partner hielten sich an die Vereinbarungen im Arbeitsplan.
Beim letzten Treffen vereinbarte Ziele wurden erreicht.
Die Partner haben voneinander gelernt. Haben wir eine
gute Partnerschaft?
Evaluation einer Projektsitzung
INDIKATOREN:
• Vor der Sitzung wurden ausreichend Informationen zugänglich gemacht;
die Kommunikation war effizient.
• Die Partner hatten Zeit, sich einander vorzustellen bzw. ihre Bekanntschaft
zu erneuern, einander über ihren Hintergrund zu informieren und darüber,
welchen Beitrag sie zum Projekt leisten können.
• Die Tagesordnung wurde eingehalten, Änderungen wurden besprochen.
• Alle Partner leisteten Beiträge zur Sitzung.
• Die Ziele der Sitzung wurden erreicht.
• Die Arbeitsumgebung ermöglichte das Erfüllen der gestellten Aufgaben.
• Die geplanten Aktivitäten fanden statt.
• Die Partner haben eine klare Vorstellung von den nächsten Schritten.
• Unterkunft, Essen und soziale Aspekte waren angemessen.
Veränderungen umsetzen:
‚Was tun wir als nächstes?’
• Ergebnisse analysieren – wenn möglich bei einer
Team-Sitzung
• Mögliche Chancen und Probleme aufzeigen
• Anpassen: Arbeitsplan, Aktivitäten/Aufgaben,
Kommunikation, Management-Stil, Budgets
• Alle Beteiligten informieren – versuchen, ohne
Anordnungen auszukommen!
• Alle Gründe für Veränderungen festhalten
Zusammenfassung
• In einer frühen Projektphase einsteigen
• Andere einbeziehen (wenn mögl. externe
Evaluatoren/Evaluatorinnen, Vertreter/innen der
Zielgruppe)
• Angemessene Evaluationstechniken benutzen
• Evaluationstechniken verwenden, die zu einem sich weiter
entwickelnden Projekt passen
• Alle Daten und Analyseergebnisse festhalten und für die
Umsetzung verwenden
Das Projekt nachhaltig gestalten
Finanzierungsmodelle sind endlich - 1,2,3 Jahre.
Strategien entwickeln, wie es nach Auslauf der
Finanzierung weitergeht.
Wie kann das Projekt danach am Leben gehalten
werden?
Müssen Partnerschaften ewig halten?
Nachhaltigkeitsplanung sollte eine Aufgabe in der
Partnerschaft sein.
Das Leben nach der Finanzierung
Nutzen Sie die Zeit, in der Geld vorhanden ist, um
Systeme zu etablieren: (Kommunikationskanäle, IT,
Zeitplanung für das Projekt, die kompatibelsten
Lehrplanbereiche, Begeisterung und Mitwirkung der
Kollegen/Kolleginnen)
Lohnende Projekte mit ausländischen Partnern
müssen kein Geld kosten – z.B.: e-Projekte
Eine Partnerschaftsvereinbarung?
Eine Partnerschaftsvereinbarung
• Das Entwerfen der Vereinbarung ist ein gemeinsamer
Prozess.
• Das Dokument wird vermutlich während der finanziell
abgesicherten Projektperiode entstehen.
• Die Unterzeichnung der Vereinbarung sollte ein
wichtiger Meilenstein im Projekt sein und gefeiert
werden!
• Termine für eine regelmäßige Überprüfung der
Vereinbarung im Verlauf des Projektes setzen.
Übung/Diskussion
Bedeutet das Ende der Finanzierung auch das Ende der
Partnerschaft?
Was ist das erfolgreichste kostengünstige oder
kostenfreie Projekt, das Sie kennen?
Welche Veranstaltung an Ihrer Schule ist die beste
Einnahmequelle?
Öffnung – einleitende Gedanken
Wie motiviere
ich die Partner
für eine
Öffnung?
Warum sollen wir
uns überhaupt
öffnen?
Reicht es denn nicht,
dass die
Schüler/innen von
unserer Arbeit
profitieren?
Wie finden wir
passende Kanäle
für die Öffnung des
Projektes?
Internetseite
und Rundbriefe
– reicht das
aus?
Wer kann uns
helfen, auf
europäischer
Ebene
Informationen
über unser Projekt
zu verbreiten?
Öffnung
Ein Schulfest/Tag der offenen Tür oder eine andere
Schulveranstaltung mit einem internationalen Thema:
- Europatag
- Internationaler Tag der Sprachen
- Frühlingstag-Feiern
usw.
‘Student voice’ –
Schüler/innenmitwirkung: Leitfragen
Was bedeutet “student voice” für Sie?
Welche Erfahrungen haben Sie mit “student voice”?
Die „Stimme” aller Schüler/innen oder nur einiger?
Wie gehen wir mit dem um, was sie uns sagen?
Beteiligung des sozialen und
gesellschaftlichen Umfeldes
Zusätzliche Beteiligte an Comenius-Projekten – einige Beispiele:
-
Andere Bildungsinstitutionen (einschließlich Universitäten)
Kirchen, Moscheen, Synagogen und ihre Gemeinden
Örtliche Geschäfte/Betriebe
Historische Städten/Museen
Fremdenverkehrsämter/Touristeninformationszentren
Künstler aus der Region
Tierschutzorganisationen
Medien
Regionalverwaltung/Stadtverwaltung/Polizei
Merkmale einer guten Schulpartnerschaft
Eine gute Schulpartnerschaft sollte:
Merkmale einer guten Schulpartnerschaft
Eine gute Schulpartnerschaft sollte:
- nachhaltig sein
- nicht (nur) vom Geldgeber gesteuert werden
- gut und mit Umsicht gemanagt werden
- Lehrer/innen und Schüler/innen gleichermaßen motivieren
- von übergeordneten Stellen/Vorgesetzten unterstützt werden
- das soziale und gesellschaftliche Umfeld mit einbeziehen
- sich in den Lehrplan integrieren lassen
- strategisch geplant sein
- sich mit globalen Themen beschäftigen
- Lehrer/innen und Schüler/innen Schlüsselkompetenzen vermitteln
• Alle diese Faktoren tragen zur Entwicklung eines kritischen kulturellen
Bewusstseins bei, zum interkulturellen Lernen und Verständnis.
Ein interkulturelles Szenario
An einer der Partnerschulen gibt es einige
Schüler/innen aus Roma-Familien, die offenbar keine
Möglichkeit zur Beteiligung am Projekt erhalten. Eine
andere Schule hat einen wesentlich größeren Anteil an
Roma, doch gelingt es ihr, diese in die meisten der mit
dem Projekt verbundenen Aktivitäten zu integrieren.
Eine Lehrkraft der ersten Schule macht häufig negative
Bemerkungen über Roma und sorgt damit für
Missstimmung innerhalb der Partnerschaft.
Was ist hier passiert?
• Wie fühlen sich die anderen Partner in dieser
Situation?
• Warum fühlen sie sich so?
• Gehen sie von irgendwelchen Annahmen aus?
• Was sollten sie als nächstes tun?

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