Sónia Oliveira und António

Report
Helma Sanders-Brahms
Geboren am 20. November 1940 in Emden, studierte
sie nach dem Abitur zunächst Schauspiel an der
Niedersächsischen Hochschule für Musik und
Theater in Hannover, danach Theaterwissenschaft,
Anglistik und Germanistik an der Universität Köln.
Während des Studiums arbeitete sie nebenbei als
Krankenschwester, Verkäuferin, Landarbeiterin etc.
1965 legte sie das Examen als Realschullehrerin ab;
anschließend war sie ein Jahr lang als
Lehramtsanwärterin tätig. 1965 bis 1973 arbeitete sie
als Fernsehansagerin beim Westdeutschen Fernsehen
Köln. (…)
Helma Sanders-Brahms hat sich mit
künstlerischer Kraft, Originalität und
eindrucksvoller Konsequenz mit
deutscher Geschichte und Gegenwart
beschäftigt.
Sie ist Feministin insofern, als sie den
Anspruch erhebt und auch realisiert, sich als
Frau zu allen wichtigen Themen der Zeit zu
Wort zu melden und dabei natürlich häufig
andere Gesichtspunkte geltend zu machen als
andere, männliche wie weibliche,
Filmemacher.
Deutschland, bleiche Mutter
DEUTSCHLAND, BLEICHE MUTTER
erinnert die verschüttete Geschichte der
Frauen, die im Deutschland der Kriegsjahre
jung waren. 1939, vor dem Hintergrund von
Hitlers Kriegsvorbereitungen, eine
Liebesgeschichte, die mit einer Hochzeit
endet. Unmittelbar danach beginnt der
Polenfeldzug, und der Mann muß an die
Front.
Die Frau, Lene, bleibt allein zurück, bekommt
allein ihr Kind, schlägt sich durch den Krieg und
entwickelt mit ihrem Kind die Kraft zum
Überleben. Als der Mann aus dem Krieg
zurückkommt, wird diese Kraft nicht mehr
gebraucht. Lene soll in ihre alte Frauenrolle
zurückfinden aber das schafft sie nicht.
Wiederaufbau und Wirtschaftswunder werden ihr
ebenso unerträglich wie ihre Kleinfamilie, die
wieder funktionieren soll, als wäre nichts
geschehen. 1950 ist Lene krank und verhärtet. Das
Kind rettet sie vor dem Selbstmord.

similar documents